"Konflikte gehören zum Miteinander"
ZEIT ONLINE: Wie sollte man sich verhalten, wenn mit einem befreundeten Kollegen eine Konkurrenzsituation entsteht?
Janson: Es ist je nach Intensität der Beziehung sinnvoll, dieses Gefühl auch anzusprechen. Fast jeder kennt die Erfahrung, dass ein guter Freund einen auf einmal beruflich überholt und man neidisch ist. Solche Neidgefühle sind normal, gerade dann, wenn man selbst ambitioniert ist. Man sollte sich diese negativen Gefühle eingestehen und wenn einem die Beziehung wichtig ist, das Problem ansprechen. Tut man es nicht, wird die Freundschaft beeinträchtigt. Bei einer normalen Arbeitsbeziehung reicht dagegen ein sachliches Gespräch über die neue Situation.
ZEIT ONLINE: Wie sollte man mit Freundschaftsanfragen von Kollegen und Vorgesetzten in sozialen Netzwerken umgehen?
Janson: Das ist eine Frage, für die derzeit in verschiedenen Unternehmen Lösungsansätze diskutiert werden. Manche Konzerne haben bereits sogenannte Social Media Guidelines auf den Weg gebracht, in denen diese Frage geregelt ist. Generell richtet sich die Antwort danach, wie ein soziales Netzwerk genutzt wird. Wenn Sie eine Plattform ausschließlich privat nutzen, ist es auch Ihre private Entscheidung, sich mit Kollegen oder Vorgesetzten zu vernetzen. Problematisch ist jedoch, dass sich beispielsweise Facebook zu einer Mischform aus privaten und beruflichen Kontakten entwickelt. Das spiegelt die enge Verzahnung von Berufsleben und Privatleben wieder. Aber: Bei Facebook gibt es mittlerweile die Möglichkeit, benutzerdefinierte Einstellungen vorzunehmen. Sie können festlegen, welche Einträge die lieben Kollegen oder der Chef von Ihnen lesen darf und welche nicht. Man kann seine Kontakte speziellen Gruppen zuordnen und seine Pinnwand nur für die engsten Freunde sichtbar machen.
ZEIT ONLINE: Verraten Sie uns noch, wie Sie die Trennung zwischen Berufs- und Privatleben schaffen?
Janson: Ehrlich gesagt ist es ein immerwährender Prozess. Soziale Beziehungen sind ja nicht konstant, sondern entwickeln sich dynamisch – ebenso wie die Arbeitswelt. Klar gibt es da auch mal Zoff. Und es gibt auch die langjährigen beruflichen Kontakte, aus denen sich echte Freundschaften entwickeln. Auch ich schaffe es nicht, eine strikte Trennung der Bereiche aufrechtzuerhalten. Das wäre auch künstlich und nicht authentisch. Niemand kann ja zwischenmenschliche Konflikte zwanghaft vermeiden. Sie gehören nun mal zum Miteinander dazu, im Job wie im Privatleben. Allerdings rate ich dazu, eine gewissen sachliche Distanz zu wahren, wo es nötig ist.
- Datum 30.07.2010 - 06:42 Uhr
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... wer kennt das Problem nicht ? ....aber was ich viel interessanter finde : solche Antworten kann wohl wirklich jeder liefern, nur : Fr. Janson sachafft es damit in die Medien ... und die ZEIT veröffentlicht es auch noch ...
Ich bin 50 Jahre, habe mich als Quereinsteigerin in verschiedenen Berufszweigen bis in Führungsebenen hocharbeiten können. Dieses Interview entspricht genau meinen Erfahrungen, die ich im positiven wie auch negativen, machen konnte.
Leser, die davon angesprochen werden gibt es 100% und ich bin sicher es wird dem ein oder anderen gerade in einer entsprechenden Konfliktsituation helfen- also weiter so. Ich verfolge mit grossem Interesse die derzeitigen Artikel "Beruf" und danke der ZEIT dafür. Alle Themen sind gerade durch die Vielfältigkeit wichtig, Motivation für positiven menschlichen Umgang untereinander, sind immer angebracht.
Die Antworten in diesem Interview folgen alle dem gleichen Schema. "Im Prinziep ja, aber..."
So spricht man wenn man es jedem recht machen will oder nicht weiss wovon man spricht.
Vielleicht verhaellt man sich gegenueber Kollegen einfach normal und natuerlich. Das wirkt sich auch positiv auf den Charakter aus. Niemand kann sich sein ganzes berufliches Leben anpassen, ohne persoenlichen Schaden zu nehmen.
Im uebrigen kann man sich Kollegen doch aussuchen. Man kann kuendigen und sich was neues suchen.
...scheint mir praktisch alles zuvor Gesagte in Frage zu stellen. Ich finde dieses Interview, insbesondere die Antworten bemerkenswert unklar.
Zu einem gewissen Grade liegt das sicherlich auch an der etwas schwer fassbaren Materie. Aber der Interviewer drängt durch die Art der Fragestellung nicht gerade auf Klarheit.
Das hilft immer falls man aufsteigt und Kollegen sich nachher anders verhalten.
Allerdings muss man sich von Anfang an so verhalten sonst macht das ganze keinen Sinn.
Unliebsame Entscheidungen gibt es immer, man muss sich vor Augen halten das man es nie allen gleichermaßen Recht machen kann und dann kann man damit auch relativ gut umgehen.
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