Selbstmotivation: Wie man Tatendrang trainiert
Für Erfolg im Job braucht es vor allem Volition: Willenskraft, ein Ziel zu erreichen. Inzwischen wissen Psychologen: Der Tatendrang lässt sich gezielt trainieren.
Spaziergänge am Strand, Schwimmen im Meer, Abendessen in Restaurants: Der Juli bestand für Georg Albes vor allem aus Müßiggang. Vier Wochen lang gönnte sich der Direktor der Personalberatung Robert Half eine berufliche Auszeit , die er mit Frau und Tochter auf Mallorca verbrachte. Vor allem genoss es Albes, dort endlich einmal komplett "off" zu sein. Keine Anrufe, keine E-Mails, keine Konferenzen. Herrlich.
Inzwischen hat ihn der stressige Berufsalltag wieder – und wie. Albes verantwortet sieben der elf Niederlassungen des Unternehmens in Deutschland, er ist häufig auf Dienstreise und telefoniert viel, mindestens zehn Stunden arbeitet er täglich. Doch immer wieder mal ertappt sich Albes dabei, wie er statt auf den Bildschirm aus dem Fenster schaut und an die schönen Tage auf Mallorca denkt.
So wie Albes geht es derzeit vielen Deutschen. Sie alle laufen Gefahr, nach der Rückkehr aus dem Urlaub im Motivationsloch stecken zu bleiben – egal, ob sie die Ferien am Balkan, auf den Balearen oder Balkonien verbracht haben. "Holiday-Blues" nennen Wissenschaftler dieses Phänomen. Weit über die Hälfte aller Berufstätigen kämpft nach dem Urlaub mit solchen Anlaufschwierigkeiten.
Jeder Zweite sagte den Meinungsforschern von Forsa in einer Umfrage im vergangenen Jahr, dass die Erholung schon wenige Tage nach Arbeitsbeginn wieder verschwunden sei. Mehr noch: Elf Prozent der Beschäftigten kommen sogar depressiv ins Büro zurück , fand die New Yorker Sozialpsychologin Carin Rubenstein vor einigen Jahren in einer Studie heraus. Keine Frage, besonders die Zeit nach dem Sommerurlaub stellt harte Anforderungen an unsere Motivation. Halb schwelgen wir noch in Erinnerungen an laue Sommernächte, halb gruselt es uns schon vor dem dunklen Herbst – die Tage werden kürzer, die Temperaturen kälter, die Regengüsse stärker. Insofern beweist der deutsche Verlag des amerikanischen Bestsellerautors Daniel Pink in diesem Jahr hervorragendes Timing.
Drive: Was Sie wirklich motiviert heißt das neue Werk des Wissenschaftsjournalisten und ehemaligen Redenschreibers des US-Vizepräsidenten Al Gore. Darin widmet sich Pink vor allem drei Elementen der Motivation: "Das Geheimnis unseres persönlichen Erfolges ist das zutiefst menschliche Bedürfnis, unser Leben selbst zu bestimmen, zu lernen, Neues zu erschaffen", schreibt Pink.
Damit hat er gar nicht mal Unrecht. Aber zum Kern des Problems dringt er nicht vor. Zugegeben, Selbstbestimmung, Perfektionierung und Sinnerfüllung sind drei wichtige Antreiber. Pink widmet sich in seinem Buch jedoch hauptsächlich deren Ursachen – die konkrete Umsetzung verschweigt er. Doch genau das ist das Problem: Etwas zu wollen ist die eine Seite – es tatsächlich zu tun etwas ganz anderes. Genau diesem Phänomen haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Wissenschaftler gewidmet, unter dem Fachbegriff: Volition.
Seinen Ursprung hat der Begriff im lateinischen Wort "voluntas" (Wille). Psychologen verstehen unter Volition heute die Entschlossenheit, unsere Träume, Vorhaben und Ziele auch wirklich in die Tat umzusetzen. Das klingt vielleicht simpel. Ist es aber bei Weitem nicht.





Das nennt die Wirtschaftswoche also berufliche Auszeit, wenn jemand vier Wochen mal komplett abschaltet. Ich nenne das eher Urlaub. Einen etwas längeren zwar, aber Auszeit ist das nicht. Und dann der Rest des Artikels. Irgendwie sträuben sich bei mir gerade alle Nackenhaare. Hier geht es anscheinend nur noch um das auf Renditeoptimum getrimmte Humankapital. Alles wird dem Job geopfert, hauptsache der Einsatz stimmt und am Ende die Rendite. Wer mehr als zehn Stunden täglich arbeitet und das über einen längeren Zeitraum, kombiniert mit diversen Dienstreisen, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm irgendwann die Frau wegläuft und/oder er irgendwann ausgebrannt über der Reling hängt.
Danke, liebe Wirtschaftswoche. Ich weiß, was ich auch in Zukunft nicht lesen werde. Schon mal was von Work-Life-Balance gehört? Wahrscheinlich sträuben sich bei diesem Begriff Eure Nackenhaare.
Sie täuschen sich, Infamia. Die hier vorgestellten psychologischen Konstrukte dienen mitnichten der Optimierung des Humankapitals, sondern vielmehr der kognitiven Redefinierung der eigenen Arbeitstätigkeit.
Eine konzentrierte, unabgelenkte Arbeitstätigkeit kann Flow auslösen- bei optimaler Passung zwischen Anspruch und Fähigkeit. Entsprechend sind es schon fordernde Tätigkeiten. Und: Untersuchungen zeigen, dass die meisten Flow-Erlebnisse auf Arbeit vorkommen.
Work- Life Balance ist übrigens ein sehr ungenaues und bisher empirisch nicht bestätigtes Konstrukt. Ich persönlich halte es zudem für ungünstig, da es von einer Trennung von "Leben" und "Arbeit" ausgeht. Auch die Arbeit sollte ein bereichernder Teil des Lebens sein. Und dann wird es wieder schwierig mit dem Konstrukt ;)
Sie täuschen sich, Infamia. Die hier vorgestellten psychologischen Konstrukte dienen mitnichten der Optimierung des Humankapitals, sondern vielmehr der kognitiven Redefinierung der eigenen Arbeitstätigkeit.
Eine konzentrierte, unabgelenkte Arbeitstätigkeit kann Flow auslösen- bei optimaler Passung zwischen Anspruch und Fähigkeit. Entsprechend sind es schon fordernde Tätigkeiten. Und: Untersuchungen zeigen, dass die meisten Flow-Erlebnisse auf Arbeit vorkommen.
Work- Life Balance ist übrigens ein sehr ungenaues und bisher empirisch nicht bestätigtes Konstrukt. Ich persönlich halte es zudem für ungünstig, da es von einer Trennung von "Leben" und "Arbeit" ausgeht. Auch die Arbeit sollte ein bereichernder Teil des Lebens sein. Und dann wird es wieder schwierig mit dem Konstrukt ;)
... hat mal gesagt, wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen. Trotzdem nettes Filmchen.
...gehört ja auch einer Generation an, die die grössten Visionäre des 20. Jahrhunderts hautnah erlebt hat - und ihre Hinterlassenschaften.
GröFaZ, Stalin und Co haben bewiesen, dass die abstrusesten Visionen effektiv verfolgt werden können, wenn man nur will.
...gehört ja auch einer Generation an, die die grössten Visionäre des 20. Jahrhunderts hautnah erlebt hat - und ihre Hinterlassenschaften.
GröFaZ, Stalin und Co haben bewiesen, dass die abstrusesten Visionen effektiv verfolgt werden können, wenn man nur will.
Zitat:"In einem zweit. Test teilten die Wissenschaft. 295 Schüler in zwei Gruppen. Die eine bekam einen Vortrag über den Zusammenhang von fleißigem Lernen und erfolgreichen Berufen. Nach den unterschiedlichen Referaten bekamen beide Gruppen die Möglichkeit, Pluspunkte für das laufende Schuljahr zu sammeln, wenn sie eine freiwillige Extra-Hausaufgabe übernahmen. Von der ersten Gruppe entschieden sich achtmal mehr Schüler für die Zusatzarbeit. Die Kraft der Visionen eben."
Das mag bei Schülern noch klappen, aber nicht mehr beim Erwachsenen oder Jugendlichen der vielleicht schon hoffnungslos aufgegeben hat.
Mich stört an dem Artikel die Oberflächlichkeit der Behauptungen, denn diese kann man nur sehr speziell anwenden...mal abgesehen von dem TestUmfang...295 Schüler sprechen für 10mio andere ?
Das ist eben das Problem von solchen Statistiken, befragen sie doch einmal Schüler einer sozial benachteiligten Schule, wie etwa in Berlin-Kreuzberg oder Neukölln.
Nur durch die Vermischung verschiedenster Gruppe, kann man ein einigermaßen plausibles Ergebniss erhalten.
Aber bei 295 Testpersonen, da ist für mich absolut keine Aussagekraft dahinter.
Zum Urlaub ansich, ja 4 Wochen sind eher Urlaub. Als Bergsteiger der gerne mal etwas weiter fliegt kann ich sagen das 4 Wochen für bestimmte Touren schon knapp bemessen sind.
Man hat dann nur Zeit für den Berg und nicht für das Land. Eine Auszeit beginnt für mich bei 6-8 Wochen und drüber hinaus.
"Das mag bei Schülern noch klappen, aber nicht mehr beim Erwachsenen oder Jugendlichen der vielleicht schon hoffnungslos aufgegeben hat."
Es geht ja nicht darum, dass man Schüler durch Filme dauerhaft motivieren könnte.
Das Experiment zeigt lediglich einen Zusammenhang zwischen der Leistungsbereitschaft und einer positiven "so sehe ich mich in 20 Jahren"-Einstellung.
"... 295 Schüler sprechen für 10 Mio andere..."
Mit 295 Schülern können sehr wohl statistisch signifikante Aussagen getroffen werden. Gestaltet man die Gruppeneinteilung zufällig und nimmt eventuell noch eine Kontrollgruppe hinzu, der man zuvor gar keinen Film zeigt, besteht in der Anzahl gar kein Problem. Es geht ja nicht um sozialwissenschaftliche Zusammenhänge, sondern um psychologische. Durch die Filme wurden die Schüler kurzfristig dazu angeregt, über ihre Zukunft nachzudenken, mit Augenmerk auf die Voraussetzungen für den Erfolg: Fleiß vs. Talent. Die Frage, eine Extrahausaufgabe zu übernehmen wurde wahrscheinlich zeitlich nah gestellt, als die Gedanken über den Film noch präsent waren.
Die 8 mal höhere Quote lässt nun den Schluss zu, dass Motivation unter anderem dadurch verursacht wird, die Schritte zu seinen Zielen (Erfolg) vor Augen zu haben und erreichen zu können.
Ja. 295 können in der Tat für 10 Mio. andere sprechen.
Du schreibst:
"Nur durch die Vermischung verschiedenster Gruppe, kann man ein einigermaßen plausibles Ergebniss erhalten."
Unabhängig davon zu welcher Schicht die untersuchten Schüler gehörten: Dadurch, dass die Schüler zufällig in 2 Gruppen geteilt wurden, ist die Ausgangslage gleich. Wenn die Schüler alle eine Schicht teilten, ist die Ausgangslage eh gleich. Wenn sie zu unterschiedl. Schichten gehörten, wird durch die Zufallsverteilung in 2 Gruppen sichergestellt, dass in jeder Gruppe eine ähnliche Schichtverteilung ist. Damit ist gewährleistet, dass man beide Gruppen vergleichen kann und die Ergebnisse keine unkontrollierten Ursachen haben.
Nun wurden der einen Gruppe "Visionen" gezeigt, der anderen bloße Einkommenswerte. Die "Visionen"-Gruppe zeigte daraufhin eine 8mal größere Bereitschaft, Extra-Aufgaben zu machen. Also lässt sich schlussfolgern, dass mit der einen Methode die Motivation erhöht werden kann.
Das Ergebnis weist daraufhin, dass die Visionenmethode verglichen mit der Einkommensmethode die bessere ist. Wenn man die gleiche Studie in Neukölln machen würde, wäre das Ergebnis vermutlich ähnlich. Wenn du meinst, die Schüler dort seien "hoffnungsloser", nun gut, das könnte ja sein. Aber wenn wieder zufällig gleichwertige Ausgangsgruppen ausgelost würden, würde sich wahrscheinlich wieder zeigen, dass die Visionenmethode x mal wirkungsvolller ist. Du vergleichst ja nicht die Schüler, sondern die Methoden.
Hier einige Fakten.
Du meinst und behauptest:
"Das mag bei Schülern noch klappen, aber nicht mehr beim Erwachsenen oder Jugendlichen der vielleicht schon hoffnungslos aufgegeben hat."
und klarer wirst du in deinem Zweifel hier:
"Das ist eben das Problem von solchen Statistiken, befragen sie doch einmal Schüler einer sozial benachteiligten Schule, wie etwa in Berlin-Kreuzberg oder Neukölln."
Genau das, was du dir wünschst, wurde gemacht.
Es wurden Schüler der 7. Klasse (ca. 12-13 Jahre) einer Middle School in der Umgebung von Detroit untersucht. 57% waren Afroamerikaner, 29% Weiße. Von den 266 der ersten Studie waren 72% Afroamerikaner und 17% Lateinamerikaner und 11% Weiße. Die Gegend, aus der Schüler kamen, hat "hohe Armut" (ca. 54% aller Haushalte unter der Armutsgrenze, zwei Drittel der Schüler qualifizieren sich für den Erhalt von kostenlosem bzw. kostenreduzierten Mittagessen, 61% unter den 295 Schülern).
Ich war noch nie in Neukölln oder B-Kreuzberg, aber dort, wo die untersu. Schüler herkommen, sind von 10 Schülern nur 1-3 von weißer Hautfarbe, Nationalitäten sind also sehr durchmischt und ca. die Hälfte von ihnen kommt aus Familien, die unter der Armutsgrenze leben, und damit sehr arm sind, so sehr, dass sie von der Schule kostenlose Mittagessen spendiert bekommen.
Quelle:
Destin, Mesmin & Oyserman, Daphna. Incentivizing education: Seeing schoolwork as an investment, not a chore. (In: Journal of Experimental Social Psychology Vol. 46, Nr. 5, p. 846-849, 2010)
"Das mag bei Schülern noch klappen, aber nicht mehr beim Erwachsenen oder Jugendlichen der vielleicht schon hoffnungslos aufgegeben hat."
Es geht ja nicht darum, dass man Schüler durch Filme dauerhaft motivieren könnte.
Das Experiment zeigt lediglich einen Zusammenhang zwischen der Leistungsbereitschaft und einer positiven "so sehe ich mich in 20 Jahren"-Einstellung.
"... 295 Schüler sprechen für 10 Mio andere..."
Mit 295 Schülern können sehr wohl statistisch signifikante Aussagen getroffen werden. Gestaltet man die Gruppeneinteilung zufällig und nimmt eventuell noch eine Kontrollgruppe hinzu, der man zuvor gar keinen Film zeigt, besteht in der Anzahl gar kein Problem. Es geht ja nicht um sozialwissenschaftliche Zusammenhänge, sondern um psychologische. Durch die Filme wurden die Schüler kurzfristig dazu angeregt, über ihre Zukunft nachzudenken, mit Augenmerk auf die Voraussetzungen für den Erfolg: Fleiß vs. Talent. Die Frage, eine Extrahausaufgabe zu übernehmen wurde wahrscheinlich zeitlich nah gestellt, als die Gedanken über den Film noch präsent waren.
Die 8 mal höhere Quote lässt nun den Schluss zu, dass Motivation unter anderem dadurch verursacht wird, die Schritte zu seinen Zielen (Erfolg) vor Augen zu haben und erreichen zu können.
Ja. 295 können in der Tat für 10 Mio. andere sprechen.
Du schreibst:
"Nur durch die Vermischung verschiedenster Gruppe, kann man ein einigermaßen plausibles Ergebniss erhalten."
Unabhängig davon zu welcher Schicht die untersuchten Schüler gehörten: Dadurch, dass die Schüler zufällig in 2 Gruppen geteilt wurden, ist die Ausgangslage gleich. Wenn die Schüler alle eine Schicht teilten, ist die Ausgangslage eh gleich. Wenn sie zu unterschiedl. Schichten gehörten, wird durch die Zufallsverteilung in 2 Gruppen sichergestellt, dass in jeder Gruppe eine ähnliche Schichtverteilung ist. Damit ist gewährleistet, dass man beide Gruppen vergleichen kann und die Ergebnisse keine unkontrollierten Ursachen haben.
Nun wurden der einen Gruppe "Visionen" gezeigt, der anderen bloße Einkommenswerte. Die "Visionen"-Gruppe zeigte daraufhin eine 8mal größere Bereitschaft, Extra-Aufgaben zu machen. Also lässt sich schlussfolgern, dass mit der einen Methode die Motivation erhöht werden kann.
Das Ergebnis weist daraufhin, dass die Visionenmethode verglichen mit der Einkommensmethode die bessere ist. Wenn man die gleiche Studie in Neukölln machen würde, wäre das Ergebnis vermutlich ähnlich. Wenn du meinst, die Schüler dort seien "hoffnungsloser", nun gut, das könnte ja sein. Aber wenn wieder zufällig gleichwertige Ausgangsgruppen ausgelost würden, würde sich wahrscheinlich wieder zeigen, dass die Visionenmethode x mal wirkungsvolller ist. Du vergleichst ja nicht die Schüler, sondern die Methoden.
Hier einige Fakten.
Du meinst und behauptest:
"Das mag bei Schülern noch klappen, aber nicht mehr beim Erwachsenen oder Jugendlichen der vielleicht schon hoffnungslos aufgegeben hat."
und klarer wirst du in deinem Zweifel hier:
"Das ist eben das Problem von solchen Statistiken, befragen sie doch einmal Schüler einer sozial benachteiligten Schule, wie etwa in Berlin-Kreuzberg oder Neukölln."
Genau das, was du dir wünschst, wurde gemacht.
Es wurden Schüler der 7. Klasse (ca. 12-13 Jahre) einer Middle School in der Umgebung von Detroit untersucht. 57% waren Afroamerikaner, 29% Weiße. Von den 266 der ersten Studie waren 72% Afroamerikaner und 17% Lateinamerikaner und 11% Weiße. Die Gegend, aus der Schüler kamen, hat "hohe Armut" (ca. 54% aller Haushalte unter der Armutsgrenze, zwei Drittel der Schüler qualifizieren sich für den Erhalt von kostenlosem bzw. kostenreduzierten Mittagessen, 61% unter den 295 Schülern).
Ich war noch nie in Neukölln oder B-Kreuzberg, aber dort, wo die untersu. Schüler herkommen, sind von 10 Schülern nur 1-3 von weißer Hautfarbe, Nationalitäten sind also sehr durchmischt und ca. die Hälfte von ihnen kommt aus Familien, die unter der Armutsgrenze leben, und damit sehr arm sind, so sehr, dass sie von der Schule kostenlose Mittagessen spendiert bekommen.
Quelle:
Destin, Mesmin & Oyserman, Daphna. Incentivizing education: Seeing schoolwork as an investment, not a chore. (In: Journal of Experimental Social Psychology Vol. 46, Nr. 5, p. 846-849, 2010)
Ach du liebe Zeit!
Das hätte ich von Dir nicht erwartet: Einen Artikel im Geiste der 8oer Jahre, als rücksichtsloses Erfolgsstreben in amerikanischen Yuppie-Kirchen als gottgewollter Lebenssinn gepredigt wurde.
Interessant auch die offensichtlichen Widersprüche:
Ständige Selbstkontrolle führt zu Energieverlust, aber um erfolgreich zu ein sollte man sich also möglichst stark kontrollieren können.
Das dahinter stehende Menschenbild wird durch diesen Satz klar: "Für 85 Prozent ist hoher Wille ein Muss, noch vor Lernbereitschaft, der Fähigkeit zur Selbstkritik oder Belastbarkeit."
Ja, Selbstkritik ist immer hinderlich, wenn es um das pure Erreichen irgendwelcher Ziele geht. Auch hinter der grossen Finanzkrise stehen erfolgreiche Menschen mit grosser Willenskraft.
Da habe ich doch gleich folgenden Text von Fehlfarben (1980!) im Kopf:
"Wo ist die Grenze Wie weit wirst du gehn
Verschweige die Wahrheit Du willst sie nicht seh'n
Richtig ist nur was du erzählst
Benutze einzig was dir gefällt
Schneid dir die Haare bevor du verpennst
Wechsle die Freunde wie andre das Hemd
Bau dir ein Bild so wie es dir passt
Sonst gibt´s an der Spitze für dich keinen Platz"
und zum anschliessenden Burnout:
"Und wenn die Wirklichkeit dich überholt
hast du keine Freunde nicht mal Alkohol
Du stehst in der Fremde Deine Welt stürzt ein
Das ist das Ende Du bleibst allein
"
...Illusionen nachjagen und das irgendwann realisieren, um dann enttäuscht und resigniert das Handtuch zu werfen.
Es gibt genügend Beispielen von Menschen, die ihr ganzes Leben aus Leidenschaft hart und viel gearbeitet haben. Natürlich sind das die Ausnahmen aber die Aussage "viel Arbeit=Workaholic=bald burn out Opfer" kann ich nichtmehr hören. Kommt eh immer nur von den Leuten die Arbeit grundsätzlich als etwas negatives empfinden.
...aber das sind dann in der Regel auch Menschen, deren Vision oder Motivation ein gewachsenen Fundament hat. Zusammengestückelte Ich-Schaffe-Es-Visionen halte ich für reinen Selbstzweck, und wenn sie erreicht sind, tut sich logischerweise ein Loch auf.
Was mich nervt, ist die Oberflächlickeit, mit der das Thema Erfolg behandelt wird. Ich habe nichts gegen eine starke Vision, aber bitte MIT Selbstkritik, Emotion der Frage der Sinnhaftigkeit.
Menschen, die in erster Linie danach streben, ein Büro in Manhattan zu haben möchte ich nicht an den Schaltstellen der Macht sehen.
Eine echte Vision hat für mich nichts mit seichten Collagen aus den Lieblingsfernsehserien zu tun. Sie will entwickelt undimmer wieder hinterfragt werden. Das kann schon ein ganzes Leben in Anspruch nehmen, ist es dann aber auch wert.
...aber das sind dann in der Regel auch Menschen, deren Vision oder Motivation ein gewachsenen Fundament hat. Zusammengestückelte Ich-Schaffe-Es-Visionen halte ich für reinen Selbstzweck, und wenn sie erreicht sind, tut sich logischerweise ein Loch auf.
Was mich nervt, ist die Oberflächlickeit, mit der das Thema Erfolg behandelt wird. Ich habe nichts gegen eine starke Vision, aber bitte MIT Selbstkritik, Emotion der Frage der Sinnhaftigkeit.
Menschen, die in erster Linie danach streben, ein Büro in Manhattan zu haben möchte ich nicht an den Schaltstellen der Macht sehen.
Eine echte Vision hat für mich nichts mit seichten Collagen aus den Lieblingsfernsehserien zu tun. Sie will entwickelt undimmer wieder hinterfragt werden. Das kann schon ein ganzes Leben in Anspruch nehmen, ist es dann aber auch wert.
"Das mag bei Schülern noch klappen, aber nicht mehr beim Erwachsenen oder Jugendlichen der vielleicht schon hoffnungslos aufgegeben hat."
Es geht ja nicht darum, dass man Schüler durch Filme dauerhaft motivieren könnte.
Das Experiment zeigt lediglich einen Zusammenhang zwischen der Leistungsbereitschaft und einer positiven "so sehe ich mich in 20 Jahren"-Einstellung.
"... 295 Schüler sprechen für 10 Mio andere..."
Mit 295 Schülern können sehr wohl statistisch signifikante Aussagen getroffen werden. Gestaltet man die Gruppeneinteilung zufällig und nimmt eventuell noch eine Kontrollgruppe hinzu, der man zuvor gar keinen Film zeigt, besteht in der Anzahl gar kein Problem. Es geht ja nicht um sozialwissenschaftliche Zusammenhänge, sondern um psychologische. Durch die Filme wurden die Schüler kurzfristig dazu angeregt, über ihre Zukunft nachzudenken, mit Augenmerk auf die Voraussetzungen für den Erfolg: Fleiß vs. Talent. Die Frage, eine Extrahausaufgabe zu übernehmen wurde wahrscheinlich zeitlich nah gestellt, als die Gedanken über den Film noch präsent waren.
Die 8 mal höhere Quote lässt nun den Schluss zu, dass Motivation unter anderem dadurch verursacht wird, die Schritte zu seinen Zielen (Erfolg) vor Augen zu haben und erreichen zu können.
...aber das sind dann in der Regel auch Menschen, deren Vision oder Motivation ein gewachsenen Fundament hat. Zusammengestückelte Ich-Schaffe-Es-Visionen halte ich für reinen Selbstzweck, und wenn sie erreicht sind, tut sich logischerweise ein Loch auf.
Was mich nervt, ist die Oberflächlickeit, mit der das Thema Erfolg behandelt wird. Ich habe nichts gegen eine starke Vision, aber bitte MIT Selbstkritik, Emotion der Frage der Sinnhaftigkeit.
Menschen, die in erster Linie danach streben, ein Büro in Manhattan zu haben möchte ich nicht an den Schaltstellen der Macht sehen.
Eine echte Vision hat für mich nichts mit seichten Collagen aus den Lieblingsfernsehserien zu tun. Sie will entwickelt undimmer wieder hinterfragt werden. Das kann schon ein ganzes Leben in Anspruch nehmen, ist es dann aber auch wert.
...der Artikel ist auch nicht wirklich besser als das Buch welches er kritisiert. Wer kennt nicht die Alphatiere, die zwar alles schaffen was sie wollen, aber mit Ende 50 dann auf Importbräute zurückgreifen müssen um noch eine Familie gründen zu können. Die zwar viel Geld verdienen, aber weder glücklich noch geachtet sind.
Teilwahrheiten stecken natürlich schon im Artikel: sich zu unliebsamer Arbeit zu motivieren, ist schwer. Leider führt er, bis auf die Vorschläge doch mal Urlaub zu machen oder Visionen zu entwickeln, keinerlei sinnvolle Lösungsvorschläge für dieses Problem an. Aus Arbeitnehmersicht ist es oft gar nicht möglich Visionen für die eigene Tätigkeit zu entwickeln, allzuoft scheitert das an der betrieblichen Realität. Und der Urlaub ist oft viel zu kurz, nicht selten stressig, weil mit aufgestauter Heimarbeit, Erwartungen und Familie überladen.
Daher für alle die auch unmotivierte "Rausschieber" sind: eine ganz gute Möglichkeit damit umzugehen ist die nicht-vollständige-Ablenkung. Man hört neben der Arbeit (sofern erlaubt) Musik oder sogar Hörspiele oä an, dann bemerkt man kaum, was für eine öde frustrierende Tätigkeit man gerade abwickelt. Stellen sich die ersten Fortschritte ein, kommt oft auch die Arbeitsfreude. Bei mir hilft das ganz gut, gelegentlich komme ich dabei sogar in den Flow und muss mich dann bremsen...
Klappt natürlich nicht immer, an manchen Tagen bleibt man besser im Bett :-)
...der Artikel ist auch nicht wirklich besser als das Buch welches er kritisiert. Wer kennt nicht die Alphatiere, die zwar alles schaffen was sie wollen, aber mit Ende 50 dann auf Importbräute zurückgreifen müssen um noch eine Familie gründen zu können. Die zwar viel Geld verdienen, aber weder glücklich noch geachtet sind.
Teilwahrheiten stecken natürlich schon im Artikel: sich zu unliebsamer Arbeit zu motivieren, ist schwer. Leider führt er, bis auf die Vorschläge doch mal Urlaub zu machen oder Visionen zu entwickeln, keinerlei sinnvolle Lösungsvorschläge für dieses Problem an. Aus Arbeitnehmersicht ist es oft gar nicht möglich Visionen für die eigene Tätigkeit zu entwickeln, allzuoft scheitert das an der betrieblichen Realität. Und der Urlaub ist oft viel zu kurz, nicht selten stressig, weil mit aufgestauter Heimarbeit, Erwartungen und Familie überladen.
Daher für alle die auch unmotivierte "Rausschieber" sind: eine ganz gute Möglichkeit damit umzugehen ist die nicht-vollständige-Ablenkung. Man hört neben der Arbeit (sofern erlaubt) Musik oder sogar Hörspiele oä an, dann bemerkt man kaum, was für eine öde frustrierende Tätigkeit man gerade abwickelt. Stellen sich die ersten Fortschritte ein, kommt oft auch die Arbeitsfreude. Bei mir hilft das ganz gut, gelegentlich komme ich dabei sogar in den Flow und muss mich dann bremsen...
Klappt natürlich nicht immer, an manchen Tagen bleibt man besser im Bett :-)
wer braucht noch mehr dinge?
wer braucht die selbsternannten Expertenß
Gibt es nicht genug Selbstdarsteller in allen Bereichen?
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