Kluge Köpfe zieht es vor allem nach Hamburg, München und Bremen: Die drei Großstädte seien für Hochqualifizierte besonders attraktiv, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Montag als Ergebnis einer Studie mit . In den Jahren 2000 bis 2007 hätten die beiden Stadtstaaten und die bayerische Landeshauptstadt mehr Zuzüge als Abgänge bei gut ausgebildeten Arbeitskräften verzeichnet.

Der Trend dürfte sich seitdem fortgesetzt haben, sagte IAB-Forscherin Tanja Buch zu Reuters. Während für die Millionenstädte Hamburg und München die vergleichsweise gute Arbeitsmarktlage spreche, dürfte Bremen etwa bei Forschung und Entwicklung attraktiver geworden sein.

Auch Berlin sei als Dienstleistungsstandort für Hochqualifizierte attraktiv. Weniger gut ausgebildete Arbeitskräfte kehrten der Hauptstadt per Saldo jedoch den Rücken zu. Stuttgart und Frankfurt hingegen erreichten zwar bei den mittel- und geringqualifizierten Beschäftigten Zuwächse. "Bei den Akademikern kommt es jedoch zu leichten Wanderungsverlusten", erklärte das IAB. Dortmund, Essen, Dresden und Leipzig mussten sogar bei Arbeitskräften aller Qualifikationen Einbußen hinnehmen. Tendenziell schnitten Städte mit hohem Lohnniveau und niedriger Arbeitslosigkeit gut ab. "Insbesondere für Akademiker könnten aber auch andere Faktoren wie Kultur und Konsumangebote eine Rolle spielen."

Wegen des demografischen Wandels dürfte sich der Wettbewerb der Regionen um gut ausgebildete Fachkräfte nach IAB-Ansicht künftig verschärfen. "Denn mit dem Zuzug hoch Qualifizierter steigen die Wachstumsaussichten einer Region."

Betrachtet man nur den Wechsel des Wohnorts, so zogen in den vergangenen Jahren viele Menschen von größeren Städten ins Umland. Bei diesen sogenannten Suburbanisierungsprozessen sei keine Trendwende in Sicht, betonte IAB-Expertin Buch. "Städte verlieren an Einwohnern, was den Wohnortwechsel angeht, gewinnen aber in der Arbeitsplatzfrage."

Für die Studie hat das IAB die Wanderungsbilanzen deutscher Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern für die Jahre 2000 bis 2007 untersucht.