Unternehmensführung "Anerkennung motiviert stärker als ein Bonus"
Wer Mitarbeiter ernst nimmt und einbezieht, spornt sie zu Höchstleistungen an und schafft Besonderes, sagt Wirtschaftspsychologe Rüdiger Hossiep. Boni können das nicht.
© Scott Barbour/Getty Images

Gratifikationen motivieren. Ebenso wichtig für die Mitarbeitermotivation sind ein angenehmes Betriebsklima und Wertschätzung
ZEIT ONLINE: Nicht nur Banken zahlen Boni, auch andere Unternehmen, etwa aus dem Handel, treiben ihre Mitarbeiter dadurch an. Das Prinzip: Wer mehr leistet, erhält mehr Lohn. Warum soll das grundsätzlich schlecht sein?
Rüdiger Hossiep: Boni lassen die Mitarbeiter häufig das Falsche tun . Das kann den Kunden schaden, etwa wenn Banken ihren Vertriebsmitarbeitern eine Provision für den Verkauf von Fondsanteilen oder Versicherungspolicen gewähren, die der Sparer gar nicht braucht. Es kann aber auch zum Nachteil der Unternehmen sein. Manche Baumärkte beispielsweise gewähren ihren Abteilungsleitern Boni, die abhängig sind vom Umsatz im Verhältnis zur Verkaufsfläche. Erst einmal klingt das plausibel: Wer viel verkauft, bekommt viel Geld, aber weil eine Abteilung mit wenig Verkaufsfläche gar nicht so viel verkaufen kann wie ein größerer Bereich, wird der Bonus damit in Beziehung gesetzt. Tatsächlich ist die Wirkung aber ganz anders als erhofft. Die Abteilungen haben ihre Verkaufsflächen verkleinert, riesige Warteflächen eingerichtet oder Ware nach draußen vor den Eingang gestellt. Relativ zur kleineren Fläche stieg der Umsatz; also wurden dicke Boni gezahlt. Der Gesamtumsatz aber ging zurück. Wir wissen seit 20 Jahren, dass Bonussysteme solche Fehlanreize auslösen.
ZEIT ONLINE: Vielleicht müsste man sie nur richtig gestalten, um Fehlanreize zu verhindern.

ist Wirtschaftspsychologe und Dozent an der Ruhr-Universität Bochum, spezialisiert auf Auswahlverfahren und Führungsverhaltensmodifikation
Hossiep: Das wird schnell viel zu kompliziert. Ich hatte vor einiger Zeit mit einer großen Versicherung zu tun, die ein bestimmtes variables Vergütungssystem in ihr gesamtes Bonus- und Kompetenzbeurteilungssystem integrieren wollte. Das ganze war furchtbar kompliziert, ein Riesenaufwand für alle Beteiligten. Ich habe vorgeschlagen, alles abzuschaffen und ein neues Verfahren einzuführen, das etwa fünf Prozent des Gesamtaufwands verursacht hätte. Aber in dem Unternehmen verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit mehreren Jahren über das bestehende System, die Ausnahmen und Einzelfallregelungen sind in diesem Prozess langsam gewachsen. Die Leute merken zwar, dass das Ganze nicht funktioniert, aber das ist wie mit dem deutschen Steuerrecht: Sie kommen aus der Sache nicht mehr heraus.
ZEIT ONLINE: Aber wie soll es funktionieren, dass ein Unternehmen Zielvereinbarungen mit seinen Mitarbeitern abschließt, ohne das Erfüllen der Ziele zu entlohnen ?
Hossiep: Die besten Dinge im Leben kosten nichts. Die reine Anerkennung kann stärker motivieren als ein Bonus. Ich weiß von einem großen Energieversorger, der seit zwei Jahren die Zielvereinbarungen abgekoppelt hat vom Entgelt der Mitarbeiter. Es klappt.
ZEIT ONLINE: Als Wirtschaftspsychologe befragen Sie Mitarbeiter von Finanzdienstleistern und anderen Unternehmen in standardisierten Tests danach, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitsplatz sind. Ihre These, dass Anerkennung der beste Lohn ist, könnte von den Ergebnissen untermauert werden, die eine schwäbische Raiffeisenbank im Test erzielte. Was ist das Besondere dieser Bank?

Sie zahlt ihren Angestellten keine Provisionen und gibt keine Ziele vor. Dennoch macht sie Gewinne. Ein Unternehmensporträt
Hossiep: Das war die Raiffeisenbank in Ichenhausen, die tatsächlich völlig außergewöhnlich abgeschnitten hat. Unter den mehr als 100 Unternehmen, die wir bislang untersucht haben, habe ich nie ein auch nur annähernd so gutes Ergebnis gefunden. Die Bank wird von ihren Mitarbeitern in allen Bereichen als überdurchschnittlich gut bewertet: Das Verhalten der Vorgesetzten wird gelobt, die Motivation der Belegschaft ist hoch, die Kommunikations- und Entscheidungswege gelten als vorbildlich. Es herrscht ein Geist der Freundlichkeit und Zugewandtheit im Umgang mit sich und anderen, das kann man auch spüren, wenn man die Bank besucht. Die Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen und anerkannt – deshalb sind sie auch besonders zufrieden mit den Dingen, um die es in ihrem Institut objektiv betrachtet schlechter bestellt ist als anderswo, zum Beispiel mit ihren Aufstiegschancen. So gut wie niemand will diese Bank verlassen.
ZEIT ONLINE: Die Geschäfte laufen nicht zwangsläufig gut, wenn alle sich besonders wohlfühlen.
- Datum 03.09.2010 - 14:36 Uhr
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Der gute Mann sagt im Klartext:
Die Löhne müssen nicht erhöht werden, weil das die Motivation verdirbt.
Da haben sie vollkommen Recht (erhobener Zeigefinger)!
Wie war das noch gleich mit der Lesekompetenz???
Oder hat er vielleicht sogar gesagt, dass Gehalt generell die Motivation verdirbt oder den Charakter oder dass die motiviertesten Mitarbeiter die sind, die Geld mitbringen oder hat er vielleicht gar nicht über Lohn gesprochen, sondern über irgend was ganz anderes? Es ist doch gut, wenn einem jemand diese komplizierten Beiträge übersetzt.
Aber Herr Hossiep wird als allerletztes das Ziel haben durch Populismus auf sich aufmerksam machen. Allein die Entwicklung des Bochumer Inventars zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung ist ein von ihm entwickeltes Verfahren das eine sehr hohe Anerkennung im eignungsdiagnostischen Sektor genießt, der Mann wird also wissen wovon er redet.
Da haben sie vollkommen Recht (erhobener Zeigefinger)!
Wie war das noch gleich mit der Lesekompetenz???
Oder hat er vielleicht sogar gesagt, dass Gehalt generell die Motivation verdirbt oder den Charakter oder dass die motiviertesten Mitarbeiter die sind, die Geld mitbringen oder hat er vielleicht gar nicht über Lohn gesprochen, sondern über irgend was ganz anderes? Es ist doch gut, wenn einem jemand diese komplizierten Beiträge übersetzt.
Aber Herr Hossiep wird als allerletztes das Ziel haben durch Populismus auf sich aufmerksam machen. Allein die Entwicklung des Bochumer Inventars zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung ist ein von ihm entwickeltes Verfahren das eine sehr hohe Anerkennung im eignungsdiagnostischen Sektor genießt, der Mann wird also wissen wovon er redet.
Da haben sie vollkommen Recht (erhobener Zeigefinger)!
Wie war das noch gleich mit der Lesekompetenz???
Glauben Sie, dass diese Argumentation nur bei Bonus-Bankern eingesetzt wird.
Naja, erfahrener Simpsons-Schauer halt...
Glauben Sie, dass diese Argumentation nur bei Bonus-Bankern eingesetzt wird.
Naja, erfahrener Simpsons-Schauer halt...
Glauben Sie, dass diese Argumentation nur bei Bonus-Bankern eingesetzt wird.
Naja, erfahrener Simpsons-Schauer halt...
Es geht um variable Lohnanteile, die so genannten Boni. Er vertritt die These, welche - so viel kann ich ihnen verraten - unter Arbeitspsychologen seit Jahrzehnten unumstritten ist, dass diese weit weniger motivieren, als z.B. gutes Arbeitsklima, Anerkennung der Arbeit etc...
Mehr sagt er nicht und es handelt sich nicht um Lohnkürzungen, wie sie dem Text unschwer entnehmen können, da er Beispiele mit höheren Fixgehältern anführt. Um es noch einmal ganz klar zu machen. Schlechtes Bsp.: Fixgehalt 60.000 € im Jahr, Motivation über Boni z.B. in Aktien 1000 Aktien zum Vorzugspreis von 20 €, aktueller Wert der Aktien 25 €, Jahresende durch Personalkosten drücken 30 €, Boni beträgt 10.000 € (Ziel des Arbeitnehmers kurzfristige Gewinnmaximierung). Gutes Beispiel Fixgehalt 70.000 €, kein Boni, aber Motivation durch Annahme von Vorschlägen und Verbesserungen, Anerkennung bei Erfolg der Maßnahmen (Ziel des Arbeitnehmers langfristige Verbesserung der Unternehmenssituation. Sie werden es nicht glauben, aber Lob kann abhängig machen und der Arbeitnehmer freut sich über seine sinnvolle Tätigkeit und versucht es ständig besser zu machen.
weiter in Teil 2...
Ein weiteres Problem ist die Komplexität von leistungsabhängiger Bezahlung, wie es im Artikel anklingt. Meine Beispiel waren einfach, in der Realität gibt es eine Vielzahl von Zielvorgaben quantitativ und da wird es meist lustig qualitativ, so das am Ende das System mehr Zeit frisst, als Verbesserungen schafft und meist so unverständlich ist wie das deutsche Steuerrecht.
Es geht um variable Lohnanteile, die so genannten Boni. Er vertritt die These, welche - so viel kann ich ihnen verraten - unter Arbeitspsychologen seit Jahrzehnten unumstritten ist, dass diese weit weniger motivieren, als z.B. gutes Arbeitsklima, Anerkennung der Arbeit etc...
Mehr sagt er nicht und es handelt sich nicht um Lohnkürzungen, wie sie dem Text unschwer entnehmen können, da er Beispiele mit höheren Fixgehältern anführt. Um es noch einmal ganz klar zu machen. Schlechtes Bsp.: Fixgehalt 60.000 € im Jahr, Motivation über Boni z.B. in Aktien 1000 Aktien zum Vorzugspreis von 20 €, aktueller Wert der Aktien 25 €, Jahresende durch Personalkosten drücken 30 €, Boni beträgt 10.000 € (Ziel des Arbeitnehmers kurzfristige Gewinnmaximierung). Gutes Beispiel Fixgehalt 70.000 €, kein Boni, aber Motivation durch Annahme von Vorschlägen und Verbesserungen, Anerkennung bei Erfolg der Maßnahmen (Ziel des Arbeitnehmers langfristige Verbesserung der Unternehmenssituation. Sie werden es nicht glauben, aber Lob kann abhängig machen und der Arbeitnehmer freut sich über seine sinnvolle Tätigkeit und versucht es ständig besser zu machen.
weiter in Teil 2...
Ein weiteres Problem ist die Komplexität von leistungsabhängiger Bezahlung, wie es im Artikel anklingt. Meine Beispiel waren einfach, in der Realität gibt es eine Vielzahl von Zielvorgaben quantitativ und da wird es meist lustig qualitativ, so das am Ende das System mehr Zeit frisst, als Verbesserungen schafft und meist so unverständlich ist wie das deutsche Steuerrecht.
Oder hat er vielleicht sogar gesagt, dass Gehalt generell die Motivation verdirbt oder den Charakter oder dass die motiviertesten Mitarbeiter die sind, die Geld mitbringen oder hat er vielleicht gar nicht über Lohn gesprochen, sondern über irgend was ganz anderes? Es ist doch gut, wenn einem jemand diese komplizierten Beiträge übersetzt.
Es geht um variable Lohnanteile, die so genannten Boni. Er vertritt die These, welche - so viel kann ich ihnen verraten - unter Arbeitspsychologen seit Jahrzehnten unumstritten ist, dass diese weit weniger motivieren, als z.B. gutes Arbeitsklima, Anerkennung der Arbeit etc...
Mehr sagt er nicht und es handelt sich nicht um Lohnkürzungen, wie sie dem Text unschwer entnehmen können, da er Beispiele mit höheren Fixgehältern anführt. Um es noch einmal ganz klar zu machen. Schlechtes Bsp.: Fixgehalt 60.000 € im Jahr, Motivation über Boni z.B. in Aktien 1000 Aktien zum Vorzugspreis von 20 €, aktueller Wert der Aktien 25 €, Jahresende durch Personalkosten drücken 30 €, Boni beträgt 10.000 € (Ziel des Arbeitnehmers kurzfristige Gewinnmaximierung). Gutes Beispiel Fixgehalt 70.000 €, kein Boni, aber Motivation durch Annahme von Vorschlägen und Verbesserungen, Anerkennung bei Erfolg der Maßnahmen (Ziel des Arbeitnehmers langfristige Verbesserung der Unternehmenssituation. Sie werden es nicht glauben, aber Lob kann abhängig machen und der Arbeitnehmer freut sich über seine sinnvolle Tätigkeit und versucht es ständig besser zu machen.
weiter in Teil 2...
Ein weiteres Problem ist die Komplexität von leistungsabhängiger Bezahlung, wie es im Artikel anklingt. Meine Beispiel waren einfach, in der Realität gibt es eine Vielzahl von Zielvorgaben quantitativ und da wird es meist lustig qualitativ, so das am Ende das System mehr Zeit frisst, als Verbesserungen schafft und meist so unverständlich ist wie das deutsche Steuerrecht.
dass mehr Geld die Motivation verdirbt. Es geht vielmehr darum dass Geld allein keine motivierten Mitarbeiter erzeugt. Motivation kann man besser stiften indem man die Leute im Unternehmen ernst nimmt und einbezieht.
Ich arbeite in einem globalen Unternehmen mit etwa 60 tausend Kollegen/innen weltweit wo genau diese Art der Mitarbeiterführung gepflegt wird. Die Atmosphäre bei uns ist hervorragend und es macht auch nach fast 10 Jahren noch Spass hier zu arbeiten.
Auch bei uns gibt es Boni, aber die sind im Wesentlichen an die Gesamtleistung des Unternehmens angekoppelt, und dank einer gut motivierten Belegschaft haben wir bisher immer den Bunus erreicht. Da muss also was dran sein.
Was der Psychologe sagt, ist das eine.
Wie das die Wirtschaftsführer für sich interpretieren, ist das andere.
Ist der Unterschied jetzt klar geworden?
@schrägoben Wenn sie meinen...
Aber glauben sie mir, dass schaffen die ganz alleine, da brauchen sie weder den Text noch den Psychologen zu.
PS: Schreiben sie doch einfach beim nächsten Mal. Alles Scheiße! Die Kapitalistenschweine (Bänkersäue - sie dürfen es sich aussuchen - ich persönlich finde ja das Zweite schöner) zocken uns sowieso ab. Dann akzeptieren sie meinen polemischen Kommentar s.o. und wir sparen uns alle ganz viel Zeit.
@schrägoben Wenn sie meinen...
Aber glauben sie mir, dass schaffen die ganz alleine, da brauchen sie weder den Text noch den Psychologen zu.
PS: Schreiben sie doch einfach beim nächsten Mal. Alles Scheiße! Die Kapitalistenschweine (Bänkersäue - sie dürfen es sich aussuchen - ich persönlich finde ja das Zweite schöner) zocken uns sowieso ab. Dann akzeptieren sie meinen polemischen Kommentar s.o. und wir sparen uns alle ganz viel Zeit.
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