Diskriminierung : Neues Geschlecht, neuer Job

Monika Strub wurde biologisch als Mann geboren. Mit ihrer Geschlechtsanpassung wechselte sie auch ihren Beruf. Doch als Frau suchte sie lange nach einer neuen Arbeit.

Ein bisschen Horst steckt in Monika Strub immer noch. Das merkt man schnell, wenn man sich mit der 36-Jährigen unterhält. Dann erzählt die junge Frau aus dem Badischen mit tiefer Stimme und aus freien
Stücken, warum sie es seit Jahren so schwer hat im Berufsleben: weil sie heute ein anderes Geschlecht hat. Monika Strub wurde als Mann geboren. Äußerlich ist ihr das nicht mehr anzusehen. Strub hat verschiedene Eingriffe einer Geschlechtsangleichung hinter sich. Nur ihre tiefe Stimme klingt noch männlich. Sie hat sich die Stimmbänder bislang nicht operieren lassen. "Ich dachte, ich versuche es erst einmal mit Singen zu Hause", sagt sie. Eine höhere Stimmlage lasse sich nämlich auch erlernen, aber das dauere seine Zeit.

Trotzdem hat Strub es schwer, einen Job zu finden. Zuletzt war sie in einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma gescheitert. "Glauben Sie nicht, dass es Probleme gibt?", hatte der Arbeitgeber sie gefragt. Es war nicht die fachliche Qualifikation, an der er zweifelte. Monika Strub glaubt, sie habe den Job nicht bekommen, weil ihr Gegenüber kein Verständnis für ihre geschlechtliche Identität hatte. "Viele Arbeitgeber sind damit überfordert", sagt sie.

Transgeschlechtliche Menschen werden in Deutschland sehr häufig diskriminiert , insbesondere im Berufsleben. Das stellt auch eine Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle (ADS) des Bundes fest. Wer nicht in seinem biologischen Geschlecht leben möchte oder ohne eindeutiges biologisches Geschlecht geboren wurde, hat es schwer. So vielfältig wie die geschlechtliche Identität, so vielfältig sind auch die Begriffe. Um die Vielfältigkeit widerzuspiegeln, spricht die ADS-Studie von Trans*Personen .

Sie teilen das Schicksal anderer gesellschaftlicher Minderheiten – mit einem großen Unterschied: Schwule und Lesben etwa haben durch jahrelange Aufklärungsarbeit ein hohes Maß an Akzeptanz erreicht. In manchen Branchen können sie mittlerweile sogar Karriere machen und angesehene Politiker werden oder Fernsehmoderatorin zur Primetime. Transen, wie es oft falsch und abfällig über transgeschlechtliche Menschen heißt, erwarten die Leute allenfalls beim Christopher Street Day oder in freizügigen Berliner Techno-Clubs – aber nicht nebenan im Büro. "Die Aufklärung über Trans-Menschen in der Gesellschaft hinkt völlig hinterher", sagt Jannik Franzen.

Franzen hat mit seinem Forscherkollege Arn Sauer die Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erstellt. Sie stützt sich auf Daten aus diversen internationalen Untersuchungen: Danach sind bis zu 54 Prozent der Trans-Personen arbeitslos. Und wer einen Job hat, kommt über ein prekäres Beschäftigungsverhältnis meist nicht hinaus. Viele Trans-Menschen sind für ihre Tätigkeit überqualifiziert, Karriere machen die wenigsten. Stattdessen gibt es große Berührungsängste seitens Vorgesetzter und Kollegen, Mobbing und gar Gewalt sind keine Seltenheit. Der Fall des Microsoft-Managers Michael Wallent, der nach einer Geschlechtsumwandlung zur weiblichen Megan Wallent den Top-Posten im Konzern noch festigte, gehört zu den Ausnahmen.

Monika Strub begann 2007 mit ihrer Geschlechtsangleichung. Damals machte sie eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Als Horst Strub hatte sie in der metallverarbeitenden Industrie gearbeitet. "Ich habe mich dann aber neu orientiert, wollte etwas mit Menschen machen", sagt die 36-Jährige. Doch die Suche nach Arbeit sei ein "Spießrutenlauf" gewesen. Wegen ihrer Transidentität bekam sie auf Bewerbungen Absagen, lange Zeit war Strub arbeitslos. Im Frühjahr versuchte sie es sogar als Politikerin und bewarb sich für die Linken um ein Mandat im baden-württembergischen Landtag. Die Partei blieb aber unter der Fünf-Prozent-Hürde. "Ich habe mich dann zwischenzeitlich selbständig gemacht und Brötchen ausgefahren", erzählt sie.

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Kommentare

198 Kommentare Seite 1 von 16 Kommentieren

Indizien kann man auch

in solchen Situatioen schlecht nennen. Kein (potentieller) Arbeitgeber wird offen zugeben einen Menschen wegen seiner sexuellen Ausrichtung, seines Statuses nicht einzustellen. Das wäre mit einer Klagewelle verbunden, die sehr hohe Kosten und das gerichtlich erzwungene Einstellen der Bewerberin führen würde. Also werden schön subjektiv, die "fachlichen Mängel" und "Nicht-Qualifikationen" aufgeführt die zu einer Ablehnung, also Nicht-Einstellung führen.

Soviel zur Benennung von Indizien. Formal liegt es am potentiellen Arbeitgeber, dem Aspiranten/ der Aspirantin auf dem Job, klar zu machen warum er ihn/sie nicht nehmen will. Dass die Gründe wie so oft vorgeschoben sind, zeigt auch eine andere Studie. Menschen mit türkisch, persisch-klingendem Namen werden auch bei der Einstellung diskrimminiert.

Da gibt es noch viel zu tun für die Gleichstellungsbeauftragen und auch das Umdenken zu Haltung gegenüber Minderheiten (sei sie die der sexuellen Orientierung, des Geschlechts -trans/-gender, und auch ethnische Minderheiten...)

Man kann eher mal die ganzen Ablehungsschreiben anschauen und überprüfen auf Kriterien, die auf Internalisierung (sie gehort zu uns) und Externalisierung (sie passt nicht zu uns) untersuchen. Das wäre eine Textanalyse und recht aufwändig... würde aber so einige dunkle Floskeln an den Tag legen, die keiner als Antwort in dem Brief/ der Absage auf seinem Schreibtisch finden will.

Best E

Verantwortung des Arztes

Wie kann ein Arzt so einen Eingriff vornehmen? Die Menschen müssen ein Leben lang Schmerzmittel und Hormone nehmen. Wenn jemand sich als Frau/Mann fühlt spricht nichts dagegen und die Leute sollen auch ihre ungewöhnliche Sexualität ausleben. Aber der Wunsch nach einer körperlichen Geschlechtsumwandlung ist aus meiner Sicht ein psychologisches Problem und sollte von einem Arzt auch so behandelt werden.

Der Kommentar ist nicht diffarmierend gemeint und soll Transexuelle nicht diskreminieren.

Moin Laberbacke

>>Der Kommentar ist nicht diffarmierend gemeint und soll Transexuelle nicht diskreminieren.<<

Doch das ist er!

>>Aber der Wunsch nach einer körperlichen Geschlechtsumwandlung ist aus meiner Sicht ein psychologisches Problem und sollte von einem Arzt auch so behandelt werden.<<

Warum sollte ich einen Psychologen aufsuchen, wenn ich feststelle im falschen Körper geboren zu sein? Wenn ich meine Sexualität nicht ausleben kann, da mir was fehlt? Ist es nicht nach dem Prinzip des John Rawls zu begrüßen, dass die Menschen, die sich nicht in ihrem Körper zu Hause fühlen, diesen operativ ändern können dass sie es tun? Sich quasi das eigene Glück operativ erschaffen lassen? Ich finde es spricht nichts dagegen. Auch die Einnahme von Hormonen nicht. Fragen Sie doch mal die ganzen jungen Frauen im gebärfähigem Alter, die die Antibabypille nehmen und auch eine lange Zeit ihres Lebens Hormone futtern. Ist das auch falsch? Was ist mit den Frauen, die durch operative Eingriffe ihre Gebärmutter nicht mehr haben, die auch Hormone nehmen? Wo ist da die Grenze zu ziehen? Selbstbestimmung, so lange sie niemandem schadet ist nur zu unterstützen! Denn wenn jemand ein Leben lang gezwungen ist im falschen Geschlecht zu leben... wird nicht glücklich werden. Ähnlich wie mit einem Partner, der nicht selbst aus freien Stücken gewählt worden ist (Thema: Zwangsehe).

So far E.

So einfach ist das auch nicht

Ich finde es erstmal etwas verwirrend, dass Sie Laberbacke Diskriminierung unterstellen (obwohl er/sie das ausdrücklich verneint hat) und dafür auch noch eine Redaktionsempfehlung bekommen...

Aber unabhängig davon: Es gibt schon Stellen an denen man zumindest darüber nachdenken muss, wann eine solche Operation angebracht ist und wann nicht.

Wenn man einen ausgeglichenen Menschen vor sich hat, der jedoch schlicht feststellt, dass er in dem Körper falsch ist, dann gibt es nichts einzuwenden. Möchte jedoch jemand "aus dem Affekt" sich ändern lassen, weil er gerade mit seinem Leben unzufrieden ist o.ä. dann sollte man schon Vorsicht walten lassen.

Das ist m.E. eine ähnliche Problematik wie bei Schönheitsoperationen. Prinzipiell auch nicht schlimm, sie können aber auf krankhaften Vorstellungen von Schönheit basieren und zu einem Wahn werden.

Insofern finde ich, dass man zumindest über solche Themen diskutieren können muss ohne als diskriminierend dargestellt zu werden.

Mißverständnis

Hier herrscht ein Mißverständnis vor: Die Personen, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen, bekommen keinen anderen Körper, sondern ein anderes Geschlecht. Aufgrund der sozialen Unterstellung, die im Alltag zugeschriebene Geschlechtskategorie, sei mit der genitalen Geschlechtsklassifikation identisch, wird die Veränderung der Genitalien erforderlich: Die angenommene Deckungsgleichheit ist wie Harold Garfinkel das nannte ein "moral fact". Personen, die diesen als moralisch-natürlich aufgebauten Codex verletzen, verletzen die Grundfesten des allgemeinen Verständnis - sie sind nicht als Sozialpartner 'zuverlässig', sondern 'lügen'. Diese Haltung, die bei uns internalisiert ist, zwingt Personen dazu, die Angleichung der Genitalien an die Geschlechtskategorie vollziehen zu lassen.
Noch eine kurze Bemerkung: Ersetzen Sie mal alle "Trans*Menschen" oder gar "Transe" in den Kommentar durch "Juden". Dann merken Sie eher, was diskriminierend ist und was nicht.

Wie schon die

Redaktion geschrieben hat, die Formulierung Transe ist nun mal herabstufend.

>>Aber der Wunsch nach einer körperlichen Geschlechtsumwandlung ist aus meiner Sicht ein psychologisches Problem und sollte von einem Arzt auch so behandelt werden.<<

Aha, Sie sehen darin keine Diskrimminierung? Wenn ein Mensch meint im falschen Körper geboren zu sein, dann hat er auch das Recht sich dementsprechen umoperieren zu lassen. Diese Menschen machen das nicht aus einer Laune heraus, sondern sie durchlaufen Psychologische Gutachten und diese Operationen werden von den Krankenkassen bezahlt.

Noch einmal die Frage: sehen Sie nicht eine Diskrimminierung der Menschen, deren sexuelle Orientierung (im falschem Geschlecht geboren zu sein) "als psychologischen Problem" betrachtet wird? Es ist eine Herabstufung, "die" mit einem Problem und wir "normalen". Besser kann man Diskrimminierung nicht formulieren.

Betrachten Sie es mal so: Wenn ich als transsexueller Mensch die Möglichkeit habe mich einer Operation zu unterziehen. Dann habe ich auch kein Problem mit mir und der Umwelt. Danach befinde ich mich ja in meinem richtigen geschlechtlichen Körper. Was maßen sich Mitmenschen eigentlich an zu bestimmen was andere (transsexuelle/transgender) Menschen mit ihrem Körper machen oder nicht? Darin liegt die Diskrimminierung. E.

Juden?

Dass es gute Gründe für eine Geschlechtsumwandlung gibt ist durchaus richtig. Das habe ich auch nie bestritten.

Mein Kommentar bezog sich eher darauf, dass man sich als Arzt vorher durchaus intensiv mit dem Patienten zusammensetzen sollte um diese zu besprechen.

Ich habe es leider nicht geschafft den Kommentar von Laberbacke irgendwie auf Juden umzuschreiben. Daher verstehe ich immer noch nicht, was Sie meinen. Oder meinen Sie einen anderen Kommentar?

@Tina Groll: Der Kommentar zu der Empfehlung bezog sich auch nicht auf den Post von Laberbacke, sondern auf die Antwort darauf von elcycinu. ;)

Deswegen werden Schönheitoperationen

>>Das ist m.E. eine ähnliche Problematik wie bei Schönheitsoperationen. Prinzipiell auch nicht schlimm, sie können aber auf krankhaften Vorstellungen von Schönheit basieren und zu einem Wahn werden.<< Sehr häufig privat bezahlt und nicht als Kassenleistung gewährleistet.

Aber eine Geschlechtsumwandlung kann man nicht mit einer Schönheits-OP vergleichen, da bei der Geschlechtsumwandlung eine geschlechtliche Identität, körperlich bestätigt wird. Bei einer Schönheits-OP oftmals (wenn nicht rekronstruktiv nach einem Autounfall oder so) in der Regel das Ego durch das Operative-Korrektiv gestärkt wird. Was für diejenigen, die sich dafür entscheiden auch völlig legitim ist. Deswegen ist es ja auch nicht vom Gesetzgeber verboten. Zurück zum Transsexuellen Menschen. Für ihn ist oftmals (es sei denn er hat sich anders anrangiert) eine OP die Tür zum erfüllten Sexualleben/ Partnerschaft/ Familien-leben. Diese OP ist also notwenige Bedingung und nicht das i-Tüpfelchen.

Best E.

Die Umwelt schaut nicht in die Unterhose...

wohl aber fällt auf, dass eine männliche Schädelform plus Skelettaufbau zu einer weiblichen Frisur, einer männlichen Stimme und gemachten Brüsten nicht zusammen paßt.

Das ist wohl nach vielen OPs ein Hauptpunkt. Es gibt auch mit tollen operativen und kosmetischen Mitteln keine Möglichkeiten, das was die Pubertät schuf zurück zu bauen und dazu noch weibliche Attribute zu packen.

Und auf mich wirkten viele (wobei ich nur Mann zu Frau kennen lernte) mehr wie Karrikaturen von Frauen als nach Frauen aussahen.

Wer meint, mit einer OP Probleme im Alltag zu eliminieren, liegt meines Erachtens falsch, denn die meisten fallen als Ex-Männer im Alltag weiterhin auf und das dürfte wohl zu mehr Problemen führen als vieles andere.

Versuch ein paar Argumente zu widerlegen

"Selbstbestimmung, so lange sie niemandem schadet ist nur zu unterstützen!"
Ja, aber ein Arzt hat auch die Aufgabe den Patienten vor sich selbst zu schützen.
Eine solche Operation ist entgültig und sollte deshalb nicht leichtfertig gemacht werden. Außerdem kann auch heute noch jede Operation Komplikationen hervorrufen. Nach einer schweren Operation muss man in der Regel Schmerzmittel nehmen, die einen ganz bestimmt nicht glücklich machen.

Es ist in der Wissenschaft unumstritten, dass Transsexualität anders als z.B. Homosexualität keine genetische Veranlagung ist. Die eindeutige Konsequenz daraus ist, dass der Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung, psychologische Gründe haben muss.

"Wenn ich meine Sexualität nicht ausleben kann, da mir was fehlt?"
Seit der Antike gibt es bestimmte Spielzeuge...

In Antibabypillen sind übrigens keine männlichen Hormone drin.

Verstehe ich

Die Aussage, dass Transsexuelle (Das Wort ist aber ok?) nur ein "psychologisches Problem" hätten, ist nicht vertretbar.

Die Kernaussage habe ich jedoch eher in der Frage gesehen ob eine Operation notwendig ist oder nicht. Ich denke auch, dass Operationen in dem Fall notwendig sind.
Ich fand nur die Unterstellung der Diskriminierung in dem Zusammenhang falsch.

Dass man als Arzt auch darauf achtet, ob ein Eingriff dem Patienten wirklich hilft oder nicht finde ich dagegen in manchen Situationen sogar erforderlich. (Bis zu einem gewissen Grad)

Wenn Sie als Mann

sich zu solch einer Frau nicht hingezogen fühlen. Dann ist das eben so. Jedoch belassen sie es doch dieser Frau ihr Leben so zu gestalten wie es ihr beliebt. Die Mitmenschen überlassen Ihnen das bei sich ja auch. Übrigens die von Ihnen geschilderten Probleme können durchaus eintreten. Es geht nicht Probleme im Alltag zu eliminieren. Sondern es geht darum eine vorher nicht gebürtliche Geschlechtszuordnung zu erhalten die das Leben lebenswert macht. Oder wollen Sie als (ich nehme mal an) als heterosexueller Mann gezwungen werden auf Männer zu stehen? Genau so ist es mit einem Transsexuellen Menschen. Beispiel: Ich bin als Frau geboren, fühle mich aber als Mann. Stehe mit meiner sexuellen Identität als Mann auf Frauen. Bin aber keine homosexuelle Frau. Wie war das mit dem erfüllten Liebesleben?... Überlegen Sie mal... Best E.

Ähm... da ging jetzt wohl was daneben mit dem Geschlecht...

wieso "Sie als Mann"? Ich bin kein Mann ich bin eine Frau, Mutter von Kindern und hatte einige Jahre über einen Freund engen Kontakt zu solchen Menschen.

In der Tat habe ich mich nie sexuell zu jemandem von dieser Gruppe, die ich kannte hingezogen gefühlt. Das geht mir aber auch mit vielen anderen Menschen so.

Wenn ein Mann, den ich kannte, Vater von zwei Kindern, der mit Mitte 30 darauf besteht, dass er eine Frau ist, diese nun wird und vom Fernfahrer zur Sekretärin werden will, dabei chirurgische Maßnahmen ergreifen möchte, Hormone nimmt, psychologische Verfahren mitmacht, kann er erwarten, dass seine Idee umgesetzt wird. Nicht aber kann er von Frau, Kindern, Arbeitgebern oder anderen Menschen erwarten, dass sie begeistert seinen/ihren Plan mittragen.

Für die Umwelt ist das oft etwas anderes, als für Menschen, die sich in diesem Thema zu Hause fühlen.

Wenn diese Veränderung gut läuft, kann man nur gratulieren. Erwarten kann man einen Erfolg wohl kaum.

Noch einmal

Ein Arzt und ein Psychologe betreuen in der Regel die Menschen die sich für eine Geschlechtsumwandlung entscheiden. Möchten Sie den Menschen die fachliche Beratungskompetenz absprechen und Ihre Beratungskompetenz über die des fachlich qualifizierten Personals stellen...Sehr interessant...

Erinnern Sie sich noch an Zeiten, wo auch Homosexualität als psychische Krankheit abgetan wurde? Es gibt da draußen noch immer solch ein paar Spinner. Nur weil man bei Transsexualität kein Gen gefunden hat, heißt es nicht dass es dass es unmenschlicher ist als Homosexualität oder gar Heterosexualität. Fakt ist man ist im falschen Geschlecht geboren. Freuen Sie sich doch für die Menschen, die dank einer OP zu ihrer Sexualität wechseln können. Ach und zu ihren Spielzeugen. Wollen Sie damit sagen, dass diese Menschen ihre Sexualität nur mit Spielzeugen ausleben dürfen? [\begin irony] Viel Spass mit Ihren Spielzeugen. Ach zukünftig sind reale Sexualpartner für sie verboten...wie dem anderen so auch für Sie. [\end irony]

Ja, stimmt die Antibabypille hat keine männlichen Hormone, verhindert aber bei regulärem Geschlechtsverkehr den Eisprung und folglich eine Schwangerschaft. Ein weitaus größerer Eingriff in die Natur. Finden Sie nicht?

E.

Oh Sorry!

Ich adressier Sie jetzt als Frau. Sie sprechen ein berechtigtes Problem an. Dies ist aber erst einmal zu trennen von dem Geschlechtsveränderungsakt eines transsexuellen Menschen. Dass das Umfeld, ggf Familie oftmals solch einen Schritt nicht willkommen heißt ist bekannt. Deswegen werden die im optimalen Fall auch psychologisch mitbetreut. Was den transsexuellen Menschen aber am wenigsten hilft sind Vorwürfe und Ablehnung von der Seite. Was aber oftmals leider passiert. Für einen transsexuellen Menschen bedeutet das aber, dass er sein Geschlecht verleugnet und mit dem schon ein Leben lang gespielten Spiel weiter machen soll, von dem er sich mit einer Geschlechtsumwandlung befreien möchte. Best E.

Eine ähnliche Diskussion gab es mal bei einem der ...

Stammtische, bei dem ich anwesend war und ich fragte, was einen Menschen, der behauptet, ein anderes Geschlecht als das offensichtliche zu haben von einem Menschen unterscheidet, der behauptet, ein Bein gehöre nicht zu seinem Körper und müsse amputiert werden, weil ihre Selbstwahrnehmung eine ist, die dieses Bein als nicht aktiv, nicht vorhanden und überzählig empfindet?

Ich habe der Diskussion interessiert zugehört und am Ende kam raus, dass jeder, der nur ausreichend begründet, dass er eine andere Wahrnehmung hat, als man sehen kann, einer Korrektur bedürfe und dies auch finanziert werden sollte.

Ich bekam damit einen Einblick in Diskussionsstrukturen und wunderte mich ein wenig...

Die Diskrimminierung ist vorhanden

Denn in dem man die Frage stellt ob eine Operation des Geschlechts "nötig" ist unterstellt man doch dem Menschen, der sich ihr unterziehen möchte, als auch dem qualifizierten Fachpersonal, welches mit involviert ist, die Fähigkeit darüber zu entscheiden. Dass ein Arzt darauf achtet ob die Operation erforderlich ist, ist Sache des Arztes und des sich der Operation unterziehenden Menschens. Aber nicht Sache eines Foristen darüber zu entscheiden über Nötigkeit oder Unnötigkeit. Verstehen Sie jetzt was ich meine? Wieso sind Menschen von einer möglichen Operation so betroffen, dass sie sich anmaßen darüber zu entscheiden ob sie normativ berechtigt ist oder nicht? Die Frage konnotierte stark zum "nicht nötig" So was ist bei mir ein großes Indiz für Intoleranz!

Best E.

Die "Verstümmelung"

wie Sie sie beschreiben findet zu meist unter Ärztlicher Aufsicht, unter psychologischer Betreuung und bezahlt von den Krankenkassen statt. Wenn der Mensch auf Grund seiner sexuellen Identität operieren lassen möchte und dies nach einer langen Beratungszeit und Begleitungszeit tut. Ist das legitim. Alle Menschen die diesem Menschen das Urteilsvermögen also die Entscheidungsmöglichkeit sich solch einer Operation zu unterziehen sind in diesem Fall diskriminierend. Da sie sich über genau diesen Menschen stellen.

Wie ich schon geschrieben habe. Es gibt auch Transidentitäten, also andere Menschen, die sich bewußt nicht für eine Operation entscheiden. Da ihre sexuelle Identität eben nicht genau bei Mann bzw. genau bei Frau befindet.

Wenn Ihre Kritik darauf abzielt, dass Menschen in der Richtung manipuliert werden sich für ein Geschlecht zu entscheiden (zu müssen) ist dieses Handeln genau wie die von mir benannte Diskriminierung zu verturteilen.

Best E.

Neue Argumente

>"Selbstbestimmung, so lange sie niemandem schadet ist nur zu >unterstützen!"
>Ja, aber ein Arzt hat auch die Aufgabe den Patienten vor sich >selbst zu schützen.
Glaub mir, das tun die - und nicht zu knapp...

>Eine solche Operation ist entgültig und sollte deshalb nicht >leichtfertig gemacht werden.
Genau wie jeder Tag im falschen Körper denselbigen permanent durch Hormone verändert, das Umfeld einen mehr und mehr auf eine Rolle einprägt und alles ein bisschen an der Seele frisst...auch ist der Schutz der Ärtzte vor Ops noch deutlich stärker, als vor hormoneller Angleichung...

>Nach einer schweren Operation muss man in der Regel Schmerzmittel >nehmen, die einen ganz bestimmt nicht glücklich machen.
Eine Weile Schmerzmittel nehmen um danach endlich mal vernünftig Sex haben zu können und nicht ständig die Angst zu haben, dass die Leute was merken ? Hell yeah!

>Es ist in der Wissenschaft unumstritten, dass Transsexualität >anders als z.B. Homosexualität keine genetische Veranlagung ist.
Man geht, soweit ich weiß, davon aus, dass embryonale Hormoneinflüsse Schuld haben. Damit ergibt sich eine andere Neuralstruktur und nicht "irgendwas psychologisches" - Transpersonen sagen nicht einfach, dass sie Männer/Frauen im falschen Körper sind - Magnetresonanzuntersuchungen zeigen das ziemlich deutlich.

>"Wenn ich meine Sexualität nicht ausleben kann, da mir was fehlt?"
>Seit der Antike gibt es bestimmte Spielzeuge...
Sehr geschmacklos.

........

"Noch einmal die Frage: sehen Sie nicht eine Diskrimminierung der Menschen, deren sexuelle Orientierung (im falschem Geschlecht geboren zu sein) "als psychologischen Problem" betrachtet wird?"

was ist bitte an einem psychologischen problem diskriminierend? daran ist allen der umstand diskriminierend, dass SIE eine erkrankung der psyche für unnormal halten, eine erkrankung des körpers aber für akzeptabel. das sollten sie für sich hinterfragen, denn sie könnten auch psychisch erkranken.

Identität

Eine ähnliche Diskussion gibt es immer, wo es um ein Identitätsproblem und/oder Diskriminierung geht.

Ein Schwarzafrikaner fühlt sich nicht wohl in seiner Haut, denn fühlen tut er sich wie ein Deutscher - er wird auch aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert. Es ist natürlich, dass er - zumindest in seiner Fantasie - darüber nachdenkt, wie es wäre, wenn "normal weiß" aussehen könnte, und wie es wäre mit einer OP. Da kommt aber zumindest in Deutschland keiner auf die Idee, ihn zu operieren. (Bei Michael Jackson hatte man es zeitweilig vermutet) Man würde er psychotherapeutisch arbeiten, dass er sich mit seiner Situation abfinden kann.

Oder eine Frau, die sich in ihrer Haut nicht wohl fühlt, denn ihre Brüste sind für ihr Gefühl zu klein. Vom Gefühl ist sie weiblicher als ihr Aussehen. Hier gibt es auch in Deutschland Schönheitschirurgen, die OPs anbieten.

Also, Identitätsproblem gibt es in "kleineren" Maßen auch anderswo.

Bei Sexualität scheint es aber um noch viel existenziellere Identität zu gehen. Was die Chirurgen in diesem Feld inzwischen leisten können, ist schon enorm.

Ein psychisches Problem....

...entsteht doch wohl im Gegenteil erst durch das unvorstellbare Leiden, das sich einstellt, wenn man/frau täglich damit leben soll, dass die persönliche sexuelle Identität das Gegenteil aussagt wie der Körper, an den sie gebunden ist - oder?

Es muss die Freiheit und das unbestittene Recht eines jeden Menschen sein, hier unter Zuhilfenahme operativer Eingriffe das unerträgliche Gespalten-Sein in Harmonie zu verwandeln - und die macht dann psychisch gesund.

Wen sollte das ausserdem etwas angehen, wer sollte sich hiervon persönlich betroffen fühlen - ausser den tatsächlich Betroffenen?

Freunde,

im normativen Sinne ist es natürlich klar, dass Menschen die ein psychologischesn Problem haben und solche die keines haben ganz klar Menschen sind. Also gleich, der eine hat ne Neurose und der andere eine Psychose...und? Sind immer noch beides gleichwertige Menschen.

Wenn man aber nun die Soziologen-Brille aufsetzt, sich selber auch klar macht mit welchen Schubladen man arbeitet...dann dürfte Ihnen und auch Christygoe einiges klar werden. Also ist defacto ein psychisches Problem dann diskriminierend so lange psychische Erkrankungen als solche (TRANSIDENTITÄT IST KEINE PSYCHISCHE ERKRANKUNG!) und Menschen die sich in psychische Behandlung begeben vom grand der Bevölkerung externalisiert werden. Ich habe nur beschrieben was sich hier in dem Forum (Internalisierung, "wir" und Externalisierung, "die") abläuft beschrieben: Demzufolge komme ich zu dem Schluss die beschriebenen Menschen werden auf Grund des Verhaltens anderer diskriminiert. (Leider ist das der Ist-Zustand.)

Best E.

So ein Quatsch

die Argumentation herumzudrehen. Man möchte nicht als psychisch krank gelten um nicht diskriminiert zu werden.

Sehen Sie doch in dieses Forum, lesen Sie doch mal einige der Beiträge hier. Es werden Menschen diskriminiert weil sie eine Minderheit unter vielen sind. Dieses "zur Minderheit gehören" "reicht" schon um Opfer von Diskriminierung zu werden. Ob die Minderheit formal eine psychische Krankheit hat oder nicht ist doch den Bewertern des "normalen" egal. (Dieses "normal" variiert zumeist meiner Erfahrung nach gewaltig!)

So far E.

Wem sagen Sie das

Wem sagen Sie das. Ich bin Vergewaltigungsopfer an einer Institution, und seitdem ich das dort gesagt habe, spricht da keiner mehr mit mir. Ich musste weg.

Ich war nach der sehr anstrengenden polizeilichen Vernehmung wegen dieses Strafverfahren wegen "Belastungsreaktion" in einer Psychiatrie, weil die Erinnerungen so unerträglich waren, und weil ich Angst vor Racheaktion des Täters hatte.

Offiziell bin ich also psychisch krank.

Der Täter ist offiziell psychisch gesund.

Und nein, eigentlich sehe ich auch nicht ein, dass ich als "krank" eingestuft werde, nur weil ich Opfer geworden bin. Krank ist eigentlich der Täter. Mit der entsprechenden Diskriminierung eben wegen dieser "psychiatrischen Vorerkrankung".

Und die Krankenkasse zahlt nicht mal alle Behandlungskosten für die Tatfolgen.

Aber mittlerweile ist es mir auch egal. Ich will nur leben.

Haftung

Der Arzt haftet.

Selbst wenn der Patient die Einwilligung in OP unterschreibt.

Wenn der Patient nach der OP doch nicht zufrieden ist und sagt, eigentlich wollte er das gar nicht, er hätte den ganzen Ausmaß der OP nicht verstanden, weil er so unter Leidensdruck stand, also psychisch nicht ganz zurechnungsfähig war. Dann gilt womöglich die Unterschrift auch nicht mehr.

Er muss also vergewissern, der Patient die OP wirklich will und dass er beim klaren Verstand ist.

Das gebietet auch sein Gewissen und seine Fürsorge.

Schönheitschirurgie und

plastische Chirurgie, auf die Sie anspielen, haben nichts mit einander zu tun; das eine ist z.B. eine Rekonstruktion oder Konstruktion, die medizinisch notwendig ist, bei einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, das andere wäre z.B. eine neue Nase zwecks Schönheit. Der Wunsch nach mehr Schönheit oder das Sich-Orientieren an gegebenen Vorbildern kann tatsächlich pathologisch werden.
Die Grenzen zwischen plastischer Chirurgie und Schönheitschirurgie sind klar bestimmt, wobei es durchaus Einzelfälle gibt, über die man diskutieren kann.

Bevor solch eine

Operation überhaupt stattfinden darf, muß der Patient ausführlich und umfangreich über sein bisheriges Leben berichten, dabei kommen auch psychische oder seelische Probleme zur Sprache. Zusätzlich sind m.W. 2 Gutachten von verschiedenen Gutachtern erforderlich.
Ich glaube nicht, daß es nur darum geht, mal eben schnell seinen Problemen auszuweichen. Das würde, denke ich, schon im Vorfeld auffallen und eine solche Umwandlung eher verunmöglichen.

Die Frau mit den zu kleinen Brüsten, die eine OP will...

ist allerdings im Gegensatz zu den hier besprochenen Menschen Selbstzahler und sogar wenn zu große Brüste gesundheitliche Probleme machen, wird sie für eine Korrektur selbst zahlen müssen. Das ist deutscher Alltag.

Damit unterscheidet sich die Form der Behandlung in Bezug auf die Kosten sehr im Gegensatz mit anderen Menschen, die ihren Körper und ihr Innenleben nicht in Einklang bringen können. Wer eine OP will, zahlt selbst - es sei denn, er hat einen Unfall, der ihn entstellte.

Und die Kosten sind für viele Menschen so hoch, dass sie lernen müssen, mit ihrem Körper zu leben.

Die Sache mit dem "psychischen Problem"

Lieber Prof D.,

es macht einen grossen Unterschied, ob ich eine gebürtige transsexuelle Frau als Frau akzeptiere, oder behaupte sie wäre ein "psychisch kranker Mann" und "er" bilde sich nur ein, der Mensch zu sein, der sie eigentlich ist. Wir hatten diese Diskriminierung auch bei Homosexualität. Bis Anfang der 70er Jahre gab es Leute, die aus dem Körper bzw. den Genitalien eines Menschen ableiteten, dass Hetereosexualität "biologisch normal" wäre und Homosexualität damit eine psychische Störung sein müsse, da ein Mensch eine abweichende sexuelle Orientierung zeige. Heute wird eine "Biologische Hetereosexualität" nur noch von rechtskonservativen Fanatikern vertreten.

Die Diskriminierung transsexueller Menschen liegt also darin begründet, wenn ein Mensch einem anderen Menschen seine "geschlechtliche Echtheit" aberkennen will und sich dabei auf pseudo-biologische Argumente stützt, die bei näherer Betrachtung gar keine sind... wie z.B. den Unsinn zu behaupten... "der Mensch hat einen Penis, also ist es ein Junge". Das mag zwar grundsätzlich richtig sein, es gibt eben aber (und das ist eben die biologische Realität) auch Abweichungen.

Übrigens wehren sich transsexuelle Menschen nicht gegen eine Pahologisierung, sondern gegen eine Psycho-Pathologisierung. Natürlich sind körperliche Abweichungen vom eigentlichen Geschlecht behandlungswürdig. Einer gebürtigen Frau zu sagen: "Uns doch egal, ob du einen Bart und Penis hast und darunter leidest" wäre ziemlich barbarisch.

Es ist erschreckend was

Sie schreiben. Aus meiner subjektiven Sicht ist aber der Täter nicht normal, ich hoffe dass er auch von der Gesellschaft auch nicht als solcher betrachtet wird. Wenn man ihn aber nicht zu fassen bekommt (formal juristisch), womit viele Vergewaltigungsopfer ein weiteres Mal traumatisiert werden. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist es das doch was Sie zu Recht anprangern. Also sind wir beiden mit unseren Positionen gar nicht so weit von einander entfernt. Für ein Opfer ist nichts schlimmer als die Straflosigkeit des Täters und die stellt eine großen Anteil der Menschenrechtsverletzungen in der Welt dar. Auch im "aufgeklärtem" Europa... Best E.

Stigmatisierung

Ja, die Position ist dasselbe. Ich wollte nur sagen, dass es das Problem der Diskrimisierung, Pathologisierung und Stigmatisierung überall gibt.

Der Täter gilt als gesund, also muss er erst bestraft werden, um eingesperrt zu werden. Solche Täter werden aber meist nicht bestraft.

Ich als Opfer gelte hingegen - aufgrund der Tat - als psychisch krank, obwohl diese psychische Reaktion eigentlich eine ganz normale, natürliche Reaktion eines Menschen auf so eine Tat ist. Ich kann also relati leicht in die geschlossene Psychiatrie eingesperrt zu werden.

Wenn sowas fürsorglich passiert, z.B. weil wenn ich tatsächöich akut selbstmordgefährdet wäre, ist es kein Problem. Allerdings gibt es immer Leute, welche auch bei solchen Beurteilungen Machtmissbrauch betreiben und z.B. behaupten, dass einer selbstmordgefährdet wäre, auch wenn das gar nicht stimmt.

Und dann hat man als Mensch mit einer psychiatrischen Diagnose einen schlechten Stand. Weil man von einem Teil der Gesellschaft dann als "verrückt" gesehen wird, also in der Wahrnehmung nicht ernst genommen. "Sie denken nur so, weil Sie krank sind - wenn Sie sich in die Therapie einlassen, dann werden Sie geheilt werden und dann werden sie so denken wie ich", ist das Mund-Totmachen-Argument.

Das ist verletzend. Und da kann ich auch verstehen, dass auch andere mit psychischen Diagnosen sich dagegen wehren.

Perfide Strategie

Letztlich versuchen Minderheiten genau das gesetzlich zu erzwingen, was sie dem Arbeitgeber gerade noch vorgeworfen haben-nämlich gerade wegen ihrer Auffälligkeiten eingestellt werden zu müssen.

Arbeitgeber entscheiden nie und in keinem Fall alleine mittels der fachlichen Qualifikationen-das ist so, das weiß auch jeder. Wers nicht glaubt, einfach mal versuchen, ungewaschen und mit Bierfahne den Traumjob zu ergattern.

Und wenn der Arbeitgeber keine Transen im Betrieb will, dann ist das eben so. Wer das ändern will, muss als Transe selber einen Betrieb gründen und dort barrierefrei einstellen.

Den Gesetzgeber braucht es hier nicht, kann man alles haben, wenn man will. Transsexualität ist nunmal entweder "normal", oder eine chronische Krankheit, für die man einen Sonderstatus beansprucht. Da muss man sich entscheiden. Sieht man sich selber als "normal", dann kann man nicht nach dem Gesetzgeber schreien, denn der hat hier nichts zu melden.

Also, glauben Transsexuelle nun wirklich selber, dass sie "normal" sind, oder zweifeln sie daran?

Oho ganz gewagt und Sie bewegen sich auf

sehr sehr dünnem Eis.

Heute sind es die Transsexuellen, den man das Recht auf freie Arbeitswahl nimmt und das Recht auf eigene sexuelle Orientierung, welche auch ua. in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist.

Sind dann morgen die Menschen unter 1,5 Metern dran?

Übermorgen die Dicken, BMI 60?

Dann irgendwann die Brillenträger?...

Ich denke nur das Muster weiter was Sie aufstellen...

>>Den Gesetzgeber braucht es hier nicht, kann man alles haben, wenn man will. Transsexualität ist nunmal entweder "normal", oder eine chronische Krankheit,[...] sieht man sich selber als "normal", dann kann man nicht nach dem Gesetzgeber schreien, denn der hat hier nichts zu melden.

Also, glauben Transsexuelle nun wirklich selber, dass sie "normal" sind, oder zweifeln sie daran?<<

Und ob man den Gesetzgeber braucht ansonsten haben wir wieder schnell den Zustand wie 1933. Nein Danke!

Bei einem Arbeitsplatz, einer Tätigkeit hat die sexuelle Orientierung keine Rolle zu spielen. Denn sie geht den Arbeitsgeber nichts an. Was ein Mensch [!] mit anderen ähnlich sexuell interessierten Menschen in seinem Privatleben macht geht nur ihn und den Sexualpartner was an. Niemanden sonst. Ansonsten haben wir wieder einen Haufen von verschiedenen Moralvorstellungen... die jede etwas anderes sagt und die Minderheite (ethnisch, sexuell, religiös etc) werden von verschiedenen sich selbst bezeichnenden "Normalen" ausgegerenzt. Schlagen Sie mal nach Gleichheistgrundsatz: Tipp GG. E.

Wortwahl

Hallo Don Homer,

ich möchte Sie bitten, Ihre Wortwahl zu überdenken. Der Begriff "Transe" ist nicht nur völlig falsch, sondern zudem abwertend und diskreditierend. (Wie im Artikel auch dargestellt.) Und natürlich sind Trans*Menschen völlig normal! Eine Vielzahl von Kindern wird bspw. ohne ein eindeutiges Geschlecht geboren.

Natürlich: Biologischer Fakt ist, dass es zwei Geschlechter gibt. Aber Geschlecht ist vor allem auch eine Strukturkategorie, die unserem Denken vorgeschaltet ist.

Ich finde es gut, dass sich die Antidiskriminierungsstelle des Bundes des Themas Diskriminierung von Trans*Personen in der Arbeitswelt angenommen und eine erstmals umfassende Studie in Auftrag gegeben hat. Vor allem durch Aufklärung kann erreicht werden, dass das, was normal und eben auch Wahrheit ist, auch als solche gesellschaftlich akzeptiert wird. Und Arbeitgeber, die ganz offen diskriminieren, weil sie mit der geschlechtlichen Identität eines sonst fachlich kompetenten Mitarbeiters/IN nicht umgehen können, sind m.E.n. nicht akzeptabel. Ebenso wie offene Diskriminierung wegen Religion, Herkunft, Alter oder Hautfarbe etc. es nicht ist.

mit freundlichen Grüßen,

Tina Groll

Zweigeschlechtlichkeit ist kein biologischer Fakt

Seit Jahrzehnten (bzw. Jahrhunderten) versuchen verschiedene Wissenschaften herauszufinden, wie viele Geschlechter es biologisch überhaupt gibt. Da es vier verschiedene biologische Dimensionen gibt, an denen Geschlecht differenziert wird, ist das ein komplexes Unterfangen. Jede dieser Dimensionen - bspw. das Chromosomengeschlecht oder das Hormonengeschlecht - hat mehr als zwei Ausprägungen bzw. nur relative Verteilungen, keine davon hat exakt zwei kategorial zu trennende. Die unterschiedlichen Ausprägungen verschiedener Dimensionen zur Geschlechtsbestimmung wiederum sind nicht kausal verbunden: Ein xx-Chromosomensatz ist z.B. nicht automatisch mit einem erhöhten Östrogenspiegel verbunden.
Die Vorstellung, es gäbe "von Natur aus" zwei und nur zwei einander ausschließende Geschlechter, ist eine rein soziale und läßt sich wissenschaftlich nicht belegen. (vgl. u.a. Londa Schiebinger, Emily Martin, Thomas W. Laqueur, Stefan Hirschauer, Donna Harraway, Paula-Irene Villa etc.)

So schlimm?

Ist der Begriff "Transe" wirklich so abwertend? Ich sehe darin eher eine Abkürzung für das Wort "Transsexuelle/r". Warum der Begriff falsch sein soll erschließt sich mir nicht.

Ein Konstrukt wie "Trans*Personen" finde ich dagegen eher lächerlich.. Das ist wieder so ein Begriff wie "Bundesbürger mit Migrationshintergrund", der nicht mehr aussagt, aber durch Verschleiern politisch korrekt wird.

Das mag bis in Details so sein ...

und so manche Frau hat einen niedrigen Östrogenspiegel, was sie aber noch nicht zur Nicht-Frau macht.

Eine Ebene sollte man bei all den interessengesteuerten Diskussionen der letzten Jahre nicht übersehen: es gibt eine gesellschaftliche Vereinbarung, dass es zwei Geschlechter gibt. Es gibt zwei Kästchen auf Anmeldebögen, zwei Toiletten, zwei Abteilungen bei Sportwettbewerben und vieles weitere mehr.

Da ist niemand dran interessiert, ob ein Hormonspiegel höher oder niedriger ist und auch die anderen akademisch wirkenden Aspekte sind im Alltag gleichgültig.

Mann oder Frau - das ist der Alltag.

Stimmt!

Hi Kriton,

stimmt - die Forschung ist sich da tatsächlich uneins. Der Satz "Es gibt mehr als zwei Geschlechter" sorgt für ziemlich viel Kontroverse. Man muss schon sehr tief in die Gender Studies eintauchen, um hier sicher argumentieren zu können – und auch die Argumente von Biologisten entkräften zu können.

Haben Sie also herzlichen Dank für die Anmerkungen und die Verweise auf die Wissenschaft!

Tina Groll

Antwort auf Beitrag 11.

Entscheidend für die Fortpflanzung sind aber nur zwei Geschlechter, Männchen und Weibchen, alle anderen gefühlten/konstruierten Geschlechter sind Grauzonen, die sehr stark variieren können, und natürlich die biologischen Abweichungen. Man beachte nur den Einfluß von Östrogenen im Abwasser auf die Fauna, dann kann man erahnen, was zB die Verschmutzung unserer Umwelt auf die Natur hat.

Aus jeder Abweichung ein eigenes Geschlecht zu formen würde wohl selbst die Gender studies überfordern...denn die Biologie ist ja nicht statisch, ist einer evolutionären Dynamik unterworfen, und denoch die Grundlage unseres Seins und Wissens(möglichst ohne Chemie ;) )
Von daher sind die Gender studies ja auch ziemlich umstritten und nicht unbedingt als Wissenschaft anerkannt.
Es gibt ja auch noch die Pädophilen, die Sodomisten, die Fetischisten und und und.
Einige sind akzeptiert, andere toleriert, widerum andere (mit Recht!) geächtet, obwohl selbst das nicht überall so ist(siehe die Verheiratung von 7-jährigen Mädchen mit erwachsenen Männern in einigen Ländern).
Es gibt halt nur Mann und Frau als Geschlecht, alles andere sind im Grunde untergeordnete Variationen oder Abweichungen, welche man mal mehr(Homosexuelle, Transsexuelle), mal weniger(oder garnicht !! Pädophilie), toleriert.

Es gibt

aber eine Norm, und etwas was davon abweicht. Und ein Arbeitgeber möchte nun mal kein Risiko, und alles was von der Norm abweicht ist ein Risiko. Außerdem wird hier niemand leugnen, dass der Samen des Mannes der das x oder y Chromosom trägt im Regelfall das Geschlecht bestimmt. Also, es ist eine Ausnahme, diese Ausnahme bestätigt die Regel. Sie macht das Leben interessant, des Zweifels ohne. Wenn ein TRANsSExueller (TRANSE, Abkürzung, liebe Redaktion, kein Schimpfwort!) also keinen Job findet, weil er seine Sexualität auslebt, geht er bewusst das sehr hohe Risiko ein, Arbeitslos zu werden.
Damit kostet er der Krankenkasse Geld und danach dem Staat Hartz 4.
Ich denke(Das ist meine persönliche Meinung die ich hier kundtue), dass Transen wahrscheinlich in geschätzten 75% der Fälle eine gestörte Beziehung zur Sexualität, Vater und Mutter Rolle und frühkindlich bedingte Minderwertigkeitsgefühle haben. Das ist meines Erachtens nach ein sehr trauriger Verlauf, sich in dem was man ist nicht wohl zu fühlen. Eine Operation ist meines Erachtens nach dann eine Flucht nach vorn, Probleme, Angst durch ein neues Geschlecht und die damit verbundenen Reize zu betäuben. Es löst keine Probleme, es wird nichts aufgearbeitet, und die Probleme nehmen weiter zu.
Über Menschen die ohne eindeutiges Geschlecht geboren werden rede ich nicht, dass so etwas passiert ist traurig, wohl aber normal, mit dem es sich zu arrangieren gilt.

O M G

was schreiben Sie da zusammen -

Sie wollen Transe als Abkürzung verwenden, aber es ist de facto eine abwertende Bezeichnung, also sollten Sie das unterlassen.

Im falschen Körper geboren zu sein hat NICHTS mit "ausleben der Sexualität" zu tun.

Sie sagen ja selber, dass es Ihre persönliche Meinung sei, dass transidentitäre Menschen

"wahrscheinlich in geschätzten 75% der Fälle eine gestörte Beziehung zur Sexualität, Vater und Mutter Rolle und frühkindlich bedingte Minderwertigkeitsgefühle haben"

aber wie Sie darauf kommen - empirische Studien, qualitative Interviews, Zahlen des statistischen Bundesamtes... verraten Sie leider nicht, und daher ist diese Ihre persönliche Meinung für viele Menschen mit Transidentität mit Sicherheit beleidigend.

Die Ähnlichkeit mit der Homosexualität besteht in der Nichtwählbarkeit. "Normal" in der Bedeutung von "meistens" bedeutet: weiblicher Chromosomensatz, weibliche Hormonspiegel, weibliche Sozialisation = Frau. Steht auf Männer. Aber wenn es da eine Abweichung gibt, in den Genen, Hormonen, vielleicht in der Sozialisation, dann hat man sich das in der Regel nicht ausgesucht. Und wenn man da was korrigieren kann, dann sollte das möglich sein.

Ein „Recht auf freie Arbeitswahl“ gilt nur dem Staat gegenüber

Einen konkreten Arbeitsplatz kann sich jedoch niemand einfach frei wählen (sonst würden sich wohl viele einen besser bezahlten Job nehmen). Ein Arbeitsplatz wird vergeben, wenn die Vorstellungen von Arbeitgeber und Bewerber übereinstimmen. Und auf beiden Seiten zählen neben den „harten“ Fakten (z.B. Qualifikation, Gehaltshöhe) auch „weiche“ Faktoren (z.B. Arbeitsklima).

Weiche Faktoren sind natürlich das Einfallstor für Diskriminierung – es ist absolut richtig, aufzuklären und eklatante Diskriminierung anzuprangern. Aber der Artikel übersieht, dass auch weiche Faktoren wichtig sind. Man heuert halt keine Arbeitsmaschine mit bestimmten technischen Daten an, sondern Menschen, die ins Team und zu den Kunden passen sollen. Der Artikel deutet an, welche Probleme Arbeitgeber vermuten können (falsche Anreden, Toilettenbenutzung, …). Für Arbeitgeber ist ihre Firma meist kein soziales Projekt, sondern auf geschäftlichen Erfolg ausgerichtet. Da tendiert man dazu, den Bewerber zu nehmen, der sich anscheinend am leichtesten in das Team integriert (auch wenn das Zeugnis einen Hauch schlechter ist). Bei einer Krankenpflegerin, die eine Geschlechtsangleichung vorgenommen hat, wird übersehen, dass das für Pflegebedürftige durchaus ein Problem sein kann (nicht muss). Ihnen kann es wichtig sein, ob sie sich von einem Mann oder einer Frau im Intimbereich waschen lassen wollen. Nirgendwo werden Arbeitsstellen allein nach harten Fakten vergeben. Es hilft nicht, dies einfach zu ignorieren.

Wenn ein Mensch mit Anfang 30 -

so jedenfalls habe ich den geschilderten Fall verstanden - von einem Metallberuf umsattelt in einen Krankenpflegerischen dürfte das für jeden gleichgültig welcher sexuellen Orientierung man für sich sieht schwierig sein.

Hinzu kommt noch, dass es vermutlich auch für die Patienten nicht ohne sein dürfte und das ist auch der zukünftige Arbeitgeber verpflichtet, zu bedenken.