Deutsche Arbeitskräfte sind erstaunlich loyal. 65 Prozent sind bereit, im Job mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, 43 Prozent akzeptieren ohne Murren längere Arbeitszeiten. Das fand die Beratung Towers Watson in einer Umfrage unter 1000 Arbeitnehmern heraus.

Allerdings liegt es vor allem an den Chefs, ob sich die Mitarbeiter diese Loyalität bewahren – und ob es gelingt, frustrierte Angestellte aus dem geistigen Exil zu holen. Wie das geht?

Ausblick geben

Träume und Zielvorgaben haben großen Einfluss auf unser Engagement. Klingt esoterisch, funktioniert aber erstaunlich gut. Schon Schulkinder strengen sich mehr an, wenn sie einen Wunschberuf vor Augen haben, fanden Forscher der Universität von Michigan heraus. Gleiches gilt für Erwachsene. Führungskräfte sollten daher deutlich sagen, wo das Unternehmen in einem oder fünf Jahren stehen soll – und die Mitarbeiter davon überzeugen. Dann ziehen alle mit und am selben Strang.

Dankbarkeit zeigen

Als "Deindividuation" bezeichnen Psychologen das Phänomen, dass Einzelne in einer Gruppe untergehen. Folge: Da sie glauben, keine Beachtung zu bekommen, halten sich immer weniger an Regeln und kapseln sich ab. Gegenmaßnahmen: Nicht immer die gleichen Lieblingsmitarbeiter loben, sondern sich auch bei den leisen und unauffälligen Leistungsträgern im Hintergrund bedanken. Am besten öffentlich.

Raum lassen

So erstaunlich es klingt, Freiräume machen loyaler. Als die US-Beratung Kenexa 2007 mehrere Angestellte befragte, stellten die Analysten fest: Am größten war die Loyalität bei Beschäftigten, die auch von zu Hause aus arbeiten konnten. Die erzählten sogar häufiger mit Stolz von ihrem Job. Denn das Heimbüro wird als Vertrauensvorschuss empfunden – und den zahlen Mitarbeiter mit größerer Loyalität zurück.

(Zuerst erschienen in der WirtschaftsWoche )