Entlassung : Wie formuliere ich ein Kündigungsschreiben?

Der Arbeitgeber muss einen Mitarbeiter entlassen. Wie formuliert er das Kündigungsschreiben? Was zu beachten ist, erklärt Ulf Weigelt in der Arbeitsrechtskolumne.

Ich möchte einem Mitarbeiter kündigen. Was muss im Kündigungsschreiben stehen und was sollte ich tunlichst vermeiden?, fragt Walter Voss.

Sehr geehrter Herr Voss,

möchten Sie Ihrem Mitarbeiter kündigen, müssen Sie das schriftlich tun (laut § 623 BGB ), damit Ihr Mitarbeiter seine Kündigung auf Papier und mit Ihrer Unterschrift erhält. Daher sind Faxe, E-Mails, SMS-Nachrichten oder auch die mündliche Kündigung nicht rechtswirksam.

Das betrifft allerdings auch die Mitarbeiter selbst. Wollen sie kündigen, müssen sie dies ebenfalls auf Papier und mit Ihrer Unterschrift tun. Kündigungsberechtigt sind nur die Parteien des Arbeitsvertrages.

Auf die Kündigungsgründe können Sie verzichten. Es sei denn, Sie kündigen einem Auszubildenden (nach seiner Probezeit) oder einer schwangeren Mitarbeiterin oder einer Arbeitnehmerin bis vier Monate nach ihrer Entbindung. Sie stehen unter besonderem Kündigungsschutz und ihre Kündigung muss deshalb begründet werden.

Ulf Weigelt

Ulf Weigelt ist Anwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Auf ZEIT ONLINE beantwortet er jeden Mittwoch in der Serie "Da staunt der Chef" Leserfragen zum Arbeitsrecht. Die Serie ist auch als E-Book erschienen. Weigelt hat mit Sabine Hockling auch den Ratgeber Arbeitsrecht geschrieben.

Daher reicht es meist aus, wenn Sie schreiben: "Hiermit kündigen wir Ihr Arbeitsverhältnis zum ... ."

Wichtig ist jedoch, dass Sie in dem Kündigungsschreiben angeben, zu wann das Arbeitsverhältnis enden soll. Dabei müssen Sie allerdings nicht ein konkretes Datum nennen. Schreiben Sie "fristgemäß", "fristlos", "fristlos, hilfsweise fristgemäß" oder zum "nächstmöglichen Termin", reicht das völlig aus. Die Kündigungserklärung muss eindeutig sein.

Zum Inhalt gehört auch, welche Art der Kündigung ausgesprochen wird – also eine außerordentliche oder ordentliche Kündigung, eine Beendigungskündigung oder eine Änderungskündigung.

Beachten Sie bitte auch, dass Sie als Arbeitgeber im Streitfall beweisen müssen, ob bzw. wann Ihrem Mitarbeiter das Kündigungsschreiben zugegangen ist . Sinnvoll ist daher, Kündigungen persönlich zu übergeben und sich den Erhalt quittieren zu lassen.

Ihr Ulf Weigelt

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Kommentare

5 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Mögen oder müssen

Interessant ist, daß der Briefschreiber und Herr Weigelt das Wort "mögen" verwenden, die Überschrift aber "müssen".

Einmal verspürt der Arbeitgeber den Wunsch zu kündigen ("er möchte"), einmal wird er gezwungen ("er muß").

Ich erkenne darin ideologische Verdruckstheit.
Die Botschaft der Redaktion ist: Der Kapitalist ist ehrlich und käme nie auf die Idee, einem "Mitarbeiter" zu schaden, wenn er es nicht unbedingt muß.

Allgemeiner Kündigungsschutz

"Der allgemeine Kündigungsschutz besteht darin, dass der Gesetzgeber zunächst nur bestimmte Kündigungsgründe als zulässig normiert hat. Aus § 1 Abs. 2 S. 2 KSchG ergibt sich, dass nur personenbedingte, verhaltensbedingte oder betriebsbedingte Gründe eine Kündigung rechtfertigen können. Jeder andere Kündigungsgrund führt - im Geltungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes - zur Unwirksamkeit der Kündigung..."

http://de.wikipedia.org/w...

Schmutzarbeiten für die Chefs

Es gibt mittlerweile etliche Arbeitgeber, die gerade für die "schmutzige" Arbeit sich Vorgesetze halten, die unter ihnen arbeiten und für sie die Geschäfte erledige, die sie nicht mögen und die ihnen peinlich sind. Weil: viele Kündigungen sind eigentlich illegal, unmoralisch ja sogar unmmenschlich. Meist Untergebene, die selbst gefeuert sind und sich für derartige skrupellose Schmutzarbeiten nicht zu schade sind, ja sogar eine sadistische Freude daran haben. Oftmals sind es Frauen, die ihrem Arbeitgeber in fast hündischer Ergebenheit Dienste leisten, die ihnen auf diese Art und Weise Kapital und Arbeitsplatz sichern. Sie sind nicht die hellsten, die faulsten, lieben Intrigen und sich nicht zu schade, bei allen und jedem eine glitsche Schleimspur zu hinterlassen, wenn es ihnen nur nützt. Und sie scheuen sich nicht, illegale Methoden anzuwenden und zwar so scheinheilig, dass keiner glauben möchte, was ihm da passiert.
Der Oberboss kann sich seines Stuhls sicher sein, verweist bei unliebsamen Klagen auf seinen Schmutzfänger - tja und beide gehen zufrieden nach Hause. Es ist kaum zu glauben, gerade die sichersten Arbeitgeber der Welt sitzen auf derartigen Stühlen - bei der Kirche, Verbände, in den Chefetagen der großen Konzerne und Industrien und Banken.