Sie heißen Rosentraum, Metallic-Velvet-Zylinder oder Schatz der Mayas und dabei handelt es sich nicht um funkelnde Edelsteine – zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Träger der klangvollen Namen sind die Pralinen und Schokoladen, die Daniel Schröter in seiner Chocolaterie und Patisserie in Bremen herstellt.

"Geschmack und Aussehen sind bei der Pralinen- und Schokoladenherstellung gleich wichtig", sagt der Schokoladenhersteller, der seinen Beruf nicht als reinen Handwerksberuf betrachtet, sondern vielmehr als den eines Künstlers . "Die Kreation des Geschmacks ist sehr wichtig. Einige Produkte werden beispielsweise so entwickelt, dass die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, etwa erst süß und dann scharf, im Mund hintereinander geschmeckt werden", sagt Schröter. Ein ausgeprägter Geschmackssinn ist daher unerlässlich. "Während der Ausbildung entwickeln sich die Geschmackssinne weiter. Man lernt beispielsweise hochwertige von nicht so hochwertigen Materialien zu unterscheiden", erzählt Schröter.

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Die Ausbildung ist im Gegensatz zum Konditor, der Desserts und Törtchen herstellt, aber nicht staatlich geregelt. Anders übrigens als in Belgien und Frankreich, wo Chocolatiers ein anerkannter Handwerksberuf ist. Wer also die Kunst der Pralinenherstellung in Deutschland erlernen möchte, macht zunächst eine Ausbildung zum Konditor oder zur Fachkraft für Süßwarentechnik für die industrielle Produktion von Süßwaren. Danach kann man sich bei einigen Privatpersonen und an speziellen Schulen zum Chocolatier weiterbilden lassen.

Kreativität und Experimentierfreudigkeit sind für den Beruf unbedingte Voraussetzung. "Bis ein neues Produkt aber ausgereift und geschmacklich wirklich rund ist, kann es schon mal mehrere Wochen dauern", sagt Schröter. Derzeit ist die Kombination mehrerer Geschmacksrichtungen in Mode – zum Beispiel Pfeffer mit Erdbeercreme oder Karamell im Schokoladen-Salzmantel. "Das Grundprodukt darf nicht verloren gehen. Der Kunde soll immer noch eine Praline im Mund haben."

Chocolatiers setzen bei der Herstellung überwiegend auf Handarbeit, Maschinen kommen so gut wie nicht zum Einsatz. Sämtliche Arbeitsschritte, von der Auswahl der Kakaobohnen, der Zubereitung der Schokolade, dem Gießen der Schokolade bis zur Verzierung liegen in der Hand der Schokoladenkünstler. "Die Handarbeit ist das Besondere", sagt Schröter.

Für manchen mag das Besondere schon der tägliche Umgang mit Schokolade sein. Aber werden die Chocolatiers der süßen Kalorienbomben nicht irgendwann überdrüssig? "Von einer guten Schokolade oder Praline kann man nie genug bekommen", verneint der Bremer Schokoladenkünstler und lacht.

Doch nicht alles ist süß. "Die Arbeit kann stressig sein. Als Chocolatier muss man an ja vor allem an Ostern und den Weihnachtsfeiertagen ran", sagt Schröter. Dafür ist der Verdienst gut: Je nach Erfahrung liegt dieser bei bis zu 3000 Euro. Viele arbeiten eigentlich als Konditor oder betreiben ihr eigenes, kleines Schokoladengeschäft. Und wie sind die Berufssaussichten? "Bestens. Der Beruf ist selten, wird aber bestimmt nicht aussterben. Gute Chocolatiers werden immer gesucht", sagt Schröter, " Schokolade wird doch immer gern gegessen ."

  • Gehalt: 2500 bis 3000 Euro brutto
  • Arbeitszeit: variiert, je nach Saison
  • Ausbildung: Weiterbildung/Fortbildung