BMW erfüllt die Frauenquote nur im Aktionärskreis

Wenigstens der Aktionärskreis bei BMW hat die Frauenquote längst erfüllt. Allein 30 Prozent der Anteile halten Johanna Quandt und ihre Tochter Susanne Klatten. Bei den Führungskräften hat der Autokonzern aber noch Nachholbedarf. Gerade einmal 450 Frauen zählen die Münchener bei 96.000 Beschäftigten insgesamt – in der Topetage ist es bislang keine einzige. Bis 2020 will BMW den Anteil weiblicher Führungskräfte auf 15 bis 17 Prozent verdoppeln. Einen "Zielkorridor" nennt BMW diesen Wert und drückt damit seine Skepsis gegen feste Vorgaben aus. Immerhin: Frauen sollen in alle Bereiche der Konzernführung vordringen. Bislang haben es nur drei auf die Ebene unterhalb des Vorstands geschafft. Das liegt in den Genen der Marke: BMW baut weitgehend Autos von Männern für Männer. Der Anteil von Frauen liegt schon in den Studiengängen und Ausbildungsberufen unter zehn Prozent. BMW will nun in seinen Ausbildungs- und Traineeprogrammen mögliche weibliche Führungskräfte früh identifizieren und fördern.

Telekom plant Teilzeit für Führungskräfte

Die Deutsche Telekom hat im Frühjahr vergangenen Jahres mit ihrer freiwilligen Quote die Debatte über Frauen in deutschen Unternehmen angestoßen. Treibende Kraft war Personalvorstand Thomas Sattelberger. Der 61-jährige Manager, den es selbst in die Politik zieht, engagiert sich auch bei gesellschaftspolitischen Themen. Die Telekom hat er zu einer Selbstverpflichtung bewegt, bis zum Jahr 2015 jede dritte Führungsposition mit Frauen zu besetzen. Sattelberger ist überzeugt, dass der Konzern davon profitieren wird, weil Frauen über Entscheidungen gründlicher nachdenken und selbstkritischer seien als Männer. Vieles in der Wirtschaft würde mit mehr Reflexion und Skrupel besser laufen, davon ist Sattelberger zutiefst überzeugt. Die Bilanz seines Vorstoßes nach einem Jahr: Der siebenköpfige Telekom-Vorstand ist zwar immer noch ausschließlich mit Männern besetzt, und zumindest intern gibt es derzeit auch keine weibliche Anwärterin auf einen Posten in diesem höchsten Gremium. Bei der Einstellung von Topnachwuchskräften ist der Frauenanteil von 33 Prozent Anfang 2010 auf jetzt 52 Prozent gestiegen. "Unser erstes Etappenziel haben wir erreicht", sagt Sattelberger. Um Müttern eine Karriere zu ermöglichen, plant er Teilzeitstellen für Führungskräfte. Das habe zudem den Charme, dass die Person, die die Mutter an den Tagen ersetze, an denen diese nicht anwesend sei, selbst Führungserfahrung sammeln kann.

Airbus beschließt das Ende der Männerdomäne

Der Flugzeugbauer Airbus ist einer der größten industriellen Arbeitgeber Norddeutschlands. 16.000 Menschen arbeiten für den Konzern, davon sind 7000 Ingenieure. An der Elbe in Finkenwerder produziert Airbus den Verkaufsschlager A320, der Riesenairbus A380 erhält hier seine Innenausstattung. Airbus hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Der Anteil der Frauen soll bis zum Jahr 2015 auf allen Ebenen auf 30 Prozent steigen. "Das ist ein sehr sportliches Ziel. Wir werden es nur erreichen, wenn wir verstärkt Frauen ausbilden und rekrutieren – und da sind wir dabei. Aktuell ist schon jeder vierte Mitarbeiter, der zu uns kommt, eine Frau", sagt Airbus-Arbeitsdirektor Joachim Sauer. Derzeit liegt der Frauenanteil in den Führungs- und Gruppenleitungsebenen bei Airbus in Deutschland erst bei knapp zehn Prozent. Im Executive Committee von Airbus, das Tom Enders führt, sitzt keine einzige Frau. Die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vorgeschlagene flexible Quote findet bei Airbus volle Unterstützung. Es gilt, den Fachkräftemangel zu verhindern, und außerdem hat man festgestellt, dass Teams mit einer guten Mischung aus Frauen und Männern qualitätsbewusster und sorgfältiger arbeitet.