UrteilKeine fristlose Kündigung wegen Nazi-Spruch

Ein Mitarbeiter hatte die Anweisung seines Chefs mit "Jawohl, mein Führer" beantwortet. Er wurde fristlos entlassen. Das Arbeitsgericht kassierte die Kündigung nun. von dpa

Anreden des nationalsozialistischen Sprachgebrauchs rechtfertigen keine Kündigung ohne Abmahnung. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Urteil.

Nach Auffassung des Gerichts liegt darin zwar ein deutliches Fehlverhalten des Mitarbeiters, eine verhaltensbedingte Kündigung komme jedoch erst bei Wiederholung der Formulierung infrage (Az.: 11 Sa 353/10). Erst müsse abgemahnt werden, so das Gericht.

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Das Gericht gab mit seinem Urteil der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers statt. Der Kläger hatte in einem Gespräch mit der Sekretärin eines Vorgesetzen Anweisungen mit dem Satz "Jawohl mein Führer" beantwortet. Der Arbeitgeber kündigte daraufhin das Arbeitsverhältnis ohne vorherige Abmahnung und handelte damit nach Meinung des LAG voreilig.

Die Richter betonten zwar, solche Äußerungen seien auch als polemisch gemeinte Aussage nicht hinzunehmen. Gleichwohl werteten sie die sofortige Kündigung als unverhältnismäßig

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Leserkommentare
  1. Im Gespräch mit "der Sekretärin"?

    War die sauer weil er nicht "FührerInn" gesagt hatte oder warum hat die ihn beim (Geschäfts)Führer angezinkt?

  2. Vermutlich hatte der Mann nur Phyllis MacNamara aus Billy Wilders Komödie "Eins, zwei, drei" im Hintersinn oder er war einfach nur hirnverbrannt. Vermutlich Letzteres.

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    • Chali
    • 01. Juni 2011 14:38 Uhr

    ... für "Jawoll!" und Hackenklappen?

    Also ... so ... Schlemmer?

    • Chali
    • 01. Juni 2011 14:38 Uhr

    ... für "Jawoll!" und Hackenklappen?

    Also ... so ... Schlemmer?

    Antwort auf "Zwei Möglichkeiten"
  3. ... sagt dieser „Gruß“ ja auch mehr über die Umgangsformen oder die Persönlichkeit des Arbeitgebers aus, als die des Arbeitnehmers?

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    • Carla6
    • 01. Juni 2011 17:31 Uhr

    Sehe ich ähnlich. Könnte für den Chef eine gute Gelegenheit gewesen sein, einen missliebigen Mitarbeiter losuwerden, auf die der Chef schon lange gewartet hat. Aber das ist nur Spekulation. Gutes Urteil.

    • Buono
    • 01. Juni 2011 14:48 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Polemik. Danke, die Redaktion/se.

    • staati
    • 01. Juni 2011 14:55 Uhr

    ich finds witzig :D ich denke mal eher,dass der chef ein arsch war,als das der angestellte ein nazi :)

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    als erschrecken. :-)

  4. Antwort auf "ich muss sagen"
    • Afa81
    • 01. Juni 2011 15:25 Uhr

    Er sagt "Jawohl mein Führer" zur Sekretärin, die rennt gleich zum Chef und der kündigt fristlos. Super Firma. Da steht das Team also noch richtig im Mittelpunkt. Naja, der Chef wird sich jetzt erstmal in Grund und Boden schämen für sein super spießiges Verhalten, das Betriebsklima ist zerstört und jeder wird sich jetzt fünfmal überlegen, was er sagt.
    Vielleicht sollte der Chef zur Bundeswehr gehen. Es gibt leider immer wieder Leute die es einfach faszinierend finden, ihre Macht auszuleben.

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  • Quelle dpa
  • Schlagworte Abmahnung | Arbeitgeber | Arbeitnehmer | Arbeitsgericht | Gericht | Gespräch
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