Sie heißen Adecco, Manpower oder Randstad. Rund eine Millionen Menschen sind derzeit bei einem Personaldienstleister beschäftigt. Und mit dem Fachkräftemangel könnten es noch mehr werden.

Lange war der Ruf der Branche umstritten. Befürworter sagen, die Branche gebe jenen die Chance auf einen Job , die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer hätten. Kritiker werfen den Unternehmen Lohndumping und modernen Sklavenhandel vor.

Mit diesem Schmuddel-Image wollen viele Zeitarbeitsfirmen und Personalvermittlungen nichts mehr zu tun haben , sie konzentrieren sich auf neue Geschäftsfelder und übernehmen immer mehr Aufgaben aus dem klassischen Personalmanagement.

Die Geschichte der Personaldienstleister in Deutschland ist noch jung. Sie beginnt 1960, als der Speditionskaufmann Günter Bindan die nach ihm benannte Bindan GmbH & Co. KG gründet. Fachkräfte sind zu dieser Zeit rar, die Wirtschaft boomt. Die Unternehmen brauchen dringend Personal. "Zeitarbeit stellt nur eine flexiblere Form konventioneller Arbeitsverhältnisse dar", erklärt Bindan Mitte der 1960er Jahre in einem Interview.

1965 drängt mit der US-amerikanischen Personalvermittlung Manpower ein weiterer Player auf den Markt und etabliert seine erste Vertretung in Deutschland. 1968 folgt Randstad, verleibt sich Bindan ein und steigt im Laufe der Jahre zum Branchenprimus auf.

Seit den 1960er Jahren ist die Branche gewachsen. Allein Randstand erwirtschaftete 2010 rund 1,73 Milliarden Euro Umsatz. Auch die Kennzahlen von anderen Zeitarbeitsfirmen können sich sehen lassen. Adecco machte 2009 990 Millionen Euro Umsatz, Manpower erwirtschaftete 2010 gut 596 Millionen Euro.

Geld verdienen die Firmen aber nicht mehr allein mit der Vermittlung von billigen Leiharbeitern. Die Firmen spezialisieren sich zunehmend auf gut ausgebildete Fachkräfte und Akademiker: Führungskräfte, Bankangestellte, Ingenieure, Wissenschaftler, medizinisches Fachpersonal – "Bankpower" beispielsweise heißt ein Joint Venture von Manpower und der Deutschen Bank, das ausschließlich Hochqualifizierte für die Finanzbranche vermittelt. Adecco wiederum hat mit Adecco Medical & Science und Adecco Doctors zwei Ableger geschaffen, die sich allein auf Mediziner spezialisiert haben.