Ich muss eine Stellenausschreibung erstellen. Auf was muss ich dabei bezüglich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) achten?, fragt Sandra Hudson.

Sehr geehrte Frau Hudson,

formulieren Sie Stellenausschreibungen nicht AGG-konform , kann das für Sie teuer werden. Deshalb sollten Sie in Ihrer Stellenausschreibung auf Hinweise wie das Geschlecht, die Religion, die körperliche Leistungsfähigkeit, die Nationalität sowie die Altersgrenze des Bewerbers verzichten.

Auch den ausdrücklichen Wunsch nach einem Lichtbild sollten Sie vermeiden, denn ein Foto gibt Auskunft über das Alter, die Nationalität sowie das Geschlecht. Und dies könnte ein abgewiesener Bewerber anschließend gegen Sie verwenden. 

Vorsichtig sollten Sie zudem bei indirekten Benachteiligungen sein. Suchen Sie daher auf keinen Fall nach einem "jungen" Bewerber, nach einem "Muttersprachler" oder nach einem "körperlich belastbaren" Bewerber.

So hatte das Arbeitsgericht Stuttgart einer Klägerin knapp 2.000 Euro als Entschädigung zugesprochen, weil das Unternehmen eine geschlechtsbezogene Stellenanzeige schaltete, die wie folgt lautete:

"Wir suchen erfolgsorientierte, branchenkundige Außendienst-Verkäufer für den Großraum OffenburgFreiburgLörrach. Sie verfügen bereits über Kontakte zu unseren Kunden und sind ein Verkaufsprofi mit Leib und Seele. ... Idealerweise sind Sie nicht älter als 45 Jahre."

Achten Sie also generell auf geschlechtsneutrale Formulierungen, verzichten Sie auf Altersvorgaben, erwähnen Sie nur Sprachkenntnisse, wenn diese auch für die Stelle wirklich erforderlich sind und fordern Sie "vollständige Bewerbungsunterlagen" und nicht explizit ein Foto ein. Dies alles gilt natürlich auch bei mündlichen Nachfragen.

Ihr Ulf Weigelt