HochbegabteChef, ich langweile mich

Viele Hochbegabte haben Probleme im Job. Warum sie trotz ihrer hohen Intelligenz beruflich scheitern, erklärt der Psychologe Detlef Scheer im Interview.

ZEIT ONLINE: Herr Scheer, Sie sind Psychologe und coachen Hochbegabte. Warum brauchen ausgerechnet Genies Hilfe bei der Karriere?

Detlef Scheer: Weil viele Hochbegabte im Beruf anecken . Hochbegabte verarbeiten Informationen viel schneller, lösen Probleme rascher, brauchen meist ein schnelleres Arbeitstempo.  Das führt zu Konflikten mit den Kollegen und Vorgesetzten. Oft scheitern sie auch an strengen Hierarchien oder leiden unter permanenter Unterforderung. Aber der Satz "Chef, ich langweile mich", kommt meistens nicht gut an.

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Andere wiederum schaffen es erst gar nicht, ihren Platz im Berufsleben zu finden. Ich habe Klienten, die drei oder vier Berufe gelernt haben, andere haben in mehreren Fächern promoviert – und sie finden trotzdem keinen Job. Wieder andere brechen immer wieder Ausbildungen ab und wissen in puncto Beruf gar nichts mit ihrer Intelligenz anzufangen. Es gibt einige Hochbegabte, die langzeitarbeitslos sind. Und dann sind da noch jene, bei denen der hohe Intelligenzquotient erst spät aufgefallen ist . Sie haben über die vielen Jahre und die häufige Ablehnung ihrer Person durch wichtige Bezugspersonen ein negatives Selbstbild verinnerlicht, fühlen sich klein, regelrecht doof und hilflos. Das Wissen, hochbegabt zu sein, kann Menschen in eine Lebenskrise stürzen. Es ist ja nicht nur wunderbar, hochbegabt zu sein – es kann ja auch ein Stigma sein.

Detlef Scheer
Detlef Scheer

Detlef Scheer ist Diplompsychologe und Coach für Führungskräfte und Hochbegabte.

ZEIT ONLINE: Warum? Jeder Chef dürfte doch jubeln, einen Mitarbeiter mit einem IQ über 130 zu haben.

Scheer: Leider sind viele Vorgesetzte überfordert oder fürchten die Konkurrenz des Hochbegabten. Außerdem sind viele Hochbegabte anstrengend. Sie sind leicht gekränkt, schnell genervt und frustriert, wenn sie sich unterfordert fühlen. Das sind nicht immer die umgänglichsten Mitarbeiter.

ZEIT ONLINE: Das klingt als seien viele Hochbegabte sozial inkompetent.

Scheer: Psychologisch lässt sich erklären, weswegen sie so wirken können. Wer ein Leben lang Unverständnis erfährt und lernt, dass er sich den anderen anpassen muss, der muss sehr viel Frust wegstecken. Wer selten Verständnis erfährt, lernt selber nicht gut, Verständnis für andere zu zeigen. Das führt auf Dauer zu einer Vereinsamung. Viele Hochbegabte fühlen sich sehr einsam und haben eine große Sehnsucht nach sozialen Beziehungen. Viele führen sogar ein Doppelleben. Sie verheimlichen ihre Begabung und verstellen sich, gerade bei der Arbeit. Sie teilen ihre Ideen in Meetings nicht mit, um nicht anzuecken. Ich habe Klienten, deren ganze Konzentration richtet sich im Job darauf, bloß nicht als Hochbegabter erkannt zu werden. Das kostet viel Kraft.

ZEIT ONLINE: Sollten sich Hochbegabte nicht einfach outen?

Scheer: So ein Outing kann erst Recht zu Neid und Missgunst führen. Aber es kann auch zu einer erheblichen Verbesserung führen. Einer meiner Klienten beispielsweise langweilte sich furchtbar bei seinem Unternehmen. Da wurde intern eine andere Stelle ausgeschrieben, die ihn brennend interessierte, aber für die er formal gar nicht die richtige Ausbildung mitbrachte. Eines Tages hat er den Chef gefragt, ob er diesen Job haben könne. Er habe zwar nicht die passende Ausbildung, aber folgende Ideen und außerdem sei er hochbegabt. Der Chef war zwar erst irritiert, dann hat er gelacht und seinem Mitarbeiter den Job gegeben. Eine andere Klientin, eine junge Forscherin, hatte Jahre lang Konflikte mit ihrem Team. Die fühlten sich von ihrem Arbeitstempo überrumpelt. Als sie ihren Kollegen sagte, dass sie hochbegabt sei und nicht immer bemerke, wenn ihr Arbeitstempo den anderen zu fix war, lösten sich die Probleme. Die Kollegen kamen miteinander ins Gespräch. Es stellte sich sogar heraus, dass zwei weitere Kollegen in dem Team auch hochbegabt waren.

Leserkommentare
  1. Das Gerede von Hochbegabung. Als wenn man Intelligenz objektiv und zuverlässig messen könnte. Das ist doch Unsinn. Je nach Parameter kann sich jeder als hochbegabt herausstellen.
    Ich bestreite nicht, dass es Menschen gibt, die eine außergewöhnlich hohe Auffassungsgabe haben und möchte niemandem die Schlauheit in Abrede stellen. Aber mir scheint, der Terminus "hochbegabt" wird mittlerweile etwas inflationär verwendet für Leute die schlicht und ergreifend verhaltensauffällig sind oder faul und die dafür eine aufpolierte Entschuldigung benötigen. Persönliches Erlebnis: eine solche hochbegabte Person sagte mir, sie leide unter ihrer hohen Intelligenz. Dieselbe Person ist mitunter schlichtweg frech und hat Schwierigkeiten, Dinge auf die Reihe zu kriegen.
    Entschuldigung: Wenn man doch soooo schlau ist, dann sollte man doch auch erkennen, dass man eben nicht immer mit dem Kopf durch die Wand kann und dass man eben bestimmte Aufgaben erledigen muss egal ob sie einen nun langweilen oder nicht.

    9 Leserempfehlungen
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    Man könnte fast meinen, Sie haben das Interview gar nicht gelesen.

    Aus der Wikipedia:

    ist in der Psychologie ein Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Es gibt keine von allen Psychologen geteilte, eindeutige Definition von Intelligenz.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Ganz objektiv kann man eigentlich so gut wie gar nichts messen, schon gar nicht am Menschen. Dennoch existiert sogar eine operationalisierte Definition von Intelligenz, nach der Intelligenz das ist, was ein Intelligenztest misst.

    Da dieses Merkmal in der Population normalverteilt ist, haben Sie also einen Anteil von 68% der Bevölkerung, der sich um den Durchschnittswert von 100 herumsammelt (IQ=85-115). Weitere 14% tummeln sich je unter- bzw. oberhalb einer Standardabweichung von der 100 entfernt, also bei IQ=70-85 bzw. 115-130. Bleiben jeweils 2% für unter 70 (geistige Behinderung) und über 130 (Hochbegabung).

    Und um diese oberen 2% geht es in diesem Interview. Nicht um die, die musisch, sportlich, emotional oder sonstwie hochbegabt sind. Hochbegabt sollte sich übrigens nur jemand nennen, der das entsprechend getestet hat. Dann ist es nämlich auch keine Ausrede für Faulheit oder was Sie noch so unterstellen. Dass den Hochbegabten mit ihrer "Schlauheit" allein nicht gedient ist, darum geht es doch in dem Interview.

    Zitat:
    "Als wenn man Intelligenz objektiv und zuverlässig messen könnte. Das ist doch Unsinn. Je nach Parameter kann sich jeder als hochbegabt herausstellen."

    Ich: Drei Intelligenztests mit maximal dreißig Jahren Abstand und unterschiedlichen Verfahren. Abweichung der Ergebnisse: 3 Punkte. Irgendwas muss an den Tests doch zusammengepasst haben. Vielleicht haben sie sogar dieselben Parameter gemessen?

    Zitat:
    "Aber mir scheint, der Terminus "hochbegabt" wird mittlerweile etwas inflationär verwendet für Leute die schlicht und ergreifend verhaltensauffällig sind oder faul und die dafür eine aufpolierte Entschuldigung benötigen."

    Hihi, danke, ich glaube, das werde ich im nächsten Mitarbeitergespäch verwenden: "Also ich bin hochbegabt - das steht für faul, verhaltensauffällig und macht sich wichtig. Krieg ich trotzdem eine Gehaltserhöhung?"

    Ehrlich gesagt wünschte ich mir nicht nur klischeearmen Journalismus, sondern inzwischen auch klischeeärmere Kommentare. Aber wie sagte schon der große Anonymus: "Wir spielen hier nicht wünsch dir was".

    Das Gerede von Hochbegabung. Als wenn man Intelligenz objektiv und zuverlässig messen könnte. Das ist doch Unsinn. Je nach Parameter kann sich jeder als hochbegabt herausstellen.

    Vollkommen richtig und trotzdem falsch.

    Es geht nicht darum einen Begriff 'Intelligenz' so präzise zu determinieren wie einen Begriff 'Frequenz'. Letztlich wird eine Reihe von Fähigkeiten in etwa abgeprüft und die Menschen anhand dessen eingeteilt.

    'Hochbegabung' meint dabei ein Leistungsniveau welches 98% der Menschheit nicht erreicht - in einem möglichst breit angelegten Feld. Inselbegabungen helfen dabei wenig.

    Entschuldigung: Wenn man doch soooo schlau ist, dann sollte man doch auch erkennen, dass man eben nicht immer mit dem Kopf durch die Wand kann und dass man eben bestimmte Aufgaben erledigen muss egal ob sie einen nun langweilen oder nicht.

    Wieso sollte man nicht mit dem Kopf durch die Wand können?

    Meiner Erfahrung nach scheitert das v.a. an Syndromen wie 'Mittelmäßigkeit', 'not-invented-here' oder 'ham wa immer schon so gemacht' - Die allfällige 'Angst um den eigenen Job' ist dabei kein Syndrom sondern ein gesellschaftlich erwünschter Zustand.

    Besonders tragisch wird es mit Chefs für die das Peter-Prinzip gilt, welche sich an Hochbegabten abarbeiten. Das Spiel 'Macht vs. Fähigkeit' verlieren beide - nur die Zeithorizonte unterscheiden sich.

    Man könnte fast meinen, Sie haben das Interview gar nicht gelesen.

    Aus der Wikipedia:

    ist in der Psychologie ein Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Es gibt keine von allen Psychologen geteilte, eindeutige Definition von Intelligenz.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Ganz objektiv kann man eigentlich so gut wie gar nichts messen, schon gar nicht am Menschen. Dennoch existiert sogar eine operationalisierte Definition von Intelligenz, nach der Intelligenz das ist, was ein Intelligenztest misst.

    Da dieses Merkmal in der Population normalverteilt ist, haben Sie also einen Anteil von 68% der Bevölkerung, der sich um den Durchschnittswert von 100 herumsammelt (IQ=85-115). Weitere 14% tummeln sich je unter- bzw. oberhalb einer Standardabweichung von der 100 entfernt, also bei IQ=70-85 bzw. 115-130. Bleiben jeweils 2% für unter 70 (geistige Behinderung) und über 130 (Hochbegabung).

    Und um diese oberen 2% geht es in diesem Interview. Nicht um die, die musisch, sportlich, emotional oder sonstwie hochbegabt sind. Hochbegabt sollte sich übrigens nur jemand nennen, der das entsprechend getestet hat. Dann ist es nämlich auch keine Ausrede für Faulheit oder was Sie noch so unterstellen. Dass den Hochbegabten mit ihrer "Schlauheit" allein nicht gedient ist, darum geht es doch in dem Interview.

    Zitat:
    "Als wenn man Intelligenz objektiv und zuverlässig messen könnte. Das ist doch Unsinn. Je nach Parameter kann sich jeder als hochbegabt herausstellen."

    Ich: Drei Intelligenztests mit maximal dreißig Jahren Abstand und unterschiedlichen Verfahren. Abweichung der Ergebnisse: 3 Punkte. Irgendwas muss an den Tests doch zusammengepasst haben. Vielleicht haben sie sogar dieselben Parameter gemessen?

    Zitat:
    "Aber mir scheint, der Terminus "hochbegabt" wird mittlerweile etwas inflationär verwendet für Leute die schlicht und ergreifend verhaltensauffällig sind oder faul und die dafür eine aufpolierte Entschuldigung benötigen."

    Hihi, danke, ich glaube, das werde ich im nächsten Mitarbeitergespäch verwenden: "Also ich bin hochbegabt - das steht für faul, verhaltensauffällig und macht sich wichtig. Krieg ich trotzdem eine Gehaltserhöhung?"

    Ehrlich gesagt wünschte ich mir nicht nur klischeearmen Journalismus, sondern inzwischen auch klischeeärmere Kommentare. Aber wie sagte schon der große Anonymus: "Wir spielen hier nicht wünsch dir was".

    Das Gerede von Hochbegabung. Als wenn man Intelligenz objektiv und zuverlässig messen könnte. Das ist doch Unsinn. Je nach Parameter kann sich jeder als hochbegabt herausstellen.

    Vollkommen richtig und trotzdem falsch.

    Es geht nicht darum einen Begriff 'Intelligenz' so präzise zu determinieren wie einen Begriff 'Frequenz'. Letztlich wird eine Reihe von Fähigkeiten in etwa abgeprüft und die Menschen anhand dessen eingeteilt.

    'Hochbegabung' meint dabei ein Leistungsniveau welches 98% der Menschheit nicht erreicht - in einem möglichst breit angelegten Feld. Inselbegabungen helfen dabei wenig.

    Entschuldigung: Wenn man doch soooo schlau ist, dann sollte man doch auch erkennen, dass man eben nicht immer mit dem Kopf durch die Wand kann und dass man eben bestimmte Aufgaben erledigen muss egal ob sie einen nun langweilen oder nicht.

    Wieso sollte man nicht mit dem Kopf durch die Wand können?

    Meiner Erfahrung nach scheitert das v.a. an Syndromen wie 'Mittelmäßigkeit', 'not-invented-here' oder 'ham wa immer schon so gemacht' - Die allfällige 'Angst um den eigenen Job' ist dabei kein Syndrom sondern ein gesellschaftlich erwünschter Zustand.

    Besonders tragisch wird es mit Chefs für die das Peter-Prinzip gilt, welche sich an Hochbegabten abarbeiten. Das Spiel 'Macht vs. Fähigkeit' verlieren beide - nur die Zeithorizonte unterscheiden sich.

  2. es gibt menschen die lieben ihren beruf, ich gehöre z.b. dazu. für andere ist der beruf eher eine pflichtveranstaltung um die butter aufs brot zu bekommen oder den status zu erhalten. diese beiden vertragen sich meist schlecht wobei ich keinem der beiden jetzt den schwarzen peter zuschieben will.

    4 Leserempfehlungen
  3. Hier zeigt sich

    wo die Fäden wirklich gezogen werden.
    Bei Anweisungen des Chefs sind alle
    zur Gefolgschaft verpflichtet.

    Das ist die Demokratie für die wir
    solange gekämpft haben.

    P.S. Ich erinnere an den Fall der Berliner Altenpflegerin,
    die es gewagt hat, ihren Arbeitgeber zu verklagen.
    Wegen der unmenschlichen Bedingungen in dem Heim.
    War vermutlich auch hochbegabt.
    Sollte sich dringend psychologisch behandeln lassen.

    6 Leserempfehlungen
  4. Zitat:
    "Außerdem sind viele Hochbegabte anstrengend. Sie sind leicht gekränkt, schnell genervt und frustriert, wenn sie sich unterfordert fühlen. Das sind nicht immer die umgänglichsten Mitarbeiter."

    Hier würde ich gerne herzhaft und sichtbar in den Kommentar gähnen: Gehts um Hochbegabung, dann meist in Verbindung mit Schwierigkeiten. Die Anmutung einer hochbegabten Person als sozial schwieriger Mensch ist so alt wie das Thema selbst. Kommt daher, dass vor allem Menschen mit Schwierigkeiten getestet werden, auf ADS, Autismus oder Hochbegabung. Na danke auch! Selbst wenn Herr Scheer vorsichtig von "viele Hochbegabte" statt "den Hochbegabten" redet, fällt das Ganze in das Klischee des unkommunikativen Nerds.

    Nun gibts Gottseidank hinreichend Evidenz, dass Hochbegabte in der Mehrzahl schlicht überhaupt nicht auffallen, nichtmal von ihrem hohen IQ wissen (ich verweise u.a. auf Prof. Rost und sein Langzeitexperiment). Bei solchen Menschen gibts keinen Anlass nachzuforschen, warum das Kind bzw. der oder die Erwachsene Schwierigkeiten hat.

    Muss Journalismus Klischees bedienen oder darfs dann auch mal überraschend sein? Ich hätt ja gerne das zweite, aber offensichtlich kann ichs mir nicht aussuchen.

    10 Leserempfehlungen
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    • Prism
    • 02.09.2011 um 14:54 Uhr

    Der Artikel hat meiner Ansicht nach zwei zentrale Aussagen, die beide sozialer Natur sind:

    1.: Es entwickeln sich im Berufsalltag Synchronisationsprobleme im Team, da Hochbegabte überwiegend ein schnelleres Arbeitstempo als Norm-Arbeitnehmer haben.

    2.: Es gibt ein Mangel an Verständnis für die Hochbegabten wie leicht an einigen Kommentaren zu sehen ist. Verständnis ist aber eine wichtige Vorraussetzung für fehlerfreie Kommunikation

    Es gibt Hochbegabte, die Ihren Beruf lieben und in ihm aufgehen und trotz hoher Leistung entlassen werden, weil es zu anstrengend ist Ihre Arbeitsfrequenz aufrechtzuerhalten und sie mit anderen Mitarbeitern im Team zu führen. Sie sprengen sozusagen die "normale" Arbeitsgeschwindigkeit.

    Vielfach resultiert aus der Umfeld-Reaktion auf die äußere Wirkung der Hochbegabten eine Anpassung dieser bis in die Persönlichkeitsveränderung.
    Das Erkennen der genannten sozialen Probleme wäre ein erster Schritt,
    die gesellschaftliche Akzeptanz ein zweiter.

    Es ist auch ein wirtschaftlicher Aspekt für ein Hochtechnologieexportland Hochleister in die innovativ-produktive Ecke zu stellen.

    • Prism
    • 02.09.2011 um 14:54 Uhr

    Der Artikel hat meiner Ansicht nach zwei zentrale Aussagen, die beide sozialer Natur sind:

    1.: Es entwickeln sich im Berufsalltag Synchronisationsprobleme im Team, da Hochbegabte überwiegend ein schnelleres Arbeitstempo als Norm-Arbeitnehmer haben.

    2.: Es gibt ein Mangel an Verständnis für die Hochbegabten wie leicht an einigen Kommentaren zu sehen ist. Verständnis ist aber eine wichtige Vorraussetzung für fehlerfreie Kommunikation

    Es gibt Hochbegabte, die Ihren Beruf lieben und in ihm aufgehen und trotz hoher Leistung entlassen werden, weil es zu anstrengend ist Ihre Arbeitsfrequenz aufrechtzuerhalten und sie mit anderen Mitarbeitern im Team zu führen. Sie sprengen sozusagen die "normale" Arbeitsgeschwindigkeit.

    Vielfach resultiert aus der Umfeld-Reaktion auf die äußere Wirkung der Hochbegabten eine Anpassung dieser bis in die Persönlichkeitsveränderung.
    Das Erkennen der genannten sozialen Probleme wäre ein erster Schritt,
    die gesellschaftliche Akzeptanz ein zweiter.

    Es ist auch ein wirtschaftlicher Aspekt für ein Hochtechnologieexportland Hochleister in die innovativ-produktive Ecke zu stellen.

  5. Man könnte fast meinen, Sie haben das Interview gar nicht gelesen.

    Aus der Wikipedia:

    ist in der Psychologie ein Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Es gibt keine von allen Psychologen geteilte, eindeutige Definition von Intelligenz.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Ganz objektiv kann man eigentlich so gut wie gar nichts messen, schon gar nicht am Menschen. Dennoch existiert sogar eine operationalisierte Definition von Intelligenz, nach der Intelligenz das ist, was ein Intelligenztest misst.

    Da dieses Merkmal in der Population normalverteilt ist, haben Sie also einen Anteil von 68% der Bevölkerung, der sich um den Durchschnittswert von 100 herumsammelt (IQ=85-115). Weitere 14% tummeln sich je unter- bzw. oberhalb einer Standardabweichung von der 100 entfernt, also bei IQ=70-85 bzw. 115-130. Bleiben jeweils 2% für unter 70 (geistige Behinderung) und über 130 (Hochbegabung).

    Und um diese oberen 2% geht es in diesem Interview. Nicht um die, die musisch, sportlich, emotional oder sonstwie hochbegabt sind. Hochbegabt sollte sich übrigens nur jemand nennen, der das entsprechend getestet hat. Dann ist es nämlich auch keine Ausrede für Faulheit oder was Sie noch so unterstellen. Dass den Hochbegabten mit ihrer "Schlauheit" allein nicht gedient ist, darum geht es doch in dem Interview.

    17 Leserempfehlungen
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    • grrzt
    • 02.09.2011 um 17:17 Uhr

    wenn ich ein bisschen rumquengel: Wikipedia ist nicht der Hort der psychologischen Forschung. Die "operationale Definition" der Intelligenz ist in meinen Augen ironisch gemeint (und wohl auch nicht so ganz up-to-date) Wechsler (der mit dem Intelligenztest, sie wissen schon...) war bei seiner Definition deutlicher, wenn er meint, dass Intelligenz "die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums (ist) zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken, (und jetzt kommt's: Achtung!)und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen" Ich geht mal davon aus, dass der dieser Aspekt der Int. "sich mit der Umgebung wirkungsvoll auseinander zusetzen" bei den im Artikel genannten Menschen wohl eher in Grenzen hält, Ich kann mir aber gut vorstellen, dass auch "Hochbegabte" psychische Probleme/Neurosen, eben das ganze Spektrum seelischer Tiefen und UNtiefen entwickeln können, und eine Erklärung: "na klar der Arme Kerl/die Arme Frau ist unterfordert" häufig ein psychologischer Kurzschluss ist. Oder ganz deutlich: Auch Hochbegabte können in der Arbeit A****l**** sein.

    • iblis
    • 11.09.2011 um 12:26 Uhr

    >> Da dieses Merkmal in der Population normalverteilt ist,
    >> haben Sie also einen Anteil von 68% der Bevölkerung,
    >> der sich um den Durchschnittswert von 100 herumsammelt
    >> (IQ=85-115). Weitere 14% tummeln sich je unter-
    >> bzw. oberhalb einer Standardabweichung von der 100
    >> entfernt, also bei IQ=70-85 bzw. 115-130. Bleiben
    >> jeweils 2% für unter 70 (geistige Behinderung)
    >> und über 130 (Hochbegabung).
    Das wird zwar gebetsmühlenartig wiederholt, aber: ist das eigentlich belegt? Oder sollte man vielleicht eher fragen: hat es schon mal jemand geschafft, seinen Test so zu tunen, dass er für jede Schwelle genausoviele niedrig- wie hochbegabte Probanden ergibt? Ich halte das Normalverteiltsein der Ergebnisse in der Gesamtbevölkerung für eine dem Modell "IQ" innewohnend A_N_N_A_H_M_E. Somit ist die Aussage "der IQ ist normalverteilt" tautologisch.

    • grrzt
    • 02.09.2011 um 17:17 Uhr

    wenn ich ein bisschen rumquengel: Wikipedia ist nicht der Hort der psychologischen Forschung. Die "operationale Definition" der Intelligenz ist in meinen Augen ironisch gemeint (und wohl auch nicht so ganz up-to-date) Wechsler (der mit dem Intelligenztest, sie wissen schon...) war bei seiner Definition deutlicher, wenn er meint, dass Intelligenz "die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums (ist) zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken, (und jetzt kommt's: Achtung!)und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen" Ich geht mal davon aus, dass der dieser Aspekt der Int. "sich mit der Umgebung wirkungsvoll auseinander zusetzen" bei den im Artikel genannten Menschen wohl eher in Grenzen hält, Ich kann mir aber gut vorstellen, dass auch "Hochbegabte" psychische Probleme/Neurosen, eben das ganze Spektrum seelischer Tiefen und UNtiefen entwickeln können, und eine Erklärung: "na klar der Arme Kerl/die Arme Frau ist unterfordert" häufig ein psychologischer Kurzschluss ist. Oder ganz deutlich: Auch Hochbegabte können in der Arbeit A****l**** sein.

    • iblis
    • 11.09.2011 um 12:26 Uhr

    >> Da dieses Merkmal in der Population normalverteilt ist,
    >> haben Sie also einen Anteil von 68% der Bevölkerung,
    >> der sich um den Durchschnittswert von 100 herumsammelt
    >> (IQ=85-115). Weitere 14% tummeln sich je unter-
    >> bzw. oberhalb einer Standardabweichung von der 100
    >> entfernt, also bei IQ=70-85 bzw. 115-130. Bleiben
    >> jeweils 2% für unter 70 (geistige Behinderung)
    >> und über 130 (Hochbegabung).
    Das wird zwar gebetsmühlenartig wiederholt, aber: ist das eigentlich belegt? Oder sollte man vielleicht eher fragen: hat es schon mal jemand geschafft, seinen Test so zu tunen, dass er für jede Schwelle genausoviele niedrig- wie hochbegabte Probanden ergibt? Ich halte das Normalverteiltsein der Ergebnisse in der Gesamtbevölkerung für eine dem Modell "IQ" innewohnend A_N_N_A_H_M_E. Somit ist die Aussage "der IQ ist normalverteilt" tautologisch.

    • el-mar
    • 02.09.2011 um 14:30 Uhr

    ist das Problem. Da gibt es zum einen die Angestellten, an die man nichts delegieren kann was einem wichtig ist, und zum anderen die Chefs, deren unsinnige Anweisungen man zu befolgen hat.

    Und daneben ständig die alles entscheidende Frage: bin jetzt ich der Dummkopf, oder sind wirklich all die anderen so blöd?

    12 Leserempfehlungen
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    • lepkeb
    • 02.09.2011 um 18:04 Uhr

    und die Antwort ist meistens ja.
    Die anderen kleinen worker bees funktionieren nur im System, nimmt sie raus sind sie oft lebensunfähig.

    Ansonsten ein guter Artikel, der es eigentlich gut trifft.

    • lepkeb
    • 02.09.2011 um 18:04 Uhr

    und die Antwort ist meistens ja.
    Die anderen kleinen worker bees funktionieren nur im System, nimmt sie raus sind sie oft lebensunfähig.

    Ansonsten ein guter Artikel, der es eigentlich gut trifft.

  6. Zitat:
    "Als wenn man Intelligenz objektiv und zuverlässig messen könnte. Das ist doch Unsinn. Je nach Parameter kann sich jeder als hochbegabt herausstellen."

    Ich: Drei Intelligenztests mit maximal dreißig Jahren Abstand und unterschiedlichen Verfahren. Abweichung der Ergebnisse: 3 Punkte. Irgendwas muss an den Tests doch zusammengepasst haben. Vielleicht haben sie sogar dieselben Parameter gemessen?

    Zitat:
    "Aber mir scheint, der Terminus "hochbegabt" wird mittlerweile etwas inflationär verwendet für Leute die schlicht und ergreifend verhaltensauffällig sind oder faul und die dafür eine aufpolierte Entschuldigung benötigen."

    Hihi, danke, ich glaube, das werde ich im nächsten Mitarbeitergespäch verwenden: "Also ich bin hochbegabt - das steht für faul, verhaltensauffällig und macht sich wichtig. Krieg ich trotzdem eine Gehaltserhöhung?"

    Ehrlich gesagt wünschte ich mir nicht nur klischeearmen Journalismus, sondern inzwischen auch klischeeärmere Kommentare. Aber wie sagte schon der große Anonymus: "Wir spielen hier nicht wünsch dir was".

    9 Leserempfehlungen
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    Sie habens ein wenig humorvoller hingekriegt als ich, danke dafür.

    (Entsprechen Sie damit dem Klischee des Hochbegabten, oder eher doch nicht?) ;-)

    "Ich: Drei Intelligenztests mit maximal dreißig Jahren Abstand und unterschiedlichen Verfahren. Abweichung der Ergebnisse: 3 Punkte. Irgendwas muss an den Tests doch zusammengepasst haben. Vielleicht haben sie sogar dieselben Parameter gemessen?"

    Damit haben Sie aber lediglich ein Maß für die Zuverlässigkeit des Tests. Sie wissen damit noch nicht, WAS gemessen wurde. An den Tests wurde so lange herumgebastelt, bis sie die gewünschten Ergebnisse - ausreichende Zuverlässigkeit, Normalverteilung usw. - zeigten. Das macht sie noch nicht per se schlecht. Aber klar ist eben auch, dass "Intelligenz" eine von Menschen erfundene gedankliche Konstruktion ist - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Da ist dem Kommentar von "After Eight", auch wenn er vielleicht etwas vereinfachend-polemisch rüberkam, im Grundsatz schon zuzustimmen.

    Sie habens ein wenig humorvoller hingekriegt als ich, danke dafür.

    (Entsprechen Sie damit dem Klischee des Hochbegabten, oder eher doch nicht?) ;-)

    "Ich: Drei Intelligenztests mit maximal dreißig Jahren Abstand und unterschiedlichen Verfahren. Abweichung der Ergebnisse: 3 Punkte. Irgendwas muss an den Tests doch zusammengepasst haben. Vielleicht haben sie sogar dieselben Parameter gemessen?"

    Damit haben Sie aber lediglich ein Maß für die Zuverlässigkeit des Tests. Sie wissen damit noch nicht, WAS gemessen wurde. An den Tests wurde so lange herumgebastelt, bis sie die gewünschten Ergebnisse - ausreichende Zuverlässigkeit, Normalverteilung usw. - zeigten. Das macht sie noch nicht per se schlecht. Aber klar ist eben auch, dass "Intelligenz" eine von Menschen erfundene gedankliche Konstruktion ist - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Da ist dem Kommentar von "After Eight", auch wenn er vielleicht etwas vereinfachend-polemisch rüberkam, im Grundsatz schon zuzustimmen.

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