Befristete Beschäftigung: Aus dem Arbeitsleben einer Konzern-Kurtisane
Die Leserin Aimée Luise Stern ist auf Jobsuche - mal wieder, wie sie schreibt. Als Berufsnomadin hangelt sie sich von Vertrag zu Vertrag. Den Mut verliert sie aber nicht.
Ich sitze an meinem Rechner und mein Kopf glüht, während die Zigarette im Aschenbecher vor sich hin stinkt. Immer wenn ich am Rechner sitze, rauche ich wie eine Dampflok, dagegen kann ich nichts machen. Rechner und Zigarette sind eins, wenn man so will. Von der vielen Raucherei habe ich pochendes Kopfweh, aber auch das macht mir nichts aus, denn dann trinke ich einfach noch eine Schorle aus Wein. So, und weiter geht’s: Monster, Stepstone, Jobpilot, Newsroom, ich kenne die Menüs im Schlaf, schon lange, viel zu lange.
Ich bin eine Berufsnomadin, ein postmoderner Gypsy, eine Konzern-Kurtisane, mit anderen Worten: eine Frau in den besten Jahren. Und so swinge ich seicht von Unternehmen zu Unternehmen, von Konzern zu Konzern. Keine Branche ist mir fremd, keine ist mir fies genug, und mir sind alle Kunden lieb und teuer, und als multiflexible Dienstleisterin mache ich es mit allen, da kenne ich nichts: Ob Callcenter, Logistik, U-Boote und Panzer, Waschmittel oder Klebstoffe – mit und ohne Tierversuche. Ressentiments sind eine Erfindung des Establishments, reines Sentiment. Einmal Siemens, immer Siemens: tempi passati.
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Die Welt hat sich verändert, und das so schnell, dass wir alle nicht mehr ganz mitkommen. Petitessen. Zumindest die Renten sind sicher. Große Unternehmen stellen heute am liebsten befristet ein, für ein oder zwei Jahre, die Zukunft ist offen, das wissen wir ja. Das heißt dann, wenn man es nüchtern betrachtet, dass diese Befristeten wahlweise eine ein- oder zweijährige Probezeit haben. Weil man ja alles unternimmt, damit der Vertrag verlängert wird und bis zum letzten Moment, da darf dann partout nichts schiefgehen.
Von Vertrag zu Vertrag
Ich sitze also mal wieder hier an meinem Rechner und schreibe Bewerbungen. Was ist passiert? Vielleicht lag es tatsächlich an der Wirtschaftskrise und den aktuell überaus unerfreulichen Ereignissen in der Welt so generell. Vielleicht hat aber auch einfach mein Deo versagt. Vielleicht, vielleicht. Die Wirklichkeit ist ja manchmal erschreckend banal.
Ich bin Teil eines komplexen menschlichen Systems, aber nur noch bis Ende des Jahres, dann zieht das System nämlich weiter. Dann bin ich ein psychisches System ohne soziales System, was ja eigentlich, streng genommen, gar nicht geht. Meine Kommunikation wird sich in der nächsten Zeit tagsüber auf einen Austausch mit dem Libanesen im Libanon-Grill beschränken. Wir können ja ein bisschen über internationale Politik plaudern. Oder was da genau gerade los ist in der Koalition und mit dem europäischen Rettungsschirm für die dekadenten Schuldenmacher. Ich bin dagegen, soviel steht schon mal fest!
Wie sagte Thomas Mann: "Wir stehen bis zum Hals in der Scheiße, aber der Ausblick ist fantastisch." Mit anderen Worten: Der wilde Ritt geht weiter. Hossa! Schon bald werde ich wieder woanders sein und dort gefällig Höhepunkte simulieren. Vortäuschen will nun mal gelernt sein, und auch hier macht Übung die Meisterin. Also, ich bin eine Meisterin mit Zertifikat. Darauf trinke ich noch einen: Prost!








aber uns wollen Politiker und "Wirtschaftsexperten" weismachen , dass uns die Fachkräfte ausgehen.
sehr guter Artikel, hab mich amüsiert.
Hinsetzen und weiterschreiben;-)
Ich schliesse mich an, sehr gut geschrieben.
Aber amüsiert habe ich mich nicht.
Ich habe einige junge Menschen kennengelernt, die ohne Grund immer wieder gekündigt werden müssen, weil selbst im öffentlichen Dienst Vorschriften existieren, die nur befristete Jobs gestatten.
Mit dem Leben - der Zukuft - von Menschen zu spielen ist barbarisch. Mit Zivilisation hat das nichts mehr zu tun.
Es gab schon öfter Zeiten, da zählten Menschenleben nichts.
Jetzt ist es wohl wieder so weit. Der Markt, die Wirtschaft, der Standort Deutschland verlangen, Menschen ohne Sicherheit leben zu lassen.
Prekäre Beshäftigung - schlechte Bezahlung - kein Geld und kein Mut eine Familie zu gründen und im Alter Grundsicherung: das sind Lebensläufe in unserem eigentlich reichen Land.
Ich schliesse mich an, sehr gut geschrieben.
Aber amüsiert habe ich mich nicht.
Ich habe einige junge Menschen kennengelernt, die ohne Grund immer wieder gekündigt werden müssen, weil selbst im öffentlichen Dienst Vorschriften existieren, die nur befristete Jobs gestatten.
Mit dem Leben - der Zukuft - von Menschen zu spielen ist barbarisch. Mit Zivilisation hat das nichts mehr zu tun.
Es gab schon öfter Zeiten, da zählten Menschenleben nichts.
Jetzt ist es wohl wieder so weit. Der Markt, die Wirtschaft, der Standort Deutschland verlangen, Menschen ohne Sicherheit leben zu lassen.
Prekäre Beshäftigung - schlechte Bezahlung - kein Geld und kein Mut eine Familie zu gründen und im Alter Grundsicherung: das sind Lebensläufe in unserem eigentlich reichen Land.
....kann sich eigentlich nur noch ein Idiot oder ein politiker fragen.
Was hat das mit Kindern zu tun? In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder. Liegt es vielleicht am gesteigerten Sicherheitsbedürfnis der Deutschen, die am liebsten das Rundumsorglospaket mit Beamtenstatus haben wollen, ohne Beamter sein zu müssen?
Ich bin abhängig beschäftigt, glücklicherweise unbefristet beschäftigt. Für mich gelten die normalen Kündigungsfristen. Welche Sicherheit brauchen Sie, damit Sie Kinder bekommen? Ich habe genau zwei Monate Sicherheit, dann bin ich, wie alle, genau ein Jahr von Hartz IV entfernt. Für mich kein Grund, keine Kinder zu krigen (ich hab derer Zwei). Was Sie meinen, ist eine gefühlte Sicherheit, die in Wahrheit keine ist.
Wobei ich den Beristungs- und Zeitarbeitswahn trotz allem verwerflich finde. Er sollte nur nicht als Grund hergehalten werden, dass die Deutschen keine Kinder bekommen. Das sind höchstens Ausreden. Denn 100% Sicherheit gibt es nicht.
Was hat das mit Kindern zu tun? In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder. Liegt es vielleicht am gesteigerten Sicherheitsbedürfnis der Deutschen, die am liebsten das Rundumsorglospaket mit Beamtenstatus haben wollen, ohne Beamter sein zu müssen?
Ich bin abhängig beschäftigt, glücklicherweise unbefristet beschäftigt. Für mich gelten die normalen Kündigungsfristen. Welche Sicherheit brauchen Sie, damit Sie Kinder bekommen? Ich habe genau zwei Monate Sicherheit, dann bin ich, wie alle, genau ein Jahr von Hartz IV entfernt. Für mich kein Grund, keine Kinder zu krigen (ich hab derer Zwei). Was Sie meinen, ist eine gefühlte Sicherheit, die in Wahrheit keine ist.
Wobei ich den Beristungs- und Zeitarbeitswahn trotz allem verwerflich finde. Er sollte nur nicht als Grund hergehalten werden, dass die Deutschen keine Kinder bekommen. Das sind höchstens Ausreden. Denn 100% Sicherheit gibt es nicht.
Was hat das mit Kindern zu tun? In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder. Liegt es vielleicht am gesteigerten Sicherheitsbedürfnis der Deutschen, die am liebsten das Rundumsorglospaket mit Beamtenstatus haben wollen, ohne Beamter sein zu müssen?
Ich bin abhängig beschäftigt, glücklicherweise unbefristet beschäftigt. Für mich gelten die normalen Kündigungsfristen. Welche Sicherheit brauchen Sie, damit Sie Kinder bekommen? Ich habe genau zwei Monate Sicherheit, dann bin ich, wie alle, genau ein Jahr von Hartz IV entfernt. Für mich kein Grund, keine Kinder zu krigen (ich hab derer Zwei). Was Sie meinen, ist eine gefühlte Sicherheit, die in Wahrheit keine ist.
Wobei ich den Beristungs- und Zeitarbeitswahn trotz allem verwerflich finde. Er sollte nur nicht als Grund hergehalten werden, dass die Deutschen keine Kinder bekommen. Das sind höchstens Ausreden. Denn 100% Sicherheit gibt es nicht.
... dass sie schon während der Schwangerschaft auslaufen würden? Dann steht man als werdende Mutter schon ganz schön blöd da.
Mir ging es selbst jahrelang so. Ich war immer auf dem gleichen Arbeitsplatz beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt, immer auf der nächsten befristeten Stelle, immer als Schwangerschafts- und Mutterschutz-Vertretung für eine der Kolleginnen, die schon einen festen Vertrag hatten. Kinder kriegen ist in so einer Situation fast unmöglich, wenn man nach dem Mutterschutz noch einen Job haben möchte, in den man zurückkehren kann. Ene Neuanstellung war in meinem Job, in dem ich im Dreischichtbetrieb arbeiten musste, mit kleinem Kind zu Hause eher unwahrscheinlich. Es gibt ja genug Arbeitssuchende ohne familiäre Verpflichtungen.
So besehen. kann ich das Argument nur unterstützen.
"Was hat das mit Kindern zu tun? In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder."
---------------
Andere Länder sind nicht Deutschland.
btw:
Wovon kaufen Sie Ihren Kindern etwas zu essen oder zum Anziehen, wenn Sie kein Geld haben? Manche Eltern in manchen EU Ländern schicken ihre Kinder zum Betteln.
Wovon bezahlen Sie das Studium, wenn Sie kein Geld haben.
Also sind "fiktive" Eltern verantwortungsbewußt, wenn sie sich bei einer ungewissen Zukunft keine Kinder zulegen.
Also sind "fiktive" Eltern verantwortungslos, wenn sie sich ins Blaue hinein, Kinder zulegen.
Zu anderen Ländern:
In tlw sehr schwierigen Kontinenten wie Afrika, Indien, Asien usw werden tlw deshalb so viel Kinder geboren, weil die "Alten" das als Altersversorgung sehen. Und weil viele nicht durchkommen, hoffen sie damit zu erreichen, dass einige der vielen Kinder durchkommen.
Allerdings geht diese Rechnung nicht auf. Denn gerade in diesen Kontinenten gilt: Je mehr Kinder, umso weniger kommen durch.
Wer also "seine" Kinder liebt, will ganz sicher nicht, dass diese auf der Straße verhungern, wie das tlw in den Ländern der Fall ist, auf welche sie sich berufen.
In Deutschland leben 2.5 Mio. Kinder in Kinderarmut.
Welche Eltern hassen ihre "zu erwartenden Kinder" so sehr, dass sie ihnen ein Leben im Prekariat, als Hungerlöhner, als Sklave
zumuten wollen.
Bevor Kinder ein solches Schicksal zuteil wird, werden sie besser doch niemals geboren.
Sie Schreiben "In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder. Liegt es vielleicht am gesteigerten Sicherheitsbedürfnis der Deutschen, die am liebsten das Rundumsorglospaket mit Beamtenstatus haben wollen, ohne Beamter sein zu müssen?"
Befristung bedeutet in den meisten Berufen - und gerade den etwas anspruchsvolleren - in D : Ortswechsel ist schon vorprogrammiert - aber eben in keiner Weise planbar, nicht mal vorhersehbar, wohin, unter welchen Bedingugen, wer in einer Familie muss.
Natürlich gibt es keine 100 % Sicherheit. Aber es gibt eine ganze Menge Faktoren bei der Befristung, die 100 % nicht funktionieren für Kinder.
Ich hätte doch ein wenig Respekt vor Leuten, die Grenzen setzen bei dem, was sie ihren potentiellen, aber nicht gehabten Kindern zumuten wollten...
Vielleicht doch büschen zurückhalten, beim Schluss von mir auf andere, liebe Infamia. Auch mir gehts ganz gut, aber ich kann verstehen, dass andere unter etwas anderen Bedingungen keine Kinder bekommen. Ein fester Arbeitsplatz, der zwar theoretisch kündbar ist, in dem man aber trotzdem seit Längerem schon und ganz gut im Sattel sitzt, geht vermutlich doch nicht ganz so an die Grundeinstellung, auch zu Kindern, wie einer, der der fünfte oder fünfzehnte und wieder mal unbefristet ist...
... dass sie schon während der Schwangerschaft auslaufen würden? Dann steht man als werdende Mutter schon ganz schön blöd da.
Mir ging es selbst jahrelang so. Ich war immer auf dem gleichen Arbeitsplatz beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt, immer auf der nächsten befristeten Stelle, immer als Schwangerschafts- und Mutterschutz-Vertretung für eine der Kolleginnen, die schon einen festen Vertrag hatten. Kinder kriegen ist in so einer Situation fast unmöglich, wenn man nach dem Mutterschutz noch einen Job haben möchte, in den man zurückkehren kann. Ene Neuanstellung war in meinem Job, in dem ich im Dreischichtbetrieb arbeiten musste, mit kleinem Kind zu Hause eher unwahrscheinlich. Es gibt ja genug Arbeitssuchende ohne familiäre Verpflichtungen.
So besehen. kann ich das Argument nur unterstützen.
"Was hat das mit Kindern zu tun? In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder."
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Andere Länder sind nicht Deutschland.
btw:
Wovon kaufen Sie Ihren Kindern etwas zu essen oder zum Anziehen, wenn Sie kein Geld haben? Manche Eltern in manchen EU Ländern schicken ihre Kinder zum Betteln.
Wovon bezahlen Sie das Studium, wenn Sie kein Geld haben.
Also sind "fiktive" Eltern verantwortungsbewußt, wenn sie sich bei einer ungewissen Zukunft keine Kinder zulegen.
Also sind "fiktive" Eltern verantwortungslos, wenn sie sich ins Blaue hinein, Kinder zulegen.
Zu anderen Ländern:
In tlw sehr schwierigen Kontinenten wie Afrika, Indien, Asien usw werden tlw deshalb so viel Kinder geboren, weil die "Alten" das als Altersversorgung sehen. Und weil viele nicht durchkommen, hoffen sie damit zu erreichen, dass einige der vielen Kinder durchkommen.
Allerdings geht diese Rechnung nicht auf. Denn gerade in diesen Kontinenten gilt: Je mehr Kinder, umso weniger kommen durch.
Wer also "seine" Kinder liebt, will ganz sicher nicht, dass diese auf der Straße verhungern, wie das tlw in den Ländern der Fall ist, auf welche sie sich berufen.
In Deutschland leben 2.5 Mio. Kinder in Kinderarmut.
Welche Eltern hassen ihre "zu erwartenden Kinder" so sehr, dass sie ihnen ein Leben im Prekariat, als Hungerlöhner, als Sklave
zumuten wollen.
Bevor Kinder ein solches Schicksal zuteil wird, werden sie besser doch niemals geboren.
Sie Schreiben "In anderen Ländern gibt es keinen Kündigungsschutz und die Leute kriegen trotzdem Kinder. Liegt es vielleicht am gesteigerten Sicherheitsbedürfnis der Deutschen, die am liebsten das Rundumsorglospaket mit Beamtenstatus haben wollen, ohne Beamter sein zu müssen?"
Befristung bedeutet in den meisten Berufen - und gerade den etwas anspruchsvolleren - in D : Ortswechsel ist schon vorprogrammiert - aber eben in keiner Weise planbar, nicht mal vorhersehbar, wohin, unter welchen Bedingugen, wer in einer Familie muss.
Natürlich gibt es keine 100 % Sicherheit. Aber es gibt eine ganze Menge Faktoren bei der Befristung, die 100 % nicht funktionieren für Kinder.
Ich hätte doch ein wenig Respekt vor Leuten, die Grenzen setzen bei dem, was sie ihren potentiellen, aber nicht gehabten Kindern zumuten wollten...
Vielleicht doch büschen zurückhalten, beim Schluss von mir auf andere, liebe Infamia. Auch mir gehts ganz gut, aber ich kann verstehen, dass andere unter etwas anderen Bedingungen keine Kinder bekommen. Ein fester Arbeitsplatz, der zwar theoretisch kündbar ist, in dem man aber trotzdem seit Längerem schon und ganz gut im Sattel sitzt, geht vermutlich doch nicht ganz so an die Grundeinstellung, auch zu Kindern, wie einer, der der fünfte oder fünfzehnte und wieder mal unbefristet ist...
Ein schöner Artikel und so schön, wie die realität unschön ist.
Ein Umherziehen, von Job zu Job mit immer dem gleichen Streß und eh man den Job hat, kann man sich schonwieder Gedanken drüber machen, wo man als nächstes arbeiten 'will'.
Da man ja immer und überall flexibel sein muss, heisst es: Arbeit in ganz Deutschland suchen und um jede Wohnung, in jeder etwas größeren Stadt kämpfen.
Kontiunität!? ik lach mich schlapp....
Nix anderes als ein Leben für den Job...
stecken Sie den naechsten Lohn komplett in Aktien von Zigarettenherstellern, dann koennen Sie frueher in Rente gehen.
wenn man trotzdem lacht.
Um dem Artikel einen brauchbaren Informationsgehalt zuschreiben zu können, bräuchte es noch ein paar weitere Infos.
Was trägt denn die Verfasserin selbst dazu bei, dass sie nur befristete Jobs kriegt? Welchen Beruf hat sie denn erlernt?
Mir fehlt hier die Selbstreflexion bzgl. der eigenen Person. Schuld sind nicht nur die anderen. Wer so oft nach einem befristeten Vertrag keine Entfristung bekommt, muss sich schon fragen lassen, was er/sie persönlich dazu beiträgt...
Mir fehlt hier die Selbstreflexion bzgl. der eigenen Person.
Der Artikel will wohl beschreiben, dass es gerade nicht an der eigenen Person liegt: Vielleicht, vielleicht. Die Wirklichkeit ist ja manchmal erschreckend banal.
Genau das deckt sich dann auch mit der Wirklichkeit. Natürlich kann man durch noch bessere formale Ausbildung und noch bessere Selbstdarstellung auf der Bewertungsskala ein wenig nach oben klettern. Zumindest so lange, bis die anderen nachgezogen haben.
Unter dem Strich bleibt jedoch immer, dass sich die Firmen diese Rosinenpickerei leisten können. Auf jede Stelle kommen mehrere Bewerber, also kann man sich aussuchen. Jahr für Jahr werden die Anforderungen noch ein wenig höher geschraubt und am Ende hat man promovierte Müllentsorgungsfachleute zum entleeren der Papierkörbe eingestellt. Befristet natürlich, der Markt gibt es ja her.
Welchen Informationsgehalt suchen Sie denn?
Bestätigung, Ihrer Gewißheit, dass man eine solches Arbeitsschicksal letztenlich selbst verschuldet? Kennen Sie vielleicht jemanden, von dem sie glauben, dass er es aus wegen Unbeweglichkeit heraus nicht schafft, in ein "normales Arbeitsverhälnis" zu kommen?
Dieser Artikel zeigt doch überdeutlich, dass eine offensichtlich intelligente und leistungsfähige Frau trotz jedweder Anpassung und Flexibilität zur Vermeidung eigener Arbeitlosigkeit eben die befristeten Zeitarbeitsverhältnisse immer weiter annimmt und sich und sich voll einsetzt, um die von Arbeitgebern und Arbeitsagenturen gestreute Chance einer Übernahme nicht zu verpassen.
So handelt doch nur jemand, der engagiert ist.
Und Sie unterstellen ihr ein "selber Schuld"!
Das ist abstrus!
Ist es wichtig was die Verfasserin studiert hat? Also wenn ich meinen Freundeskreis anschaue ist das unerheblich.
Ich selber bin Ingenieur aber es gibt in meinem Freundeskreis Juristen, Kulturwissenschaftler, Ingenieure anderer Fachbereiche und noch ein paar andere. Aber eines haben wir gemeinsam, wir ziehen alle durch die Republik oder durch die Welt, immer etwa zwei Jahre an einem Standort, mit seinen Freunden notdürftig über Mobiltelefon, Facebook und Skype verbunden und sozial entwurzelt. Andere soziale Beziehungen halten so lange wie der Arbeitsvertrag und Partner fürs Leben treffen wir glaube ich erst im Seniorenheim.
Aber wir sind die neue Klasse von Akademikern, gut ausgebildet, mobil, so flexibel wie ein Unimog und vor allem billig. Alles Geld was nach der Wohnung und Essen übrigbleibt wird in Benzin, Flugtickets oder Bahnfahrkarten investiert und unseren rudimentären Familienbezug am Leben zu halten.
Und ob wir daran eine Selbstschuld tragen wage ich zu bezweifeln, denn wir sind die neu geschaffene Geheimwaffe der Wirtschaft, stets bereit und finanziell attraktiv. Sicher, die Preise haben wir selber kaputt gemacht, denn es gibt immer jemanden, der kostengünstiger ist und den Preis drückt Und Festanstellungen? Klar, gibt es, branchenfern. Eventuell als Taxifahrer oder in der Gastronomie, aber die Masse an Festanstellungen gibt es nicht mal mehr beim Staat, denn ganze Bundesbehörden füllen ihre Flure mit Zeitarbeitverträgen die nach Bedarf verlängert werden.
Mir fehlt hier die Selbstreflexion bzgl. der eigenen Person.
Der Artikel will wohl beschreiben, dass es gerade nicht an der eigenen Person liegt: Vielleicht, vielleicht. Die Wirklichkeit ist ja manchmal erschreckend banal.
Genau das deckt sich dann auch mit der Wirklichkeit. Natürlich kann man durch noch bessere formale Ausbildung und noch bessere Selbstdarstellung auf der Bewertungsskala ein wenig nach oben klettern. Zumindest so lange, bis die anderen nachgezogen haben.
Unter dem Strich bleibt jedoch immer, dass sich die Firmen diese Rosinenpickerei leisten können. Auf jede Stelle kommen mehrere Bewerber, also kann man sich aussuchen. Jahr für Jahr werden die Anforderungen noch ein wenig höher geschraubt und am Ende hat man promovierte Müllentsorgungsfachleute zum entleeren der Papierkörbe eingestellt. Befristet natürlich, der Markt gibt es ja her.
Welchen Informationsgehalt suchen Sie denn?
Bestätigung, Ihrer Gewißheit, dass man eine solches Arbeitsschicksal letztenlich selbst verschuldet? Kennen Sie vielleicht jemanden, von dem sie glauben, dass er es aus wegen Unbeweglichkeit heraus nicht schafft, in ein "normales Arbeitsverhälnis" zu kommen?
Dieser Artikel zeigt doch überdeutlich, dass eine offensichtlich intelligente und leistungsfähige Frau trotz jedweder Anpassung und Flexibilität zur Vermeidung eigener Arbeitlosigkeit eben die befristeten Zeitarbeitsverhältnisse immer weiter annimmt und sich und sich voll einsetzt, um die von Arbeitgebern und Arbeitsagenturen gestreute Chance einer Übernahme nicht zu verpassen.
So handelt doch nur jemand, der engagiert ist.
Und Sie unterstellen ihr ein "selber Schuld"!
Das ist abstrus!
Ist es wichtig was die Verfasserin studiert hat? Also wenn ich meinen Freundeskreis anschaue ist das unerheblich.
Ich selber bin Ingenieur aber es gibt in meinem Freundeskreis Juristen, Kulturwissenschaftler, Ingenieure anderer Fachbereiche und noch ein paar andere. Aber eines haben wir gemeinsam, wir ziehen alle durch die Republik oder durch die Welt, immer etwa zwei Jahre an einem Standort, mit seinen Freunden notdürftig über Mobiltelefon, Facebook und Skype verbunden und sozial entwurzelt. Andere soziale Beziehungen halten so lange wie der Arbeitsvertrag und Partner fürs Leben treffen wir glaube ich erst im Seniorenheim.
Aber wir sind die neue Klasse von Akademikern, gut ausgebildet, mobil, so flexibel wie ein Unimog und vor allem billig. Alles Geld was nach der Wohnung und Essen übrigbleibt wird in Benzin, Flugtickets oder Bahnfahrkarten investiert und unseren rudimentären Familienbezug am Leben zu halten.
Und ob wir daran eine Selbstschuld tragen wage ich zu bezweifeln, denn wir sind die neu geschaffene Geheimwaffe der Wirtschaft, stets bereit und finanziell attraktiv. Sicher, die Preise haben wir selber kaputt gemacht, denn es gibt immer jemanden, der kostengünstiger ist und den Preis drückt Und Festanstellungen? Klar, gibt es, branchenfern. Eventuell als Taxifahrer oder in der Gastronomie, aber die Masse an Festanstellungen gibt es nicht mal mehr beim Staat, denn ganze Bundesbehörden füllen ihre Flure mit Zeitarbeitverträgen die nach Bedarf verlängert werden.
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