Erschöpfungsdepression: So können Arbeitgeber bei Burn-out helfen
Psychisch kranke Mitarbeiter fallen oft lange aus. Was Arbeitgeber tun können, um mit guten Arbeitsbedingungen psychischen Erkrankungen vorzubeugen, erklärt Sabine Hockling.
Ein Leben ohne Stress gibt es nicht. Stress am Arbeitsplatz ist erst dann ungesund, wenn der Gestresste keine Ventile mehr findet, den aufgestauten Druck abzubauen. Versuche, zusätzlich Kraft aufzubringen, um die Situation doch noch in den Griff zu bekommen, erzeugen nur zusätzlichen Druck. Isolation, Gleichgültigkeit, emotionale Erschöpfung sowie zunehmende körperliche und psychosomatische Beschwerden sind typische Begleiterscheinungen dieser Entwicklung.
- Burn-out
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Weltweit nimmt bei Erwerbstätigen die Zahl der seelischen Krankheiten zu. Das sogenannte Burn-out ist ein Zustand emotionaler Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit. Ausgebranntsein wird auch als Erschöpfungsdepression bezeichnet. Die Betroffenen sind desillusioniert, oft apathisch, depressiv oder aggressiv und haben eine erhöhte Suchtgefährdung. Burn-out wird meist durch Stress ausgelöst, der nicht mehr bewältigt werden kann.
So arbeitet in Deutschland jeder zehnte Vollzeitbeschäftigte mehr als 60 Stunden in der Woche; viele leiden zudem unter ihren Chefs, intriganten Kollegen oder dem eigenen Perfektionismus. Wer dann noch seine sozialen Bindungen verliert, etwa den Kontakt zu Freunden, ist hochgradig gefährdet, an einem Burn-out zu erkranken.
- Glossar
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Tinnitus
Rund drei Millionen Deutsche leiden unter dem chronischen Klingeln im Ohr. Tinnitus kann mit psychischen Begleiterscheinungen wie Schlafstörungen, Angstzuständen oder Depression einhergehen. Eine allgemein anerkannte Therapie gibt es nicht. In Versuchen an Ratten konnten Wissenschaftler der University of Texas die Tiere heilen, indem sie bestimmte Nerven des Gehirns per Elektrostimulation reizten.Phantomschmerz
Zwischen 50 und 80 Prozent der Patienten mit Amputationen haben diese Empfindungen: Ein fehlendes Körperteil fühlt sich so an, als sei es noch da. In zahlreichen Studien konnte nach dem Verlust eines Körperteils eine Veränderung von jenen Gehirnfunktionen festgestellt werden, die für die Verarbeitung von Schmerzempfindungen verantwortlich sind. Es existieren einige vielversprechende Therapieansätze, die die Gehirnfunktionen normalisieren sollen.Volkskrankheit
So werden nicht epidemische Krankheiten bezeichnet, die aufgrund ihrer Verbreitung und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen sozial ins Gewicht fallen. Dazu zählen heute etwa die Folgeerkrankungen von Bewegungsmangel und Überernährung. Der Begriff wurde erstmals 1832 von dem Medizinhistoriker Justus Hecker verwandt. Er bezeichnete damit die im Mittelalter grassierende Tanzwut.Protektoren
Das Wort stammt vom lateinischen »protector«, Angehöriger der Leibgarde. Bestimmte persönliche Umstände wie familiärer Rückhalt oder finanzielle Sicherheit können als Protektoren gegen psychische Erkrankungen wirken.
Die Zahl der Beschäftigten, die wegen eines Burn-out ausfallen, wächst. Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben von 1998 bis 2009 um 76 Prozent zugenommen.
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Zwar sollte jeder Einzelne etwas tun, um auch in stressigen Zeiten gesund zu bleiben. Dennoch sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Stressquellen am Arbeitsplatz zu vermeiden. Dabei hilft ihnen das Arbeitsschutzgesetz . Arbeitgeber müssen sich demnach nicht nur um das körperliche, sondern auch um das psychische Wohl ihrer Mitarbeiter kümmern.
- Eigenschaften "guter" Arbeitsplätze
- Kollegiale Atmosphäre
- Unterstützung und Förderung
- Mitarbeiter nehmen Einfluss auf ihre Arbeit, haben Entwicklungsmöglichkeiten und können ihre Fähigkeiten einbringen
- Arbeitnehmer erhalten eine angemessene Anerkennung für ihre Leistungen
- Kultur der Fehlertoleranz, die es ermöglicht, aus Fehlern zu lernen
- gerechte Bezahlung
- Merkmale "schlechter" Arbeitsplätze
- Kaum zwischenmenschlicher Rückhalt
- geringe Spielräume, wenig Selbstbestimmungsmöglichkeiten
- Mitarbeiter sind reine Befehlsempfänger, arbeiten unter Zeitdruck, haben keinen Überblick über die Gesamtzusammenhänge und sind nicht motiviert
- Mitarbeiter müssen permanent um ihren Arbeitsplatz fürchten
- Mitarbeiter sind gestresst von den emotionalen Anforderungen, die ihre Tätigkeit mit sich bringt
- Keinerlei individuelle Anerkennung
- Jeder Fehler wird geahndet und sanktioniert
- Ein unter dem Existenzminimum liegendes Einkommen
Mehrere Studien belegen, dass zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung ein direkter Zusammenhang besteht, der sich in Euro und Cent messen lässt. Negative Arbeitsbedingungen verhindern optimale Leistung – Unternehmen mit solchen Arbeitsbedingungen schaden sich letztlich selbst.
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Zur Verdeutlichung ein paar Zahlen: Eine psychische Erkrankung führt im Schnitt zu einem Monat Arbeitsausfall (30,4 Kalendertage). Das ist doppelt so lang wie der Durchschnitt. Nur eine Krebserkrankung führt zu noch längeren Fehlzeiten. Hinzu kommt, dass in der verdichteten Arbeitswelt Ausfälle heute schneller Folgen haben als früher: Der Einzelne ist schlechter ersetzbar, Puffer gibt es kaum noch in den Unternehmen.
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Außerdem leisten die betroffenen Arbeitnehmer schon lange vor dem Zusammenbruch bis zu 40 Prozent weniger als ihre gesunden Kollegen. Untersuchungen belegen: Ein Euro Investition in eine moderne betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich nach drei Jahren mit mindestens 1,80 Euro aus. Im Mittelstand rechnet sich der investierte Euro noch stärker, denn durch die verminderten Fehlzeiten und die höhere Produktivität werden daraus zehn eingesparte Euro.
Eine moderne betriebliche Gesundheitsförderung kann im Unternehmen die Fehlzeiten um über 30 Prozent senken. Trotzdem lässt in vielen Betrieben eine systematische Gesundheitsförderung zu wünschen übrig. Auch wissen viele Unternehmer und Führungskräfte zu wenig über präventive Möglichkeiten. Für die "Wartung der Maschinen" wenden Unternehmen meist mehr Zeit und Geld auf als für die "Wartung der Mitarbeiter". Zudem herrscht verbreitet die Auffassung, dass sich personal- und gesundheitspolitische Maßnahmen in kürzester Zeit rechnen sollen.





Für die "Wartung der Maschinen" wenden Unternehmen meist mehr Zeit und Geld auf als für die "Wartung der Mitarbeiter".
Ist vollkommen logisch. Der Austausch einer Maschine verursacht Kosten. Der Austausch eines Mitarbeiters ist wesentlich günstiger. Der neue Mitarbeiter ist jünger und billiger. Bestensfalls wird gar kein neuer Mitarbeiter eingestellt.
sie zeigen, dass der Zusammenhang mit Arbeitsbelastung und -situation in Bezug auf "Burnout" nicht geschaffen werden kann, denn wenn das der Fall wäre, hätten wir nicht eine so große Anzahl von Hausfrauen, Rentnern und ALGII-Empfängern, die in keiner solchen Situation sind, die man ändern könnte.
Ich bin froh, dass das auf den Tisch kommt und wir uns nicht ständig mit "alles wird schlimmer und grausamer" zureden lassen müssen.
oder in Kommunen, denen die finanzielle Luft ausgeht. Da wird nur noch an Personal gespart und nach billiger "outgesourced."
Wenn jemand davon betroffen ist, hat er nur noch die A-Karte. Da wird dann gelogen und ignoriert bis der Arbeitnehmer oder die A-nehmerin aufgibt oder total überfordert mit Arbeit für lange Zeit krank wird. Aber, dann zahlt ja nicht der jeweilige Titel im Budget, sondern die Allgemeinheit. So geht das Spiel.
Das kann ich nur bestätigen. Vor allem die im Text angeführten "hausinternen Beratungsstellen" sind im Öffentlichen Dienst reine Alibiveranstaltungen, die davon ausgehen, daß es genüge, mal ein lockeres Gespräch geführt zu haben. Obwohl ihnen in ihren Statuten die Instrumente an die Hand gegeben wären, bleiben sie untätig, weil sie sonst ggfs. mit den Interessen lokaler Leitungen, die sich aufführen wie kleine Feudalherren, in Konflikt treten müßten.
Das kann ich nur bestätigen. Vor allem die im Text angeführten "hausinternen Beratungsstellen" sind im Öffentlichen Dienst reine Alibiveranstaltungen, die davon ausgehen, daß es genüge, mal ein lockeres Gespräch geführt zu haben. Obwohl ihnen in ihren Statuten die Instrumente an die Hand gegeben wären, bleiben sie untätig, weil sie sonst ggfs. mit den Interessen lokaler Leitungen, die sich aufführen wie kleine Feudalherren, in Konflikt treten müßten.
Eine Verdichtung hat nicht nur bei der Aufgabenbelastung zugenommen, sondern auch bei qm-Zahl. Wie oft (und lange) war ich unter Zeitdruck unterwegs, um einen Besprechungsraum, eine -Ecke zu finden, um gerade auch mit externen Partnern ein paar ruhige Minuten für Absprachen zu finden. Im Büro dasselbe: Zweier-Büros wurden kurzerhand zu Dreier-Büros, aus Platzmangel dort Besprechungsecken eingerichtet. Wichtige Telefonate konnte ich fast nur noch auf dem Balkon führen und wichtige Dinge habe ich dann halt zu Hause oder am Wochenende erledigt.
Der Betriebsarzt hat dann sofort mneinen offentsichtlichen bourn-out erkannt und mich umgehend zur Kur geschickt. Ob das der Sinn der Sache ist ?
... oh, bitte um Verzeihung: meinte nachtürlich "Arbeitnehmerüberlassung"... wird nicht erwähnt. Dabei macht diese mit Sicherheit den größen Prozentsatz der Ausfälle in allen Bereichen aus. Werden aber nicht registriert, weil die Menschen in einem solchen Verhältnis nie lange an einem Arbeitsplatz sind. Daher ist das Problem meiner Meinung nach nicht so einfach aus der Welt zu schaffen, so lange es das Phänomen der "Arbeitnehmerüberlassung" gibt. Niemand, der unter einem solchen "Arbeitsverhältnis" ohne Zukunft und ohne leistungsgerechte Bezahlung noch nicht arbeitete, kann einen solchen Artikel wie den obigen mit der Eigenschaft "objektiv realitätsnah" verfassen und veröffentlichen.
Der Stressforscher Prof. Selye hat zwischen a) Eu- und b) Dis- stress unterschieden.
a) Jede Komponente des menschlichen Geist-Körpersystems muss benutzt werden, um erhalten werden zu können. Werden Muskeln oder mentale Fakultäten zu wenig benutzt, verkümmern sie im Laufe der Zeit:
die Vernetzung der Neuronen des Gehirns ändert sich, abhängig von den auf das Gehirn einwirkenden Faktoren, auch beim Erwachsenen innerhalb von Tagen.
Die Ausrichtung der Knochenbälkchen passt sich ebenfalls schnell einer Änderung der Belastungsverhältnisse an, z.B. wenn wir neue Schuhe tragen.
Astronauten können im Zustand der Schwerelosigkeit nur eine beschränkte Zeit verbringen, bevor die Knochen zu stark atrophieren... .
b) Das Leben wird in Zyklen von Ruhe und Aktivität gelebt. Die Ruhephase des Schlafes dient der Regeneration des Geist-Körpersystems. Wenn die Ruhe jedoch nicht ausreicht, um alle Verschleisserscheinungen der Aktivitätsphase zu regenerieren, dann kommt es zu Disstress-Symptomen. Das Herzkreislaufsystem ist hier, gekoppelt mit allerlei psycho-emotionellen Komponenten, besonders anfällig.
Der Ausweg aus dem Disstress ist TIEFE RUHE. Während der Transzendentalen Meditation wird ein Grad an Ruhe erreicht, der doppelt so tief wie der Tiefschlaf ist ( gemessen an O2-Verbrauch, Herzminutenvolumen, Hautwiderstand, Ausschüttung bestimmter Hormone & Neurotransmitter).
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Werbung. Danke, die Redaktion/lv
...dass im Zusammenhang mit Burn-Out bzw. Erschöpfungsdepression etc. immer noch die mehr oder weniger offen gezeigte Meinung vorherrscht, der "Kranke" sei an seinem Leiden selbst schuld. Er leide an eigenem Perfektionismus, er sei "idealistisch", oder - in gewissen Zusammenhängen - er sei "zu" sozial...
Ist es nicht ein Teufelskreis? Leben wir nicht in einer Gesellschaft, die genau eben jene Perfektion verlangt?! Jene maximalen Leistungen, jenes verantwortungsvolle Arbeiten? Und andererseits wird immer mehr "wirtschaftlich" gedacht. Es wird eingespart bei Ausbildung, bei Personal, bei Mitarbeitern...die Wenigen, die dableiben, sollen doppelte und dreifache Leistung erbringen und dies vorallendingen gewinnmaximierend bzw. kostensparend!
Ich empfinde das ganze Gerede um Burn-Out, um Depression etc. mittlerweile nicht nur einseitig - meist zum Nachteil für die Erkrankten - sondern auch unaufrichtig. Ich bin der Meinung, wir leben in einer kranken Gesellschaft, die sich zunehmend selbstentfremdet und dies als "Normalität" erachtet. Ich bin der Meinung - auch aus eigener Erfahrung - dass die meisten Menschen vorallendingen "funktionieren" sollen. Dies ist so erwünscht, ja sogar gefordert. Um es zu erreichen, wird gern mit Ängsten der Menschen manipuliert... Dass sich aber eben andererseits das daraus ergibt, was man getrost als "Pathologie der Normalität" bezeichnen kann, wie dies vor Jahren schon der besorgte Erich Fromm geäußert hat, das will niemand ehrlich wahrhaben!
In der Überschrift steht:
"Arbeitgeber bei Burn-out helfen"
Und dann wird klar, daß sie NICHT bei Burn-out helfen könnnen, bzw. es geht nur noch darum, wie man ggf. Burn-out verhindern kann.
"...Arbeitsbedingungen psychischen Erkrankungen vorzubeugen"
...
Das ist schon richtig, zumindest im öffentlichen Dienst hilft der Arbeitgeber sehr beim Entwickeln des Burn-out.
Aber dies ist mir in Zeiten der Aufgabeverdichtung und Schnittstellenanalysen in der Zwischenzeit völlig egal
#Sarkasmus aus
Das ist schon richtig, zumindest im öffentlichen Dienst hilft der Arbeitgeber sehr beim Entwickeln des Burn-out.
Aber dies ist mir in Zeiten der Aufgabeverdichtung und Schnittstellenanalysen in der Zwischenzeit völlig egal
#Sarkasmus aus
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