Selbstmarketing So machen Sie sich bekannt

Als Selbständiger das Profil im Business-Netzwerk aufpolieren, durch kluge Nutzung sozialer Medien zum gefragten Experten werden – wie das geht, erklärt Jochen Mai.

Allgemeines

Machen Sie sich klar, wofür Sie stehen und womit Sie gefunden werden wollen: Was ist Ihre Kernkompetenz? Was bieten Sie an?

Entwickeln Sie dazu einen passenden Markennamen – und nutzen Sie Ihren Vor- und Nachnamen.

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Registrieren Sie beides als URL. Falls das nicht mehr möglich ist, prüfen Sie zumindest Variationen in Verbindung mit Ihrem Markennamen.

Entwickeln Sie ein einheitliches Design für alle Markenbestandteile. Sie sollten sich in der URL Ihrer Webseite, in Ihrer E-Mail-Adresse und anderen Erscheinungsorten spiegeln. 

Machen Sie ein professionelles Foto von sich und fertigen Sie daraus einen generellen Avatar für das Internet, zum Beispiel bei Gravatar.com.

Versuchen Sie Ihre Existenz und Ihr Angebot auf mehreren Kanälen zu distribuieren: in Blogs, Foren, per Videos oder Podcasts.

Sorgen Sie dafür, dass man Sie leicht erreichen kann: per E-Mail, per Skype, per Webseite, per Online-Netzwerk, per Handy.

Marketing

Werden Sie Mitglied in sozialen Netzen wie Xing, Linkedin, Facebook und Twitter. Melden Sie Profile in mehreren Netzen an. Und streuen Sie dort Ihre Informationen. Bleiben Sie aber persönlich!

Verlinken Sie die Seiten untereinander und geben Sie die Links dazu in Ihrer E-Mail-Signatur an.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Profile im Netz und registrieren sie diese auch bei kostenlosen Reputationsdiensten wie MyOn-ID, 123people oder Yasni.

Jochen Mai
Jochen Mai

Jochen Mai ist Diplom-Volkswirt und Wirtschaftsjournalist. Er leitet das Ressort Management + Erfolg bei der WirtschaftsWoche und ist Autor des Blogs Karrierebibel.

Registrieren Sie sich bei Twitter und posten Sie dort vor allem aber Nützliches für Ihre Leser (dort "Follower" genannt). Je fokussierter Sie dabei an Ihrem Claim bleiben, desto eher verbinden die Leser Sie mit dem Thema. Teilen Sie möglichst viel Wissen und helfen Sie, Fragen anderer zu beantworten.

Melden Sie sich in Fachforen an und liefern Sie dort Denkanstöße. Denken Sie daran: Erst geben, dann nehmen!

Kommentieren Sie Artikel in relevanten Blogs. Das ist der Lackmustest Ihrer Kompetenz. Wenn Sie dort wiederholt als hilfsbereiter und informierter Experte auftauchen, kommen die Leute später von alleine zu Ihnen.

Starten Sie einen Newsletter über Ihre Themen.

Medieneinsatz

Erstellen Sie Studien, Umfragen oder andere nachrichtenträchtigen Ergebnisse und geben Sie diese an die Presse und befreundete Mitstreiter.

Geben Sie, sofern es sich anbietet und Sie als Experte bereits einige Reputation zu Ihrem Fachthema haben, Interviews. Bieten Sie ebenso relevante wie informative Gastbeiträge in bekannten Blogs mit Multiplikatorenwirkung an.

Führen Sie Interviews mit prominenten Vertretern, Trendsettern oder Zelebritäten aus Ihrer Branche und publizieren Sie diese über Ihre Internet-Kanäle.

Besuchen Sie einschlägige Messen, Kongresse, Camps – und berichten Sie darüber per Artikel, Interview, Podcast, auf Video.

Eröffnen Sie ein Wiki und bauen Sie dort mit anderen eine stetig wachsende Wissens-Datenbank.

Geben Sie anderen Menschen aus Ihrer Branche einen Grund über Sie etwas Positives zu berichten. Der beste Grund ist: Sie helfen wirklich.

Erschienen in der WirtschaftsWoche.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. banal.

    :-(

    Bitte bemühen Sie sich um Argumente. Danke. Die Redaktion/ag

  2. schließt sein Internet-Kabel auch an der Steckdose an. Ein Beispiel für extremes Nicht-Marketing findet sich übrigens hier: www.zerfaserung.de

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • otomo
    • 14.01.2011 um 11:25 Uhr

    @SchwarzerRegen: Sie mögen es noch nicht mitbekommen haben, aber es gibt Internet übers Stromnetz.

    schliesst sein Internetkabel teilweise auch an die Steckdose an.
    Ich zum Beispiel nutze als Infrastruktur in meinem Haus Powerline Geräte. Das ist superpraktisch, weil ich die Wände nicht aufstemmen musste.

    Zerfaserung hat, wie viele deutsche Industrialbands, einen Stampfsound, der ans 'Marschieren' erinnert und Nazi-Ästethik besitzt.

    Machen Sie dafür gerade Werbung?

    Internet über das Stromnetz gibt es nicht wirklich.

    Im Stromnetz zuhause können Sie nur ein lokales Netz mit Ihrem Router aufbauen oder anderen Computern, die wiederum eine Verbindung zum Internet haben können. Den Anschluss an das Internet gibt es aber tatsächlich nur über die Kabel der Telekom in der Straße oder Funk/Satellit.

    Diese Powerline Adapter sidn übrigens alles andere als zuverlässig, geht bei den meisten Haushalten gar nicht, insbesondere bei modernen Haushalten mit FI Schutzschaltern in jedem Raum.

    • otomo
    • 14.01.2011 um 11:25 Uhr

    @SchwarzerRegen: Sie mögen es noch nicht mitbekommen haben, aber es gibt Internet übers Stromnetz.

    schliesst sein Internetkabel teilweise auch an die Steckdose an.
    Ich zum Beispiel nutze als Infrastruktur in meinem Haus Powerline Geräte. Das ist superpraktisch, weil ich die Wände nicht aufstemmen musste.

    Zerfaserung hat, wie viele deutsche Industrialbands, einen Stampfsound, der ans 'Marschieren' erinnert und Nazi-Ästethik besitzt.

    Machen Sie dafür gerade Werbung?

    Internet über das Stromnetz gibt es nicht wirklich.

    Im Stromnetz zuhause können Sie nur ein lokales Netz mit Ihrem Router aufbauen oder anderen Computern, die wiederum eine Verbindung zum Internet haben können. Den Anschluss an das Internet gibt es aber tatsächlich nur über die Kabel der Telekom in der Straße oder Funk/Satellit.

    Diese Powerline Adapter sidn übrigens alles andere als zuverlässig, geht bei den meisten Haushalten gar nicht, insbesondere bei modernen Haushalten mit FI Schutzschaltern in jedem Raum.

    • Furo
    • 14.01.2011 um 7:46 Uhr

    ob so ein blinder Selbstdarstellungszwang auf allen möglichen digitalen Kanälen tatsächlich Kompetenz vermittelt, oder nicht eher als Kompensationsversuch von mangelnder Anerkennung und/oder Kompetenz wahrgenommen wird.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • LP
    • 14.01.2011 um 14:09 Uhr

    ...wie man es macht.

    • LP
    • 14.01.2011 um 14:09 Uhr

    ...wie man es macht.

  3. Ich finde die Vorschläge super und werde den Artikel weiterempfehlen, und für mich selbst für die Zukunft notieren.
    Ob der Selbstständiger über den Notwendigen Kompetenzen verfügt, tut hier nichts zur Sache. Hier geht's erstmal darum, beim Kunde anzukommen. Dann müssen Taten den Wörtern folgen.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. egal in welcher branche man sich etablieren will: selbstdarstellung, mut zum egoismus, ständige präsenz werden von all den ratgebern gefordert.

    und doch nützt alles nichts, sind es doch vor allem andere dinge die jemanden am ehesten weiterbringen: beziehungen. und zwar keine facebookfreunde und twitterfollower sondern bekanntschaften von freunden und familie. je "besser" diese sind, d.h. je einflussreicher diese richtigen bekanntschaften sind, desto eher kommt man selbst möglichst schnell in diese oder ähnliche "kreise" rein. (wer ein bisschen rückgrad hat wird sich schon bald fragen, was er in diesen kreisen eigentl. will.)

    in der kunstbranche hat sich im allgemeinen der verkauf des eigenen körpers als argument für die eigenen werke etabliert (das fängt schon im studium an und das wird ihnen jeder dipl. künstler-taxifahrer bestätigen, die "erfolgreichen" GallerienbesetzerInnen natürlich eher weniger).

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Die Realität kann man jedoch in ein Wort fassen: Beziehung.

    Diese ganzen Berater, Tippsgeber sind doch selbst nur durch Kontakte hochgekommen. Die echte Wirtscahft sieht so aus, dass niemand sich irgendwelche Xing-Profile durchliest. Niemand sucht in den gelben Seiten, auf Homepages, etc.
    ALLES läuft nach dem Schema: "Kollege kennst Du jemanden, der..."

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • otomo
    • 14.01.2011 um 11:28 Uhr

    @Sammelsurium: Die Realität hört nicht hinter dem eigenen Horizont auf. Ich habe meinen letzten Job über mein XING Profil angeboten bekommen. Soviel zu "Kollege, kennst Du jemanden".

    • otomo
    • 14.01.2011 um 11:32 Uhr

    War ja klar. Jemand postet eine lockere Reihe von Tips und Tricks für Freiberufler und Co. Und schon steigen die Besserwisser und Miesepeter hier wieder aus ihren Kellern. Fehlt nur noch der obligatorische Rechtschreibungsnazi.

    Ich denke in den Tips findet sich Brauchbares. Nicht alles ist für jeden brauchbar. Aber ein schönes Brainstorming.

    • otomo
    • 14.01.2011 um 11:28 Uhr

    @Sammelsurium: Die Realität hört nicht hinter dem eigenen Horizont auf. Ich habe meinen letzten Job über mein XING Profil angeboten bekommen. Soviel zu "Kollege, kennst Du jemanden".

    • otomo
    • 14.01.2011 um 11:32 Uhr

    War ja klar. Jemand postet eine lockere Reihe von Tips und Tricks für Freiberufler und Co. Und schon steigen die Besserwisser und Miesepeter hier wieder aus ihren Kellern. Fehlt nur noch der obligatorische Rechtschreibungsnazi.

    Ich denke in den Tips findet sich Brauchbares. Nicht alles ist für jeden brauchbar. Aber ein schönes Brainstorming.

  6. Wer diese ganzen Tipps im Artikel beherzigt, ist als Selbstständiger schnell pleite.
    Vor lauter Selbstinszenierung sollte das Geld verdienen nicht vergessen werden.
    Die Aussage: "Erst geben, dann nehmen!" hat eher etwas kirchlich-karitatives denn kaufmännisches.
    Vor der Entscheidung, sich selbstständig zu machen, steht doch erst einmal eine kleine Markt- und Branchenanalyse.
    Dazu bedarf es keiner Unternehmensberater, sondern einfach gesunder Menschenverstand.
    Wer weiß, was er kann oder hat (ein Produkt) und wo sein Markt ist (sein könnte), findet auch seinen Platz.
    Der Besuch von Messen mag sicherlich noch sinnvoll sein, um die Konkurrenz abzuklopfen oder neue Ideen zu bekommen.
    Aber auch hier sollte man kaufmännischen Sachverstand walten lassen. Zu viele Messebesuche gehen ins Geld (Fahrt und Übernachtung und keine Zeit für die eigene Arbeit).
    Es hängt natürlich auch von der Art der Selbstständigkeit ab. Verkaufe ich ein Produkt, bin ich Servicedienstleister oder verkaufe ich nur "geistige" Leistungen.
    Im Zweifel eignet sich ein geschicktes Guerillamarketing. Wenig (Zeit- und Kapital-)Einsatz, große (hoffentlich positive) Wirkung.
    Viel Erfolg !

    Eine Leser-Empfehlung
    • atoato
    • 14.01.2011 um 10:10 Uhr

    bin ich damit einverstanden, dass nichts so gut vermarktet wie Wissen und Können. Nichts desto trotz muss man sich Gehör verschaffen. Ich habe z.B. seit etwa 5 Jahren keine Kaltakquise oder Bewerbung mehr geschrieben, alles ausschliesslich über Xing. Als Türstopper ist das Ding einfach perfekt.

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  • Quelle WirtschaftsWoche
  • Kommentare 34
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