Gründer Mit Facebook und Twitter zum Unternehmenserfolg
Günstiger und schneller ist Selbstvermarktung nicht zu haben: Wie Jungunternehmer von sozialen Netzwerken profitieren und welche Fehler sie vermeiden sollten.
Bier, Brötchen, Bratwürste und ein Tweet: Das reichte den Gründern der Internet-Plattform Friendticker, um auf der Internet-Konferenz Next zum Gesprächsthema zu werden. Und zwar ohne selbst im Saal zu sein.
Auf der Veranstaltung treffen sich Internet-Experten, Marketingprofis und Journalisten – also all jene Multiplikatoren, die Friendticker bekannter machen könnten. Doch die Teilnahme kostet rund 1.000 Euro. "Wir standen vor dem üblichen Startup-Problem", sagt Gründer Florian Resatsch. "Uns fehlte das Geld."
Also rückten die Jungunternehmer ohne Eintrittskarten, dafür aber mit Grill und Fleisch an. Und sie informierten die Konferenzteilnehmer per Mikrobloggingdienst Twitter über das Guerilla-Grillen mit Freibier und Gratis-Steaks vor der Tür. Der Tweet verbreitete sich binnen Minuten wie ein Lauffeuer. Rund 50 Besucher konnten die Gründer anlocken und ihnen von ihrem Unternehmen erzählen.
"Unterm Strich hat die Aktion nur halb so viel gekostet wie ein einziges Ticket", sagt Resatsch, "aber sie war mindestens doppelt so wirksam."
Twittern, bloggen, facebooken: Fast jedes zweite deutsche Unternehmen kommuniziert heute in sozialen Netzwerken, wie eine Studie des Marketingdienstleisters eCircle belegt. Rund 80 Prozent von ihnen setzen auf Facebook. Das ist wenig überraschend: Allein die Zahl der Facebook-Nutzer in Deutschland ist seit Oktober 2008 von 1,2 auf rund 20 Millionen gestiegen.
- Privatsphäre
Die 2004 gestartete Seite Facebook will nach Aussage ihre Gründers Mark Zuckerberg die Welt offener und vernetzter machen. Das gelingt ihr offensichtlich viel zu gut, gab es doch bereits häufig Proteste, Facebook nötige seine Nutzer zu mehr Offenheit, als diese sich wünschten. So sammelt die Seite E-Mail-Adressen und Telefonnummern auch von Nichtmitgliedern, wenn Mitglieder ihr Adressbuch bei Facebook speichern. Sie nutzt diese Informationen, um Nichtmitglieder zu kontaktieren. Facebook betont, dass dabei keine "Schattenprofile" von Nichtmitgliedern erstellt werden, die irische Datenschutzbehörde will das noch genau überprüfen. Der Konzern hat auf den Widerstand seiner Nutzer reagiert und zumindest die möglichen Einstellungen, welche Profilinformationen für wen sichtbar sein sollen, überarbeitet. Auch "Gruppen" wurden eingeführt. Nutzer können ihre Kontakte in solchen organisieren, damit nicht jede Information an alle geht.
- Vernetzung
Aufgrund der Struktur der Seite ist es jedoch möglich, Schlüsse über jemanden zu ziehen, die er so nicht beabsichtigt hatte. Allein die als Freunde bezeichneten Mitglieder können durch ihre Interessen beispielsweise nahe legen, dass jemand homosexuell ist, auch wenn er selbst das nicht in seinem Profil angibt. Der hohe Vernetzungsgrad und die vielen verfügbaren Informationen machen es möglich, statistische Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und so neue Schlüsse zu ziehen. Kritiker sagen, das Netzwerk könne beispielsweise für Dissidenten lebensgefährlich sein, da es Gruppenstrukturen durchschaubar mache.
- Profil
Wer Facebook nutzen, aber so wenig wie möglich über sich verraten will, sollte beispielsweise keinen Gruppen beitreten und keine persönlichen Interessen wie Musik angeben. Was genau das eigene Profil nach außen sichtbar macht, lässt sich unter anderem bei dieser Seite abfragen. Sie nutzt die offizielle API von Facebook, die Schnittstelle also, durch die externe Firmen Informationen über Mitglieder beziehen dürfen. Wer sich darüber hinaus davor schützen will, dass ihm mit einem gestohlenen Passwort sein halbes Leben abhanden kommt, kann inzwischen beim Login in seinen Account temporäre Passwörter nutzen.
Das klingt nach einer großen Party, auf der jeder mitfeiern möchte und die nicht einmal Eintritt kostet. Gerade für Gründer, die zumeist ohne große Budgets auskommen müssen, macht das die neuen Kommunikationskanäle besonders attraktiv. "Auf Twitter und bei Facebook mischt inzwischen fast jedes Startup mit", hat Alexander Hüsing vom Portal Deutsche-Startups beobachtet.
Der Nutzen, den Unternehmen daraus ziehen können, ist vielfältig. HackFwd aus Hamburg etwa, das wie ein Inkubator selbst neue Internet-Startups aufbaut, verbreitet via Twitter regelmäßig Videos von Vorträgen der Experten, die auf seinen Entwickler-Konferenzen auftreten.
- Vernetztes Geschnatter
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Twitter bietet nicht viel Platz, 140 Zeichen lang sind die Nachrichten dort nur und bis zu dem gleich folgenden Punkt sind es schon 136. Trotzdem ist Twitter sehr viel mehr als nur eine Plattform zum Versenden von kurzen Informationen. Das Geheimnis ist die Vernetzung.
Wer sich nicht mit den "Feeds" von Freunden, Kollegen, Bekannten, Stars, Nachrichtenportalen, Firmen verbindet, ihnen folgt, für den ist der Dienst lediglich ein endloser Strom wirren Geschnatters. Schwer zu durchschauen, praktisch nicht zu gebrauchen. Doch wer sich vernetzt, für den bekommt Twitter Bedeutung: für den einen wird es damit Marketinginstrument, für den zweiten der Ort, an dem er erfahren kann, was seine Freunde bewegt, für den dritten Recherchewerkzeug, für den vierten Zeitung.
- Suchwerkzeuge
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Um den Dienst zu nutzen, braucht es nicht zwingend einen Account, man kann bei Twitter auch nur lauschen, lesen, zuhören. Die Suche ist dabei das wichtigste Instrument. Im Gegensatz zu Google werden neue Ergebnisse zu Ihrem Stichwort in Echtzeit hinzugefügt, sodass sich ein Strom von Neuigkeiten zu Ihrem Thema ergibt.
Und es gibt Werkzeuge, dank derer sich noch viel mehr erfahren lässt. Beispielsweise What the Trend. Die Seite zeigt, was gerade am häufigsten via Twitter diskutiert wird – und erklärt dabei auch gleich die dazugehörenden kryptischen Begriffe. Denn die sogenannten Hashtags, symbolisiert mit dem Rautezeichen #, sind so etwas wie die Verschlagwortung des Twitteruniversums und oft nicht leicht zu verstehen. Unter #cebit, um ein sich selbst erklärendes Beispiel zu nehmen, finden sich tausende Tweets zu der Computermesse. Fügen Sie in der Suche weitere Hashtags hinzu, lässt sich dieser Strom beliebig verfeinern.
Die Strategie, im sozialen Netz Inhalte zu verschenken, hat dem Unternehmen geholfen, mit weniger als 300 abgesetzten Kurznachrichten auf Twitter mehr als 3.000 Follower hinter sich zu versammeln – darunter viele Gründer und Investoren.
Die wiederum retweeten die Kurznachrichten von HackFwd, leiten sie also an ihr eigenes Netzwerk bei Twitter weiter, und erleichtern dem Unternehmen so die Suche nach Mitarbeitern oder Testern für neue Projekte. Dass über Twitter mitunter sogar Gründer zusammenfinden, zeigt die Geschichte von Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher, die den Online-Marktplatz Avocado Store aufgebaut haben. Das Startup nutzt soziale Netzwerke heute wie die meisten Unternehmen in erster Linie, um den Kontakt zu Kunden zu pflegen oder neue Kunden anzulocken.
So finden sich auf der Internet-Plattform unter jedem angebotenen Artikel Buttons, über die sich Produkte mit einem Klick an eigene Online-Freunde empfehlen lassen. Fast schon ein Muss für alle, die ihre Produkte im Netz anbieten.
- Datum 09.07.2011 - 18:12 Uhr
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- Quelle WirtschaftsWoche
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Über soziale Netzwerke (wie früher über Mailinglisten) verbreiten sich alle Arten von Neuigkeiten über eine Firma schnell: erwünschte und unerwünschte. Aber man sollte als Unternehmer nicht denken, daß derartige Aktionen wie facebook-Aufrufe o.ä. andere Marketingmaßnahmen ersetzen kann: vielleicht ergänzen. Wir machen bei facebook seit Februar 2009 mit und merken kaum etwas davon. Es ist mehr so, daß es zum guten Ton gehört, dort vertreten zu sein. Viele Aktionen zu machen bringt einen schnell in Verruf. Man bleibt durch gelungene kleine Äußerungen im Gedächtnis seiner potentiellen Kunden. Und es macht Spaß, wenn man nicht übertreibt: den Kunden und dem Unternehmer selbst auch.
Ich halte nichts, aber wirklich gar nichts von diesen sozialen Netzwerken. Warum? Weil das Klientel, das sich dort tummelt, so gar keine Kunden sind, die ich haben will.
Auch privat würde ich so einen on-line Exhibitionismus nicht betreiben wollen, da ich schon in meinem Leben vor dem Computer sehr genau hinschaue,wem ich was erzähle und erst recht bei meinen Ausflügen in das Zensurnetz.
Vielleicht sollten Sie doch mal reinschauen. Dann würden Sie schnell merken, dass man "das Klientel" weder über einen Kamm scheren noch Viral-Marketing unterschätzen sollte. Und was Firmenmarketing in sozialen Netzwerken mit "on-line Exhibitionismus" zu tun haben soll, können wohl auch nur Sie erklären. Ich verstehe es zumindest nicht.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg
ob Sie social media mögen oder nicht.Richtig ist, das Fans alleine nichts bringen, das hat man sehr schön an Guttenberg gesehen. Fans hatte er viele tausend, aber als es daran ging etwas für ihn zu tun, kam nur eine Handvoll, die meisten aus einer Heimatstadt. Es gibt aber auch sehr gute Gegenbeispiele. Man sollte dort nicht zuviel investieren, sondern regelmäßig abgleichen ob man wirklich einen Nutzen sehen kann und dementsprechend agieren.
Alleine facebook hat 750 Millionen Miglieder, wenn Sie die alle nicht als potenzielle Kunden anerkennen wollen, lehnen Sie einen nicht unerheblichen Prozentsatz der westlichen Bevölkerung ab. Es gibt sicherlich klügere Entscheidungen.
Vielleicht sollten Sie doch mal reinschauen. Dann würden Sie schnell merken, dass man "das Klientel" weder über einen Kamm scheren noch Viral-Marketing unterschätzen sollte. Und was Firmenmarketing in sozialen Netzwerken mit "on-line Exhibitionismus" zu tun haben soll, können wohl auch nur Sie erklären. Ich verstehe es zumindest nicht.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg
ob Sie social media mögen oder nicht.Richtig ist, das Fans alleine nichts bringen, das hat man sehr schön an Guttenberg gesehen. Fans hatte er viele tausend, aber als es daran ging etwas für ihn zu tun, kam nur eine Handvoll, die meisten aus einer Heimatstadt. Es gibt aber auch sehr gute Gegenbeispiele. Man sollte dort nicht zuviel investieren, sondern regelmäßig abgleichen ob man wirklich einen Nutzen sehen kann und dementsprechend agieren.
Alleine facebook hat 750 Millionen Miglieder, wenn Sie die alle nicht als potenzielle Kunden anerkennen wollen, lehnen Sie einen nicht unerheblichen Prozentsatz der westlichen Bevölkerung ab. Es gibt sicherlich klügere Entscheidungen.
Vielleicht sollten Sie doch mal reinschauen. Dann würden Sie schnell merken, dass man "das Klientel" weder über einen Kamm scheren noch Viral-Marketing unterschätzen sollte. Und was Firmenmarketing in sozialen Netzwerken mit "on-line Exhibitionismus" zu tun haben soll, können wohl auch nur Sie erklären. Ich verstehe es zumindest nicht.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/wg
www.avocadostore.de <- So so, eine Kooperation mit Zeit Online, wie auf der Webseite oben zu sehen ist. Sicher wurde der Interviewpartner bzw. die Beispiel Firma rein aus journalistischen Gründen ausgewählt. Wenn auch der Stil ein anderer, fangen Sie bitte nicht an wie die Bild Anzeige und Artikel zu vermischen.
Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke. Die Redaktion/lv
EIn Aufsatz von Eric Fang (2008) Journal of Marketing: Customer Participation and the Trade-off between new product innovativeness and Speed to Market.
Die Essenz daraus: Ein Produkt wird innovativer, wenn man Kunden beteiligt, die nicht untereinander eng verbunden sind (denn umso exklusiver werden die Meinungen)
Ein Produkt wird weniger innovativ, wenn die Kunden untereinander verbunden sind. Die Beteiligung von von Kunden als Informationsquelle hat dann sogar einen negativen Einfluss auf den Entwicklungsprozess.
Schneller wird man durch Kundenbeteiligung auch nicht. Außerdem muss man vorsichtig sein, wenn man nur eigene Kunden befragt, da dann nur Produkte rauskommen die die bestehenden Kunden interessieren und man nicht zwingend neue Käufergruppen durch Kundenbeteiligung gewinnt.
Zu Open Innovation:
Laursen und slater (2006) Stretegic management journal: Open for innovation: the role of openness in explaining innovation performance among u.k. manufacturing firms
Essenz: Open Innovation, also die Einbeziehung von externem Wissen ist gut, solange man es nicht übertreibt. Ab einer bestimmten Breite und Tiefe der Einbeziehung von externen Sourcen wird der Innovationserfolg abnehmen. Laursen und Slater nennen hier 11-12 Quellen die man einbeziehen sollte, ab denen der Innovationserfolg abnehmen wird.
Entfernt. Bitte richten Sie Ihre Kritik an der Moderation an community@zeit.de. Des weiteren bitten wir Sie sachlich zu argumentieren. Danke, die Redaktion/se
ob Sie social media mögen oder nicht.Richtig ist, das Fans alleine nichts bringen, das hat man sehr schön an Guttenberg gesehen. Fans hatte er viele tausend, aber als es daran ging etwas für ihn zu tun, kam nur eine Handvoll, die meisten aus einer Heimatstadt. Es gibt aber auch sehr gute Gegenbeispiele. Man sollte dort nicht zuviel investieren, sondern regelmäßig abgleichen ob man wirklich einen Nutzen sehen kann und dementsprechend agieren.
Alleine facebook hat 750 Millionen Miglieder, wenn Sie die alle nicht als potenzielle Kunden anerkennen wollen, lehnen Sie einen nicht unerheblichen Prozentsatz der westlichen Bevölkerung ab. Es gibt sicherlich klügere Entscheidungen.
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