Ist eine Stelle im Unternehmen zu besetzen, haben Führungskräfte die Qual der Wahl. Suchen sie in den eigenen Reihen nach einem geeigneten Kandidaten , minimieren sie das Risiko einer Fehlbesetzung, denn die berufliche Qualifikation des Mitarbeiters ist bekannt. Auch stehen sie bei ihrer Belegschaft gut da, denn die Aufstiegschancen erhöhen die Motivation der Mitarbeiter.

Allerdings hat die interne Personalbeschaffung auch ihre Grenzen, denn die Auswahl an geeigneten Mitarbeitern ist in der Regel begrenzt. Und frischer Wind kommt so auch nicht ins Unternehmen.

Im schlechtesten Fall ist bei der internen Personalbeschaffung auch noch gehöriger Ärger vorprogrammiert. Denn die Beförderung des einen Mitarbeiters kann zum Frust des anderen (abgelehnten) Mitarbeiters führen. Die fehlende Akzeptanz gegenüber dem, der in der Hierarchie aufgestiegen ist, stört den Betriebsablauf enorm.

Also die Personalbeschaffung doch lieber in externe Hände legen und zum Beispiel einen Headhunter mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten beauftragen?

Damit können Probleme aber auch erst entstehen. Der Headhunter Dieter Hofmann schreibt in seinem Buch Headhunter , dass "wir, die Berater, einen nicht ganz unerheblichen Teil der Verantwortung für Fehlentwicklungen in unserer Wirtschaft tragen. Schließlich sollen wir für Positionen im Management und in Kontrollgremien nicht nur kompetente und leistungsstarke Menschen, sondern integre Persönlichkeiten finden…".

So können Führungskräfte die Schuld dem Headhunter geben, der nicht den passenden Kandidaten für das Unternehmen aussuchte. Dieser Fall ist nicht ungewöhnlich, denn viele Personalberater sind sogenannte Generalisten und verfügen nicht über die wichtigen branchenspezifischen Informationen.

Auch ist zu beobachten, dass Führungskräfte mit der Beauftragung eines Headhunters die Verantwortung für die Personalbeschaffung komplett abgeben. Sie nehmen sich nicht ausreichend Zeit für die ausgesuchten Bewerber oder bereiten sich nur ungenügend vor – und versagen so bei der Auswahl des geeigneten Kandidaten.

Manche wollen sogar versagen. Das jedenfalls sagt der Headhunter Dieter Hofmann. "Schwache Manager dulden keine starken Leute. Da müssen dann die fadenscheinigsten Argumente herhalten, um einen Spitzenkandidaten aus dem Rennen zu werfen."

Doch egal, welche Gründe für eine Fehlbesetzung verantwortlich sind, die Folge ist immer gleich: Der Kandidat passt weder zum Unternehmen noch zu der zu besetzenden Stelle. Die Unternehmen zahlen doppelt drauf, denn zu den teils nicht unerheblichen Kosten der externen Personalsuche kommt die erneute Suche nach einem geeigneten Kandidaten.

Es gibt für die Besetzung offener Stellen keinen Königsweg. Mitunter passt ein Mitarbeiter aus den eigenen Reihen besser, zuweilen muss frisches Blut ins Unternehmen. Eines ist aber sicher: Führungskräfte müssen die Verantwortung für die Besetzung ihrer Stellen übernehmen. Denn ein Headhunter findet nicht per se den passenden Kandidaten. Geben Sie als Führungskraft das Recruiting also bitte nicht ganz aus der Hand!