Management : Frauenquote bedroht Männerkarrieren

Unternehmen verordnen sich freiwillig eine Frauenquote, ehe es das Gesetz tut. Nun droht vielen hoch qualifizierten Männern eine Diskriminierung.
Sie hat es auch ohne Quote geschafft: Simone Bahel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende des Henkel-Konzerns, gemeinsam mit Kasper Rorstedt, Vorstandsvorsitzender von Henkel © Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Prädikatsexamen, beste Zeugnisse, knapp zehn Jahre Personalverantwortung in verschiedenen Unternehmen, aufgestiegen bis zur zweiten Managementebene, darunter drei Jahre in Peking verantwortlich fürs Asien-Geschäft – und vor Kurzem noch einen MBA draufgesattelt: Jürgen Grüttner* hatte jahrelang zielgerichtet darauf hingearbeitet, es bis ganz nach oben zu schaffen. Als ein Konzern vor einigen Wochen einen neuen Personalchef suchte, schien er kurz vor dem Ziel: Die Stelle passte perfekt zu dem 49-Jährigen, aus Sicht des vom Unternehmen beauftragten Headhunters war Grüttner der am besten qualifizierte Kandidat.

Das Problem: Das Unternehmen wollte ihn nur der Form halber kennenlernen. Der Grund: Unter den drei Kandidaten der letzten Runde waren neben ihm auch zwei Frauen mit beachtlichen, wenn auch nicht besseren Lebensläufen.

"Der Mann hatte von Anfang an keine Chance", erinnert sich der mit der Kandidatensuche beauftragte Partner einer großen deutschen Personalberatung – der seinen wahren Namen genauso wenig preisgeben möchte wie Grüttner. Zu groß ist die Angst vor Repressalien. "Um eine Chance auf den Posten zu haben, hätte ich ihm eigentlich nur einen Rat geben können: eine Geschlechtsumwandlung."

Was auf den ersten Blick wie ein billiger Witz wirkt, entwickelt sich für immer mehr hoch qualifizierte Männer zur bitteren Realität: Weil die Unternehmen eine gesetzliche Frauenquote fürchten wie der Teufel das Weihwasser, üben sie sich panikartig in vorauseilendem Gehorsam. Verpflichten sich freiwillig, den Frauenanteil in ihren Führungsetagen und Aufsichtsräten in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Suchen im In- und Ausland händeringend nach geeigneten Kandidatinnen. Und verordnen sich Frauenförderprogramme, um zumindest in ein paar Jahren die Chance zu haben, die selbst auferlegten Quotenziele zu erfüllen.

Kein Unternehmen will sich noch länger das Image eines Macho-Ladens leisten, kaum ein Konzernlenker lässt eine Gelegenheit aus, um zu betonen, sich nichts sehnlicher zu wünschen als mehr Frauen in Führungspositionen. Dass hoch qualifizierte Männer deshalb auf dem Karriere-Abstellgleis landen, wird stillschweigend in Kauf genommen. Die Ausgebremsten erfahren nun am eigenen Leib, was Frauen jahrzehntelang erdulden mussten.

Nach einer aktuellen Umfrage der WirtschaftsWoche unter allen börsennotierten deutschen Unternehmen breitet sich diese Haltung vor allem in Konzernen immer weiter aus: War die Deutsche Telekom vor gut einem Jahr noch einsamer Rufer in der Wüste, als sie sich öffentlichkeitswirksam eine Frauenquote von 30 Prozent für Management und Aufsichtsrat auferlegte, die bis 2015 erfüllt sein soll, ziehen nun immer mehr Unternehmen nach. Knapp die Hälfte der im Dax 30 notierten Arbeitgeber hat sich mittlerweile selbst eine Quote verordnet, will in den kommenden Jahren die Zahl der Frauen in Top-Management und Aufsichtsrat deutlich aufstocken. Autobauer BMW etwa möchte den Frauenanteil im Top-Management bis 2020 von derzeit 9 auf 16 Prozent erhöhen, Chemiekonzern Bayer bis 2017 jeden fünften Aufsichtsratssitz und schon bis 2015 rund jede dritte Führungsposition im Management mit einer Frau besetzen. Versicherungsriese Allianz plant, mittelfristig seinen Frauenanteil im Aufsichtsrat von derzeit 10 auf 25 Prozent, den im Top-Management gar auf 30 Prozent zu steigern.

Infolge dieser grassierenden Quotionitis hat sich mittlerweile fast jedes Unternehmen der Frauenförderung verschrieben: Daimler will bis 2012 bundesweit 569 Krippenplätze an 14 Standorten einrichten, ThyssenKrupp ambitionierte Studentinnen technischer Studiengänge gezielt fördern. Die Deutsche Börse wird künftig 60 Prozent ihrer Trainee-Stellen mit Frauen besetzen. Und die Commerzbank kündigt an, mehr Damen in die Auswahlprogramme für Führungspositionen aufzunehmen. "Die Chancen für Frauen, Karriere zu machen", heißt es dort, "waren noch nie so gut wie heute."

Auch weil Headhunter zielgerichtet auf Frauen angesetzt werden: Wer etwa der Deutschen Telekom eine Führungskraft vermitteln möchte, muss auf seiner Kandidatenliste mindestens 30 Prozent ebenso qualifizierte Frauen vorschlagen.

"Die Nachfrage nach Frauen im Top-Management ist in den letzten Monaten sehr stark gestiegen", sagt Sylvia Tarves, Geschäftsführerin von Leading Women, einer auf die Vermittlung weiblicher Führungskräfte spezialisierte Personal- und Gender-Balance-Strategieberatung, "von Unternehmen – und verzweifelten Kollegen anderer Personalberatungen."

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Kommentare

469 Kommentare Seite 1 von 41 Kommentieren

"Positive Diskriminierung?"

Vielleicht ja, aber nötig ist sie dennoch.
Ca. 50% unserer Gesellschaft sind weiblich. Rund 50% der Hochschulabsolventen sind weiblich.
Nicht 50% unserer höheren Angestellten sind weiblich.
Einige Frauen sind vielleicht aus biologischen Gründen(Schwangerschaften) nicht direkt im big business, aber eine Frauenquote von 30% sollte doch machbar sein.
30% Frauengquote heißt 70% Mänenrquote.
Das heußt 30 Frauen zu 70 Männer.

Wenn nicht einmal das von selbt erfüllbar ist, dann muss man schauen wo denn der Fehler liegt?
Und wenn das Ergebnis Diskriminierung der Frau ist, und sich nichts von selbst ändert, dann muss eben durch eine Quote entgegengewirkt werden.

Die Diskussion klingt wie eine, die ich derletzt auf einem amerikanischen Sender verfolgt habe. Dort beschwert sich ein Konzernchef warum er Schwarze einstellen muss. Er sagte es geht hier nicht um Rassismus, sondern um Freiheit. Immerhin greifd ein Zwang seine Freiheit an. In diesem 1000 köpfigen Handwerskunternehmen gab es nicht einen Schwarzen...
Achja, er war natürlich auch für freie Waffen, und ja er hat die Republikaner gewählt....
:D

Denisfaber; @1

"""""Ca. 50% unserer Gesellschaft sind weiblich. Rund 50% der Hochschulabsolventen sind weiblich.""""
aus Ihrem Kommentar.

Nun klammern Sie bitte einmal Politikwissenschaften, Theaterwissenschaften, Lehrerberufe, Soziologen etc. aus und sortieren einmal neu und im MINT-Bereich schauen Sie dann einmal nach wie es mit der Quote der dortigen Hochschulabsolventinnen aussieht. Danke.

Nicht korrekt.

"30% Frauengquote heißt 70% Mänenrquote.
Das heußt 30 Frauen zu 70 Männer."

Eben nicht. Und wenn es so wäre, dann wäre es sehr diskriminierend der Frau gegenüber, da nach ihrer Argumentation eine Frauenquote eine Männerquote impliziert, was aber schlichtweg falsch ist. 30% Frauenquote heißt, dass im Verhältnis _mindestens_ 30 Frauen auf 100 Mitarbeiter kommen, lange aber nicht, dass _höchstens_ 30 Frauen auf 100 Mitarbeiter kommen.
Es mag so sein, dass man damit gerechnet hat, dass die Unternehmen die Rechnung so machen, wie Sie - also so wenig Frauen wie nur irgend möglich einstellen -, aber wie der Artikel zeigt, ist dem nicht so.
Hier wird schlichtweg eine gesellschaftliche Diskriminierung mit einer Staatlichen getauscht.
Dies ist Irrsinn im Quadrat.

10% Frauen in Männerberufen?

>der wollen sie sagen, dass in den "Männerberufen" eben nur eine Frau auf zehn Männer kommt?

Schön wär's! Ich hab 1991 mit ~400 anderen Erstis das Maschinenbaustudiem angefangen. Unter diesen ~400 Leuten waren vierzehn (in Worten: vierzehn) Frauen. Und das ist die Generation der jetzt so um die vierzigjährigen Ingenieure, die so langsam in verantwortlichere Positionen kommt. Wo um alles in der Welt sollen die Frauen für eine 30%-Quote bspw. für Chefingeneure in der Industrie herkommen? Es gibt sie einfach nicht! In meinen 15 Jahren in der EDV habe ich drei (in Worten: drei) weibliche Programmierinnen getroffen, und ein paar hundert männliche. Wo sollen die Frauen herkommen, die Chefentwicklerinnen werden können?

"Wenn nicht einmal das von selbt erfüllbar ist, dann muss man...

schauen wo denn der Fehler liegt?"

Richtig. macht aber niemand - es wird einseitig eine ideologische Postion, die eine Frauendiskriminierung diagnostiziert, propagiert.

Es ist doch so: Es gibt 80 Millionen Deutsche und 1,3 Milliarden Chinesen. Warum bringen nicht die Chinesen mehr als 10 Mal so viele Spitzenfußballer hervor, wie sie es nach Ihrer Logik ja müssten. Denken Sie darüber nach!

MIlchmädchenrechnung

So funktioniert das nicht. Mit einer derartigen Rechnung machen Sie sich nur lächerlich, also lassen Sie es lieber. - Mich persönlich stört es nicht, ich höre täglich weit schlimmeres als Milchmädchenrechnungen.

Auch gerade viele junge Frauen gehen heute immer noch vom Versorger aus, was ja auch angenehmer ist. Versorgt man selbst die Familie, hat man keine Wahl mehr. Dann fallen viele Jobs weg, wie Teilzeit und mit anderen Freiheiten, auf Kosten eines nicht ganz so hohen Gehalts.

In vielen Männern ist da immer noch eingebläut: Hauptsache du verdienst viel Geld für die Familie, die Familie ist wichtiger als deine Erfüllung. Deswegen verdienen sie dann am Ende eben meist mehr - nich für sich, sondern für Frau und Kind.

Es wanden ja jährlich Abermilliarden von "Mann" zu "Frau", das wird aber gar nicht verrechnet.

Was für eine Form von Benachteiligung soll das sein?

Männer haben einfach schlechte Chancen, schließlich dürfen sie sich nicht schminken und "sexuell" anziehen, sondern ihre Form von "Brust und Hintern rausstrecken" ist eben der Geldbeutel, Haus und Auto - immer noch.

Wenn sich das in den Köpfen der Männer und Frauen ändert, dann wird sich auch in den Berufen ändern, nicht per Quote, die nur eine Vertiefung des Sexismus bedeutet.

Falsche Schlussfolgerung

... mit der Quote würden von diesen 5 Frauen, diejenigen Karriere machen, die genauso gut, wie ihre männlichen Absolventen sind.
Sie müssten nicht deutlich besser sein, um Karriere zu machen.
Sie müssten, wenn sie gleich gut oder besser sind, nicht zusehen, wie ihre männlichen, deutlich schlechteren Kollegen gut dotierte Posten bekommen und wie selbstverständlich an der Karriereleiter an ihnen vorbei ziehen.

Chancengerechtigkeit unterstütze ich, aber

Gleichheit der Chancen (ein Widerspruch in sich) ist wieder so ein etwas fragwürdiger Begriff.
Man kann nur vom Recht oder Rechtsrahmen ausgehen, nicht davon, daß alle Menschen gleich sind.
Wenn tatsächlich eine Gruppe aus mentalen Gründen Nachteile hat, läßt sich da auch nur kulturell was ändern:
Durch Integration, Vertrauensbildung usw...
Macht ein Chef(in) mit der ersten angestellten Managerin sehr gute Erfahrung,wird er/sie eher eine zweite einstellen, wenn diese auch was stemmt.... die Frauen müssen sich also GEGENSEITIG durch stabile, dauerhafte Leistung helfen, statt nach dem PAPA STAAT zu rufen!
Das Wort Frau kann man natürlich auch durch das Wort Mann, Franzose, Türke, Araber usw. austauschen!

Und nun stellen Sie sich mal vor, wie es den Frauen bislang ging

Ein halbwegs kluger und offener Geist wird sich gegen jedwede Diskriminierung aussprechen. Und ganz sicher ist es auch schade, wenn der eine oder andere geeignete männliche Bewerber nun keine Führungsposition bekommt, weil sich auch eine Frau beworben hat.

Aber stellen Sie sich doch mal vor, wie es uns Frauen seit Jahrhunderten geht. Wir haben oft die besseren Bildungsabschlüsse, bringen Familie und Beruf unter einen Hut, machen zwangsläufig Babypausen, wenn wir Kinder bekommen haben – und müssen immer wieder erleben, wie Männer an uns vorbeiziehen. Männer verdienen im Durchschnitt immer noch sehr viel mehr als wir Frauen. Dabei machen wir unsere Arbeit keineswegs schlechter, vielleicht aber anders.

Wenn es nicht anders geht als über eine Quote, dann muss die Quote eben kommen! Den Unternehmen tun die Softskills der Frauen und der weibliche Führungsstil durchaus gut. Und die Männer können von uns Frauen auch noch sehr viel lernen.

Falsch

Es steht schon im Text: Was kann ein junger, gut ausgebildeter Mann für Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte? - Richtig: gar nichts.
Es ist durch kein, ich betone es: durch kein Argument gerechtfertigt, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen - gleichgültig ob Mann oder Frau.

Außerdem hat sich der Staat aus unternehmerischen Entscheidungen gefälligst herauszuhalten. Das Unternehmen steht im Eigentum des Unternehmers. Dieser - und dieser allein - darf entscheiden, wen er in seinem Betreib haben will und wen nicht - selbst, wenn seine Motive fragwürdig sind.

Na dann können wir die Gesellschaft ja abschaffen ...

Ich bin unternehmerisch tätig, engagiere mich bei den Wirtschaftsjunioren und ich finde die Quote richtig.

"Außerdem hat sich der Staat aus unternehmerischen Entscheidungen gefälligst herauszuhalten. Das Unternehmen steht im Eigentum des Unternehmers. Dieser - und dieser allein - darf entscheiden, wen er in seinem Betreib haben will und wen nicht - selbst, wenn seine Motive fragwürdig sind."
Artikel 14 Absatz 2 des GG: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
Kommt der Unternehmer also diesem Gesetz nicht nach ist der Staat verpflichtet einzugreifen.

"Es steht schon im Text: Was kann ein junger,gut ausgebildeter Mann für Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte? - Richtig: gar nichts.
Es ist durch kein, ich betone es: durch kein Argument gerechtfertigt, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen - gleichgültig ob Mann oder Frau."

Und hier wiedersprechen sie sich selbst. Denn man kann genauso fragen: Was kann eine junge gut ausgebildete Frau für die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte? - Richtig: gar nichts.
Warum sollte sie es also schwerer haben, als der junge, gut ausgebildete Mann? Dieser hat es nämlich nur der Vergangenheit gegenüber schwerer, da sich diese Situation ändert. Die Frau hat es aber im allgemein schwerer als der Mann - sie wird also dem Mann Gegenüber benachteiligt, und nicht nur gegenüber der Vergangenheit. Wie schon zuvor geschrieben. die Qute wirkt einer Bevorteilung der Männer entgegen.

Nicht richtig.

"Was kann eine junge gut ausgebildete Frau für die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte? - Richtig: gar nichts.
Warum sollte sie es also schwerer haben, als der junge, gut ausgebildete Mann?"

Sie soll es nicht schwerer haben. Aber auch nicht leichter. Ich begreife nicht, warum viele Leute das anscheinend nicht verstehen können. Die Beispiele in solchen Artikeln sprechen ja nicht von Männern, die auf einmal jammern, dass sie nicht bevorzugt werden, sondern von Männern, die aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden, weil ihnen trotz besserer Qualifikation und Eignung eine Frau vorgezogen wird, einfach aus Gründen der Quote. Die Männer beschweren sich also nicht, weil sie es schwerer haben als in der Vergangenheit, oder weil sie es nun genauso schwer haben wie Frauen, sondern weil es ihnen gegenüber Frauen per Quote wesentlich schwerer bis unmöglich gemacht wird, eine Stelle zu bekommen.

Aus Fehlern lernen?!

"Aber stellen Sie sich doch mal vor, wie es uns Frauen seit Jahrhunderten geht."
Genau dann sollten Sie doch gegen eine Frauenquote sein.
Das hört sich jetzt für mich so an: "Solange wir benachteiligt wurden, war der Unterschied zw. Mann und Frau schlecht. Wenn wir jetzt dadurch bevorteilt werden, ist das gut." Dies empfinde ich als heuchlerisches Argument.

"Den Unternehmen tun die Softskills der Frauen und der weibliche Führungsstil durchaus gut."
Sie argumentieren keineswegs besser als chauvinistische Männer. Sprechen Sie jetzt männlichen Führungskräften automatisch Softskills ab? Das wäre so, wie wenn ich schreiben würde: "Die Frauenquote macht keinen Sinn, denn Frauen haben kein Durchsetzungsvermögen."
Diese Aussage wäre genauso schwachsinnig wie Ihr Satz.

Zum Artikel: Die Frauenquote ist einer der Gründe, weshalb ich nach meinem Studium nicht vorhabe in Deutschland zu arbeiten. Mir persönlich wird die deutsche Wirtschaft wohl nicht hinterher weinen. Sollten aber viele so wie ich denken, könnte das durchaus schmerzen.
Man sollte von vornherein Bewerbungsunterlagen wie in den USA einführen - Ohne Angabe von Geschlecht, Herkunft, Photo oder ähnlichem. Die einzigen Angaben sollten die sein, die einen für den Job qualifizieren. So könnte man auch der Diskriminierung vorbeugen.

Fehlende Quote seit Jahrhunderten laut Schröder ????

Da gab es gar keine Firmen im modernen Sinne, auch nicht für angestellte Männer.
Denn es gab bis 1820 fast nur Hauswirtschaft und dort war die Hausfrau die Chefin der Mägde und letztlich auch der
Knechte.
Daß Frauen sich privat veredelten, Männer Angestellte oder Beamte wurden, ist erst ein Produkt aus ca 1840 ff (Biedermeier), einer damaligen 3% Minderheit.
Erst seitdem ging der Mann zur Arbeit aus Haus und Hof weg, die Frau blieb. Erst da beginnt diese moderne Teilung des Lebens, das im Mittelalter und Barock noch unter einem Dach am Webstuhl, im Bauernhof oder im Handwerksbetrieb stattfand. Frau und Mann arbeiteten da eng zusammen!Von wegen hier eine spezielle Frauendiskrimierung.
Ministerin und Soziologin Schröder redet also großen Unsinn.

@ Standpunkt Kommentar Nr. 15

Zu Absatz 1:
Wenn aber doch Frauen bis heute benachteiligt sind und keiner benachteiligt sein darf, wie soll diese dann aufgehoben werden? Eine 30er Quote ist doch keine B. Es werden immer noch weitaus mehr Männer eingestellt als Frauen.

Zu Absatz 2:
Eben nicht. Auch der Unternehmer untersteht dem Grundgesetz! Genauso wie jeder andere Mensch auch. Er hat in dieser Richtung keine Sonderrechte. Glauben Sie tatsächlich, er habe das Recht, sich über das GG zu erheben? Lesen Sie sich die Absätze 1-3 in Artikel 3 des GG besser noch einmal in Ruhe durch und üerlegen Sie...

Naja, dass die Frau ...

Naja, dass die Frau per Gesetz oder auch der Bibel (im Mittelalter ja ziemlich nah beieinander) aber dem Mann untergeordnet war, möchten sie nicht bestreiten, oder? Die Art der Benachteiligung war anders, ab es gab sie auch damals schon. Die Mägde und Knechte waren zwar den Frauen unterstellt, aber auch den Hausherren, der zum Beispiel auch das Rechte hatte, über das Vermögen seiner Frau zu verfügen, sie zu züchtigen, zu verstossen etc.

Sie arbeiten nicht "seit Jahrhunderten",

sondern hier und jetzt!

Wenn Sie persönlich benachteiligt werden, sollten Sie dagegen angehen. Allgemeine gesellschaftliche Reformvorstellung durch gezielte Bevorzugung oder Benachteiligung je nach Gruppenzugehörigkeit durchzusetzen, hat mit "gleiches Recht für alle" nichts, und mit "Diskriminierung" alles zu tun.

Zitat:
"Aber stellen Sie sich doch mal vor, wie es uns Frauen seit Jahrhunderten geht. Wir haben oft die besseren Bildungsabschlüsse, bringen Familie und Beruf unter einen Hut, machen zwangsläufig Babypausen, wenn wir Kinder bekommen haben – und müssen immer wieder erleben, wie Männer an uns vorbeiziehen."

Im Artikel

stand nicht, dass der Mann besser qualifiziert war. Zu Beginn wird darauf hingewiesen, dass die Frauen keine schlechteren Lebensläufe aufweisen. Also mit welchem Recht sollte er die Stelle nun bekommen? Weil er der Mann ist und es schlicht unfair wäre, wenn er zurückstecken müsste? Man könnte meinen es wäre sein angeborenes Recht, diese Stelle zu bekommen. Würde er jetzt diesen Posten besetzen, wäre es genauso eine Diskriminierung seiner Mitbewerberinnen, da diese ja nicht schlechter sind, wie ausdrücklich erwähnt.

PS: Einige hier vergessen, dass die Outoe, wenn sie denn noch kommen sollte, nur für Vorstandsposten und Führungsetagen gilt. Der Mittelstandsbetrieb mit 30 Mitarbeitern kann weiterhin "geschlechtsunabhängig" einstellen. Und die Erfahrung zeigt, welche Kriterien da entscheiden: 30 Jahre jung, 20 Jahre Berufserfahrung, wenn Kinder, dann schon aus dem Haus, ansonsten männlich.

Ich bin übrigens gegen Quote. Lieber ist mir das Etablieren von Teilzeit für Männer und Frauen (Eltern), Ausbau der (bezahlbaren) Kinderbetreuung und ein Selbstverständnis für Väter, die sich um ihren Nachwuchs kümmern möchten. D.H. kein Jobverlust bei Teilzeit- oder Elternzeitanträgen.

Es muss einen nicht verwundern,

schließlich hat Deutschlands erste Feministin und Bildkolumnistin - die kurioserweise das Bundesverdienstkreuz bekommen hat - diesen Satz gesagt:
"Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen" Alice Schwarzer in EMMA 1986