BüroalltagSouverän in heiklen Situationen mit Kollegen

Was tun, wenn der Kollege die Ideen klaut? Was, wenn der Chef von privaten Problemen erzählt? Wir zeigen anhand von vier Situationen, wie man gut mit Kollegen umgeht. von Liane Borghardt

1. Sie sind seit drei Monaten ein Paar. Die Kollegen wissen nichts davon.

Wenn aus einer Liebelei eine Beziehung wird, lässt sich das langfristig kaum verheimlichen. Damit die Romanze nicht in einer beruflichen Bruchlandung mündet, gilt es jedoch, Beziehungs- und Arbeitsleben klar zu trennen. Zärtlichkeiten oder andere Intimitäten gehören nicht ins Büro. Selbst wenn frisch Verliebte am liebsten jede Pause zu zweit verbringen würden, sollten sie sich nicht abkapseln: Also auch weiter mit den Kollegen essen gehen – unabhängig vom Partner! Falls es doch zur Trennung kommt, gilt: Diskretion statt Schlammschlacht.

2. Er hat seinem Kollegen Ideen geklaut und dreist als eigene verkauft.

Hier stellt sich die Frage, ob so jemand noch ein Freund werden kann. Vielleicht liegt aber auch ein Missverständnis oder Übereifer vor. So oder so sollte sich der Ideendieb sofort entschuldigen und den Ausrutscher klarstellen, und zwar am besten öffentlich. Alles andere belastet das Arbeitsklima erheblich.

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3. Der Chef möchte mit dem befreundeten Kollegen über seine Ehekrise sprechen.

Psychologen sprechen in solchen Fällen von der "Überlastung einer Beziehung". Eheprobleme oder Dreieckskonstellationen, also Themen, die den Mitwisser später zu Täuschungen zwingen könnten, gehören nicht in den beruflichen Kontext. Einzig richtig: das Gespräch höflich, aber bestimmt ablehnen, wenn es zu persönlich wird. Der Chef wäre ohnehin besser beraten, sich in dem Fall einen professionellen Gesprächspartner zu suchen. Nicht nur aus Fairness dem Kollegen gegenüber – sondern vor allem im eigenen Interesse!

4. Er hat ihn angeschwärzt, um seine Aussicht auf Beförderung zu verbessern.

Ein solches Verhalten ist das genaue Gegenteil von Freundschaft. Der Angeschwärzte sollte auf jeden Fall klären, was genau über ihn erzählt wurde und was den Kollegen dazu bewogen hat. Vielleicht hat der sich mit seinen abfälligen Bemerkungen sogar selbst ins Karriere-Aus bugsiert. Ein ehrlicher Austausch über die eigenen Pläne und Bewerbungen wäre der bessere Weg gewesen. "Kollegen können ehrlich kooperieren, auch wenn sie im Wettbewerb miteinander stehen", betont Jörg Fengler, Psychologe und Experte für Kooperation und Konkurrenz in Beziehungen. Aber nur, indem sie auf das "Win-win-Prinzip" setzen, getreu dem Motto: Wer die Position Nummer eins bekommt, hat in der Regel bald auch einen Platz zwei zu vergeben.

Erschienen in der WirtschaftsWoche

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Leserkommentare
    • Nimzo
    • 08. November 2011 9:04 Uhr

    Die Artikelaussagen:

    1. Frisch Verliebte sollten sie sich nicht abkapseln. Bei einer Trennung eine Schlammschlacht vermeiden.
    2. Ein Ideendieb sollte sich öffentlich entschuldigen.
    3. Wenn der Chef von seinem Privatleben erzählen möchte: "das Gespräch höflich, aber bestimmt ablehnen, wenn es zu persönlich wird."
    4. Bei einem hinterhältigen Anschwärzen: "...sollte auf jeden Fall klären, was genau über ihn erzählt wurde und was den Kollegen dazu bewogen hat..."

    Zum Schluß des Artikels kommt kurz ein Psychologe zu Wort, der auf das Win-win-Prinzip hinweist.

    Meine Güte... Welchen Nutzen hat der Gehalt dieses Artikels? Wer soll davon profitieren? Die Aussagen lassen sich kaum von den Empfehlungen aus den Horoskopen unterscheiden.

    Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    11 Leserempfehlungen
    • TottiZ
    • 08. November 2011 9:15 Uhr
    2. Leute

    Entfernt. Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    • jon777
    • 08. November 2011 9:55 Uhr

    4)Unter anschwärzen versteht man jemanden verraten. Wenn man häufig zu spät kommt oder privat Telefoniert und wird deswegen beim Chef von
    seinem Konkurenten und ehemaligen Freund angeschwärzt, dann nützt eine Klärung wohl Nichts.

    1)Never fuck the company ist wohl umgangssprachlich der bessere Rat.
    Das Büro ist keine Kontaktbörse für Leute, die Karriere machen wollen.

    2)"So oder so sollte sich der Ideendieb sofort entschuldigen und den Ausrutscher klarstellen, und zwar am besten öffentlich. Alles andere belastet das Arbeitsklima erheblich."

    Haha, selbstanprangern ist eine nette Utopie.

    4) Na wenigstens ein brauchbarer Rat.

    • essilu
    • 08. November 2011 10:05 Uhr

    ...ist unberechenbar...

    Eine Leserempfehlung
  1. So gerne ich konstruktive Kritik äußern würde, so scheint es hier unmöglich. Phrasen, Wunschdenken und Verallgemeinerungen, die den hochkomplexen Situationen, die hier angedeutet werden, nicht mal im Ansatz gerecht werden.

    4 Leserempfehlungen
    • Varech
    • 08. November 2011 10:48 Uhr

    ... macht zudem auch noch, dass die Masse der anderen Menschen, die nicht in Büros arbeiten, anscheinend garkeine Psychologie haben; jedenfalls keine, die von Büromenschen wahrgenommen wird.

    Kurz: Den Artikel "konstruktiv" zu kritisieren ist schlicht unmöglich; der ist nur überflüssig.

    Eine Leserempfehlung
  2. Wenn A den B beim C anschwärzt, dann muss C zuhören, sonst nützt das ja nix.

    Mein Vater, der als Büroleiter arbeitete, hat mir mal erzählt, wie er mit Anschwärzungen umging: Wenn ein A kommt und über B herzieht, hat er kurz unterbrochen und ("Sie haben ja sicher nichts dagegen") B dazugerufen. In den meisten Fällen war's das dann.

    4 Leserempfehlungen
    • kinnas
    • 08. November 2011 11:07 Uhr

    Idealerweise putzt man die Küche 2 mal pro Woche, einmal am Mittwoch, ca 2 Stunden einplanen und einmal am Freitag - 3 Stunden einplanen.

    Ungefähr so sinnvoll sind die Hinweise des Artikels. Niemand wird ihre theoretische Richtigkeit in Frage stellen, aber jeder wird wohl aus dem Stehgreif an 1-100 Situationen errinnern, wo eben genau die obigen Richtlinien nicht angewendet wurden. Menschen sind eben keine Theorien.

    Konstruktive Kritik ist auch in sofern unmöglich, eben weil das Thema so komplex ist, daß man es nicht mit 4 plumpen Empfehlungen abhandeln kann.

    Also entweder solche Artikel lassen, oder sich mal darum kümmern, was praktisch durchführbar ist - und dann würde man zu dem Schluß kommen, daß das von Büro zu Büro unterschiedlich ist, weil es eben von den Individuen, die dort arbeiten abhängt.

    4 Leserempfehlungen

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  • Schlagworte Arbeitsklima | Bewerbung | Beziehung | Chef | Freundschaft | Gespräch
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