DiskriminierungWenn Bewerber etwas gleicher sind als andere

Das Pilotprojekt anonyme Bewerbungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes startet. Noch immer wehren sich nur wenige gegen Benachteiligung im Joballtag.

Vor rund anderthalb Jahren verlor Nazir Ahmad* seinen Job als Ingenieur in einem Zulieferbetrieb für Siemens. Seine ganze Abteilung wurde geschlossen. 20 junge Ingenieure waren auf einmal arbeitslos. Mittlerweile haben alle wieder Arbeit gefunden – nur Ahmad schreibt noch immer Bewerbungen.

An seiner Qualifikation könne das nicht liegen, sagt er. Ahmad hat sein Ingenieursstudium in Hamburg mit Bestnoten abgeschlossen. Ahmad spricht fünf Sprachen fließend, hat internationale Erfahrungen – und seit zwei Jahren einen deutschen Pass.

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Aber der 32-Jährige hat zwei Probleme: "Ich bin Moslem und ich bin schwarz." Ahmad glaubt, dass er auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert wird. Beweisen kann er dies freilich nicht.

"Es ist komisch, dass Nazir meist nicht einmal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommt", sagt Stefan Schmidt, einer von Ahmads ehemaligen Kollegen beim Zulieferer. Schmidt hatte schon nach sechs Wochen einen neuen Job in Stuttgart. Schmidt ist wie Ahmad 32 Jahre alt, hat wie Ahmad in Hamburg Ingenieurswissenschaften studiert, aber deutlich schlechter abgeschlossen. Schmidt war nie im Ausland und spricht nur Englisch als Fremdsprache. Für ihn steht fest: "Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland nicht die gleichen Jobchancen." Eine OECD-Studie kommt zu dem gleichen Ergebnis . Migranten suchen durchschnittlich deutlich länger als Einheimische nach einer Stelle – trotz formal gleicher oder besserer Qualifikation.

AGG

Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) soll Menschen schützen, die aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität Benachteiligungen erfahren. Es schafft die rechtliche Grundlage, wonach Diskriminierung verboten ist.

Hauptsächliche Anwendung findet das AGG in der Arbeitswelt. Das bezieht beispielsweise Auswahlkriterien bei Bewerbungsverfahren, berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Höhe der Arbeitsvergütung mit ein. Darüber hinaus gilt das Gesetz auch für Situationen im Alltag, in denen Diskriminierung stattfinden kann, beispielsweise bei Einkäufen, Gaststätten- oder Diskothekenbesuchen, sowie bei Rechts-, Versicherungs- und Bankgeschäften.

Antidiskriminierungsstelle

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten war.

Zu den Aufgaben der ADS zählt:

  • über Ansprüche zu informieren
  • Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens zum Schutz vor Benachteiligungen aufzuzeigen
  • Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
  • eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.

Außerdem macht die ADS Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und schreibt Berichte an den Deutschen Bundestag, die einen Überblick über Benachteiligungen geben und Empfehlungen beinhalten.

Hilfe

Wer Opfer von Diskriminierung geworden ist, kann den Fall bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter der Hotline 030 / 18 555 / 1865 oder per Kontaktformular melden.

Diversity

Diversity-Management ist ein Konzept, das die Vielfalt der Belegschaft berücksichtigt (z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Ethnie, Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil, biografischer Background), sie explizit fördert und wertschätzt.

Wie Ahmad gehe es vielen Migranten in Deutschland, die aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion diskriminiert werden , sagt Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle (ADS) des Bundes . Seit vier Jahren gibt es die ADS – 12.000 Diskriminierungsfälle wurden seitdem gezählt. Der Statistik zufolge haben immerhin 16 Prozent die ethnische Herkunft als Grund , vier Prozent die Religion. Lüders vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. "Nur ein Teil der Menschen, die diskriminiert werden, wissen überhaupt, dass es uns gibt. Ein noch geringerer Teil meldet solche Vorfälle überhaupt. Besonders bei Migranten kommt hinzu, dass Diskriminierungserfahrungen zum Alltag gehören und die Menschen nicht einmal wissen, dass es nicht in Ordnung ist, wie sie behandelt werden", sagt Lüders. 

Die Diskriminierung erfolgt häufig subtil und ist entsprechend schwer nachzuweisen. Ob er wegen seiner schwarzen Hautfarbe, seines muslimischen Namens oder seiner afrikanischen Abstammung aussortiert wird, kann Ahmad nicht sagen. Nur einmal hat ihm eine Personalmanagerin eine ehrliche Antwort gegeben. "Ich musste ihr versprechen, keine Klage auf Grundlage des AGG gegen die Firma anzustreben", erzählt Nazir Ahmad. Die Firma in Bayern habe "Unruhen und Missverständnisse in den Mitarbeiterteams" gefürchtet, wenn sie den jungen Ingenieur eingestellt hätte. Die Stelle blieb noch lange Zeit unbesetzt, dann bekam ein deutscher Bewerber den Job.

Ahmad klagte nicht. "Ich will mir keinen Job einklagen, ich will, dass sich das Unternehmen für mich entscheidet, weil es mich aufgrund meiner Qualifikationen haben möchte", sagt er. Mit dieser Einstellung ist er nicht allein. Als das AGG im Jahr 2006 in Kraft trat, wurde eine Klagewelle befürchtet . Sie ist ausgeblieben. Nicht einmal fünf Prozent der Klagen vor deutschen Arbeitsgerichten werden auf Grundlage des AGG geführt, haben Lüders und ihre Kollegen recherchiert. Grundlagen über den Status Quo zu schaffen, ist eine Hauptarbeit der ADS.

Ein weiteres Projekt ist die Aktion "anonymisierte Bewerbungen". Die ADS hat das Projekt verschiedenen Unternehmen, der Stadt Celle und dem Familienministerium gestartet und hofft, dass das Verfahren Schule macht.

Anonymisierte Bewerbungen sind in den USA und Frankreich längst Usus. "Wir wollen den Blick auf die reine Kompetenz schärfen", sagt Christine Lüders. Die Personalmanager sollen allein anhand der Qualifikationen entscheiden, wer zum Vorstellungsgespräch geladen wird. Ab dann sind die Karten natürlich offen, das heißt, nachdem die Einladungen verschickt wurden, erhalten die Personaler alle Unterlagen der Bewerbenden. Theoretisch wäre es dann immer noch möglich, Ältere, Frauen oder Ausländer unter einer fadenscheinigen Begründung abzulehnen, "aber dann hatten sie wenigstens eine Chance und darum geht es", sagt Lüders. (Ein Beispiel für ein anonymisiertes Bewerbungsformular finden Sie hier.)

Dass anonymisierte Bewerbungen für sie von Vorteil wären, glaubt Claudia Tiedemann* nicht. Die 29-Jährige leidet seit ihrer Geburt an einer Sehschwäche. Tiedemann machte ihr Abitur an einer Schule für Blinde, studierte dann in Hamburg und London Politik und Journalistik. 2007 schloss sie ihr Studium ab, seither sucht sie einen Job im Bereich Marketing und Kommunikation. Obwohl Tiedemann mehrere Praktika absolviert hat und obwohl die Krankenkasse eine Seh- und Lesehilfe bezahlen und diese Kosten somit nicht ihrem Arbeitgeber zukommen würden, findet sie keine Stelle. Ihr Manko: Sie verfügt wegen ihrer Behinderung über keinen Führerschein, doch dies ist in den meisten Stellenausschreibungen Voraussetzung. "Wie soll mir da eine anonyme Bewerbung weiterhelfen? Es würde ja erst Recht hervorstechen, dass ich nicht die geforderten Qualifikationen habe. Dass diese aber aufgrund einer Behinderung nicht vorhanden sein können, würde dann noch nicht einmal klargestellt", sagt Claudia Tiedemann.

Christine Lüders
Christine Lüders

Christine Lüders ist seit 2010 Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Sie arbeitete unter anderem als Vorstandsreferentin und Abteilungsleiterin bei Lufthansa und leitete die Presseabteilung im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Nordrhein-Westfalen.

ADS-Leiterin Christine Lüders hält die anonymisierte Bewerbung trotzdem für vorteilhaft, auch für Behinderte. "Der Bewerbungsfragebogen enthält ein Kästchen, das abfragt, ob eine Schwerbehinderung vorliegt. Wer möchte, kann dies ankreuzen", sagt sie. Gerade das möchte Claudia Tiedemann aber nicht tun. "Ich möchte keinen Job aufgrund einer Behindertenquote."

Rosemarie Schwarzer* würde eine Quote dagegen begrüßen. Eine Quote für ältere Arbeitnehmer. Seit Jahren sucht die Soziologin einen festen Job. Mit mittlerweile 58 Jahren eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Schwarzer arbeitet als Aufstockerin in einem öffentlich bezuschussten Sozialprojekt in Bremen. Einen festen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt hatte sie zuletzt in den achtziger Jahren. "Ich habe nach meinem Studium als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität gearbeitet. Dann lief mein Vertrag aus, ich heiratete und wurde schwanger", erzählt sie. Sie bekam zwei Töchter, ihr Mann machte Karriere in der Wissenschaft. Schwarzer blieb zu Hause, war Mutter und Hausfrau. Aber sie arbeitete ehrenamtlich in Sozialprojekten, initiierte sogar ein Frauenprojekt für Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, arbeitete in Bürgerinitiativen mit. An Berufserfahrung und Qualifikation fehlt es der 58-Jährigen eigentlich nicht. Trotzdem gelang ihr der Schritt zurück auf den ersten Arbeitsmarkt nach der Familienzeit nicht mehr. Heute sind ihre Töchter erwachsen und ihre Ehe ist geschieden. Zwar bekommt sie von ihrem Ex-Ehemann Unterhalt, aber lieber wäre der Soziologin ein "richtiger Job". "Aber wer stellt eine Frau mit 58 Jahren ein, die seit über 20 Jahren nicht mehr fest angestellt war?", fragt sie.

" Altersdiskriminierung stellt mit 19 Prozent einen großen Anteil der uns bekannten Fälle", sagt ADS-Leiterin Christine Lüders. Noch verbreiteter ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes und aufgrund einer Behinderung (jeweils ein Viertel aller Fälle). "Je nachdem, welcher Diskriminierungsgrund aktuell in Debatten diskutiert wird, steigen auch die Fallzahlen der Beratung in diesem Bereich. So stieg während der Sarazzin-Debatte die Anzahl der gemeldeten Diskriminierungsfälle aufgrund der ethnischen Herkunft. Es hängt also von der öffentlichen Aufmerksamkeit ab", sagt Lüders. Die ADS hat eine Hotline geschaltet, auf der sich Menschen melden können, die einen Fall melden wollen oder eine Beratung brauchen.

Es geht auch per E-Mail, wie im Fall einer jungen Frau mit Migrationshintergrund, die der ADS die Mail ihres Arbeitgebers weiterleitete, der ihr wegen ihres "Körpergeruchs aufgrund der in Ihrem Kulturkreis verbreiteten Speisen" kündigte und gleich seitenlange diskriminierende Beleidigungen mitschickte. Für den Juristen Bernhard Franke, Referatsleiter in der Beratung bei der ADS, dürfte die Frau mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht auf Grundlage des AGG hier gute Karten haben. Andere Fälle hingegen sind da juristisch schwieriger – beispielsweise jene, in denen Mitarbeiter der Kirche aufgrund von Verstößen gegen die christliche Moral ihren Job verloren . "Schwierig ist es für uns immer da zu beraten, wo die Rechtssprechung kontrovers oder nicht noch vorhanden ist", sagt der Jurist der Antidiskriminierungsstelle. Zumeist sei die Rechtslage aber klar.

Trotzdem haben Christine Lüders und ihre 23 Mitarbeiter noch viel zu tun auf dem Weg in eine diskriminierungsfreie Gesellschaft. Wie erfolgreich das Pilotprojekt mit den anonymisierten Bewerbungen sein wird, kann erst in einem Jahr beurteilt werden.

Nazir Ahmad hat mittlerweile eine neue Stelle gefunden. Diesmal bei einem internationalen Konzern, der seine interkulturellen Kompetenzen für ausschlaggebend hielt. Eingestellt hat ihn übrigens ein Personalmanager mit afrikanischen Wurzeln. Ob es ein Zufall war?

*Name geändert

Mitarbeit:Tilman Steffen

 
Leserkommentare
    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:18 Uhr

    dass in Deutschland deutsche Staatsbürger bevorzugt werden, und keine Ausländer.

    Zweitens sind die "Studien" bzgl. einer angeblichen Diskmrinimierung höchst zeifelhaft, so ist das "Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA)", dem Klaus Zimmermann vorsteht in erster Linie eine Propagandazentrale der Globalisierungsbefürworter, rein privatschaftlich organisiert und Fürsprecher einer ungezügelten Einwanderung.

    K. Zimmermann ist auch Präsident des DIW. So seriös wird dort geforscht:

    Was nicht passt, wird passend gemacht
    So unfrei kann Forschung sein: Ein Arbeitsmarktexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bezeichnet den Fachkräftemangel als "Fata Morgana". Weil das nicht zu Aussagen des Präsidenten passt, verschiebt das DIW die Veröffentlichung der Studie - und trimmt sie auf Hauslinie.

    http://www.spiegel.de/wir...

    Außerdem haben viele Arbeitgeber schon ihre Erfahrungen gesammelt, so dass sie aus gutem Grunde Leute bestimmten Gruppen teilweise lieber ablehnen.

    PS: In islamischen Welt, besonders in den arabischen Ländern, werden de facto Moslems bevorzugt, oder sind für diverse Berufe als einzige Gruppe zugelassen. Oder sie erhalten in Saudi-Arabien und anderen Ländern mehr Punkte, bzw. eine höhere Bewertung, wenn sie den Koran beherrschen. Ausländer, die ihren Job verloren haben, binnen einer Woche das Land verlassen, wenn sie keine neue Anstellung finden.

    Warum wird also einmal mehr nur über die Europäer geklagt?

    7 Leserempfehlungen
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    • _bla_
    • 25.11.2010 um 9:13 Uhr

    "Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass in Deutschland deutsche Staatsbürger bevorzugt werden, und keine Ausländer."

    Herr Ahmad ist deutscher Staatsbürger.

    "Außerdem haben viele Arbeitgeber schon ihre Erfahrungen gesammelt, so dass sie aus gutem Grunde Leute bestimmten Gruppen teilweise lieber ablehnen."

    Hier genau liegt das Problem: Es kommt nicht mehr auf die Taten und die Leistung des Individums an, sondern auf die Taten anderer Menschen aus der gleichen Gruppe. Darauf wie anderen Menschen der gleichen Gruppe handeln, hat der individuelle Mensch keinen Einfluß und darf daher auch nicht zur Verantwortung gezogen werden.

    "PS: In islamischen Welt, besonders in den arabischen Ländern, werden de facto Moslems bevorzugt, oder sind für diverse Berufe als einzige Gruppe zugelassen. ...
    Warum wird also einmal mehr nur über die Europäer geklagt?"

    Diskriminierung in anderen Ländern kann keine Begründung sein, sie hier ebenfalls durchzuführen. Natürlich sollten wir darauf hinwirken, das sie auch in anderen Ländern aufhört, müssen sie aber auch hierzulande stoppen.

    der werte Herr Nazir ist sogar, wie Sie dem Artikel entnehmen können, deutscher Staatsbürger.

    Dass muslimische Länder teilweise Nicht-Muslime diskriminieren gibt uns nicht das Recht, es den Muslimen in Deutschland (die dafür wiederum nix können) heimzuzahlen, sondern vielmehr den Auftrag es besser zu machen.

    Auf meiner letzten Wohnungssuche habe ich mich jedenfalls fast ein bisschen geschämt, als die Vermieter uns sagten, da wir "keine Ausländer" seien, hätten wir etwas bessere Chancen.

    Eine Selbstverständlichkeit ist für mich eher, dass Bewerber mit der besseren Qualifikation bevorzugt werden. Selbst wenn sie Ausländer mit Arbeitserlaubnis sind: als qualifizierte Arbeitnehmer zahlen sie hier Steuern, in die Sozialkassen usw. und tragen zum Gelingen bei.

    • _bla_
    • 25.11.2010 um 9:13 Uhr

    "Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass in Deutschland deutsche Staatsbürger bevorzugt werden, und keine Ausländer."

    Herr Ahmad ist deutscher Staatsbürger.

    "Außerdem haben viele Arbeitgeber schon ihre Erfahrungen gesammelt, so dass sie aus gutem Grunde Leute bestimmten Gruppen teilweise lieber ablehnen."

    Hier genau liegt das Problem: Es kommt nicht mehr auf die Taten und die Leistung des Individums an, sondern auf die Taten anderer Menschen aus der gleichen Gruppe. Darauf wie anderen Menschen der gleichen Gruppe handeln, hat der individuelle Mensch keinen Einfluß und darf daher auch nicht zur Verantwortung gezogen werden.

    "PS: In islamischen Welt, besonders in den arabischen Ländern, werden de facto Moslems bevorzugt, oder sind für diverse Berufe als einzige Gruppe zugelassen. ...
    Warum wird also einmal mehr nur über die Europäer geklagt?"

    Diskriminierung in anderen Ländern kann keine Begründung sein, sie hier ebenfalls durchzuführen. Natürlich sollten wir darauf hinwirken, das sie auch in anderen Ländern aufhört, müssen sie aber auch hierzulande stoppen.

    der werte Herr Nazir ist sogar, wie Sie dem Artikel entnehmen können, deutscher Staatsbürger.

    Dass muslimische Länder teilweise Nicht-Muslime diskriminieren gibt uns nicht das Recht, es den Muslimen in Deutschland (die dafür wiederum nix können) heimzuzahlen, sondern vielmehr den Auftrag es besser zu machen.

    Auf meiner letzten Wohnungssuche habe ich mich jedenfalls fast ein bisschen geschämt, als die Vermieter uns sagten, da wir "keine Ausländer" seien, hätten wir etwas bessere Chancen.

    Eine Selbstverständlichkeit ist für mich eher, dass Bewerber mit der besseren Qualifikation bevorzugt werden. Selbst wenn sie Ausländer mit Arbeitserlaubnis sind: als qualifizierte Arbeitnehmer zahlen sie hier Steuern, in die Sozialkassen usw. und tragen zum Gelingen bei.

    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:27 Uhr

    andere Europäer, Amerikaner, Japaner haben KEINE schlechteren Chancen als Deutsche. Das belegt bereits die praktische Realität ist Deutschland.

    5 Leserempfehlungen
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    • peto1
    • 25.11.2010 um 8:36 Uhr

    Die Realität beginnt schon bei der ARBEITSAGENTUR wo die Sachbearbeiter bei Stellen Ausschreibungen Erstmal nur Deutsche Bevorzugen und für die Stellen empfehlen.

    Dann würde ich gerne ihre Realität haben. Die die sie hier nennen sind im Übrigen sogar Vorzeigekandidaten. Andere Europäer, fragt sich aus welcher Region: Ein Bekannter von mir ist ehemaliger Professor und darf sich hier als Busfahrer rumschlagen weil er aus dem ehemaligen Ostblock kommt. Und so geht es eben diesen Menschen, natürlich kann ich einen Beitrag auch so selektiv schreiben nur ist das keine Realität sondern ein Teil einer ausgeblendeten Wirklichkeit, wenn ich ausgerechnet die nehme die nicht so sind.

    Wenn das Thema aber so interessant ist dann lesen sie vielleicht über Bildungschancen und Migranten in Deutschland, und dann können wir gerne noch einmal weiter reden über die sogenannte "Gleichheit", wenn selbst für sozial niedrig stehende Deutsche eine Hochschulbildung sehr schwierig zu erreichen ist.

    • peto1
    • 25.11.2010 um 8:36 Uhr

    Die Realität beginnt schon bei der ARBEITSAGENTUR wo die Sachbearbeiter bei Stellen Ausschreibungen Erstmal nur Deutsche Bevorzugen und für die Stellen empfehlen.

    Dann würde ich gerne ihre Realität haben. Die die sie hier nennen sind im Übrigen sogar Vorzeigekandidaten. Andere Europäer, fragt sich aus welcher Region: Ein Bekannter von mir ist ehemaliger Professor und darf sich hier als Busfahrer rumschlagen weil er aus dem ehemaligen Ostblock kommt. Und so geht es eben diesen Menschen, natürlich kann ich einen Beitrag auch so selektiv schreiben nur ist das keine Realität sondern ein Teil einer ausgeblendeten Wirklichkeit, wenn ich ausgerechnet die nehme die nicht so sind.

    Wenn das Thema aber so interessant ist dann lesen sie vielleicht über Bildungschancen und Migranten in Deutschland, und dann können wir gerne noch einmal weiter reden über die sogenannte "Gleichheit", wenn selbst für sozial niedrig stehende Deutsche eine Hochschulbildung sehr schwierig zu erreichen ist.

    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:35 Uhr

    ...ist auch der Begriff "Migrationsindustrie" so passend. Es ist ein Wirtschaftszweig mit Selbsterhaltungstrieb geworden.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Halten wir mal fest"
  1. Sehr geehrte Frau Groll.

    Vor einigen Tagen ging erst wieder eine exemplarische Nachricht durch die Medien, auf die ich Sie gerne bezüglich Ihres Artikels zu Diskriminierung von Menschengruppen noch hinweisen möchte. Ich weiß, der Begriff "Diskriminierung auf Grund von Herkunft und Geburt" kommt in Ihren Artikel nicht vor, Gratulation für diese Neusprechanpassung hin zu "ethnischer Herkunft", welche ja bekanntlich in unserem Rechtsstaat per Gerichtsurteil festgelegt werden kann.

    Bei der Meldung handelt es sich um diejenige zur Vergütung des zukünftigen Freiwilligendienstes, welche von von unserer aller geliebten und verehrten Familienministerin vermutlich vermittels einer Eingebung im Lichte christlicher und humanistischer Werte in der Höhe von 324€/ West und 271€/ Ost festgelegt wurde. Und das ist wahrlich nur ein kleines Beispiel von einer sehr langen Liste seit 20 Jahren.

    Liebe Frau Groll, solange noch ein Gutteil der Bevölkerung in diesem Land offen und per Gesetz diskriminiert wird, wie ehrlich ist es dann zuvorderst von verdeckter Diskriminierung zu schwadronieren?

    Aber ich vergaß, wir sind ja irgendwie auch so eingeborene Deutsche, dann sind wir in der Regel sogar noch weiß, etliche sollen sogar noch richtig helle Haare haben. Na dann ist unsere Diskriminierung natürlich schon in Ordnung.

    Auf irgendjemand müssen diese Elfenbeinturm-Gutmenschen ja ihren Selbsthass projezieren, na ja müssen eigentlich nicht. Aber zumindest ist es gut für die Wirtschaft, hurra.

    8 Leserempfehlungen
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    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:50 Uhr

    oder ein Bleiberecht haben, erhalten Sie diese Beträge ohne jegliche Arbeit, können sich das Einkommen aber über die Anzahl der Kinder unbegrenzt erhöhen, weil es hierzulande leider keine Obergrenze für Familien wie in den Niederlanden oder den USA gibt.

    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:50 Uhr

    oder ein Bleiberecht haben, erhalten Sie diese Beträge ohne jegliche Arbeit, können sich das Einkommen aber über die Anzahl der Kinder unbegrenzt erhöhen, weil es hierzulande leider keine Obergrenze für Familien wie in den Niederlanden oder den USA gibt.

    • peto1
    • 25.11.2010 um 8:36 Uhr

    Die Realität beginnt schon bei der ARBEITSAGENTUR wo die Sachbearbeiter bei Stellen Ausschreibungen Erstmal nur Deutsche Bevorzugen und für die Stellen empfehlen.

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    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:45 Uhr

    ...ist auch nur für deutsche Staatsbürger zuständig.

    • Jeppe
    • 25.11.2010 um 8:45 Uhr

    ...ist auch nur für deutsche Staatsbürger zuständig.

  2. Ich weiß nicht wieviele Länder Sie beruflich besucht haben. Möglicherweise keines außerhalb Deutschland. Ich war in einigen (Europa und Nordamerika) und kann Ihnen versichern, dass es dort genauso geschieht, abgesehen von sogenannten "minderen Berufen".

    4 Leserempfehlungen
    • Bellin
    • 25.11.2010 um 8:43 Uhr

    Ich bin häufig in anderen Firmen und unterhalte mich oft mit Mitarbeitern, die ausländische Namen tragen und auch eindeutig nichtdeutscher Herkunft sind!

    Gestatten Sie die Frage: Woher haben Sie Ihre Information?

    2 Leserempfehlungen

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