Wer übernimmt die Kosten für die Stellensuche?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder der Jobsuchende macht die Ausgaben in seiner Steuererklärung geltend, oder er reicht sie bei der für ihn zuständigen Agentur für Arbeit ein. Werden die Ausgaben durch die Arbeitsagentur erstattet, können sie natürlich nicht auch noch beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Was ist bei der Übernahme durch die Agentur für Arbeit zu beachten?

Generell handelt es sich bei der Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur um eine freiwillige Leistung. Einen generellen Anspruch darauf gibt es nicht. Ob die Übernahme gewährt wird, entscheidet der zuständige Arbeitsberater. Er muss vorweg prüfen, ob der Antragsteller ganz oder zumindest teilweise für die Kosten aufkommen kann. Dabei berücksichtigt er die Höhe des Arbeitslosengeldes und bei Arbeitssuchenden die Höhe des Arbeitsentgelts. Die Förderung gibt es zudem nur, wenn nach einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gesucht wird. Wer plant, sich selbständig zu machen, bekommt nichts.

Insgesamt werden Kosten bis zu einer Höhe von 260 Euro pro Jahr erstattet. Dabei wird entweder pauschal mit je fünf Euro pro Bewerbung gerechnet – oder es werden die tatsächlichen Ausgaben berücksichtigt. Dann muss der Jobsuchende aber Belege vorlegen. Bei mehrtägigen Reisen werden auch Übernachtungskosten erstattet, sogar ein Tagegeld von zu bis 16 Euro ist gesetzlich erlaubt.

Wann sind die Bewerbungskosten steuerlich absetzbar?

Ausgaben für die Suche nach einem neuen Job können in der Steuerklärung geltend gemacht werden, sofern die Kosten nicht durch den Arbeitgeber oder durch die Agentur für Arbeit übernommen werden. Voraussetzung ist, dass die Kosten belegt werden. Darum ist es wichtig, alle Rechnungen auch für Kleinstbeträge aufzuheben und mit der Steuerklärung beim Finanzamt einzureichen.

Zu den steuerlich absetzbaren Bewerbungskosten gehören Aufwendungen für Inserate, Bewerbungsfotos, Papier, Druckerpatronen, Präsentationsmappen und andere Büromaterialien. Auch Telefon-, Fax- und Internetkosten, Porto, Kosten für Zeugniskopien, Beglaubigungen oder Übersetzungen können eingereicht werden.

Selbst die Kosten für Bewerbungstrainings oder die Programmierung einer Bewerbungswebsite, die Aufwendungen für die Mitgliedschaft in kostenpflichtigen Karriereplattformen oder den Dreh eines Bewerbungsvideos dürfen geltend gemacht werden. Und natürlich können die Ausgaben für Zeitungen, Ratgeber, Parkgebühren und Stadtpläne abgesetzt werden. Für Reisen zu Vorstellungsgesprächen können auch die Ausgaben für Verpflegungen angegeben werden. Wichtig ist, der Steuererklärung eine Liste mit allen Bewerbungen beizulegen. Die Aufwendungen werden auch dann angerechnet, wenn die Bewerbung erfolglos blieb.