Renteneintritt Wann die Europäer in Rente gehen

Die EU-Kommission hält ein höheres Renteneintrittsalter für unausweichlich. Die Italiener gehen mit 61 in den Ruhestand, die Deutschen mit 67. Ein Überblick nach Ländern

FRANKREICH: Das Nachbarland hat mit 60 Jahren EU-weit mit das niedrigste Renteneintrittsalter, nun wird erbittert um eine Anhebung auf 62 Jahre bis 2018 gestritten. Am Dienstag beschloss die Nationalversammlung als erste Parlamentskammer die Reform, die Gewerkschaften wollen vor der endgültigen Verabschiedung nach der Sommerpause erneut mit Massendemonstrationen dagegen mobil machen. Erschwert wird das Vorhaben durch eine Steuer- und Parteispendenaffäre um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt , in die der zuständige Arbeitsminister Eric Woerth verwickelt sein soll.

DEUTSCHLAND: Die Rente mit 67 kommt. Zwischen 2012 und 2029 wird das Renteneintrittsalter stufenweise von derzeit 65 Jahren angehoben. Wer mindestens 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann auch künftig bei vollen Bezügen mit 65 Jahren aufhören zu arbeiten. Ab 35 Beitragsjahren bleibt es zwar beim frühestmöglichen Renteneintritt mit 63 Jahren. Aber es wird ein Abschlag von 14,4 Prozent auf die Rentenzahlung fällig.

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GRIECHENLAND: Im Gegenzug für die Rettungshilfen von 110 Milliarden Euro hat die Regierung in Athen auf Druck der EU deutliche Einschnitte bei den Renten beschlossen. Das tatsächliche Eintrittsalter soll trotz von den Gewerkschaften organisierten Großdemonstrationen von derzeit 61,5 auf 65 Jahre steigen. Zudem werden die Renten im Schnitt um sieben Prozent gekürzt.

SPANIEN: In der Schuldenkrise will die Regierung in Madrid das gesetzliche Rentenalter ähnlich wie in Deutschland von derzeit 65 auf 67 Jahre erhöhen. Auch hier gibt es massive Proteste gegen das Vorhaben.

ITALIEN: Konnten die Italiener bis 2007 noch frühestens mit 57 Jahren in Rente gehen, wird das Mindestalter nun bis 2013 auf 61 Jahre angehoben. Gleichzeitig setzte die Regierung ab 2012 das Rentenalter für Beamtinnen von 61 auf 65 Jahre herauf und gleicht es damit an die schon geltenden Regeln für ihre männlichen Kollegen an.

GROßBRITANNIEN: Die britische Regierung hat bisher europaweit die weitgehendsten Pläne. Die Briten müssen sich bis 2046 auf die Rente mit 68 einstellen. Derzeit liegt das Rentenalter für Frauen in der Regel bei 60 und für Männer bei 65 Jahren. Bis 2020 soll die Altersgrenze für Frauen schrittweise auf ebenfalls 65 Jahre steigen. Zusatzrenten sind in Großbritannien weit verbreitet.

 
Leser-Kommentare
    • Lohae
    • 14.07.2010 um 22:20 Uhr

    . . . und wie sieht es bei den Beamten, Ministern usw. aus?
    . . . die sind wohl außerirdisch . . .

    http://www.badische-zeitu...

    Minister und Staatssekretäre in Baden-Württemberg müssen künftig länger auf ihre Pension warten. Das geht aus einem Kabinettsentwurf zur Neuregelung des Ministergesetzes hervor, der der Stuttgarter Zeitung vorliegt.

    Demnach werden die Altersgrenzen für den Bezug von Ruhegehalt für Mitglieder der Landesregierung um zwei Jahre angehoben. Bisher erhält ein ehemaliger Minister oder Staatssekretär frühestens mit 55 Jahren eine Pension. Voraussetzung ist eine mehr als achtjährige Amtszeit.

    Beamte bei Polizei und Berufsfeuerwehr müssen künftig länger arbeiten, bis sie in Pension gehen können. Über diesen bis zuletzt strittigen Punkt haben sich die Spitzen der CDU/FDP-Koalition geeinigt. Das Pensionsalter wird von 60 auf 62 Jahre angehoben. Damit sollen die Personalausgaben begrenzt werden. Polizisten und Feuerwehrleute konnten bisher früher in den Ruhestand gehen mit der Begründung, dass sie körperlich stärker belastet seien als andere Beamte. Der Gesetzentwurf soll nach der Sommerpause verabschiedet werden. Beide Neuregelungen sollen zum 1. Januar 2011 in Kraft treten.

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