Frauenquote Zahl der Frauen in Spitzenpositionen stagniert

Weniger als ein Drittel der deutschen Führungskräfte sind Frauen. Und ihr Anteil ist seit 2006 auch nicht mehr gestiegen. Das ergab eine neue Studie.

Die Zahl der weiblichen Führungskräfte hat seit 2006 nicht mehr zugenommen

Die Zahl der weiblichen Führungskräfte hat seit 2006 nicht mehr zugenommen

Der Frauenanteil unter den Führungskräften in Deutschland hat sich seit einigen Jahren nicht mehr erhöht. Während die Zahl weiblicher Führungskräfte zwischen 2001 bis 2006 zumindest leicht gestiegen sei, stagniere der Anteil von weiblichen Führungskräften inzwischen bei 27 Prozent. Auch beim Gehalt holen weibliche Manager gegenüber den Männern inzwischen nicht mehr auf. Der DIW-Studie zufolge verdienen Frauen in Führungspositionen 28 Prozent weniger als Männer. Das Institut führt dies vor allem auf die Trennung des Arbeitsmarkts in Männer- und Frauenberufe zurück. In typischen Männerberufen werde mehr gezahlt.

Die damalige rot-grüne Bundesregierung hatte 2001 eine Vereinbarung mit den Wirtschafts-Spitzenverbänden geschlossen mit dem Ziel, die Zahl der Frauen in Spitzenpositionen zu erhöhen. Das DIW hatte daraufhin in den Jahren 2001 bis 2006 Daten über die Rolle von Frauen in Führungspositionen verglichen. Das Ergebnis: der Frauenanteil in Führungspositionen stieg leicht von 22 auf 27 Prozent. Dieser Trend setzte sich jedoch in der weiteren Untersuchung nicht fort, die mit neuen Zahlen bis zum Jahr 2008 aufgefrischt wurde. Damit sei die vor neun Jahren formulierte Zielsetzung, den Frauenanteil in den Chefetagen zu erhöhen, gescheitert, schreiben die Verfasser der Studie.

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Laut DIW sind weibliche Führungskräfte im Schnitt mit 40 Jahren knapp vier Jahre jünger als ihre männlichen Kollegen, ihre Berufserfahrung sei daher etwas geringer. Das größte Karriererisiko stelle für weibliche Manager nach wie vor die Gründung einer Familie dar: In jüngeren Jahren, wenn noch keine Familie da ist, sei der Frauenanteil in den Chefetagen mit 37 Prozent am größten. In der Kernerwerbsphase zwischen 35 bis unter 55 Jahren sinke er dagegen auf ein Viertel.

Aber es geht nicht weiter voran. Je höher der Posten, desto wahrscheinlicher bekleidet ihn ein Mann. Im Dax, der ersten Börsenliga, haben gerade drei Unternehmen Frauen im Vorstand. Frauen schaffen es noch am ehesten im Dienstleistungssektor und in Betrieben mit einem hohen Frauenanteil in Führungspositionen.

Wie das DIW weiter ermittelte, leisten unter den vollzeitbeschäftigten Führungskräften mit Familie deutlich mehr Frauen Familienarbeit als Männer. Immerhin sei aber inzwischen bei knapp jeder zweiten weiblichen Führungskraft die Arbeitsteilung im Haushalt mit dem Partner gleichberechtigt, wenn auch nicht von einem Trend zum Rollentausch gesprochen werden könne. "Im Schnitt übernehmen Männer in Führungspositionen nur 20 Prozent der Hausarbeit in der Partnerschaft, weibliche Führungskräfte hingegen 60 Prozent", erklärte Anne Busch, eine der Autorinnen der Studie.

Leser-Kommentare
  1. wenn man dieser Studie mal gegenüber stellte, in wie weit die Anzahl jener Artikel in den letzten Jahren zugenommen hat, die einen mangelnden Frauenanteil in Führungspositionen diagnostiziert. Mich würde nicht wundern, wenn dieser exponentiell zugenommen hat und man damit beweisen könnte: wie sollen denn mehr Frauen in leitende Positionen kommen, wenn sich alle hier in der Redaktion tummeln?

    Mit Verlaub: dieser Overkill nervt!

  2. Kann ich wo mitunterschreiben? Petition oder so?

  3. 3. Jap .

    dieses Interview war mal wieder symptomatisch für die heutige Generation vieler weiblicher Politiker samt ideologischen Anhangs.
    Insbesondere diese Aussagen regten mich doch etwas auf, ich zitiere..

    "Aus den Erfahrungen in Norwegen nach der Einführung der Quote weiß man: Frauen, die dort in einem Aufsichtsrat sitzen, sind jünger und besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen. Frauen kümmern sich oft noch um die Familie und sind trotzdem besser"

    An Unverfrorenheit, Überheblichkeit und Sexismus schwerlich zu überbieten. Frauen sind einfach per se besser, und wann kommt der Leinenzwang für Männer?.

    Würde ein Mann eine ähnliche Aussage bezüglich Frauen machen, kann man sich die geifernden Gesichter gewisser Damen lebhaft vorstellen, wobei dies nicht abwertend gemeint ist, sondern nur beschreibend.

    Kein Wort von der massiven Diskriminierung von Jungen an Schulen und Universitäten durch die Notengebung, wo Jungen bei gleicher Leistung über eine Note schlechter "gemacht" werden.
    Im Berufsleben wird diese Ungleichbehandlung relativiert, glücklicherweise.
    Dazu noch die unbedarften Aussagen über die Massnahmen und Entwicklungen in Norwegen, wobei die Ministerin bravourös ihre Unwissenheit bzw. Unkenntnis belegt, sonst würde die Frau Ministerin wissen, das es überhaupt nicht ausreichend qualifizierte Frauen gab oder gibt, diese zum Teil aus dem Ausland angeworben worden sind, oder gar auf Staatskosten erst einmal qualifiziert werden mussten.

    Und Schwesig ist Ministerin....

  4. 4. Zudem

    Gesetzliche Männerquote von 40% in deutschen Kita, ansonsten drakonische Strafmaßnahmen bis hin zur Schließung, setzt das nötige weibliche Personal für die Vorstände frei.

    Ironie beiseite, die Soziologin/Feministin Beck-Gernsheim kürzlich in DIE ZEIT:

    "Das Verhütungsmittel (die Pille) habe zwar die Unabhängigkeit der Frauen gefördert, doch die Frauen hätten sich so erneut Zwängen unterworfen. Diesmal denen der Arbeitswelt. Und noch viel schlimmer, sagt Beck-Gernsheim, die Frauen hätten so bewusst oder unbewusst das neue Leitbild der "active women" mitgeschaffen."

    Mit der Einsicht wundert es nicht, dass die Zahl der active women in Spitzenpositionen stagniert.

    Wir haben hierzulande noch immer ein durch und durch väterdiskriminierendes Familienrecht, welches vorzugsweise Männer in die Ernährerrolle zwingt. Mit dem Ziel der Beibehaltung jenes vom Europa-Gericht verurteilten Unrechts, funktionieren die frauenbewegten Netzwerke wie geschmiert.

    In der Tat, es geht nicht voran!

    • Goofos
    • 15.07.2010 um 20:34 Uhr

    "Die Autoren fordern, dass Unternehmen Frauen helfen, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. Es brauche Karriereförderung bis hin zu Frauenquoten"

    Die fangen hoffentlich nicht an das auch noch unter Gleichberechtigung verkaufen zu wollen? Ich meine, dass nur Frauen geholfen werden soll Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, spricht nicht gerade für Gleichberechtigung. Vor allem dann nicht wenn man zuvor erwartet, dass die Männer mehr in den Haushalten helfen sollten, passt das irgendwie so überhaupt nicht zusammen. Genauso wie man zwar Frauen eine Karriereförderung bis hin zu Frauenquoten zugestehen will, nur um dann die Kernerwerbsphase zu umgehen. Jedoch die Männer lässt man weiter gezwungenermaßen durch die Kernerwerbsphase gehen und bietet ihnen keine Möglichkeit Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen.
    Aber man darf nicht vergessen, dass die Studie von Autorinnen geschrieben wurde, die genau so wie eine Manuela Schwesig oder Renate Künast nur männerfeinliche Vorwürfe auf Lager haben wie z.B. "... der Männerherrlichkeit in den Chefetagen." die jegliche Selbstkritik vermissen lassen. Aber wen wundert's das von zwei Frauen zu hören deren Parteien zum einen unter Gleichberechtigung verstehen alles männliche zu überwinden und zum anderen, dass der Platz Nr.1 eine Frau sein muss, auch wenn sie nach einem Mann nur Nr.2 ist. Dort lebt es sich als Frau wohl gut.

  5. wegen Doppel- Dreifach- Vielfach-Postings.

    Dergestalt sture Propaganda erinnert fatal an weit zurückliegende Zeiten.

  6. Ja, es langweilt langsam und ist ziemlich nervig. Vielleicht sollte man die Besetzung von Führungspositionen schlicht und ergreifend den Unternehmen überlassen und die Frage der Besetzung der Kontrollgremnien den Eignern (die haben schon Vertreter der Arbeitnehmerseite "geschluckt").

    Es wäre schön, wenn auch die ein oder andere feministisch angehauchte Politikerin verstehen würde, dass es sich hierbei um "private" Angelegenheiten "der Wirtschaft" handelt und nicht um ein "politisches Thema". Und es wäre schön, wenn auch die Medien hier etwas kritischer hinschauen würden, schließlich will man ja im Eigentum anderer Leute herumquotieren...

    Aber auf das Eigentum anderer haben gewisse politische Kräfte ja noch nie Rücksicht genommen. Das gilt auch für diese angeblichen affirmative actions wie Förderungen eines bestimmten Geschlechts nur aufgrund des Geschlechts; und das hier weit außerhalb des staatlichen Bildungsauftrages....

    • Thujul
    • 15.07.2010 um 23:31 Uhr

    Frauen arbeiten in dem Beruf und auf der Stelle, welchen bzw. welche sie sich ausgesucht haben. Und das tun sie schon seit vielen Jahren. Dass die Anzahl weiblicher Führungskräfte seit 2006 nicht mehr zugenommen hat spricht Bände: Führungspositionen sind nicht attraktiv!

    Auf einem Führungsposten zu sitzen bedeutet, Freizeit und Privatleben auf ein Minimum zu reduzieren. Wer gerne lebt und für wen Leben mehr als nur Beruf ist, kann so eine Stelle nicht anstreben wollen. Ich denke, dass Frauen bewusst abwägen und sich bewusst gegen den Weg entscheiden, an dessen Ende die Führungsposition wartet. Die Frage ist nur, warum manche Menschen, und unter diesen scheinen mehr Männer zu sein, solche Posten trotzdem annehmen oder sogar suchen.

    Ich nehme an, es ist die Macht, die diesen Menschen Befriedigung verschafft. Nur, warum sollte man Menschen, ob Männer oder Frauen, zu größerem Machthunger anspornen?

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