Existenzgründer : Der Unternehmer, der Hunde zu Vegetariern macht

Fabian Ribbeck handelt mit vegetarischem Biofutter für den Hund. Das Geschäft lohnt sich: Der Existenzgründer trifft mit seiner Unternehmensidee den Nerv der Zeit.
Unternehmensgründer Fabian Ribbeck mit seinem Hund Gringo © privat

Gringo streckt sich und lässt sich in seinem Körbchen nieder. Der Mischling ist mit seinem Hundeleben offensichtlich zufrieden. "Er frisst seinen Napf immer ganz leer und sein Fell glänzt", sagt Fabian Ribbeck.

Das gesunde Fell, sagt das Herrchen, komme vom Futter. Und das wiederum kommt vom Herrchen höchstselbst. Seit vier Jahren betreibt der Berliner den Internetversand Bio-Tierkost.de. Trocken- und Nassfutter für Hunde, Katzen und Nagetiere hat er im Angebot, alles Bio. Sein größter Verkaufsschlager ist das vegetarische Hundefutter. Ribbeck ist stolz darauf, dass er Hunde zu Vegetariern macht. Auch sein eigener Hund bekommt die fleischlose Kost. "Ich kann nicht akzeptieren, was der Mensch den Tieren mit Massentierhaltung antut", sagt Ribbeck. Sich selbst bezeichnet er als "Vegetarier mit Hang zum Veganismus", der die Welt verbessern möchte. Verdienen tut er daran auch ganz gut. 

Die Welt verbessern

Er mache einen sechsstelligen Umsatz, sagt der Biohundefutter-Vertreiber. 59 Euro kostet ein 15-Kilo-Sack Trockenfutter, fast vier Euro das Kilo. Beim Discounter gibt es das Kilo Hundefutter für 80 Cent. Warum sollten Haustierbesitzer also bei ihm kaufen? "Für mich geht es um aktive Tierschutzarbeit", erklärt der Existenzgründer. Für sein Futter würden schließlich keine Tiere in Massenhaltung gequält. Es enthalte keine Zusatzstoffe und sei frei von Antibiotika. Ganz nebenbei ist Bio auch ein schlagendes Verkaufsargument. Fast sechs Milliarden Euro Umsatz hat die Bio-Branche im vergangenen Jahr gemacht. Bücher, in denen es um die moralische Seite des Fleischkonsums geht, sind Bestseller. Es liegt im Trend, "dass man sein Leben optimiert", sagt Ribbeck. "Erst meins und dann habe ich das auf meinen Hund übertragen. Und ich fühle mich gut dabei."

Hund Gringo hat der Unternehmensgründer vor ein paar Jahren aus einem spanischen Tierheim gerettet. Er wollte seinen Hund aufpeppeln und suchte deshalb nach vegetarischem Futter. Doch gab es nur wenig Anbieter, kleine Sortimente und die Lieferzeiten waren lang. Der BWL-Student entdeckte eine Marktlücke – und gründete seinen Internetversand. Mit fünf Bestellungen ging es los. Er ließ sich einige Pakete von einem Hersteller schicken. Dosen, die übrig waren, kamen ins Lager. Die Gewinne investierte er wieder in neue Waren. Mittlerweile hat der 30-Jährige sein Studium abgebrochen.

Heute hat er mehrere Tausend Kunden im ganzen Bundesgebiet. Noch mischt er das Futter, das er von verschiedenen Zulieferern bezieht, in seinem 80-Quadratmeter-Kellerlagerraum in Berlin selbst, packt Pakete und verschickt sie. Bald will er den Keller gegen eine Lagerhalle in Brandenburg eintauschen. Die liegt dort, wo auch Internetversandgrößen wie Zalando ihr Versandgeschäft abwickeln.

Hundeleben optimieren

Dann möchte er Mitarbeiter beschäftigen und sich nur noch aufs Marketing konzentrieren. Viele Haustierbesitzer hätten Vorurteile gegen das vegetarische Tierfutter. Dabei sei es gesünder für Tier und Umwelt, sagt der Firmengründer. Ribbeck versteht sich nicht als Öko, sondern als sozialer Unternehmer. Auf seiner Website kann man das nachlesen. Da geht es auch um Treibhausgase durch Massentierhaltung und hungernde Kinder, denen man mit dem Getreide helfen könnte, das an Schlachtvieh verfüttert wird.

Der Jungunternehmer hat auch selbst einen Tierschutzverein gegründet, zusammen mit einer Freundin. Eines Tages, erzählt er, wolle er einen Hof für Tiere kaufen, die keiner mehr will. Welches Futter es auf dem Hof geben wird, ist klar. Bio für Bello – was sonst?

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Der Mensch hat die Wahl

Der Wolf hat auch nicht die Wahl. Sein Opfer konnte bis zum Tod immerhin artgerecht in Freiheit leben. Da der Mensch aber den Wolf weitestgehend ausgerottet hat und zwar basierend auf falschen Behauptungen und Vorurteilen, ist das sowieso ein vernachlässigbarer Umstand. Es gibt sicher 1000x mehr Hunde als Wölfe, die zudem noch wesentlich länger leben und nicht selten mehr fressen als ihnen gut tut.