Ein Smiley am Himmel © Stuart Franklin/Getty Images

Wann haben Sie das letzte Mal so richtig herzhaft im Büro gelacht? Wenn es lange her ist, könnte sich ein Blick in das Büchlein  Das Bürobuch lohnen, das der Journalist Timo Lokoschat verfasst hat. Um der ernsten Arbeitssituation den Druck zu nehmen, schlägt er 100 Mutproben vor. Die Aufgaben hat er nach vier Kriterien geordnet: Mut, Action, Spaß und Grips.

"Wichtig ist uns, dass es sich um Mutproben und nicht um Mobbing handelt", schreibt der Autor. Darum stellen die Aufgaben den Witzbold in den Mittelpunkt, nicht die Kollegen. Heißt: Wer sich vornimmt, die Aufgaben umzusetzen, braucht eine Portion Mut, eine Prise Selbstironie und viele humorvolle Kollegen. Ansonsten erfreut auch die bloße Vorstellung. Zugegeben, einige der vorgeschlagenen Mutproben findet vielleicht nicht jeder witzig, zum Beispiel: "Fragen Sie den Pförtner, ob Sie selbst da sind". Oder: "Tippen Sie im Fahrstuhl Ihrem Chef von hinten auf die Schulter und behaupten Sie dann: Ich war's nicht. Dies ist besonders effektvoll, wenn Sie sich nur zu zweit im Aufzug befinden." Oder auch: "Schmeißen Sie sich auf den Boden und schreien Sie: Wir stürzen ab!"

Cover: "Das Bürobuch" © Hanser Verlag

Andere Aufgaben dagegen dürften interessante Beobachtungen liefern. Beispielsweise diese hier: "Erstellen Sie einen Treppenputzplan! Jede Abteilung sollte dabei sein. Hängen Sie ihn öffentlich aus oder gehen Sie herum und suchen Sie Freiwillige. Auf diese Weise erfahren Sie sehr viel über das Klassenbewusstsein der Kollegen."

Spaß dürfte es auch machen, im Schutzanzug verkleidet die abgelaufenen Lebensmittel aus der Büroküche zu entfernen. "Behandeln Sie verdorbene Milchspeisen dabei wie kontaminiertes Material. Schaulustige sollten Sie freundlich, aber bestimmt zum Weitergehen auffordern."

Auch könnten die Aufgaben für mehr Zusammenhalt sorgen: In der Kantine die Kollegen zum gemeinsamen Gebet auffordern, oder, um die Mitarbeiter fremder Abteilungen kennen zu lernen, an fremde Kantinentisch kommen, dreimal auf den Tisch klopfen und dabei sagen: "Ich mach nur mal so."

Gegliedert hat der Autor die Scherze übrigens je nach Räumen. Vom Flur (den man mal in einen Laufsteg verwandeln könnte), über das Großraumbüro (indem sich Verstecken spielen lässt) bis zum Konferenzraum. Für diesen hat sich der Autor sogar ein ganzes Spiel ausgedacht hat, dessen Anleitung samt Kopiervorlage praktischerweise im Anhang des Büchleins zu finden ist.

Kern des Spiels ist es, so viele inhaltsleere Phrasen wie möglich bei einem Meeting zu zählen. Dazu müssen die Mitspieler nur den Sprachgebrauch der Konferenzredner kennen und sich vorher überlegen, welche Begriffe wohl am häufigsten fallen werden. Von "proaktiv", "zielführend" bis "ergebnisorientiert". Vor dem Meeting tragen die Spieler 20 dieser typischen Wörter auf einer Tabelle ein. Fällt ein Begriff, darf der Spieler ihn auf seinem Blatt durchstreichen. Wer als erstes eine waagerechte, senkrechte oder diagonale Reihe hat, gewinnt. Genauso wie beim Bingo.

Der Autor hat übrigens selbst lange Zeit in einem Großraumbüro gearbeitet und hat nach eigenen Angaben alle von ihm empfohlenen Scherze selbst getestet. Ob er deswegen heute freiberuflich arbeitet, ist nicht überliefert.

Das Bürobuch überzeugt mit seinem liebenswerten Charme und dürfte das ideale Geschenk für den Lieblingskollegen sein. Auf jeden Fall rückt es das in den Mittelpunkt, was im Arbeitsalltag oft außer Blick gerät: Humor .