Ich möchte einem Mitarbeiter kündigen. Was muss im Kündigungsschreiben stehen und was sollte ich tunlichst vermeiden?, fragt Walter Voss.

Sehr geehrter Herr Voss,

möchten Sie Ihrem Mitarbeiter kündigen, müssen Sie das schriftlich tun (laut § 623 BGB ), damit Ihr Mitarbeiter seine Kündigung auf Papier und mit Ihrer Unterschrift erhält. Daher sind Faxe, E-Mails, SMS-Nachrichten oder auch die mündliche Kündigung nicht rechtswirksam.

Das betrifft allerdings auch die Mitarbeiter selbst. Wollen sie kündigen, müssen sie dies ebenfalls auf Papier und mit Ihrer Unterschrift tun. Kündigungsberechtigt sind nur die Parteien des Arbeitsvertrages.

Auf die Kündigungsgründe können Sie verzichten. Es sei denn, Sie kündigen einem Auszubildenden (nach seiner Probezeit) oder einer schwangeren Mitarbeiterin oder einer Arbeitnehmerin bis vier Monate nach ihrer Entbindung. Sie stehen unter besonderem Kündigungsschutz und ihre Kündigung muss deshalb begründet werden.

Daher reicht es meist aus, wenn Sie schreiben: "Hiermit kündigen wir Ihr Arbeitsverhältnis zum ... ."

Wichtig ist jedoch, dass Sie in dem Kündigungsschreiben angeben, zu wann das Arbeitsverhältnis enden soll. Dabei müssen Sie allerdings nicht ein konkretes Datum nennen. Schreiben Sie "fristgemäß", "fristlos", "fristlos, hilfsweise fristgemäß" oder zum "nächstmöglichen Termin", reicht das völlig aus. Die Kündigungserklärung muss eindeutig sein.

Zum Inhalt gehört auch, welche Art der Kündigung ausgesprochen wird – also eine außerordentliche oder ordentliche Kündigung, eine Beendigungskündigung oder eine Änderungskündigung.

Beachten Sie bitte auch, dass Sie als Arbeitgeber im Streitfall beweisen müssen, ob bzw. wann Ihrem Mitarbeiter das Kündigungsschreiben zugegangen ist . Sinnvoll ist daher, Kündigungen persönlich zu übergeben und sich den Erhalt quittieren zu lassen.

Ihr Ulf Weigelt