ChefsacheWie Sie sich fair von Mitarbeitern trennen

Kündigungen sind immer heikel. Um Schaden abzuwenden, sollte man auf Outplacementberater zurückgreifen, erklärt Sabine Hockling in den Tipps für Führungskräfte. von 

Mitarbeiter entlassen zu müssen, ist eine der heikelsten Aufgaben für eine Führungskraft. Sie kann dabei eigentlich nur verlieren, denn die Kündigung zerstört die wirtschaftliche Existenzgrundlage der betroffenen Mitarbeiter und auch das Unternehmen ist betroffen. Entlassungen bedeuten immer einen Imageschaden .

Die betroffenen Mitarbeiter fühlen sich abgeschoben und haben Angst vor der Arbeitslosigkeit – vor allem wenn die Wirtschaftslage angespannt und der Arbeitsmarkt schwierig sind.

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Sabine Hockling
Sabine Hockling

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Mit Ulf Weigelt schrieb sie den Ratgeber Arbeitsrecht. Seit 2011 ist sie Autorin der Serie Chefsache. Seit 2014 im neuen Format: Immer freitags spricht sie mit der Managerin Linda Becker über Führungsfragen. Hockling bloggt mit Tina Groll unter diechefin.net, der Blog für Führungsfrauen, über Frauen und Karriere.

Gestalten Sie deshalb Trennungsprozesse so, dass beide Seiten möglichst wenig verlieren. Unterstützung erhalten Sie von Outplacementberatern , die Ihre Mitarbeiter bei der Suche nach einem gleichwertigen oder gar besseren Arbeitsplatz unterstützen. Da der Betroffene aus dem noch bestehenden Arbeitsverhältnis heraus eine andere Position finden kann, vollzieht sich die Trennung einvernehmlich und konstruktiv . Dieser Weg zur beruflichen Neuorientierung erfolgt über eine Einzel- oder eine Gruppenoutplacementberatung , wenn ganze Abteilungen oder Unternehmensbereiche abgebaut werden.

Eine Einzeloutplacementberatungen läuft in der Regel in fünf Phasen ab:

Am Anfang steht die ausführliche Analyse der beruflichen und privaten Situation des Betroffenen mit einer realistischen Einschätzung seiner Karriereperspektiven. Wo steht der Mitarbeiter beruflich? Wo benötigt er eine besondere Unterstützung? Wie sehen die finanzielle Lage und das familiäre Umfeld aus? Was waren die Kündigungsgründe?

Während dieser Zeit erlebt der Mitarbeiter auch die verschiedenen emotionalen Phasen von Trauer bis Wut. Der Berater unterstützt ihn dabei, diese Gefühle zu verarbeiten.

Danach ist die Profilbildungsphase an der Reihe. Dabei werden die berufliche und persönliche Qualifikation beurteilt sowie die besonderen Potenziale erarbeitet. Dazu gehören ein Stärken- und Schwächenprofil, eine genaue Analyse des Selbst- und Fremdbilds. Der Mitarbeiter setzt sich auch mit seinen Interessen und Neigungen auseinander.

Leserkommentare
  1. Es ist sehr befremdlich, daß die "Führungskraft" nun erst beginnt, das Profil der (Noch-)Mitarbeiter herauszuarbeiten.
    So hat die "Führungskraft" die ganze Zeit das Potential der Mitarbeiter ungenutzt gelassen, sie wußte nicht einmal, welch Potential die Mitarbeiter haben.

    Fachkräftemangel in der Führungsetage!

    • priexo
    • 08. Juli 2011 19:44 Uhr

    Haben Sie Up in the Air gesehen? Fast so schön geschrieben, wie George Clooney da daherredet.

    Den Artikel bring ich gleich unters Volk bei den mir bekannten teilweise nicht mehr ganz gesunden Mittfünfzigern im unteren Einkommensbereich, die womöglich im Rahmen einer Unternehmensumstrukturierung eines mir bekannten Betriebs demnächst "outgeplaced" werden!

    Für jeden Missstand ein Dienstleister!

  2. Outplacementberater

    Das ist ein tolles Wort... Ich denke nicht, dass Anglizismen immer unangebracht sind, aber das lässt mich schon Schmunzeln (und ich bin auch in der Wirtschaft zuhaus..). Soetwas kann auch nur die Beraterbranche erfinden. Das deutsche Wort wäre auch zu konkret und wohl zu negativ besetzt.

    Das Grundproblem ist aber ein anderes: Wir haben unseren Kündigungsschutz so übertrieben, an den falschen Stellen, dass es mittlerweile fast gefährlich ist, jemanden einzustellen. Ich habe da einige Beispiele im persönlichen Umfeld, von Verwaltungsangestellten im öffentlichen Dienst, die man eigentlich loswerden müsste, um z.B. einen motivierteren Mitarbeitern einzustellen. Oder ein Betriebsrat, der in einem großen Unternehmen lieber unfähige Mitarbeiter aus den eigenen Reihen der Firma "rekrutiert" statt fähige neue Leute, jüngere Berufseinsteiger, einzustellen. So werden oft auch neue Stellen verhindert. Eine weitere Folge: Zeitarbeitsfirmen, auch bei guten Jobs für studierte BWLer etc. Ein BWLer mit guten Noten freut sich heute, wenn er irgendwann nach x-Jahren Leih oder Zeitarbeit einen Job fürs volle Gehalt bekommt! Die Branche boomt und streicht die Hälfte des verdienten Gehaltes ein. Und die jung. Generation kommt nie zum Sparen für Rente und Versicherung!

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    • Gwerke
    • 08. Juli 2011 20:47 Uhr

    Lieber Student,

    es ist ja nett zu lesen, dass Sie beurteilen können, die Alten müssen 'raus, damit die Jungen einen guten Job bekommen. Das klingt gerade so wie einige 1.Semester PH Studenten schon mal ihren Pensionsanspruch nach 30-jähriger Beamtendasein an der Grundschule ausrechnen.

    Sie selber wissen als BWLer sicher seit dem 2. Semester um den Arbeitsmarkt in ihrem Beruf. Statt sich um eine gescheite Berufsausbildung zu kümmern, beweinen sie nun die Schlechtigkeit der Welt. Nach Ihrem Vordiplom (o.ä.) hätten Sie sicher aussrichtsreich Ihr Studienziel ändern können.

    Ich selber bin promovierter Naturwissenschaftler und als "alter Sack" in meiner Firma hoch angesehen. Das gilt sowohl für mein Fachwissen wie für meine gegenwärtige Haupttätigkeit: Als Betriebsrat tätig zu sein für die von Ihnen so genannten "unfähigen Leute". Das sind nämlich Leute wie ich, und die werden durch so hochmotivierte Leute wie Sie nicht 'rausgekickt. Sie haben nämlich keine Ahnung, wie fähig und hochmotiviert diese Leute sind! Unser Betriebsrat hat da übrigens leichtes Spiel. Es gibt keinen Disput darüber mit meinem Arbeitgeber...

    Sollten Sie als Akademiker also von Zeitarbeit gebeutelt sein, sind Sie selber Schuld. Nach Ihrem Abitur hatten Sie die besten Startchancen ins Berufsleben, die wir haben. Sie haben die Chancen selber und eigenverantwortlich vermacht.

    also einige Mitarbeiter loswerden, damit jüngere eingestellt werden können? Dann kann ich nur hoffen, daß diesen jüngeren in ca. 30 Jahren das gleiche Schicksal blüht - daß sie nämlich als entbehrlich eingeschätzt und mal eben schnell an die Luft gesetzt werden.
    Ich fasse es nicht - wie kann man so menschenverachtend sein?
    Nicht der Mensch hat der Firma oder der Wirtschaft zu dienen, sondern die Firma und die Wirtschaft dem Menschen - so sollte es jedenfalls sein.
    Sie sind scheinbar bereit, dem neoliberalen Gedankengut der 'Nützlichkeit' die Menschen aufzuopfern. Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, wie es Ihnen wohl in 30 Jahren ergehen könnte, wenn Ihr Vorgesetzten Ihrem Beispiel folgen, und wie Sie dann weiterleben können/müssen?
    Und im Übrigen: Zeitarbeit ist seit Jahrzehnten ein Problem; das es jetzt bei den BWLern angekommen ist, zeigt nur, wie problematisch die Sachlage ist. Anders ausgedrückt: warum soll es den BWLern anders gehen, als Handwerkern und technischen Berufen, die seit Jahren Zeitarbeit leisten 'dürfen'? Sind die BWler etwa automatisch besser gestellt, weil sie studiert haben und die anderen nicht?
    Ich würde Ihnen vorschlagen, Ihr Menschenbild mal ein bißchen aufzupolieren.

    vor allem Logik, dann sollte Ihnen klar werden, daß man mit dem Entlassen von "alten" Mitarbeitern und dem Einstellen von neuen keine neuen Arbeitsplätze schafft, sondern nur die vorhandenen umverteilt.

    • ludna
    • 08. Juli 2011 20:10 Uhr

    aber warum sollen die Firmen externe Berater bezahlen ? Weil sie nette Menschen sind ?
    Nach meinen (nicht ich persönlich, bislang gottlob) Erfahrungen läuft das so: befristeter Vertrag läuft aus, Laufzettel ausfüllen, Schlüssel abgeben, persönliche sachen einpacken, beschähmtes Weggucken der Chefs, das wars.

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    und sein schlechtes Gewissen möchte sich der Chef auch noch ersparen - deswegen die Outplacementberater.

    • Zack34
    • 08. Juli 2011 20:41 Uhr

    ... ist vollkommen unnötig, und zwar nicht nur sprachlich, sondern auch in der Sache... wenn eine Sache vorhanden:<a>
    eine gute, fähige, d.h. auch konsequente und faire Führungskraft.
    <a>
    Genau daran mangelt es. Weil diese mehr an ihrer Karriere als an allem anderen in der Sache interessiert sind und stets schwanzwedelnd und hechelnd nach oben schauen, Hauptsache ihr Bonus stimmt.

    • Gwerke
    • 08. Juli 2011 20:47 Uhr

    Lieber Student,

    es ist ja nett zu lesen, dass Sie beurteilen können, die Alten müssen 'raus, damit die Jungen einen guten Job bekommen. Das klingt gerade so wie einige 1.Semester PH Studenten schon mal ihren Pensionsanspruch nach 30-jähriger Beamtendasein an der Grundschule ausrechnen.

    Sie selber wissen als BWLer sicher seit dem 2. Semester um den Arbeitsmarkt in ihrem Beruf. Statt sich um eine gescheite Berufsausbildung zu kümmern, beweinen sie nun die Schlechtigkeit der Welt. Nach Ihrem Vordiplom (o.ä.) hätten Sie sicher aussrichtsreich Ihr Studienziel ändern können.

    Ich selber bin promovierter Naturwissenschaftler und als "alter Sack" in meiner Firma hoch angesehen. Das gilt sowohl für mein Fachwissen wie für meine gegenwärtige Haupttätigkeit: Als Betriebsrat tätig zu sein für die von Ihnen so genannten "unfähigen Leute". Das sind nämlich Leute wie ich, und die werden durch so hochmotivierte Leute wie Sie nicht 'rausgekickt. Sie haben nämlich keine Ahnung, wie fähig und hochmotiviert diese Leute sind! Unser Betriebsrat hat da übrigens leichtes Spiel. Es gibt keinen Disput darüber mit meinem Arbeitgeber...

    Sollten Sie als Akademiker also von Zeitarbeit gebeutelt sein, sind Sie selber Schuld. Nach Ihrem Abitur hatten Sie die besten Startchancen ins Berufsleben, die wir haben. Sie haben die Chancen selber und eigenverantwortlich vermacht.

    Antwort auf "Problem"
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    • lepkeb
    • 09. Juli 2011 3:13 Uhr

    aber anscheinend typisch deutsch. Habe letzten auch wieder mit so einer Koryphäe zu tun gehabt, der glaubte Gottes Geschenk für seinen Beruf zu sein und dachte er zeigt den Ausländern und Expats mal, was er so drauf hat, stellte sich auch mit Dr. vor (alle anderen im Raum waren auch promoviert und schmunzelten nur). Naja dann war aber auch schnell Schluss mit lustig, denn wie es schien war sein Englisch nicht up to par und der kam schneller ins Straucheln als er gedacht hatte. Und bekam aufgrund seiner netten Art ein Echo, das er nicht erwartet hatte. Bescheidenheit ist halt ein Tugend, die vielen nicht mehr in die Wiege gelegt wird.

    Und der Zeitarbeitskommentar zeigt, dass sie imho keine Ahnung vom dt. Arbeitsmarkt haben und Gott oder wem auch immer danken sollten, dass sie in einer Zeit Arbeit gefunden haben, wo das System noch nicht so etabliert war. Und wenn sie sich auf ihren Betriebsrat verlassen müssen um nicht rausgeschmissen zu werden, dann weiß man um ihre fachliche Quali.

    Hier mal ein Beispiel zur Unstimmigkeit ihrer Aussage, Firma in Thüringen sucht seit 3 Jahren 4 Ingenieure, erste Ausschreibung nur auf der Webseite der Firma Bewerbungen rollen ein, man bietet 2600€/Monat, Bewerber sagen reihenweise ab. Nach zwei Jahren entscheidet man sich für einen Ing. Dienstleister, aber auch der kann für das Gehalt nicht liefern, nun ist man beim Arbeitsamt und hofft dort jemanden zugewiesen und einen Gehaltszuschuss zu bekommen.
    Das finanzieren sie übrigens mit.

    Sie duerfen mir und allen noch juengeren wohl das recht zugestehen in einer bestimmten Zeit Geld fuer meine Rente zu verdienen. Auch das ist Generationsgerechtigkeit. Warum kann dies der "Alte" nicht einsehen? Schon weil auch jemand Ihre ueppige Rente erarbeiten muss. Menschen die bei gleicher Arbeitszeit und Geldmenge ins System eingezahlt nie soviel Rente kriegen wird wie Sie.

    Das allerschlimmste dabei ist das durch Erziehung der Politik bzw der Gesellschaft eher die Alten fuer diesen Umstand zur Verantwortung gezogen werden muessen. Sie sind also der letzte der sich hier so echauffieren darf.

    gibt es auf dem heutigen Arbeitsmarkt wirklich Profiteure und Menschen die Benachteiligt sind.

    Die Beschäftigten in Goßkonzernen z.B. erhalten überdurchschnittliche Bezüge - auf Kosten der Zulieferbetriebe und der Arbeitslosen und der Zeitarbeiter.

    Wer regulär beschäftigt ist - nach Tarifvertrag oder AT ist ein Gewinner der akutellen Entwicklungen - wer als Berufsanfänger auf den Arbeitsmarkt strebt - auch Akademiker - ist der Verlierer.

    Leider hat auch in der Universität ein Wandel stattgefunden - die Promotion ist heute ein korruptes Geschäft - nicht immer aber oft.

    Insgesamt muss man leider konstatieren, dass wir ein Problem haben. Wir, die junge Geneartion "Praktikum" empfindet viele Entwicklungen als ungerecht.

    Grundsätzlich gebe ich Ihrer Argumentation in weiten Punkten recht - Alter, Geschlecht usw. sind keine Faktoren für eine intelligente Diskussion. Ich möchte ein faire Gesellschaft - ohne unfaire Privilegien. Gleicher Kündigungsschutz für alle kombiniert mit der Chance auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen - das sind für mich faire Ansatzpunkte.

    Das aber gerade die Menschen auf der Autobahn des Lebens - Kinder, Haus, Berufseinstieg - die Opfer der Entwicklungen sind (geringes Gehalt, kaum Kündigungsschutz, schwieriger Berufseinstieg...) hilft unserer Gesellschaft auf Dauer nicht weiter.

    • -Ziet-
    • 08. Juli 2011 20:50 Uhr

    Gerade die großen Firmen und multinationalen Konzerne, die es sich leisten können, sollten sich mal überlegen ob es wirklich so sinnvoll ist von den qualifizierten Mitarbeitern einen Volltag abzuverlangen (+ Überstunden).

    Wäre es nicht langsam an der Zeit auch mal darüber nachzudenken, die Attraktivität von ausgeschriebenen Stellen dadurch zu erhöhen, daß man die Arbeitszeit auf 4-6 Stunden täglich reduziert?!

    Es nervt immer mehr, zuzuschauen, wie diejenigen mit vorhandenem Arbeitsplatz immer mehr ausgesaugt werden - aber gleichzeitig immer mehr qualifizierte Arbeitskräfte freigestellt werden.

    Immer mehr läuft die Entwicklung darauf hinaus, daß man nur noch die Wahl hat zwischen "Ausgedrückt wie eine Zitrone" (Überstunden, Takterhöhung, Vorgabenanpassung, Zweitjob) oder "freigesetzt von Arbeit" zu leben. Wie weit soll dieses Spiel denn noch getrieben werden?!?

    Nicht nur beim Lohn geht die Schere immer weiter auseinander, auch bei der Arbeitsverteilung läuft viel schief. Unsere Verantwortulichen in Regierung und Parteien schauen diesem Treiben seit 20 Jahren tatenlos zu - noch nicht einmal ein Problembewüßtsein für diese Mißstände kann ich bei diesen erkennen.

    Wer Einkommen oder Arbeit einseitig verteilt, oder zuläßt daß die Kapitalbesitzer unsere Gesellschaft immer ungerechter in Wohlhabende und Geringverdiener aufteilt ... sollte nicht unter 10 Jahren Freiheitsentzug oder die Aberkennung all seiner Privilegien aus seiner parlamentarischen Untätigkeit bestraft werden.

  3. Wenn ich mal gefeuert werde, möchte ich bitte keinen "Outplacementberater". Ich fühle mich sehr wohl selbst dazu in der Lage mir einen neuen Job zu besorgen. Und wenn es einer Firma so sehr leid tun sollte, einen Mitarbeiter zu entlassen, dann gäbe es ja sicher auch andere Alternativen. Nicht wahr?

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