Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Sie ist schneller und unübersichtlicher geworden . Müssen Entscheidungen getroffen werden, bleibt der Führungsriege zuweilen nur wenig Zeit, um umfassend zu recherchieren und alle nötigen Informationen einzusammeln. Und auch, wenn Entscheidungen zum Job-Alltag gehören, nicht jede Führungskraft hat den Mut und die Fähigkeit zur Entscheidung.

Ob eine Entscheidung richtig oder falsch ist, stellt sich meist erst hinterher heraus. Der deutsche Soziologe Niklas Luhmann sieht darin kein Problem, denn für ihn ist es nicht wichtig, was bei einer Entscheidung entschieden wird, sondern dass sie überhaupt entschieden wird. Denn schlimmer, als die falsche Entscheidung zu treffen, ist es, gar keine zu treffen .

Während die eine Führungskraft rational entscheidet, eventuell mit Hilfe von sogenannten Pro-Kontra-Listen, treffen andere wiederum ihre Entscheidungen intuitiv, aus dem Bauch heraus. Weil die Ratio aber nie frei von Emotionen ist, wird eine kluge Entscheidung gleichermaßen aufgrund von Emotionen, Erfahrungen und des Verstandes getroffen. Und auch wenn der Verstand eher langsam arbeitet, tut er dies doch gründlich. Die Emotion hingegen arbeitet sehr schnell, zurück bleiben jedoch auch meist diffuse Gefühle.

Was aber ist in Bezug auf Entscheidungen die beste Grundlage?

Während rationale Entscheidungen Zeit, Aufmerksamkeit und Konzentration benötigen, erhält der Entscheider bei der Emotion blitzschnell eine Bewertung – sozusagen aus dem Bauch heraus. Nachteil: Diese emotionale Bewertung ist nicht greifbar wie ein Argument.

Um aber gerade in kritischen Situationen schnell und richtig entscheiden zu können, sollte jeder wissen, welcher Entscheidungstyp er ist. Wer weiß, welcher Kategorie er angehört, kann gezielt an seinem Verhaltensmuster arbeiten – um in Zukunft weise Entscheidungen treffen zu können.

Die Psychoanalytikerin Maja Storch hat in zahlreichen Trainings vier Typen von Entscheidern herausgearbeitet: Den Ausgeglichenen, den Selbstausbeuter, den Schnellentscheider und den Zerrissenen.

Der Ausgeglichene

Dieser Entscheidungstyp steht für den "Normalzustand", denn er trifft Entscheidungen aufgrund von Erfahrungen, der Ratio und der Emotion. Der Ausgeglichene weiß genau, wie er den Verstand und das Gefühl koordinieren muss. Kommen dann beide Bewertungsmechanismen zum selben Ergebnis, fühlt sich die Entscheidung richtig an. Sind Verstand und Emotion nicht im Einklang, analysiert der Ausgeglichene, was ihm konkret Unbehagen verursacht. Er sucht dann so lange nach einer Lösung, bis Kopf und Bauch im Einklang sind.