Karrierestrategien So machen Sie als Frau Karriere

Viele Frauen stellen sich zu Beginn des Berufslebens die Frage, wie sie Kinder und Karriere unter einen Hut bringen sollen. ZEIT ONLINE stellt drei Karrierestrategien vor.

Am Anfang des Berufslebens sind sich viele junge Frauen unsicher, wie sie ihre Karriere gestalten möchten

Am Anfang des Berufslebens sind sich viele junge Frauen unsicher, wie sie ihre Karriere gestalten möchten

Karriere im Großkonzern oder lieber ein sicherer Job und Familie? Oder erfolgreich selbständig sein? Frauen können heute frei wählen, wie sie arbeiten und leben wollen. "Früher oder später fügt sich das von ganz alleine", sagt die Hamburger Unternehmensberaterin Maren Lehky. ZEIT ONLINE skizziert drei Karrierestrategien für junge Frauen.

Ich möchte Dax-Vorstand werden

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Wo arbeiten?

Insgesamt beschäftigen die 30 Dax-Konzerne 184 Vorstände, darunter bis heute nur vier Frauen . Siemens immerhin hat mit Barbara Kux und Brigitte Ederer zwei Top-Managerinnen in seiner achtköpfigen Führungsriege. Bei SAP hat es Angelika Dammann, beim Energieriesen E.on Regine Stachelhaus nach oben geschafft. Die Politik droht inzwischen mit der Einführung einer Frauenquote . Schon die Drohung scheint Unternehmen anzuspornen, mehr Frauen aufsteigen zu lassen. So hat die Telekom nun das Ziel : Jede dritte Position im mittleren und oberen Management soll bis Ende 2015 mit einer Frau besetzt werden. In den Großkonzernen wächst also die Sensibilität fürs Thema.

Wie komme ich in den Vorstand?

Für alle Branchen gilt: Mindestens eine Fremdsprache muss man perfekt beherrschen. "Wer etwas 'Schönes', also beispielsweise Kunstgeschichte, studiert hat, sollte danach unbedingt einen MBA machen, um sich das nötige Managementwissen anzueignen", empfiehlt Beraterin Lehky. Karriere-Orientierten empfiehlt sie überdies, sich früh einen Job in einem Großkonzern zu suchen, "idealerweise als Assistenz des Geschäftsführers". Nach drei bis fünf Jahren sollte man eine erste Führungsposition innehaben. Ferner dürften Frauen vor allem eines nicht vergessen: das Netzwerken . Lehky: "Wenn Frauen die Wahl haben zwischen Noch-schnell-etwas-wegarbeiten und einem Stehempfang, entscheiden sie sich meistens fürs Arbeiten." Das sei strategisch genau falsch.

Welche Eigenschaften brauche ich?

Selbstbewusstsein. Durchsetzungsstärke. Den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Und die Fähigkeit, Kritik nicht persönlich zu nehmen . Zudem erwarten Frauen zu oft, entdeckt zu werden. "Sie müssen aber lernen, ihre Ansprüche zu formulieren", sagt Lehky. Ohnehin sei es wichtig, stets Klartext zu reden. "Dass der Andere ja eigentlich wissen müsste, was er falsch gemacht hat – dieses Kommunikationsgebaren funktioniert schon in einer Partnerschaft nicht. Also: Sagen, was Sache ist! " Und: Frauen sollten nicht zu viel von sich verlangen. "Manche Frauen in Top-Positionen leisten sich noch nicht mal eine Haushaltshilfe, weil sie sich beweisen wollen, dass sie das auch noch schaffen." Frauen, die Karriere machen wollen, müssten lernen, sich zu entlasten und ihr Ziel fester ins Visier nehmen. "Da bleibt links und rechts eben mal etwas liegen. Man kann nicht für jeden Kindergeburtstag Törtchen backen, gekaufter Kuchen tut’s auch."

Die Schattenseiten?

Man braucht ein dickes Fell. Und das fängt schon im Bekanntenkreis an. "Wenn man sagt: 'Ich will Karriere machen' halten einen ja alle für bedauernswert", weiß Lehky. Aber davon dürfe man sich nicht irritieren lassen. Ohnehin würde die Luft umso dünner, je weiter man hochkomme. Aufsteigerinnen müssen einfach mit Neidern umgehen lernen .

Die Vorteile?

Endlich oben angekommen, darf man sich das Gefühl großer Genugtuung gönnen. Aber nur kurz! Nun geht es darum, den gewonnen Spielraum zu nutzen und das Unternehmen zu prägen. Dieses Mitgestaltungsrecht wird sich auch in Form einer Platin-Kreditkarte auszahlen: Im Schnitt hat ein Dax-Vorstand 2009 rund 2,4 Millionen Euro verdient. Ein solches Gehalt bringt übrigens auch die Chance auf ein langes Leben: "Frauen, die zu den oberen zehn Prozent der Verdiener gehören, leben etwa drei Jahre länger als Frauen aus den niedrigsten zehn Prozent", sagt Friedrich Breyer, Wirtschaftsprofessor an der Uni Konstanz. Er hat den Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Einkommen von Frauen erforscht. 

Ich möchte Sicherheit, geregelte Arbeitszeiten – und Kinder

Wo arbeiten?

Zum Beispiel im öffentlichen Dienst, also etwa in Ämtern oder Verwaltungen. In vielen Bundesländern werden auch Lehrer verbeamtet. Laut dem Deutschen Beamtenbund beschäftigt der öffentliche Dienst derzeit etwa 4,5 Millionen Mitarbeiter. Davon sind aber nicht alle verbeamtet; rund 2,7 Millionen sind "normale" Angestellte. Für Frauen, denen von vornherein klar ist, dass sie auf geregelte Arbeitszeiten Wert legen, dürfte der öffentliche Sektor recht interessant sein.

Wie komme ich dahin?

Hier gibt es kein Patentrezept, da die möglichen Jobs sehr verschieden sind. Ob nun Ausbildung oder Studium – das hängt schlichtweg von den eigenen Fähigkeiten und der angestrebten Tätigkeit ab. Wer Lehrer werden will , muss natürlich studieren. Im öffentlichen Dienst gibt es Berufe wie "Verwaltungsfachangestellter" oder "Fachangestellter für Bürokommunikation", die man durch eine Ausbildung erlernen kann. Eine sowohl praktische als auch theoretische Vorbereitung auf Behörden-Jobs bieten die verschiedenen Fachhochschulen für Verwaltung an; hier werden Anwärter für eine gehobene Beamten-Laufbahn ausgebildet. Egal, in welche Richtung es geht – wie überall, sollte man seinen Job natürlich gerne und gut machen. Das erhöht ganz zweifellos die Chancen, irgendwo Fuß zu fassen.

Welche Eigenschaften brauche ich?

"Man muss damit klarkommen, Befehlsempfänger zu sein", so die Leipziger Personalberaterin Andrea Anders. Denn man habe nur selten Gelegenheit, Strukturen zu verändern und aktiv mitzugestalten. Wer einen solchen Job in Teilzeit ausübt, ergänzt Coach Maren Lehky, müsse sich zudem noch ein dickes Fell zulegen. Denn in allen Arbeitsteams wachse der Druck. Leuten, die um 14 Uhr gehen müssen, werde oft nicht allzu viel Verständnis entgegengebracht. Trotzdem kann man in vielen dieser Berufe im Kleinen einiges bewirken: Lehrer können zum Beispiel jahrzehntelang nach Schema F unterrichten oder sich eben immer wieder Neues einfallen lassen. Es ist also immer wieder die eigene Kreativität gefragt.

Die Schattenseiten?

Wie viele Angestellte kann man sich über Aufgaben vom Chef ärgern, die man für hirnrissig hält. Natürlich muss man nicht alles mit sich machen lassen, aber die Möglichkeiten der Einflussnahme sind oft gering. Außerdem sollte man mit dem regelmäßigen Wechsel von Vorgesetzten umzugehen und sich stets neu darauf einzustellen wissen. Wer in einer Verwaltung arbeitet, wird sich vielleicht auch mal über das Fehlen spannender Dienstreisen ins Ausland beklagen. Andrea Anders: "Man hat aber oft die Möglichkeit, auch innerhalb seines Arbeitsbereichs kreativ zu sein und so für Abwechslung zu sorgen."

Die Vorteile?

Vor allem Sicherheit. Natürlich ist heute kaum einer vor einer Kündigung geschützt. Als Angestellter kann man aber mit einem festen Einkommen rechnen, oft mit Urlaubs- und Krankengeld, bei Beamten fließt auch regelmäßig Geld in die Pensionskasse. Und Zeit für die Familie lässt sich als Angestellter oft leichter finden, als wenn man dem Ziel hinterherhechelt, Dax-Vorstand zu werden.

Ich möchte als Selbstständige Erfolg haben

Wo arbeiten?

Daheim im Wohnzimmer oder auf der Terrasse. Wer Leute um sich herum braucht, kann sich in einer Bürogemeinschaft einmieten ; das vermittelt zudem den Eindruck eines "geregelten Arbeitslebens", weil man dort nicht den ganzen Tag im Schlafanzug vorm Computer hocken kann. Freiberuflich arbeiten beispielsweise Anwälte und Architekten sowie Journalisten, Künstler, Psychologen oder Ärzte. Die Formen der Selbständigkeit sind natürlich je nach Branche sehr unterschiedlich. Dank Internet war es aber gerade für "Kopfarbeiter" nie so einfach wie jetzt, sich selbständig zu machen. Und Fakt ist: Die Zahl der Freiberufler steigt. Am 1. Januar dieses Jahres waren laut Bundesverband der Freien Berufe 1,11 Millionen selbständige Freiberufler in Deutschland gemeldet und damit 5,8 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen geleistet: Für neun Monate gibt es den Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Danach können Gründer für sechs weitere Monate 300 Euro für ihre soziale Absicherung bekommen – jedoch nur, wenn sie mit ihrem Unternehmen Einnahmen erzielt haben. Anspruch auf den Gründungszuschuss haben alle, die bis zur Gründung noch mindestens 90 Tage Arbeitlosengeld I bekommen hätten.

Einstiegsgeld

Wer vor seiner Gründung Arbeitslosengeld II bezogen hat, bekommt das sogenannte Einstiegsgeld. Über die Genehmigung entscheidet der Arbeitsberater. Die Höhe wird nach der monatlichen Regelleistung des Arbeitslosengeld II berechnet.

Wie komme ich dahin?

Für einen Arzt gestaltet sich der Weg bis zum Ich-Unternehmen natürlich ganz anders als für einen Werbetexter. Für alle gilt aber: Neben dem Studium Praxiserfahrung sammeln – und am besten auch noch hinterher! Denn kaum einer wagt diesen Schritt unmittelbar nach der Ausbildung. Wichtig ist es, früh Kontakte zu knüpfen und diese auch zu pflegen; jeder kann schließlich ein potenzieller Kunde sein. Nicht zuletzt ist eine durchdachte Geschäftsidee gefragt und idealerweise ein Auftrag noch vor Beginn der eigentlichen Selbstständigkeit. Existenzgründer werden beispielsweise von der Arbeitsagentur ("Gründungszuschuss") unterstützt .

Welche Eigenschaften brauche ich?

Unbedingt Risikobereitschaft und die Disziplin, auch zu arbeiten, wenn kein Chef einem regelmäßig in den Hintern tritt. "Bei Freiberuflern sind Kontaktfreude und ein sympathisches Auftreten besonders wichtig", ergänzt Personalberaterin Andrea Anders, die auch als Selbständige unterwegs ist. "Man sollte sich gezielt Zeit fürs Netzwerken nehmen", rät sie. Dass Frauen sich und ihren Wert oft zu schlecht verkaufen, sei überdies ungünstig. "Man muss verhandeln können und überzeugend das Honorar verlangen, dass der eigenen Arbeit auch angemessen ist." An sich seien Frauen für ein Selbständigen-Dasein aber gut geeignet, weil sie sich in Kunden und deren Wünsche meist gut hineinfühlen könnten. Anders sieht aber auch eine Gefahr: " Frauen übernehmen sich oft . Also aufpassen und auch mal Aufträge ablehnen, wenn’s nicht passt oder zu viel wird!"

Die Schattenseiten?

Man ist sein eigener Chef und trägt somit auch die Verantwortung für sich selbst. Selbständige haben keine festen 30 Tage Urlaub, und wenn sie welchen machen, kommt in dieser Zeit kein Geld rein. Auch bei Krankheit gibt es keinen Kollegen, der einen vertritt. Ganz wichtig ist es also, sich gleich zu Beginn um einen umfassenden Versicherungsschutz zu kümmern . Ein weiterer Nachteil kann die finanzielle Unsicherheit sein: Den einen Monat verdient man gut, im nächsten nichts. Freiberufler müssen schnell Rücklagen bilden, um auch in mauen Monaten über die Runden zu kommen. Und noch etwas sollte man nicht aus den Augen verlieren: die eigene Weiterbildung. Auch um Schulungen, die einen voranbringen, muss man sich selbst bemühen.

Die Vorteile?

Wer sich ungern unterordnet, dafür gut organisiert und zuverlässig ist und eine tragende Geschäftsidee hat, für den ist diese Arbeitsweise perfekt. Denn zumindest theoretisch sind die Verdienstmöglichkeiten nach oben hin offen. Zudem erlaubt die Selbständigkeit eine flexiblere Zeiteinteilung, sodass es möglich ist, ein Kind um 14 Uhr aus dem Kindergarten abzuholen – oder bei tollem Wetter ins Schwimmbad zu gehen und dann einfach abends zu arbeiten.

 
Leser-Kommentare
    • alkyl
    • 03.09.2010 um 10:18 Uhr

    Eine Vorstandskarriere im Dax-Unternehmen dem gehobenen Dienst gegenüberzustellen ist schon cool. Selbst im höheren Dienst, sogar als Staatssekretärin, Ministerin oder Bundeskanzlerin sind über zwei Millionen im Jahr nicht zu erreichen. Die gibt es im öffentlichen Dienst nicht einmal für ein ganzes Berufsleben.

    Den gehobenen Dienst wird auch niemand ernsthaft als Karriere bezeichnen wollen. Und für den höheren Dienst fehlt der Karriere noch der entscheidende Hinweis: das richtige Parteibuch! Sonst endet die "Karriere" nach der zweiten Beförderung.

  1. der "Aufsteigerin" in wahre Verhältnisse:
    "Da bleibt links und rechts was liegen..." Klar: die Kinder
    "Man braucht ein dickes Fell.. die Luft wird dünner": Freunde braucht man nicht.
    Wenn man zu den oberen 10% der Verdiener gehört lebt man drei Jahr länger als die da unten: "Hurra ich werde 85 anstatt 82"
    Mit Verlaub: Das ist krank.
    Wer als Mann oder Frau sein Leben einer Karriere in einem Unternhemen unterwirft geht am Ende meist leer aus- da die Posten die es zu erlangen gibt rar sind. Das System funktioniert einfach: 1000 arbeiten mehr als sie arbeiten müssten, lassen sich demütigen, unterwerfen ihr Leben der "Karriere" und einer wird dann Vorstand. Tolles System für die Dummen.
    Mit 50 werden dann die restlich 999 aussortiert.
    Ich schreibe dies nicht weil ich Angst vor der weiblichn Konkurrenz hätte, sondern weil vor diesem Weg nicht genug gewarnt werden kann-
    Oh ihr Frauen, seit doch nicht so blöd wie viele Männer.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. wo denn hier das "Frauenspezifische" ist. Zudem wird das Wort "Karriere" mal wieder ad absurdum geführt.

  3. Im Grunde genommen ist es eine allgemeine Berufsorientierungsberatung, die für Männer ebenso gilt und auch für Männer so durchgeführt wird.

    Der einzige Unterschied - und das macht den geneigten Leser schon wieder missvergnügt - ist der, dass Männern immer als oberste Priorität eingeschärft wird, stets und in jeder Situation wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

    Bei Frauen scheint man diese Notwendigkeit nicht zu sehen. Ob Dachs oder Angestellte oder Beamtin - der Hinweis ist immer nur: Da kriegste was. Einzig bei den Selbständigen wird, wenn auch nur am Rande, darauf hingewiesen, dass die Arbeit, die man leistet, von jemandem bezahlt werden muss.

  4. Der Begriff "Karriere" ist ein schillernder.
    Er wird inflationär verwendet und dient dazu der profanen Berufswelt etwas Glanz zu verleihen. Das Wort "Karriere" versprüht eine Aura von großer Welt, Reichtum und Bedeutung.
    Wer "Karriere" gemacht hat gehört irgendwie dazu.
    Mit "Karriereversprechen" werden Arbeitnehmer manipuliert.
    Aber was ist denn nun Karriere?
    Keiner kann es sagen.
    Hat jemand mit hohem eEnkommen Karriere gemacht ?
    Also zum Beispiel auch ein Frittenbudenbesitzer der 5000 pro Monat Euro einnimmt (die gibts!)?
    Oder gehört dazu auch eine Position? Also zb eine Abteilungsleitung? Sofern man dies bejaht ergibt sich aber sofort wieder die Frage: Abteilungsleiter bei einem 50 Mann Betrieb- ist das schon Karriere= oder muss es ein Konzern sein?
    Wie sieht es im öffentlichen Dienst aus?: Gehts nach Besoldungsruppe (Karriere ab A13 ?) oder nach Amtsbezeichnung: Ministerialrat? Hat man schon Karriere gemacht wenn man Richter ist- oder erst wenn man zum BGH berufen wird?
    Etc.Etc.
    Ohne Definition kann der Begriff seriös nicht verwendet werden. Aber das Wort Karriere hat schon eine so lange Karriere hinter sich, dass es auch weiterhin munter durch die Gazetten geistern wird.

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    Berufe wie Lehrer und Verwaltungsangestellter dazuzuzählen. Ich halt's für möglich, dass sich die meisten Angehörigen dieses Standes (denen ich grundsätzlich keinen niedrigeren Respekt entgegenbringe) kaputt lachen würden, wenn man sie mit dem Begriff versehen werden. Diejenigen unter ihnen, die "Karriere machen" in dem sie einen Vorsitz übernehmen, dürften zeitlich wiederum ähnliche Probleme mit der Familienvereinbarkeit haben, wie jene, die in der freien Wirtschaft aufstreben wollen.

    Berufe wie Lehrer und Verwaltungsangestellter dazuzuzählen. Ich halt's für möglich, dass sich die meisten Angehörigen dieses Standes (denen ich grundsätzlich keinen niedrigeren Respekt entgegenbringe) kaputt lachen würden, wenn man sie mit dem Begriff versehen werden. Diejenigen unter ihnen, die "Karriere machen" in dem sie einen Vorsitz übernehmen, dürften zeitlich wiederum ähnliche Probleme mit der Familienvereinbarkeit haben, wie jene, die in der freien Wirtschaft aufstreben wollen.

  5. "Karriereplanung" kann man in der heutigen Zeit eh komplett abhaken. Wie komme ich in den Vorstand: So funktioniert's. Lächerlich!

    Mit zunehmendem Alter fragt man sich auch: Ist es den Preis wert? Wird Loyalität belohnt? Ganz klar: Den Preis, den viele Karrieristen bezahlen, ist zu hoch. Nehmen Sie meinen Bekannten G.: Ingenieur, MBA, Auslandserfahrung, im Vertrieb eines Riesen-Konzerns tätig. Hat Karriere gemacht und ist zum weltweiten Vertriebschef aufgestiegen. Toll, oder? Der Preis dafür: Kaputte Ehe, kaputte Psyche, kaputte Gesundheit. Heute ist er (im selben Konzern) Produktmanager, alleinerziehender Vater und Karriere war mal.

    Und loyale Arbeitgeber gibt es nicht mehr. Jeder gilt als ersetzbar. Und Karriere kann amn noch so schön planen! Dann kommt eines Tages einer, der kauft meinen Arbeitgeber und entlässt erstmal 10% der Belegschaft. da ist egal, wie gut Sie Ihren Job gemacht haben. Wenn Ihre Abteilung entbehrlich scheint, heisst es "Tschüß".

    Karriere wird vielmehr davon bestimmt, wie gut Sie im Unternehmen vernetzt sind, wie gut Sie an Infos kommen, wie flexibel Sie sind und wie schnell Sie Trends erkennen.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Berufe wie Lehrer und Verwaltungsangestellter dazuzuzählen. Ich halt's für möglich, dass sich die meisten Angehörigen dieses Standes (denen ich grundsätzlich keinen niedrigeren Respekt entgegenbringe) kaputt lachen würden, wenn man sie mit dem Begriff versehen werden. Diejenigen unter ihnen, die "Karriere machen" in dem sie einen Vorsitz übernehmen, dürften zeitlich wiederum ähnliche Probleme mit der Familienvereinbarkeit haben, wie jene, die in der freien Wirtschaft aufstreben wollen.

    Antwort auf "Genau Dodge this"
  7. Mit dem Fahrstuhl natürlich :-)).

    Ich stelle fest, in punkto Berufsberatung ist Deutschland noch genau die gleiche Wüste, wie vor 25 Jahren.

    Wie komme ich in den Dax-Vorstand?

    Durch harte Arbeit, Grabenkämpfe, Mobbing, Existenz- und Versagensängste, durch Networking und Trau-Schau-Wem, durch regelmäßige Fortbildung und Rücksichtslosigkeit...

    ...und letztlich viel Glück, wenn man es denn so nennen will.

    Denn wie sagte doch dereinst unser aller Sarrazin in etwa: Ich habe durchaus schon mäßig begabte Menschen getroffen, die es ziemlich weit gebracht haben.

    Das Berufsleben, insbesondere das Karriereleben, ist weder fair noch logisch noch konsequent. Es ist abhängig von vielen Dingen, noch nicht einmal die fachlichen Qualitäten berücksichtigt. Denn gerade diejenigen, die wirklich Ahnung haben, werden gern beiseite gedrängt von denjenigen, die das bessere Netzwerk, unschöner ausgedrückt, das bessere Vitamin B haben.

    Wenn ein Berufsberater einer meiner Kinder solchen Müll mit auf den Weg geben würde, würde ich ihm seine Berufsberatungsfibel eigenhändig um die Ohren donnern. Ich habe noch nie so einen wirklichkeitsfremden Unfug gelesen und gehört.

    Doch, gehört habe ich schon mal sowas. Damals sagte mein Berufsberater zu mir: Werd doch Sekretärin, dann lernst du die ganzen Bosse kennen und kannst mit denen essen gehen.

    rofl!!!!

    Ich nehme an, dieser Mensch genießt gerade seine "verdiente" Pension für ein langes und hartes Berufleben in Konkurrenz-Quarantäne der Beamteninsel

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