Termiten sind wie kleine Ingenieure
Und auch Termiten könne Vorbilder sein: Zweifellos gilt auch hier, dass jedes einzelne Tier für sich genommen keine nennenswerte Intelligenz besitzt. Als Forscher die Struktur der Termitenhügel exakt studiert hatten, blieb ihnen nur ein Urteil: Dahinter steckt eine enorme Ingenieursleistung. Zum einen wegen der Struktur des Hügels an sich, zum anderen aber auch wegen der enormen Effizienz beim Ausbessern, Instandhalten und Reparieren des Hügels.
Grundlage der Fähigkeiten ist die indirekte Kommunikation der Termiten. Die Natur bietet kein besseres Beispiel für ein perfektes Netzwerk. Die Grundprinzipien eines Termitenschwarms wurde laut Miller längst um US-Geheimdienst oder auch während des Ausnahmezustandes nach Katrina in das reale Leben eingeführt.
Im Gegensatz zu Ameisen, Bienen, Termiten oder Heuschrecken steckt der Mensch stets in einer Zwickmühle: "Auf der einen Seite wollen wir zusammenarbeiten und auf der anderen wollen wir einen Vorteil für uns haben; auf der einen Seite wollen wir uns in den Dienst der Gemeinschaft stellen und auf der anderen für uns und unsere Familien sorgen", schreibt Miller. Zwar gibt der Autor zu, dass Schwärme Schattenseiten haben können wie zum Beispiel Heuschrecken. Allerdings durchzieht das Buch eine Zwischenzeile, dass Gruppenverhalten bei Tieren deutlich produktiver ist als bei Menschen. Allerdings gibt es ja Möglichkeiten zu Besserung.
Peter Millers Buch ist verständlich geschrieben und leicht zu lesen. Die Dramaturgie führt allerdings zu keinem Höhepunkt oder großer Erkenntnis. Es ist eine Ansammlung von Beispielen, liebevoll aneinandergereiht, aber mehr eben auch nicht.
Der Leser lernt, dass Führung in großen Gruppen nicht nötig ist, solange der Interaktion bestimmten Regeln folgt (Ameisen). Oder dass Gruppen dann die optimalen Entscheidungen treffen, wenn sie die Vielfalt des Wissens nutzen und ein Ideenwettbewerb stattfindet (Bienen). Man erkennt, wie viel der einzelnen leisten kann, wenn er auf der Arbeit des Anderen aufbaut (Termiten) und auf den Nachbarn achtet (Vögel). Tiere zeigen uns, dass man sich wunderbar in eine Gruppe einbringen kann, ohne seine Individualität zu verlieren.
Ein positives Alltagsbeispiel dafür ist das TV-Format "Wer wird Millionär?". Schließlich hilft der Publikumsjoker in 91 Prozent der Fälle, während die angerufenen Experten nur in 65 Prozent der Fälle richtig liegen. In Unternehmen sollte man sich nicht auf die Entscheidungen einiger weniger verlassen: Die "Menge" hat vermutlich immer die bessere Antwort.
Die Intelligenz des Schwarms von Peter Miller ist im Campus-Verlag erschienen und kostet 20,50 Euro. ISBN: ISBN 978-3-593-38942-4
(Zuerst erschienen im Handelblatt )
- Datum 31.08.2010 - 14:59 Uhr
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- Quelle Handelsblatt
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wir reduzieren unsere Gehirnleistung auf das Level von Ameisen, hoffen auf die richtigen Vorgaben von der Verhaltensingenieuren, und schon läuft alles wie geschmiert.
Ich glaube mich gruselt es.
Sie haben offensichtlich den Artikel nicht verstanden...
Sie haben offensichtlich den Artikel nicht verstanden...
Sie haben offensichtlich den Artikel nicht verstanden...
Wäre der Bericht von Ameisen verfasst,- es würde mich beeindrucken...
Dem letzten Beispiel muss ich doch widersprechen. Die angerufenen Leute sind ja wohl kaum Experten.
Ein wirklicher Experte wird meist bessere Antworten geben, weil er rationaler statt emotional entscheidet.
Desweiteren muss man bei Gruppenverhalten unterscheiden, ob sich die Gruppe direkt untereinander beeinflusst. (Eine Gruppe in einem Raum wird auch bei Einzelentscheidungen dominanter agieren, als eine Gruppe aus Einzelpersonen in mehreren Räumen.)
Enthält das Buch auch praxisnahe Ausführungen für Gruppen von Menschen? Das wäre sehr interessant, schließlich lässt sich das Ameisenmodell nicht 1 zu 1 übertragen.
deswegen gibt es ja auch typische Publikumsfragen. Wenns aber wirklich haarig wird kann man sich nicht auf diesen Joker verlassen. Einzelne begehen natürlich eher Fehler als eine Gruppe. Das heisst, würde der Telefonjoker aus einer Expertenrunde bestehen, währe die Gefahr des Irrtums um vielfaches verringert.
deswegen gibt es ja auch typische Publikumsfragen. Wenns aber wirklich haarig wird kann man sich nicht auf diesen Joker verlassen. Einzelne begehen natürlich eher Fehler als eine Gruppe. Das heisst, würde der Telefonjoker aus einer Expertenrunde bestehen, währe die Gefahr des Irrtums um vielfaches verringert.
deswegen gibt es ja auch typische Publikumsfragen. Wenns aber wirklich haarig wird kann man sich nicht auf diesen Joker verlassen. Einzelne begehen natürlich eher Fehler als eine Gruppe. Das heisst, würde der Telefonjoker aus einer Expertenrunde bestehen, währe die Gefahr des Irrtums um vielfaches verringert.
In dem Seminar Qualitätsmanagement haben wir mal einen Test durchgeführt. Leider fällt mir der Name nicht mehr ein. Er wurde wohl von der NASA entwickelt.
Ausgangssituation war dass eine Entfernung auf dem Mond (ich denke zur Raumfähre) zurückgelegt werden sollte. Nun sollte jeder ein paar Gegenstände aus einer ganzen Reihe von Dingen auswählen, welche er mitnehmen wollte. Zur Auswahl standen unter anderm Streichhölzer, ein Gummibot usw.
Es wurden Punkte nach der Nützlichkeit der eingepackten Dinge verteilt. Nach der Einzelauswahl wurden Gruppen gebildet. In diesen Gruppen wurde erneut diskutiert was mitgenommen werden sollte. Dann wurden die Ergebnisse verglichen.
Und da zeigte sich dass die Gruppenergebnisse fast immer über den individuellen Ergebnissen lagen.
... lernen!
Man schaue sich die Strukturen an: Eine Königin ( m oder f, völlig wurscht ), dann gleich die Schicht der Arbeitenden, also ein absolut flache Hierarchie. Es gibt keine Oberbiene ( ersatzweise "ameise" ), keine Vorarbeiterbiene, keine Gruppenleiterbiene, keine Abteilungsleiterbiene, keine Bereichsleiterbiene, keine Prokura-Biene, alle arbeiten, zwar mit Arbeitsteilung gemäß Können ( = Alter ), aber es gibt eben keinen Frühstücksdirektor ( die unnützen Fresser werden bei den Bienen im Herbst vor die Tür gesetzt ). Ein Ameisenstaat oder ein Bienenvolk wäre ökonomisch sofort bankrott, hätte es die gleichen Strukturen wie wir "Homo sapiens sapiens" in Militär, Verwaltung und überall sonst.
Bei Schwarminsekten gibt es auch keine Individualitaet, keine Selbstverwirklichung, keine Streiks, keine Widerworte, Keine 300 Ausbildungsberufe (sondern 3-5), keine Innovation, keine Wahlen,...
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