Ferienjobs Lieber nicht zu viel verdienen

Zum ersten Mal arbeiten gehen: Ferienjobs helfen Jugendlichen bei der beruflichen Orientierung. Doch nicht alle Jobs sind erlaubt. Wir zeigen, was zu beachten ist.

In diesem Jahr wird die 16-jährige Lena Voss nicht mit ihren Eltern in den Urlaub fahren, sondern das erste Mal arbeiten. Die Schülerin aus Hamburg will bei einer Fast-Food-Kette jobben. Acht Stunden am Tag im Schichtdienst. Geöffnet hat das Restaurant rund um die Uhr.

Aber darf eine 16-Jährige diesem Ferienjob überhaupt nachgehen?

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Eine Antwort auf diese Frage liefert der Blick ins Jugendarbeitsschutzgesetz. Das verbietet Kindern bis zum 13. Lebensjahr generell zu arbeiten. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren dürfen demnach täglich zwei Stunden arbeiten. Allerdings sind nur kindgerechte Arbeiten erlaubt und auch nur in der Zeit zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr am Abend. Babysitten, Nachhilfe geben, Zeitungen austragen oder Hunde ausführen sind etwa in Ordnung, Jobben bei der Fast-Food-Kette aber nicht.

Für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren sind die Regeln nicht ganz so streng. Sie dürfen acht Stunden am Tag und maximal 40 Stunden in der Woche arbeiten, allerdings im ganzen Jahr nicht mehr als vier Wochen am Stück. Auch Schichtdienst ist für Jugendliche erlaubt. Allerdings nur zwischen 6 und 20 Uhr und auch nur an Werktagen. Es sei denn, der Ferienjob ist in einer Gaststätte oder einem mehrschichtigem Betrieb. Dann dürfen die Jugendlichen sogar bis 22 Uhr beziehungsweise 23 Uhr tätig sein. Damit steht dem Ferienjob von Lena im Schnellrestaurant also nichts im Weg.

Allerdings haben Jugendliche ein Recht auf mehr Erholung zwischen den Arbeitseinsätzen: Mindestens zwölf Stunden müssen zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn liegen, für Erwachsene sieht das Arbeitsschutzgesetz nur elf Stunden Unterbrechung vor.

Schwere körperliche Arbeit, Hantieren mit Chemikalien und Akkordarbeit ist für Teenager grundsätzlich tabu. Ebenso das Bedienen von gefährlichen Maschinen wie Zentrifugen oder Sägemaschinen. Schüler dürfen keinem Lärm, keiner Hitze und auch keiner starken Kälte ausgesetzt sein. Ein Sommerferienjob im Kühlhaus ist für Minderjährige deshalb tabu. Auch dort, wo die Gesundheit gefährdet werden könnte, etwa an Orten mit erhöhter Infektionsgefahr wie in Krankenhäusern, dürfen Minderjährige nicht jobben.

Den Arbeitsvertrag sollten die Eltern unterschreiben, denn Minderjährige sind nur beschränkt geschäftsfähig. Alle Verträge mit ihnen sind schwebend ungültig, sofern sie nicht mit der Einwilligung der Erziehungsberechtigten geschlossen werden. Arbeitsrechtler raten Arbeitgebern deshalb, unbedingt zu prüfen, ob die Eltern dem Nebenjob ihrer Kinder zustimmen. Im Fall der 16-jährigen Schülerin aus Hamburg haben die Eltern den Vertrag mit der Fast-Food-Kette unterzeichnet. Schriftlich ist darin auch fixiert, wie das Mädchen versichert ist. Denn natürlich muss der Arbeitgeber auch für jugendliche Aushilfen eine betriebliche Unfallversicherung abschließen. Sie gilt auch für den Weg zur Arbeit.

Und was ist mit dem Verdienst? Wird der Lohn der Schülerin dem Einkommen der Eltern zugerechnet und ist damit zu versteuern?

Nein. "Für Ferienjobs ist es wichtig zu wissen, dass Beiträge zur Sozialversicherung nicht anfallen. Wenn der Lohn allerdings über 896 Euro pro Monat liegt, werden Steuern fällig. Die werden allerdings normalerweise im nächsten Jahr wieder erstattet. Ratsam ist es, eine Lohnsteuerkarte abzugeben", sagt René Rudolf, Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Leser-Kommentare
  1. Eigentlich traurig dass in einem westlichen Land Kinderarbeit wieder an der Tagesordnung ist.

    Billige Arbeitskräfte die man ausbeuten und herumscheuchen kann... - wir nähern und wieder den Strukturen des 17 und 18 Jahrhunderts.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • haeki
    • 01.07.2011 um 12:40 Uhr

    Detlev, in Deutschland wird kein Kind zur Arbeit gezwungen und außerdem ist es nur förderlich, wenn Teenagern bewusst wird, dass Geld auch erarbeitet werden muss.
    Ich war sehr glücklich, als ich nach meinem ersten Ferienjob ein gefülltes Konto hatte. Die Selbstbestätigung kann jungen Leuten nur gut tun. Sicherlich ist Geld nicht alles, aber ohne Moos nix los.

    Oder sind Sie einer dieser Verfechter, dass man Kindern alles zustecken soll, ohne dass sie dafür selbst etwas geleistet haben? Sowas kann Kinder auch krank bzw. gesellschaftsunfähig machen.
    Wer eine solidarische Gesellschaft möchte, braucht Menschen, die wissen, was Arbeit bedeutet. Alles andere ist unrealistisch.

    15-18 sind nun wirklich keine kinder mehr.

    und 2 stunden am tag freiwillig bringt auch 13-15 jährige nicht um.

    und für beide altersklassen gibt es angemessene einschränkungen zu ihrem schutze.

    also warum sollten sie nicht stolz sein auf ihre ersten selbstverdienten kröten?

    Und daher finde ich es nur förderlich, wenn Jugendliche schonmal lernen was Arbeit bedeutet, und dass sie Spaß macht.
    Meiner Meinung nach gehören Erfahrungen diesbezüglich zu einem geistig gesunden Erwachsenen.
    Da jugendliche im Begriff sind zu er-wachsen ist das genau das richtige Alter!

    Einen Ferienjob mit genereller Kinderarbeit gleichzusetzen ... mit Verlaub ... was soll das denn???

    Zum einen bedeutete der Ferienjob meine erste selbst verdiente Kohle, über deren Verwendung ich selbst entscheiden konnte und zum anderen lernt meine Tochter gerade, dass ein T-Shirt (normalerweise: Papa kaufst Du mir ...) ca. eine Stunde Regal einräumen bedeutet.

    Was bitteschön, hat es mit Kinderarbeit zu tun, wenn jemand mit 16 lernt, dass das neueste Handy eben nicht wie Manna vom Himmel fällt .... ???

    • haeki
    • 01.07.2011 um 12:40 Uhr

    Detlev, in Deutschland wird kein Kind zur Arbeit gezwungen und außerdem ist es nur förderlich, wenn Teenagern bewusst wird, dass Geld auch erarbeitet werden muss.
    Ich war sehr glücklich, als ich nach meinem ersten Ferienjob ein gefülltes Konto hatte. Die Selbstbestätigung kann jungen Leuten nur gut tun. Sicherlich ist Geld nicht alles, aber ohne Moos nix los.

    Oder sind Sie einer dieser Verfechter, dass man Kindern alles zustecken soll, ohne dass sie dafür selbst etwas geleistet haben? Sowas kann Kinder auch krank bzw. gesellschaftsunfähig machen.
    Wer eine solidarische Gesellschaft möchte, braucht Menschen, die wissen, was Arbeit bedeutet. Alles andere ist unrealistisch.

    15-18 sind nun wirklich keine kinder mehr.

    und 2 stunden am tag freiwillig bringt auch 13-15 jährige nicht um.

    und für beide altersklassen gibt es angemessene einschränkungen zu ihrem schutze.

    also warum sollten sie nicht stolz sein auf ihre ersten selbstverdienten kröten?

    Und daher finde ich es nur förderlich, wenn Jugendliche schonmal lernen was Arbeit bedeutet, und dass sie Spaß macht.
    Meiner Meinung nach gehören Erfahrungen diesbezüglich zu einem geistig gesunden Erwachsenen.
    Da jugendliche im Begriff sind zu er-wachsen ist das genau das richtige Alter!

    Einen Ferienjob mit genereller Kinderarbeit gleichzusetzen ... mit Verlaub ... was soll das denn???

    Zum einen bedeutete der Ferienjob meine erste selbst verdiente Kohle, über deren Verwendung ich selbst entscheiden konnte und zum anderen lernt meine Tochter gerade, dass ein T-Shirt (normalerweise: Papa kaufst Du mir ...) ca. eine Stunde Regal einräumen bedeutet.

    Was bitteschön, hat es mit Kinderarbeit zu tun, wenn jemand mit 16 lernt, dass das neueste Handy eben nicht wie Manna vom Himmel fällt .... ???

  2. Gehen sie doch mal in ein Kino! Dort treffen sie überwiegend Jugendliche an, die für 5€ die Stunde arbeiten. Gewerkschaften gibts dort keine, weil der Betrieb nie 14 Festangestellte hat, auch ein Cineplexx nicht. Dafür um die 60 Aushilfskräfte, für die man nicht mal Sozialversicherung zahlen muss.
    Als Jugendlicher ja keine schlechte Idee zu arbeiten, aber sowas killt halt vollwertige, sozialversicherungspflichtige Jobs und die Unternehmer füllen sich die Taschen mit billigen Arbeitskräften. Die Zeiten sind sogar so schlecht, dass man sich sogar um solche dämlichen Aushilfsjobs prügeln muss!

    Und wer in Deutschland nix findet muss doch nur ins Ausland schaun. Kakao wird von Kindern geerntet und die Unternehmer haben dadurch sehr geringe Arbeitskosten. Da viele Produkte international sind kann man bei vielen Sachen Kinderarbeit verstecken!

    • haeki
    • 01.07.2011 um 12:40 Uhr

    Detlev, in Deutschland wird kein Kind zur Arbeit gezwungen und außerdem ist es nur förderlich, wenn Teenagern bewusst wird, dass Geld auch erarbeitet werden muss.
    Ich war sehr glücklich, als ich nach meinem ersten Ferienjob ein gefülltes Konto hatte. Die Selbstbestätigung kann jungen Leuten nur gut tun. Sicherlich ist Geld nicht alles, aber ohne Moos nix los.

    Oder sind Sie einer dieser Verfechter, dass man Kindern alles zustecken soll, ohne dass sie dafür selbst etwas geleistet haben? Sowas kann Kinder auch krank bzw. gesellschaftsunfähig machen.
    Wer eine solidarische Gesellschaft möchte, braucht Menschen, die wissen, was Arbeit bedeutet. Alles andere ist unrealistisch.

    Antwort auf "Kinderarbeit:"
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    Gezwungen nicht, aber Betriebe und Unternehmen rechnen fest damit dass Kinder Stellen füllen die man sonst mit Erwachsenen zu wesentlich höheren Preisen füllen müsste.

    Dazu kommt dann auch noch dass man Kinder einfacher herumschubsen kann.

    Gezwungen nicht, aber Betriebe und Unternehmen rechnen fest damit dass Kinder Stellen füllen die man sonst mit Erwachsenen zu wesentlich höheren Preisen füllen müsste.

    Dazu kommt dann auch noch dass man Kinder einfacher herumschubsen kann.

  3. 15-18 sind nun wirklich keine kinder mehr.

    und 2 stunden am tag freiwillig bringt auch 13-15 jährige nicht um.

    und für beide altersklassen gibt es angemessene einschränkungen zu ihrem schutze.

    also warum sollten sie nicht stolz sein auf ihre ersten selbstverdienten kröten?

    Antwort auf "Kinderarbeit:"
  4. Abgesehen von den "betuchten" Eltern, die ihren Kindern alles kommentarlos finanzieren und die später mit Geld nicht umgehen können, ist das genau der richtige Weg.

    Nur wer gelernt hat, dass man etwas für Wünsche tuen muss und weiß den Gegenwert für die Realisierung einzuschätzen, kann später vernünftig mit Geld umgehen.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Gezwungen nicht, aber Betriebe und Unternehmen rechnen fest damit dass Kinder Stellen füllen die man sonst mit Erwachsenen zu wesentlich höheren Preisen füllen müsste.

    Dazu kommt dann auch noch dass man Kinder einfacher herumschubsen kann.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "verfehlt"
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    Meine beiden Großnichten (13 und 17) haben über sechs Wochen gebraucht bis sie einen Ferien-Job für zwei Wochen in einer Gärtnerei bekommen haben. Sie bekommen übrigens 75% des Stundenlohns der Erwachsenen, die die gleichen Tätigkeiten ausführen.

    Meine beiden Großnichten (13 und 17) haben über sechs Wochen gebraucht bis sie einen Ferien-Job für zwei Wochen in einer Gärtnerei bekommen haben. Sie bekommen übrigens 75% des Stundenlohns der Erwachsenen, die die gleichen Tätigkeiten ausführen.

  6. Meine beiden Großnichten (13 und 17) haben über sechs Wochen gebraucht bis sie einen Ferien-Job für zwei Wochen in einer Gärtnerei bekommen haben. Sie bekommen übrigens 75% des Stundenlohns der Erwachsenen, die die gleichen Tätigkeiten ausführen.

    Antwort auf "Gezwungen nicht, aber:"
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    Ich wurde schon mal für 3 Euro/Std. bei einer Event-Agentur die Stunde bezahlt, weil bis zum Ende keine feste Einigung über das Gehalt bestand. 75% eines Erwachsenengehalts , falls unversteuert sind schon eine Menge. Nur auf dem Bau habe ich Netto das gleiche verdient wie jeder andere, 8 Euro/Std. . Kein Wunder, dass dann Schwarzarbeit aufkommt.
    Schüler sind schon eine billige Arbeitskraft und einige haben nicht unrecht, dass sie den Alten Konkurrenz machen.

    Ich wurde schon mal für 3 Euro/Std. bei einer Event-Agentur die Stunde bezahlt, weil bis zum Ende keine feste Einigung über das Gehalt bestand. 75% eines Erwachsenengehalts , falls unversteuert sind schon eine Menge. Nur auf dem Bau habe ich Netto das gleiche verdient wie jeder andere, 8 Euro/Std. . Kein Wunder, dass dann Schwarzarbeit aufkommt.
    Schüler sind schon eine billige Arbeitskraft und einige haben nicht unrecht, dass sie den Alten Konkurrenz machen.

  7. Ich wurde schon mal für 3 Euro/Std. bei einer Event-Agentur die Stunde bezahlt, weil bis zum Ende keine feste Einigung über das Gehalt bestand. 75% eines Erwachsenengehalts , falls unversteuert sind schon eine Menge. Nur auf dem Bau habe ich Netto das gleiche verdient wie jeder andere, 8 Euro/Std. . Kein Wunder, dass dann Schwarzarbeit aufkommt.
    Schüler sind schon eine billige Arbeitskraft und einige haben nicht unrecht, dass sie den Alten Konkurrenz machen.

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