Sind Ihre Mitarbeiter bei Ihrem Unternehmen zufrieden? Die Mitarbeiterbindung ist meist geringer als Vorgesetzte vermuten. Nach der Studie Gallup Engagement-Index Deutschland 2010 fühlen sich gerade einmal 13 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland emotional an ihr Unternehmen gebunden. Die Mehrzahl (66 Prozent) fühlt sich nur gering gebunden und macht Dienst nach Vorschrift. Und ganze 21 Prozent verspüren sogar überhaupt keine emotionale Bindung mehr zum Arbeitsplatz. Auch eine aktuelle Studie , die der Harvard Business Manager gemeinsam mit der Unternehmensberatung Kienbaum und dem Institut für Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen an der Universität der Bundeswehr München durchgeführt hat, kommt zu diesem Ergebnis.

Verheerend, denn die mangelnde Motivation der Mitarbeiter und die damit verbundene innere Kündigung kostet Unternehmen jährlich bis zu 125 Milliarden Euro. Denn demotivierte Mitarbeiter fehlen häufiger als ihre motivierten Kollegen, auch ist die Fluktuationsrate des Unternehmens höher als bei vergleichbaren Arbeitgebern. Wertvolles Know-how geht so verloren und das Unternehmen hat immer wieder hohe Einarbeitungskosten für neues Personal .

Führungskräfte sollten deshalb die Schwachstellen in ihrem Unternehmen ausmachen und gezielt gegensteuern. Analysieren Sie die Fluktuationsquote, den Krankstand und den Anteil der internen Stellenbesetzungen und Initiativbewerbungen. Auch Mitarbeiterbefragungen und Auswertungen der Jahresgespräche sollten in die Bewertung einfließen.

Nachwuchskräfte lassen sich mit Karriereperspektiven und Bonuszahlungen an das Unternehmen binden , Spitzenkräften ist weniger das Einkommen wichtig, sondern vielmehr die Zufriedenheit und die Einflussmöglichkeiten.

Und es kommt auch auf die Entscheider in den Sandwich-Führungspositionen an. Wie gut sind jene, die als Führungskräfte in Ihrem Unternehmen arbeiten? Wie flexibel gehen sie mit neuen Ideen um? Wie stark engagieren sie sich bei den individuellen Karriereplänen und der Entwicklung der Mitarbeiter? 

Generell sind die Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung vielfältig und reichen von der Arbeitsplatzgestaltung über die Mitarbeiterentwicklung und -führung bis hin zur Teamarbeit. Neuere Konzepte berücksichtigen auch:

  • Gleichbehandlung, Frauenförderung sowie Diversity Management : Unternehmen, die auf Diversity setzen, werden von Bewerbern beispielsweise meist als weltoffen gesehen.
  • Familienförderung: Während früher bei der Familienförderung meist nur an Familien mit kleinen Kindern gedacht wurde, haben sich die Zeiten geändert. Mittlerweile schließt dies auch allein erziehende Mütter und Väter sowie die Pflege von (älteren) Familienangehörigen und Lebenspartnern mit ein.
  • Aging Workforce: Das angehobene Renteneintrittsalter stellt sowohl Arbeitnehmer als auch -geber vor neue Herausforderungen. Wer auf altersheterogene Teams setzt, nutzt nicht nur die Vorteile der einzelnen Mitarbeiter, sondern steigert auch seine Attraktivität als Arbeitgeber.
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement und Work-Life-Balance: Um Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen binden zu können, dürfen Unternehmen Maßnahmen wie Rückenschule, Gesundheitschecks, flexible Arbeitszeiten etc. nicht vernachlässigen.
  • Employability: Dieser relativ neue Trend im Personalwesen stellt nicht die Arbeitsplatzsicherheit, sondern die Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit in den Fokus. Kritiker weisen hier auf die Gefahr hin, dass Unternehmen so ihre Mitarbeiter für den Wechsel zu einem Unternehmen vorbereiten. Die Deutsche Bank allerdings zeigt, dass es auch anders geht.

Zu erwähnen ist allerdings, dass Gleichstellung, Aging Workforce, Diversity und Employability vor allem als Bindungsmaßnahmen für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern taugen. Die Programme sind kostspielig und für kleinere Unternehmen meist gar nicht realisierbar. Doch auch kleine Unternehmen können etwas für die Zufriedenheit und langfristige Bindung ihrer Mitarbeiter an die Firma tun: flexible Arbeitszeiten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Gesundheitsmanagement können auch in kleinen Betrieben ermöglicht werden. Fangen Sie damit an, Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.