Blackberry-MailVolkswagen verringert Handy-Stress

VW-Mitarbeiter mit Blackberry sollen nach Arbeitsende künftig weniger Stress haben. Konzern und Betriebsrat einigten sich auf eine Regelung, die Erholung leichter macht. von dpa und AFP

Europas größter Autohersteller Volkswagen schottet seine Beschäftigten nach Feierabend von betrieblicher Mail-Kommunikation ab. Ab sofort schalten sich eine halbe Stunde nach Arbeitsende die Weiterleitungen vom Mailserver auf die Blackberry-Smartphones der Beschäftigten ab. Telefonieren ist aber weiter möglich.

Eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn am nächsten Tag leiten die Server Mails wieder weiter. Diese Regelung hat der Betriebsrat durchgesetzt, die entsprechende Betriebsvereinbarung ist einem Unternehmenssprecher zufolge bereits in Kraft. "Die Kollegen sollen nach getaner Arbeit auch ihre Ruhezeit als solche nutzen können", teilte der Betriebsrat mit.

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Die Regelung gilt den Angaben zufolge für etwa 1.100 Mitarbeiter mit Tarifvertrag – nicht aber für Manager. "Wir sind natürlich ein technikgetriebenes Unternehmen und brauchen diese Kommunikationsmittel und nutzen sie auch", sagte der Sprecher. Der E-Mail-Stopp nach Feierabend solle "einen fairen Ausgleich darstellen zwischen den Arbeitnehmerinteressen und denen des Unternehmens".

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Leserkommentare
  1. Die Kultur der ständigen Erreichbarkeit und die Erwartung, dass e-mails in der nächsten halben Stunde beantwortet werden müssen, ist ein echtes Problem.

    Ob VWs bürokratische one-size-fits-all Lösung nun diesem Problem gerecht wird, steht auf einem anderen Blatt.

    Falls VW sich noch eine internationale, in allen Zeitzonen agierende Firma versteht, wird der e-mail Verkehr rund um die Uhr weitergehen. Nur die e-mails der Deutschen Blackberry-Benutzer bleiben im Server zwischengelagert und sehen dann am nächsten Morgen sehr komisch aus, wenn die Antwort auf das vor-vor-vor-vorletzte Mail plötzlich aus dem Server befreit wird.

    Tote Zeit (z.B.) in öffentlichen Verkehrsmittelen kann man nicht mehr dazu verwenden, den e-Fluss abzuarbeiten und wenn etwas wirklich dringend ist, wird man halt angerufen, was im Zweifel mehr stört, als ein Mail.

    Wie funktioniert das ganze eigentlich auf Dienstreise (da, wo ein Blackberry wirklich nützlich ist)? Hört die e-mail Verbindung in den USA dann plötzlich in der Mitte des Tages auf? Wird es unmöglich per mail nachzufragen, wenn man den Weg zum Geschäftsessen nicht findet?

    Wir müssen aller vernünftiger im Umgang mit Medien werden – aber ob diese Sorte Gängelung der richtige Weg ist, bezweifele ich.

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    Die Mitarbeiter, die arbeiten, sind von der E-Mail Flut nach der Arbeit befreit. Diejenigen, die nur managen, dürfen weiter im Flieger, auf Konferenzen, in Überseemeetings und an allen anderen möglichen und unmöglichen Orten ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen. Welcher normale Mitarbeiter wird denn bitte zu Geschäftsessen eingeladen?

  2. Die Mitarbeiter, die arbeiten, sind von der E-Mail Flut nach der Arbeit befreit. Diejenigen, die nur managen, dürfen weiter im Flieger, auf Konferenzen, in Überseemeetings und an allen anderen möglichen und unmöglichen Orten ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen. Welcher normale Mitarbeiter wird denn bitte zu Geschäftsessen eingeladen?

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    Sorry, ich kenne VW nicht gut genug. In meiner Firma ist es auch für arbeitende nicht-Manager normal, auf Dienstreisen zu gehen und Kunden (oder Kollegen von einem anderen Standort) beim Geschäftsessen zu treffen.

    Ansonsten stimme ich Infamia zu: Der Blackberry hat viele tolle features und eine der wichtigsten ist der AUS-Knopf. Nur meine ich, dass dieser vom denkenden Mitarbeiter und nicht vom Big Brother in der Zentrale bedient werden sollte.

    • Infamia
    • 23. Dezember 2011 19:44 Uhr

    Gut, man muss manche Menschen vor sich selber schützen, insofern ist die Regelung bei VW durchaus zu begrüßen. Aber ich habe einen Aus-Knopf und von dem mache ich nach Feierabend und an Wochenende Gebrauch. Und wenn ich mal tagsüber nicht gestört werden möchte, auch dann. Man kann sich sein Umfeld durchaus erziehen.

  3. 4. Sorry

    Sorry, ich kenne VW nicht gut genug. In meiner Firma ist es auch für arbeitende nicht-Manager normal, auf Dienstreisen zu gehen und Kunden (oder Kollegen von einem anderen Standort) beim Geschäftsessen zu treffen.

    Ansonsten stimme ich Infamia zu: Der Blackberry hat viele tolle features und eine der wichtigsten ist der AUS-Knopf. Nur meine ich, dass dieser vom denkenden Mitarbeiter und nicht vom Big Brother in der Zentrale bedient werden sollte.

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  4. Es geht um tarifliche Mitarbeiter. Diese werden bezahlt während sie eingestempelt sind. Wieso dann a) einen BB überhaupt nach Feierabend mitnehmen, und b) gar noch benutzen?

    Leistung muß sich wieder lohnen. Keine Lohn = keine Leistung.

  5. Der BR hatte wohl Langeweile oder er mußte seine Quote erfüllen, dass man auf so eine dümmliche Idee kommt. Wo ist der der Unterschied zwischen einem Anruf und einer Email? Zu fragen ist auch warum über 1000 MA ein BB brauchen? Wahrscheinlich eher zum spielen. Wette alle BR Mitglieder haben auch so ein Spielzeug. Ist ja auch verständlich, da sie ja nicht mehr die besonderen Harzdienste in Anspruch nehmen dürfen.

    • Zack34
    • 25. Dezember 2011 15:31 Uhr
    • Zack34
    • 25. Dezember 2011 15:36 Uhr
    Antwort auf "Sorry"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Volkswagen | Arbeit | Autohersteller | Betriebsrat | Tarifvertrag | Unternehmen
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