Vermögenswirksame LeistungenGeldgeschenk vom Chef

Zwar gibt es kein Recht auf die Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen. Doch verschenken sollte man das Geld auch nicht. Wir zeigen, was zu beachten ist. von 

Arbeitnehmer in Deutschland verschenken jedes Jahr Geld . Laut einer Umfrage von TNS Infratest findet seit 2003 ein kontinuierlicher Rückgang der vermögenswirksamen Leistungen (VL) statt. Dabei hat diese Sparform Vorteile, denn Arbeitgeber und Staat beteiligen sich an den vermögenswirksamen Leistungen. So kann aus den relativ kleinen Sparraten – sofern rentabel angelegt – schon ein ansehnliches Guthaben entstehen.

Gibt es einen rechtlichen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

Nein. Haben sich Arbeitgeber aufgrund einer Betriebsvereinbarung, eines Arbeits- oder Tarifvertrages jedoch verpflichtet, vermögenswirksame Leistungen zu zahlen, steht diese Leistung meist allen fest angestellten Arbeitnehmern, Beamten, Richtern, Soldaten und Auszubildenden zu. Rentner und Selbstständige erhalten diese Geldleistung allerdings nicht.

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Hat ein Arbeitgeber sich nicht dazu verpflichtet, haben Berufstätige darauf auch keinen rechtlichen Anspruch, denn dann ist diese Zuwendung eine freiwillig gezahlte Sozialleistung. Und üblich ist auch, dass die vermögenswirksame Leistung erst nach Ablauf der Probezeit gezahlt wird.

Nähere Informationen dazu und wie viel Leistung einem Berufstätigen konkret zusteht, enthalten Betriebsvereinbarungen, Tarif- oder Arbeitsverträge. Auskunft geben zudem auch die Personalabteilungen und Betriebsräte. Denn allein die Spanne zwischen den unterschiedlichen Branchen ist erheblich: Während Banken ihren Arbeitnehmern 40 Euro monatlich dazuzahlen, erhalten Beamte beispielsweise 6,65 Euro. Ein genauer Blick in den Arbeitsvertrag lohnt sich also.

Was tun, wenn der Arbeitgeber die vermögenswirksame Leistung verweigert?

Unterstützen Arbeitgeber die vermögenswirksamen Leistungen nicht, können Arbeitnehmer sie lediglich darum bitten, einen Teil ihres Gehalts direkt in eine Anlageform zu überweisen. Nur so können Berufstätige die staatliche Förderung (die Arbeitnehmersparzulage) in Anspruch nehmen. Vorher sollten sie aber genau prüfen, ob sich ohne den Arbeitgeberanteil ein solcher Sparvertrag für sie überhaupt rechnet. Die Arbeitnehmersparzulage ist nämlich an gewisse Anlageformen gebunden (siehe dazu auch "Welche Sparformen gibt es?").

Wie funktioniert das VL-Sparen?

Das Geldgeschenk des Arbeitgebers erhalten Berufstätige nicht ausgezahlt; es muss direkt in einen Sparvertrag fließen, der in der Regel eine Laufzeit von sechs Jahren hat. Ist die letzte Rate des Sparvertrages gezahlt, folgt eine Wartezeit – meist bis zum Jahresende. Spätestens nach sieben Jahren kann der Arbeitnehmer über das Geld verfügen.

Hat sich der Mitarbeiter für eine Sparform entschieden und einen VL-Vertrag abgeschlossen, muss er eine Kopie des Vertrages an seinen Arbeitgeber weiterleiten. Dieser überweist den Anteil an vermögenswirksamen Leistungen direkt an den Anbieter des Sparvertrages. Dazu ist der Arbeitgeber laut Vermögensbildungsgesetz auch verpflichtet. Es ist übrigens auch möglich, den Betrag freiwillig aufzustocken. Dann überweist der Arbeitgeber diesen gleich mit und zieht ihn vom Gehalt ab.

Leserkommentare
  1. woanders als in Deutschland zu arbeiten, um so etwas zu bekommen.

  2. hallo,

    vor einigen Jahren habe ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt, weil ich den Arbeitgeber gewechselt hatte und VWL beziehen konnte.
    Es gibt im Prinzip ein paar "Anlageformen", in die man das geld investieren kann. wobei vorweg: das geld wird leider nicht mehr, da die rentiden meistens unterhalb der inflation liegen!

    es gibt irgendwelche banksparpläne, die erstmal mit 1% (war vor paar jahren so, jetzt wahrscheinlich noch weniger) verzinst werden, am ende der laufzeit (nach 7 jahren), bekommt man noch auf das ganze einmalig x% (ich weiß nicht, ob es 8% oder 15% waren). wer rechnen kann (und darauf setzen die banken), kann sich die rendite am ende der laufzeit ausrechnen: bei mir waren es 2,05% :-(

    dann gibt es diverse fonds, die allerdings 3% ausgabeaufschlag + depotgebühren + management provision verlangen. wenn der fond im schnitt 6% macht, dann hat er erstmal die gebühren ausgeglichen, man ist also auf null. wenn er 7% macht (klar, das schafft doch in der krise jede fond-gesellschaft, daß ich nicht lache), dann hat man nach abzug aller gebühren und provisionen 1% übrig, was natürlich unterhalb der 2,7% (offiziel) bzw. 4-8% realen inflation liegt.
    wie gesagt, an VWL verdienen nur die banken und versicherungen, für den sparer bzw. anleger lohnt sich das ganze definitiv nicht - einfach mal nachrechnen und wunden!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • GDH
    • 12. August 2011 12:40 Uhr

    ist der bürokratische Aufwand dagegen zu setzen. Für maximal 43 Euro im Jahr jedes mal ein zusätzliches Feld auf der Steuerklärung ausfüllen, ein zusätzliches Dokument hinzufuegen. Falls sich das beim Finanzamt noch jemand anguckt, sind wir spätestens nach Abzug der Bürokratiekosten endgültig in der Verlustzone.

    Ob man das jetzt Betrug nennt oder nicht: Verschwendung von Steuergeld ist es allemal...

    • GDH
    • 12. August 2011 12:40 Uhr

    ist der bürokratische Aufwand dagegen zu setzen. Für maximal 43 Euro im Jahr jedes mal ein zusätzliches Feld auf der Steuerklärung ausfüllen, ein zusätzliches Dokument hinzufuegen. Falls sich das beim Finanzamt noch jemand anguckt, sind wir spätestens nach Abzug der Bürokratiekosten endgültig in der Verlustzone.

    Ob man das jetzt Betrug nennt oder nicht: Verschwendung von Steuergeld ist es allemal...

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