Hans Zimmer ist einer der ganz großen Filmmusikkomponisten. Er hat sogar einen Stern auf dem berühmten Walk of Fame bekommen. Seine Kompositionen für Filme wie Das Geisterhaus , Gladiator oder Fluch der Karibik haben das Kino geprägt – und bei unzähligen Zuschauern Gänsehaut erzeugt.

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Dass seine Musik Kinobesucher ebenso berührt, davon träumt auch der Filmmusikkomponist Kahlil Feegel. Gemeinsam mit drei Kollegen produziert er in den Berliner Nine O´Clock Music -Studios Kompositionen für Kinofilme, Fernsehproduktionen oder Werbe- und Imagefilme. "Durch die Musik wird immer eine Message übermittelt. Da ist es egal, ob es sich um einen kurzen Werbetrailer oder eine Millionen-Dollar-Kinoproduktion handelt", sagt Feegel. Musik transportiert Dramaturgie und Spannung, ohne dass die Zuschauer dies bewusst wahrnehmen. Ein Film ohne Musik wirkt nicht.

Ob Werbeclip oder Blockbuster – die Herangehensweise an eine Komposition ist die gleiche: Zunächst schauen sich die Komponisten die zu vertonenden Szenen an. Welche Stimmung soll vermittelt werden? Oft liefert der Auftraggeber – also der Regisseur oder die Werbekunden – schon ein Konzept mit den Vorstellungen. Daran orientieren sich die Komponisten. Das macht es für die künstlerische Arbeit der Komponisten nicht immer ganz einfach. Letztlich entscheidet aber der Kunde.

"Die Musik in einem Werbefilm für ein Waschmittel soll ein anderes Gefühl vermitteln als beispielsweise die in einem Sportwagenspot. Die Musik ist produktorientiert. Das gilt auch für Kinofilme", sagt Feegel. Ist die Klangfarbe gefunden, beginnt das eigentliche Komponieren.

Allerdings nicht auf dem Notenblatt, sondern am Keyboard, das direkt am Computer angeschlossen ist. Feegel und seine Kollegen entwickeln Rhythmus und Melodie.

Einen Ohrwurm schaffen

Doch woher wissen sie, ob ihre Komposition passt? "Wenn wir einen Ohrwurm geschaffen haben , der einem nicht mehr aus dem Kopf geht, dann haben wir gute Arbeit geleistet", sagt Feegel.

Wenn die Komposition fertig ist, beauftragen die Komponisten Musiker. Mit ihnen wird dann im Studio gearbeitet. Einspielen, aufnehmen, bearbeiten. Denn natürlich können nicht alle Komponisten auch alle Musikinstrumente spielen. 

Die meisten beherrschen aber mindestens zwei Instrumente. Sie arbeiten eng mit Regisseuren und Filmproduzenten zusammen, daher brauchen die Komponisten auch filmisches Fachwissen. Stressresistenz, Flexibilität, eine rasche Auffassungsgabe sowie der Umgang mit Computer und der Technik sind ebenfalls wichtig.