Beruf SattlerSattel, Sitz und Handtasche herstellen

Von der Geldbörse über den Pferdesattel bis zum Pkw-Sitz: Sattler werden dringend gesucht – und gut bezahlt. Das Jobporträt im Beruf der Woche

Beruf der Woche
Jede Woche ein neuer Beruf auf ZEIT ONLINE

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Ein Sattel muss bequem sein – für Tier und Reiter. Das war vor 200 Jahren genauso wie heute. Doch während der Pferdesattel vor 200 Jahren ein Alltagsgegenstand war, brauchen ihn heute nur noch wenige. Stattdessen fertigen Sattler heute Ledersitze für Fahrzeuge an. "Der Beruf hat sich den Technologien angepasst", sagt Roland Steiner, Präsident des Bundesverbandes für Fahrzeugausstattung und Reitsportausrüstung.

Insgesamt hat das Berufsfeld drei Fachrichtungen: Fahrzeugsattler stellen neben Lederbezügen für Fahrzeugsitze auch komplette Autoinnenausstattungen, Planen und Cabrioverdecke her, Reitsportsattler haben sich auf die Produktion von Reitsportartikel wie Sattel, Zügel und Geschirr, aber auch auf die Herstellung von Hundehalsbändern und Hundeleinen spezialisiert. Die dritte Berufsgruppe bilden die Feintäschner. Sie stellen Aktentaschen, Geldbeutel sowie Taschen, Beutel und Koffer aus Leder oder Kunstleder her.

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Handwerksberuf im Wandel der Zeit

Obwohl alle drei Sparten unterschiedliche Artikel herstellen, bleibt die Bearbeitung des Leders doch gleich. Dreidimensionale Vorgaben müssen auf einen zweidimensionalen Zuschnitt gebracht werden.

Die grundsätzlich identischen Arbeitsweisen spiegeln sich auch in der dreijährigen, staatlich anerkannten Ausbildung zum Sattler wieder. In den ersten beiden Ausbildungsjahren lernen die Azubis zunächst die grundlegenden Fähigkeiten – mit der Nähmaschine und von Hand nähen, Material kennen und zuschneiden, das müssen alle beherrschen. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Spezialisierung.

Einmal für eine Fachrichtung entschieden, könne ein Sattler nicht ohne weiteres in einen anderen Bereich wechseln, sagt Steiner. "Der Fahrzeugsattler hat auch mit der Autoelektrik zu tun, kann Sitzheizungen einbauen, muss die Technik der Rückhaltesysteme verstehen und sich mit den Airbags, die teilweise in Sitzen eingebaut sind, auskennen. Dieses Wissen besitzen Sattler aus den anderen Sparten nicht", sagt Steiner. Umgekehrt seien für die  Reitsportsattlerei anatomische Kenntnisse von Pferden und Menschen nötig. "Damit kennen sich wiederum die Fahrzeugsattler oder Feintäschner nicht aus."

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