Industriekletterer Ein Job mit Aufstiegschancen
Joballtag im Beruf der Woche: Immer wenn Gerüst oder Kran nicht weiterkommen, sind sie gefragt: Industriekletterer verrichten Handwerksarbeiten in großer Höhe.
Als Manuel Marburger vor vier Jahren mit seiner Geschäftsidee den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, war für ihn von vorneherein klar: Er will hoch hinaus – und das im wahrsten Sinne. Als leidenschaftlicher Kletterer und ausgebildeter Handwerker hat er beides verbunden und sein eigenes Industrieklettererunternehmen gegründet. Mit Erfolg, die Auftragsbücher sind voll. Immer dann, wenn die Industriekletterer zum Einsatz kommen, sind viele auf der Baustelle schon mit ihrem Latein am Ende. "Oftmals bietet sich nämlich nicht die Möglichkeit, beispielsweise ein Gerüst auf unwegsamem Gelände aufzubauen. Dann müssen wir ran", erklärt Marburger.
Die Arbeiten, die die kletternden Handwerker dabei in Schwindel erregender Höhe zu verrichten haben, sind so unterschiedlich, wie die Einsatzorte: Mal ist es das Stadiondach, das auf Schäden untersucht werden muss, mal gilt es, eine Kirchturmspitze mit neuen Schindeln einzudecken oder einen Hochspannungsmast mit Korrosionsschutz zu streichen. "Industriekletterer erledigen normale handwerkliche Arbeiten, allerdings an ganz und gar nicht normalen Orten", sagt Marburger.
Ausgebildete Handwerker seien darum für den Job gut geeignet. "Interessant sind für uns Leute, die sagen: Ich bin Elektromeister und kann die Höhe gut ab. Viele, die bei uns anfangen, haben nichts mit dem Klettern zu tun, sehen die Arbeit als neue Herausforderung", erzählt der Firmenchef.
Damit nicht nur die geleistete Arbeit, sondern auch das Klettern einem professionellen Standard entspricht, werden die angehenden Industriekletterer in der Berufskletterschule umfassend geschult. Wie macht man die Seile fest? Wie sichere ich mich am besten ab? "In einer zweijährigen Zusatzausbildung wird das Klettern gelehrt. Drei verschiedene Kurse gilt es zu bestehen, zwischendurch muss viel Erfahrung gesammelt werden", sagt Marburger. Die Ausbildungskurse sind kostenpflichtig, die Kosten für den Grundkurs beginnen bei 1000 Euro. Eine gute Kletterausrüstung schlägt noch einmal mit bis zu 1300 Euro zu Buche.
Neben handwerklichen Kenntnissen sollten Industriekletterer mindestens 18 Jahre alt und natürlich schwindelfrei sein, eine gute körperliche Fitness und ein einwandfreies Hör- und Sehvermögen mitbringen sowie frei von Höhenangst sein. Bescheinigt wird dies durch das Attest G41 . Auch ein gewisses Organisationstalent ist von Nöten. "Das Werkzeug hängt am Körper, ebenso das Verbrauchsmaterial. Man muss darauf achten, alles dabei zu haben, was man für die Arbeit braucht. Mal eben abseilen und noch einen Schraubendreher holen, ist schlecht. Das passiert einem nur einmal, danach kontrolliert man mehrmals, ob auch wirklich alles dabei hat", sagt Marburger.
- Datum 12.07.2010 - 06:57 Uhr
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- Serie Beruf der Woche
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wie teuer ist denn eine wirkdame private BU für den Beruf? Seit Schröder kann man sich ja versicherungsökonomisch nur noch einen Schreibtischjob leisten.
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