Wer sich selbstständig machen will, muss künftig schneller mit seiner Geschäftsidee Geld verdienen. Denn ab 2012 bekommen Unternehmensgründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, deutlich weniger finanzielle Förderung. Am Dienstag wurde das Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und das sieht Einschnitte beim Existenzgründungszuschuss vor. Bereits ab Mittwoch sind die Änderungen beim Gründungszuschuss gültig.

Die Förderung erhält künftig nur noch, wer mindestens noch 150 Tage statt 90 Tage Rechtsanspruch auf das Arbeitslosengeld I hatte. Für viele Existenzgründer dürfte diese Regelung die Gründungsphase erschweren. Die Meisten planen die Selbstständigkeit langfristig und nutzen das Jahr mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I, um die Unternehmensgründung vorzubereiten. Jetzt gilt: Schon nach wenigen Wochen in der Arbeitslosigkeit muss die Unternehmensidee stehen und die Förderung mit Einreichung eines Businessplans beantragt werden. Die Arbeitsagenturen müssen künftig auch strenger auf die Tragfähigkeit der Geschäftsidee achten. Wie bisher muss das Konzept von einer fachkundigen Stelle – beispielsweise einer Industrie- und Handelskammer – bestätigt werden. Die Agentur für Arbeit kann zusätzlich eine Eignung zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit verlangen und sogar ein Attest von einem psychologischen Dienst einfordern.

Gründer sollen schneller erfolgreich sein

Überdies wird die Förderdauer künftig gekürzt. Bislang bekamen angehende Unternehmer neun Monate lang ihr Arbeitslosengeld plus 300 Euro monatlich. Die Gründer konnten also darauf vertrauen, dass sie im ersten Dreivierteljahr ihrer Selbständigkeit abgesichert waren. Künftig bekommen sie diese volle Absicherung nur noch sechs Monate. 

Wer in dieser Zeit nachweislich Geld mit seinem Unternehmen verdient, kann die Förderung jedoch verlängern. Das war auch bislang so: Nach neun Monaten voller Förderung konnten Gründer eine weitere Unterstützung von 300 Euro im Monat für ein weiteres halbes Jahr beantragen. Künftig gilt: Wer im ersten halben Jahr der Selbständigkeit erfolgreich ist, kann noch einmal neun Monate lang 300 Euro Zuschuss erhalten. Die Leistung ist jedoch freiwillig, der Arbeitsvermittler entscheidet über die Gewährung des Antrags.

Die Änderungen beim Gründungszuschuss zielen darauf ab, dass nur Gründer mit tragfähigen Geschäftsideen gefördert werden. Zahlreiche Studien hatten insbesondere in den Krisenjahren belegt, dass viele den Schritt in die Selbständigkeit als Alternative zur Arbeitslosigkeit wagen, aber ein hoher Teil der Gründungen scheiterte.