BestechungSchenkst Du noch oder bestichst Du schon?

In China gehören Geschenke zum Geschäft, in Großbritannien und den USA sind sie Korruption. Geschäftsreisende sollten wachsam sein.

China: Kleine Geschenken gehören zum Geschäft

Bei Siemens in China hat man offenbar gelernt: Vor fast fünf Jahren zwang ein massiver Korruptionsskandal den Konzern fast in die Knie. Jetzt hat das Unternehmen auch für China ein ausgefeiltes Punktesystem entwickelt. Das legt fest, ab wann eine Einladung zum Essen kritisch ist. Wer ist der Eingeladene? Welchen Wert hat die Einladung? Sind auch Verwandte des Eingeladenen dabei?

Solche Fragen muss der einladende Siemens-Manager beantworten. Wer mehr als 16 Punkte auf der Karte angehäuft hat, muss einen Compliance-Fachmann zu Rate ziehen.

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Programme wie diese sind nötig, um Korruption und Vetternwirtschaft vorzubeugen. Zwar sei Korruption kein fester Bestandteil der chinesischen Kultur, sagt Stephan Rothlin, Generalsekretär des Center for International Business Ethics (CIBE) in Peking. Gleichwohl spielen im chinesischen Geschäftsalltag traditionell informelle, persönliche Beziehungen eine wichtigere Rolle als die Einhaltung von Regeln und Gesetzen. Beziehungen, die mit Geschenken und üppigen Einladungen gepflegt werden: In Straßen mit Regierungs- und Behördengebäuden etwa gibt es auffällig viele Geschäfte, die edle Schnäpse und Zigaretten verkaufen. Der Grund: Wer etwa als Unternehmer bei Chinas Parteivertretern mit einem Anliegen durchdringen will, muss meist mit teurem Likör und Luxuszigaretten nachhelfen. Bei Pressekonferenzen liegt den Pressemappen für Journalisten gern mal ein Umschlag mit umgerechnet 35 Euro bei. Als Fahrgeld bezeichnen chinesische Journalisten solche Zuwendungen – die es auch von deutschen Unternehmen gibt.

Auch kleinere Hersteller medizinischer Geräte aus Deutschland beschenken chinesische Klinikchefs offenbar mit teuren Reisen in die USA oder nach Europa, damit sie ihre Produkte in China verkaufen können. "Es ist in China zwar nicht unmöglich, ohne Bestechung Geschäfte zu machen", sagt Rothlin. "Aber sehr, sehr schwierig."

Leserkommentare
  1. Im geschäftlichen Verkehr mit einigen afrikanischen Ländern, werden die "kleinen" Geldgeschenke später auch als "Beschleunigungsgelder" gebucht.
    Für kriminell halte ich die Geschäftsgebaren der Pharmaindustrie durch ihr Heer von Pharmareferenten.

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  2. 2. Ach so

    ich dacht es wär von Deutschland die Rede

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    soooo falsch ist es wohl nicht! Sind wir doch die Chinesen der EU!

    soooo falsch ist es wohl nicht! Sind wir doch die Chinesen der EU!

  3. wird es wohl keine Bestechung sein, weil ich mit einem freundlichem Dank zufrieden bin ! Gebe ich jemandem was zum persöhnlichen Vorteil, ist das bestechung! Ist das nicht einfach?

  4. soooo falsch ist es wohl nicht! Sind wir doch die Chinesen der EU!

    Antwort auf "Ach so"
  5. ...ist die Grenze zwischen Bestechung und freundschaftliche Zuwendungen so wenig vorhanden (siehe auch Guanxi-System http://www.doppelpod.com/...), dass in den Mikroblogs gerade heiss darueber diskutiert wird, warum die Deutschen dem ehrwuerdigen Praesidenten denn seinen popeligen Kredit so uebel nehmen. Das nimmt in China keiner so genau. Wer oben ist, bedient sich halt. Das ist m.E. auch der Grund, warum derzeit in der V.R. China freie Wahlen nicht viel aendern wuerden.

    2 Leserempfehlungen
    • bkkopp
    • 03.01.2012 um 19:59 Uhr

    Es helfen nur radikale Offenlegungspflichten. Offenlegung von Geschenken über € 20.-, Verbot aller Vorteilsgewährungenund Vorteilsnahmen.

    Wenn Korruption als 'Machtmissbrauch zum persönlichen oder jedenfalls illegitimen Vorteil' definiert wird, dann muss durch radikale Transparenzerfordernisse der mögliche Machtmissbrauch erschwehrt oder verhindert werden. Das bedeutet Einschränkung von unkontrollierter Macht durch klare Regeln und Offenlegungspflichten.

    Korruptionsbekämpfung ist Machtmissbrauchsbekämpfung, d.h. Bekämpfung der Mächtigen Gutsherren in allen Lebenslagen.

    • Riktam
    • 03.01.2012 um 20:26 Uhr

    … asiatischen Ländern müssen Unternehmen erstmal zahlen um überhaupt ein Angebot abgeben zu dürfen. Take it or leave it.

    3 Leserempfehlungen
  6. gleich eingangs der Eindruck erweckt, als wäre es in dem "massiven Korruptionsskandal" um Gelder gegangen, die nach China geflossen seien. Zudem wird auf einen Artikel verlinkt, in dem Siemens-Chef Löscher interviewt wird. Von nach China geflossenen Geldern ist in dem Artikel, und war auch sonst in dem Korruptionsskandal, keine Rede (was nicht ausschließen soll, daß da Gelder geflossen sind). Es klingt halt gut, in diesem Zusammenhang die Reizvokabeln China und Korruption zusammenzubringen. Und dann solch ein Satz: "Zwar sei Korruption kein fester Bestandteil der chinesischen Kultur, sagt Stephan Rothlin, Generalsekretär des Center for International Business Ethics (CIBE) in Peking", das Aber kann ich mir da grad ersparen.
    Es wird überspielt, daß z.B. Indien knapp hinter China im Korruptionsindex von TI (Transparency International) liegt, beide sich jedoch noch im Mittelfeld der weltweiten Skala bewegen. Wie ist das also mit Siemens in Indien? Ist es in Japan so viel besser? Und was ist mit den Ländern, die auf den hintersten Rängen, die Rangliste von TI geht bis 178, China steht auf Rang 78, stehen! Hat man schon mal einen eigenen Artikel zur Korruption in Somalia gelesen? Wem dient solche Art von pseudoobjektiver Information? Den Siemens-Managern, den Deutschen, den Chinesen, dem Rest der Welt? Kann ich nicht sehen - insofern ein weiterer Artikel unter der Rubrik China-Bashing.

    3 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc

    Indien knapp hinter China ? Wie das !?
    Wenn ich sehe, was die Chinesen aus ihren Staedten gemacht haben und die Inder sich ueber mangelnden Fortschritt bei der Infrastruktur beklagen, weil viel Geld in andere Kanaele fliesst.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc

    Indien knapp hinter China ? Wie das !?
    Wenn ich sehe, was die Chinesen aus ihren Staedten gemacht haben und die Inder sich ueber mangelnden Fortschritt bei der Infrastruktur beklagen, weil viel Geld in andere Kanaele fliesst.

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