Unternehmensführung "Anerkennung motiviert stärker als ein Bonus"
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 Viele Leute machen jeden Unfug mit, um schnell gute Zahlen zu liefern

Hossiep: Nein, aber ums bloße Wohlfühlen geht es auch nicht. In der Bank herrscht ein Klima, das Leistung verlangt – aber gute Leistungen werden eben durch Anerkennung und durch das gute Miteinander gefördert, nicht durch Boni. Die Fixgehälter sind in Ichenhausen höher als anderswo, aber Leistungsprämien gibt es nicht.

ZEIT ONLINE: In einer kleinen Bank wie in Ichenhausen mag das klappen. Aber ist das Prinzip auch übertragbar?

Hossiep: Ja. Es gibt genug ländliche Sparkassen und genossenschaftliche Institute, die zeigen, dass es mit Boni nicht funktioniert. Ihre Zahlen sind schlecht, sie müssen fusionieren. Oder andersherum: Die Geschäfte laufen glänzend, aber das Betriebsklima ist schlecht, die Leute sind sehr unzufrieden.

ZEIT ONLINE: Das sind kleine Banken. Was ist mit den großen?

Hossiep: Entscheidend für die Zufriedenheit der Mitarbeiter und den Erfolg der Bank ist immer der direkte Vorgesetzte, das gilt auch in Filialen von Großbanken, ob das nun die Commerzbank ist oder die Deutsche Bank.  

ZEIT ONLINE: Sie reden vom Filialgeschäft. Was ist mit den Investmentbankern, deren Boni in der Krise besonders in der Kritik standen? Die sind wohl kaum durch Anerkennung zu motivieren.

Hossiep: Im Retailbereich hat das Bankgeschäft sehr viel mit Vertrauen zu tun. Der Kunde möchte einen persönlichen Ansprechpartner haben, nicht in einem Callcenter landen, das Hunderte oder Tausende Kilometer entfernt ist. Im Investmentbanking ist die Mentalität der Leute eine völlig andere, das Geschäft ist eher angelsächsisch geprägt. Da geht es um schnellen Erfolg, darum, im Ranking der Kollegen möglichst weit oben zu stehen, um Zahlen. Mit Inhalten hat das nichts mehr zu tun. Das hängt auch mit den Mechanismen der Börse zusammen. Viele Leute machen jeden Unfug mit, weil sie schnell gute Zahlen liefern müssen. Vor Jahren dienten dem Vorstand mancher börsennotierten Banken die 14-Tages-Zahlen als Basis fürs Geschäft – heute werden die Zahlen zweimal am Tag abgerufen, obwohl die Sau vom Wiegen auch nicht fetter wird. Eine höhere Identifikation mit der Firma und bessere Leistungen erreicht man durch solche Zahlenspiele mittel- und langfristig aber nicht, im Gegenteil.

Die Fragen stellte Alexandra Endres

 
Leser-Kommentare
  1. Der gute Mann sagt im Klartext:
    Die Löhne müssen nicht erhöht werden, weil das die Motivation verdirbt.

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    • Spez
    • 03.09.2010 um 15:56 Uhr

    Da haben sie vollkommen Recht (erhobener Zeigefinger)!
    Wie war das noch gleich mit der Lesekompetenz???

    • uu
    • 03.09.2010 um 16:33 Uhr

    Oder hat er vielleicht sogar gesagt, dass Gehalt generell die Motivation verdirbt oder den Charakter oder dass die motiviertesten Mitarbeiter die sind, die Geld mitbringen oder hat er vielleicht gar nicht über Lohn gesprochen, sondern über irgend was ganz anderes? Es ist doch gut, wenn einem jemand diese komplizierten Beiträge übersetzt.

    Aber Herr Hossiep wird als allerletztes das Ziel haben durch Populismus auf sich aufmerksam machen. Allein die Entwicklung des Bochumer Inventars zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung ist ein von ihm entwickeltes Verfahren das eine sehr hohe Anerkennung im eignungsdiagnostischen Sektor genießt, der Mann wird also wissen wovon er redet.

    • Spez
    • 03.09.2010 um 15:56 Uhr

    Da haben sie vollkommen Recht (erhobener Zeigefinger)!
    Wie war das noch gleich mit der Lesekompetenz???

    • uu
    • 03.09.2010 um 16:33 Uhr

    Oder hat er vielleicht sogar gesagt, dass Gehalt generell die Motivation verdirbt oder den Charakter oder dass die motiviertesten Mitarbeiter die sind, die Geld mitbringen oder hat er vielleicht gar nicht über Lohn gesprochen, sondern über irgend was ganz anderes? Es ist doch gut, wenn einem jemand diese komplizierten Beiträge übersetzt.

    Aber Herr Hossiep wird als allerletztes das Ziel haben durch Populismus auf sich aufmerksam machen. Allein die Entwicklung des Bochumer Inventars zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung ist ein von ihm entwickeltes Verfahren das eine sehr hohe Anerkennung im eignungsdiagnostischen Sektor genießt, der Mann wird also wissen wovon er redet.

    • Spez
    • 03.09.2010 um 15:56 Uhr

    Da haben sie vollkommen Recht (erhobener Zeigefinger)!
    Wie war das noch gleich mit der Lesekompetenz???

    Antwort auf "Billiger Populismus!"
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    Glauben Sie, dass diese Argumentation nur bei Bonus-Bankern eingesetzt wird.
    Naja, erfahrener Simpsons-Schauer halt...

    Glauben Sie, dass diese Argumentation nur bei Bonus-Bankern eingesetzt wird.
    Naja, erfahrener Simpsons-Schauer halt...

  2. Glauben Sie, dass diese Argumentation nur bei Bonus-Bankern eingesetzt wird.
    Naja, erfahrener Simpsons-Schauer halt...

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    • Spez
    • 03.09.2010 um 16:41 Uhr

    Es geht um variable Lohnanteile, die so genannten Boni. Er vertritt die These, welche - so viel kann ich ihnen verraten - unter Arbeitspsychologen seit Jahrzehnten unumstritten ist, dass diese weit weniger motivieren, als z.B. gutes Arbeitsklima, Anerkennung der Arbeit etc...
    Mehr sagt er nicht und es handelt sich nicht um Lohnkürzungen, wie sie dem Text unschwer entnehmen können, da er Beispiele mit höheren Fixgehältern anführt. Um es noch einmal ganz klar zu machen. Schlechtes Bsp.: Fixgehalt 60.000 € im Jahr, Motivation über Boni z.B. in Aktien 1000 Aktien zum Vorzugspreis von 20 €, aktueller Wert der Aktien 25 €, Jahresende durch Personalkosten drücken 30 €, Boni beträgt 10.000 € (Ziel des Arbeitnehmers kurzfristige Gewinnmaximierung). Gutes Beispiel Fixgehalt 70.000 €, kein Boni, aber Motivation durch Annahme von Vorschlägen und Verbesserungen, Anerkennung bei Erfolg der Maßnahmen (Ziel des Arbeitnehmers langfristige Verbesserung der Unternehmenssituation. Sie werden es nicht glauben, aber Lob kann abhängig machen und der Arbeitnehmer freut sich über seine sinnvolle Tätigkeit und versucht es ständig besser zu machen.
    weiter in Teil 2...

    • Spez
    • 03.09.2010 um 16:41 Uhr

    Ein weiteres Problem ist die Komplexität von leistungsabhängiger Bezahlung, wie es im Artikel anklingt. Meine Beispiel waren einfach, in der Realität gibt es eine Vielzahl von Zielvorgaben quantitativ und da wird es meist lustig qualitativ, so das am Ende das System mehr Zeit frisst, als Verbesserungen schafft und meist so unverständlich ist wie das deutsche Steuerrecht.

    • Spez
    • 03.09.2010 um 16:41 Uhr

    Es geht um variable Lohnanteile, die so genannten Boni. Er vertritt die These, welche - so viel kann ich ihnen verraten - unter Arbeitspsychologen seit Jahrzehnten unumstritten ist, dass diese weit weniger motivieren, als z.B. gutes Arbeitsklima, Anerkennung der Arbeit etc...
    Mehr sagt er nicht und es handelt sich nicht um Lohnkürzungen, wie sie dem Text unschwer entnehmen können, da er Beispiele mit höheren Fixgehältern anführt. Um es noch einmal ganz klar zu machen. Schlechtes Bsp.: Fixgehalt 60.000 € im Jahr, Motivation über Boni z.B. in Aktien 1000 Aktien zum Vorzugspreis von 20 €, aktueller Wert der Aktien 25 €, Jahresende durch Personalkosten drücken 30 €, Boni beträgt 10.000 € (Ziel des Arbeitnehmers kurzfristige Gewinnmaximierung). Gutes Beispiel Fixgehalt 70.000 €, kein Boni, aber Motivation durch Annahme von Vorschlägen und Verbesserungen, Anerkennung bei Erfolg der Maßnahmen (Ziel des Arbeitnehmers langfristige Verbesserung der Unternehmenssituation. Sie werden es nicht glauben, aber Lob kann abhängig machen und der Arbeitnehmer freut sich über seine sinnvolle Tätigkeit und versucht es ständig besser zu machen.
    weiter in Teil 2...

    • Spez
    • 03.09.2010 um 16:41 Uhr

    Ein weiteres Problem ist die Komplexität von leistungsabhängiger Bezahlung, wie es im Artikel anklingt. Meine Beispiel waren einfach, in der Realität gibt es eine Vielzahl von Zielvorgaben quantitativ und da wird es meist lustig qualitativ, so das am Ende das System mehr Zeit frisst, als Verbesserungen schafft und meist so unverständlich ist wie das deutsche Steuerrecht.

    • uu
    • 03.09.2010 um 16:33 Uhr

    Oder hat er vielleicht sogar gesagt, dass Gehalt generell die Motivation verdirbt oder den Charakter oder dass die motiviertesten Mitarbeiter die sind, die Geld mitbringen oder hat er vielleicht gar nicht über Lohn gesprochen, sondern über irgend was ganz anderes? Es ist doch gut, wenn einem jemand diese komplizierten Beiträge übersetzt.

    Antwort auf "Billiger Populismus!"
    • Spez
    • 03.09.2010 um 16:41 Uhr

    Es geht um variable Lohnanteile, die so genannten Boni. Er vertritt die These, welche - so viel kann ich ihnen verraten - unter Arbeitspsychologen seit Jahrzehnten unumstritten ist, dass diese weit weniger motivieren, als z.B. gutes Arbeitsklima, Anerkennung der Arbeit etc...
    Mehr sagt er nicht und es handelt sich nicht um Lohnkürzungen, wie sie dem Text unschwer entnehmen können, da er Beispiele mit höheren Fixgehältern anführt. Um es noch einmal ganz klar zu machen. Schlechtes Bsp.: Fixgehalt 60.000 € im Jahr, Motivation über Boni z.B. in Aktien 1000 Aktien zum Vorzugspreis von 20 €, aktueller Wert der Aktien 25 €, Jahresende durch Personalkosten drücken 30 €, Boni beträgt 10.000 € (Ziel des Arbeitnehmers kurzfristige Gewinnmaximierung). Gutes Beispiel Fixgehalt 70.000 €, kein Boni, aber Motivation durch Annahme von Vorschlägen und Verbesserungen, Anerkennung bei Erfolg der Maßnahmen (Ziel des Arbeitnehmers langfristige Verbesserung der Unternehmenssituation. Sie werden es nicht glauben, aber Lob kann abhängig machen und der Arbeitnehmer freut sich über seine sinnvolle Tätigkeit und versucht es ständig besser zu machen.
    weiter in Teil 2...

    • Spez
    • 03.09.2010 um 16:41 Uhr
    6. Teil 2

    Ein weiteres Problem ist die Komplexität von leistungsabhängiger Bezahlung, wie es im Artikel anklingt. Meine Beispiel waren einfach, in der Realität gibt es eine Vielzahl von Zielvorgaben quantitativ und da wird es meist lustig qualitativ, so das am Ende das System mehr Zeit frisst, als Verbesserungen schafft und meist so unverständlich ist wie das deutsche Steuerrecht.

    • smojoe
    • 03.09.2010 um 16:55 Uhr

    dass mehr Geld die Motivation verdirbt. Es geht vielmehr darum dass Geld allein keine motivierten Mitarbeiter erzeugt. Motivation kann man besser stiften indem man die Leute im Unternehmen ernst nimmt und einbezieht.
    Ich arbeite in einem globalen Unternehmen mit etwa 60 tausend Kollegen/innen weltweit wo genau diese Art der Mitarbeiterführung gepflegt wird. Die Atmosphäre bei uns ist hervorragend und es macht auch nach fast 10 Jahren noch Spass hier zu arbeiten.
    Auch bei uns gibt es Boni, aber die sind im Wesentlichen an die Gesamtleistung des Unternehmens angekoppelt, und dank einer gut motivierten Belegschaft haben wir bisher immer den Bunus erreicht. Da muss also was dran sein.

  3. Was der Psychologe sagt, ist das eine.
    Wie das die Wirtschaftsführer für sich interpretieren, ist das andere.
    Ist der Unterschied jetzt klar geworden?

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    • Spez
    • 03.09.2010 um 17:43 Uhr

    @schrägoben Wenn sie meinen...
    Aber glauben sie mir, dass schaffen die ganz alleine, da brauchen sie weder den Text noch den Psychologen zu.

    PS: Schreiben sie doch einfach beim nächsten Mal. Alles Scheiße! Die Kapitalistenschweine (Bänkersäue - sie dürfen es sich aussuchen - ich persönlich finde ja das Zweite schöner) zocken uns sowieso ab. Dann akzeptieren sie meinen polemischen Kommentar s.o. und wir sparen uns alle ganz viel Zeit.

    • Spez
    • 03.09.2010 um 17:43 Uhr

    @schrägoben Wenn sie meinen...
    Aber glauben sie mir, dass schaffen die ganz alleine, da brauchen sie weder den Text noch den Psychologen zu.

    PS: Schreiben sie doch einfach beim nächsten Mal. Alles Scheiße! Die Kapitalistenschweine (Bänkersäue - sie dürfen es sich aussuchen - ich persönlich finde ja das Zweite schöner) zocken uns sowieso ab. Dann akzeptieren sie meinen polemischen Kommentar s.o. und wir sparen uns alle ganz viel Zeit.

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