Mein erster Arbeitstag "Ich habe an meinem Traumberuf gezweifelt"

Montag beginnt das neue Ausbildungsjahr. Der Sternekoch Hans-Peter Wodarz, die Kolumnistin Eva Kohlrusch und ein KfZ-Azubi erinnern sich an ihren ersten Arbeitstag.

Junge Köche bei der Arbeit: Der Beruf gilt als hart. Unter Auszubildenden gibt es eine hohe Abbrecherquote

Junge Köche bei der Arbeit: Der Beruf gilt als hart. Unter Auszubildenden gibt es eine hohe Abbrecherquote

Der Sternekoch Hans-Peter Wodarz erinnert sich an seine Lehre als Koch in den sechziger Jahren:

"Im Grunde hat meine Karriere 1962 begonnen, als ich mit 14 Jahren im Hotel Rose in Wiesbaden die Hotelpagen-Uniform anzog. Damals musste man, wenn man Kellner oder Koch werden wollte, ein Jahr lang als Hotelpage arbeiten. Das heißt, ich habe Schuhe geputzt, Koffer geschleppt, Hunde ausgeführt und älteren Amerikanerinnen den Rücken geschrubbt. Für solche Tätigkeiten bekam ich etwa 20 amerikanische Dollar Trinkgeld am Tag. 1962 war das für einen 14-jährigen Bub sehr viel Geld.

Und dann kam der große Tag, an dem ich endlich die Lehre zum Koch beginnen durfte. Ich wusste bereits, was mich erwartete: Denn in meinem Jahr als Page hatte ich viel Kontakt zu den Kochlehrlingen. Mich hatte es schon vorher wie magisch in die Küche gezogen. Koch zu werden, das war mein Traumberuf. Schon als kleiner Junge habe ich meiner Mutter beim Kochen geholfen. Und sie sagte immer: "Werde Koch, da hast du immer etwas zu essen."

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Hans-Peter Wodarz
Hans-Peter Wodarz

Der Gastronom Hans-Peter Wodarz ist einer der bekanntesten Köche Deutschlands. Bekannt wurde er in den 70er Jahren mit seinem Restaurant Die Ente im Lehel in München, das 1976 den Michelin-Stern verliehen bekam sowie Die Ente vom Lehel in Wiesbaden. Später etablierte der Sternekoch Elebnisgastronomie in Deutschland mit den Restaurant-Theatern Panem et Circenses, Pomp Duck and Circumstance und Hans-Peter Wodarz Palazzo.

Allerdings erinnere ich mich noch gut, dass die ersten Tage in der Küche durchaus ernüchternd waren. So hart hatte ich mir die Lehre nicht vorgestellt. Die Hitze vom Herd, ständig Dosen öffnen, Kartoffeln schälen – und kein Trinkgeld von reichen Amerikanerinnen mehr. Es war eine Küche mit 25 Köchen und zu dieser Zeit war es fast wie beim Militär.

Es war also fürchterlich und einige Tage lang habe ich wirklich an meinem Traumberuf gezweifelt. Aber diese Phase ging vorbei und die drei Jahre Ausbildung auch. Ich habe dann als bester Kochlehrling von Hessen die Ausbildung beendet und bin meinem Traumberuf bis heute treu geblieben.

Heute haben junge Leute durch Kochsendungen im Fernsehen oft eine andere Vorstellung von dem Beruf. Da sieht das immer so locker und unkompliziert aus. Das ist es allerdings nicht. Kochen ist ein Handwerk und eine Kunst zugleich. Der Beruf des Kochs ist einer der schönsten der Welt und man kann auch die ganze Welt sehen.

Aber es ist ein knallharter Job. Deswegen gibt es eine Vielzahl von Abbrechern während der Ausbildung. Aber die, die es durchziehen und Spaß, Herz und Seele für diesen Beruf haben, können es weit bringen."

Leser-Kommentare
    • 42317
    • 04.08.2010 um 12:18 Uhr

    Irre, der Artikelteil von dem Mechaniker ist der beste. Gut zu wissen, welche Bildungsmöglichkeiten einem da heute offen stehen, Hoffentlich werden Sie rege genutzt.
    Aber: Rauchverbot! Wie gemein! So was aber auch!
    Ist doch eine gute Gelegenheit, den Mist gleich zu lassen, oder?

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