Vermessungsingenieur: Die Welt-Vermesser
Vor jedem Bauvorhaben vermessen Geodäten die Landschaft und klären die Besitzverhältnisse. Vermessungsingenieure werden dringend gesucht, zeigt der Beruf der Woche.
Manchmal sieht man sie draußen. Sie stecken rot-weiße Stangen in den Boden – sogenannte Fluchtstangen. Mithilfe dieser Stangen vermessen Geodäten die Landschaft. Geodäten sind Vermessungsingenieure und ihr Job ist es, Gelände und Grundstücke zu vermessen, zu beurteilen und die baurechtliche Lage zu beurteilen. Das Wort Geodät stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt soviel wie "der die Erde vermisst und einteilt". Kein langweiliger Job, wie Andreas Bandow sagt. Er ist selbst Vermessungsingenieur und Präsidiumsmitglied des Bund der öffentlich bestellten Vermessungsingenieure BDVI. Öffentlich bestellt bedeutet in seinem Fall, dass er vom Bundesland mit der Befugnis beliehen ist, "hoheitliche Vermessungen durchzuführen und zu siegeln".
Klingt wichtig – ist es auch. Vor Baubeginn wird er mit der Vermessung eines Landschaftsteils oder Grundstücks betraut. Er begleitet das Bauvorhaben auch während der Bauphase. Schließlich kann nicht einfach so eine Straße gebaut werden. Die Breite und ihr Verlauf hängen von der Beschaffenheit des Geländes ab und von den Besitzverhältnissen. Auch die klärt der Vermessungsingenieur. Zur Arbeit von Geodäten gehört auch die Beurteilung von Grundstücken.
Die Landvermessung erfolgt traditionell mit einem Theodolit, dem typischen Winkelmessinstrument auf einem Stativ. Doch auch andere Messinstrumente und -methoden, wie das Tachymeter, die Photogrammetrie oder die Landvermessung per Laserscanner kommen zum Einsatz. "Vermessungsingenieure werden mehr und mehr zu Geodatenmanagern, die per GPS und anderen Satelliten- und computergestützten Systemen zu den gewünschten Ergebnissen kommen. Wir können dann vorab auf dem Millimeter genau zeigen, wo die Straße zukünftig verlaufen wird", sagt Bandow.
Vermessungsingenieure benötigen umfangreiche mathematische und physikalische Kenntnisse, sollten technikbegeistert und wetterfest sein. Voraussetzung ist ein Studium, bei dem die künftigen Geodäten die Grundlagen der Physik und Mathematik und der Vermessungskunde lernen. Wie funktioniert GPS? Wie arbeiten die verschiedenen Datensysteme? Wie funktionieren photogrammetrische Auswertungen – also die Auswertung von Messdaten anhand von Fotos?
Auch in Eigentumsrecht, Verwaltungsrecht, öffentlichem Recht und Privatrecht müssen sich angehende Vermessungsingenieure auskennen. "Nicht selten geht es in der Praxis auch um rechtliche Fragen. Alles in allem ist das Studium anspruchsvoll und die Abbrecherquote hoch", sagt Bandow. Als Alternative zum Vermessungsingenieur gibt es den Beruf des Vermessungstechnikers. Der duale Lehrberuf dauert drei Jahre und ist ebenso wie der Beruf des Vermessungsingenieurs nichts für Zahlenmuffel. In der Regel leiten die Ingenieure die Techniker an.
Jobs finden Techniker und Ingenieure in auf die Vermessung spezialisierten Ingenieursbüros, Auftraggeber sind sowohl Bund, Länder und Gemeinden, aber auch Privatpersonen. "Auch der normale Häuslebauer gehört dazu", sagt Bandow. Stellen gibt es auch bei Stadt- und Kommunalverwaltungen, Katasterämtern, Landesvermessungsbehörden, Hochschulen und Universitäten. Zudem besteht auch die Möglichkeit, mit entsprechender Zusatzqualifikation als öffentlich bestellter Vermessungsingenieur tätig zu sein. Bei entsprechender Spezialisierung kommen Vermessungsingenieure sogar auf Forschungsschiffen, etwa bei der Vermessung des Meeresbodens oder der Erdplatten zum Einsatz. "Die Einsatzgebiete für sind extrem vielfältig", sagt Bandow.
Die Jobchancen sind glänzend, denn die Branche hat mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Zu wenig junge Leute drängen in den Beruf, weil er zu unbekannt ist. Den positiven Berufsaussichten stehen jedoch auch einige negative Aspekte gegenüber. Ein Vermessungsingenieur trägt eine hohe Verantwortung, er muss genau arbeiten und exakte Berechnung anstellen. "Die Fehlertoleranz ist nahe null", sagt Bandow. Heißt im Klartext: Wer einen Rechenfehler macht, muss im Zweifelsfall dafür haften. Und dann sind da noch die Arbeiten im Freien – bei Wind und Wetter. Das muss man mögen.
- Gehalt: zwischen 2.500 und 5.000 Euro/brutto, abhängig von Arbeitgeber, Region und Aufgabengebiet;
- Arbeitszeit: ca. 40 Stunden/Woche;
- Ausbildung: Studium an einer Fachhochschule oder Universität.








Ansich lese ich diese Kolumne immer gerne, weil sie interessante Berufe vorstellt. Doch leider muss ich jetzt feststellen, dass ZO wohl gerne die Berufe vereinfacht darstellt. Bitte reduziert uns Geodäten nicht nur auf die Landes und Katastervermessung! Das Studium und der Beruf ist so viel mehr vielseitiger! Ein paar Beispiele: Vermessung des Erdschwerefelds und des Meeresspiegels mit Hilfe von Satelliten, Automatische Mustererkennung in Bildern, zB um Pflanzen zu kategorisieren, digitale Stadtmodelle, Präzisionsvermessung im Anlagenbau, zB für Airbus, automatische Steuerung von Landmaschinen in der Landwirtschaft mit GPS und Erkennung wo wieviel von welchem Dünger hin muss, Gebäudeueberwachung wie Staumauern oder Hochhäuser und und und.
Ich persönlich kann mir kaum ein interessanteres Fach vorstellen, dass vor allem so vielseitig ist. Da ist für jeden was dabei :)
Sehr gute weiterführende Informationen: http://www.arbeitsplatz-e...
Einer der typischen Berufe, in denen es angeblich an Fachkräften mangelt. Mag in ein paar Jahrzehnten wieder so sein. Heute nicht. Seit Jahren ist der klassische Vermessungsberuf tot!
Dumping-Wettbewerb und Billig-Konkurrenz zwingen Vermessungsingenieure und Techniker privatwirtschaftlich zu geradezu lächerlichen Preisen zu arbeiten. Gehaltssteigerungen sind gar nicht drin, vielmehr konstant sinkende Löhne.
Nischen mag es geben: die öffentlich bestellten Vermesser; Spezial-Ingenieure für bspw. Tunnel-Bohrungen (ein paar), spezielle Softwareentwicklungen (Agrarsteuerung) oder für den gelegentlichen Hausbau; Vermesser im Wissenschaftsbetrieb oder die Angestellten im öffentlichen Dienst. Das ist jedoch nicht die Masse der Vermesser.
Frage: Ist irgendjemandem aufgefallen, dass man für die Daten von Google-Maps jemals etwas zahlen musste? Mir nicht. Und genau das ist das originäre Vermesser-Produkt. Gibts heute alles kostenlos, dank Internet. In Zukunft wird dafür noch weniger eine Zahlungsbereitschaft entstehen, insbesondere weil sich die neue Generation Internet an das Prinzip "kostenlos" für diese Produkte gewöhnt hat. Oder weil Hobby-Geodäten in Ihrer Freizeit selber Karten herstellen (OpenStreetMap). Die hochgenaue Vermessung ist überhaupt nicht mehr gefragt, für die Navigation im Handy reicht: hier ist es (ungefähr).
Der große Reibach ist vorbei, und zwar auf der ganzen Linie. Das betrifft die komplette Geodatenindustrie.
bin gestern für die Aussage hier gesteinigt worden.
@Thema
In der Landschaftsplannung, auf dem Bau oder im Tief- und Kulturbau, machen die Vermessung meist die Bauing. selber. Beim Hausbau habe ich in D auch schon Poliere gesehen.
Manchmal wäre es wirklich wünschenswert die schreibende Zunft würde mal ins Feld gehen und nicht die Aussagen irgendwelcher Verbände nachplaudern.
Hier mal die Gehälter der Leute im Feld
http://www.gehaltsverglei...
da geht es bei Wahnsinns 1200 Euro/Monat brutto in Niedersachsen los und pegelt sich bei unter 3000 Euro/Monat im Durchschnitt ein.
Da bekommt man als Mechatroniker bei VW bei einer 28h Woche mehr.
Ja, es stimmt, bei den Beschäftigten der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure gibt es seit 2002 keine Gehaltssteigerungen mehr. Der Tarifvertrag wurde von den Arbeitgebern gekündigt, seit dem tragen die Beschäftigten die Inflationsraten selbst. Kurzarbeit ist in den letzten Jahren an der Tagesordnung. Da geht es steil nach unten. Glücklich kann der/die sein, wenn das Weihnachtsgeld noch gezahlt wird, schlechte Zeiten für Vermesser.
er lebt vielmehr in einem neuen, anspruchsvollem und vielseitigem "Berufsfeld". Richtig ist, dass das Geldverdienen mit "Wald- und Wiesenvermesserei" lange vorbei ist. Die heutigen Aufgabenstellungen an den Ingenieurgeodäten könnten vielfältiger nicht sein. Ob Tunnelbau, Gleisbau, moderner Hochbau - nichts ginge ohne den hochqualifizierten Ingenieurgeodäten. Auch im Bereich der Verknüpfung Technik - Recht ist der Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen ein kompetenter Ansprechpartner als Liegenschaftsconsulter.
bin gestern für die Aussage hier gesteinigt worden.
@Thema
In der Landschaftsplannung, auf dem Bau oder im Tief- und Kulturbau, machen die Vermessung meist die Bauing. selber. Beim Hausbau habe ich in D auch schon Poliere gesehen.
Manchmal wäre es wirklich wünschenswert die schreibende Zunft würde mal ins Feld gehen und nicht die Aussagen irgendwelcher Verbände nachplaudern.
Hier mal die Gehälter der Leute im Feld
http://www.gehaltsverglei...
da geht es bei Wahnsinns 1200 Euro/Monat brutto in Niedersachsen los und pegelt sich bei unter 3000 Euro/Monat im Durchschnitt ein.
Da bekommt man als Mechatroniker bei VW bei einer 28h Woche mehr.
Ja, es stimmt, bei den Beschäftigten der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure gibt es seit 2002 keine Gehaltssteigerungen mehr. Der Tarifvertrag wurde von den Arbeitgebern gekündigt, seit dem tragen die Beschäftigten die Inflationsraten selbst. Kurzarbeit ist in den letzten Jahren an der Tagesordnung. Da geht es steil nach unten. Glücklich kann der/die sein, wenn das Weihnachtsgeld noch gezahlt wird, schlechte Zeiten für Vermesser.
er lebt vielmehr in einem neuen, anspruchsvollem und vielseitigem "Berufsfeld". Richtig ist, dass das Geldverdienen mit "Wald- und Wiesenvermesserei" lange vorbei ist. Die heutigen Aufgabenstellungen an den Ingenieurgeodäten könnten vielfältiger nicht sein. Ob Tunnelbau, Gleisbau, moderner Hochbau - nichts ginge ohne den hochqualifizierten Ingenieurgeodäten. Auch im Bereich der Verknüpfung Technik - Recht ist der Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen ein kompetenter Ansprechpartner als Liegenschaftsconsulter.
bin gestern für die Aussage hier gesteinigt worden.
@Thema
In der Landschaftsplannung, auf dem Bau oder im Tief- und Kulturbau, machen die Vermessung meist die Bauing. selber. Beim Hausbau habe ich in D auch schon Poliere gesehen.
Manchmal wäre es wirklich wünschenswert die schreibende Zunft würde mal ins Feld gehen und nicht die Aussagen irgendwelcher Verbände nachplaudern.
Hier mal die Gehälter der Leute im Feld
http://www.gehaltsverglei...
da geht es bei Wahnsinns 1200 Euro/Monat brutto in Niedersachsen los und pegelt sich bei unter 3000 Euro/Monat im Durchschnitt ein.
Da bekommt man als Mechatroniker bei VW bei einer 28h Woche mehr.
ergänzend der Aufgabenbereich der freiberuflich tätigen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure:
http://www.bdvi.de/de/oeb...
Ich habe diesen Artikel von Markus Schleufe so verstanden, dass Abiturienten jetzt anfangen sollten, Vermessungswesen oder Geoinformatik zu studieren. Bis zu den erforderlichen Examen bis zur Assessorprüfung (als Grundvoraussetzung für den höheren Verwaltungsdienst bzw. die Zulassung als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur) oder bis zur Befähigung zum gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst werden sechs bis acht Jahre vergehen. Im Jahre 2020 werden vermutlich wieder Vermessungsingenieure nachgefragt werden. Derzeit ist das eher nicht der Fall.
Die goldenen Zeiten für Vermessungsingenieure waren die zehn Jahre von 1990 bis 1999, als die neuen Bundesländer vermessungstechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden mussten.
...eigentlich alles wichtige und ergänzende gesagt - nur:
Es wird sehr oft/meist für Kommunen gearbeitet - die gerne nicht zahlen, bzw. Zahlungen verzögern! Das kostet oft so manchen Arbeitsplatz...ich weiß wovon ich rede!
wie die Erfassung, Auswertung und Führung von Fachkatastern z.B. Leitungskataster, Kanalkataster, Deponiekataster, Baumkataster etc. sowie den Aufbau und die Einrichtung von Geoinformationssystemen.
Der Nutzen für die o.g. Vermessungsarbeiten wäre erheblich.
Die Kommunen haben kaum Geld für diese Arbeiten.
Die unterirdischen Ver-und Entsorgungsleitungen sind in manchen Bundesländern zu grossen Teilen noch nicht erfasst. Dadurch entstehen jährlich extrem hohe Schäden.
wie die Erfassung, Auswertung und Führung von Fachkatastern z.B. Leitungskataster, Kanalkataster, Deponiekataster, Baumkataster etc. sowie den Aufbau und die Einrichtung von Geoinformationssystemen.
Der Nutzen für die o.g. Vermessungsarbeiten wäre erheblich.
Die Kommunen haben kaum Geld für diese Arbeiten.
Die unterirdischen Ver-und Entsorgungsleitungen sind in manchen Bundesländern zu grossen Teilen noch nicht erfasst. Dadurch entstehen jährlich extrem hohe Schäden.
wie die Erfassung, Auswertung und Führung von Fachkatastern z.B. Leitungskataster, Kanalkataster, Deponiekataster, Baumkataster etc. sowie den Aufbau und die Einrichtung von Geoinformationssystemen.
Der Nutzen für die o.g. Vermessungsarbeiten wäre erheblich.
Die Kommunen haben kaum Geld für diese Arbeiten.
Die unterirdischen Ver-und Entsorgungsleitungen sind in manchen Bundesländern zu grossen Teilen noch nicht erfasst. Dadurch entstehen jährlich extrem hohe Schäden.
Ja, es stimmt, bei den Beschäftigten der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure gibt es seit 2002 keine Gehaltssteigerungen mehr. Der Tarifvertrag wurde von den Arbeitgebern gekündigt, seit dem tragen die Beschäftigten die Inflationsraten selbst. Kurzarbeit ist in den letzten Jahren an der Tagesordnung. Da geht es steil nach unten. Glücklich kann der/die sein, wenn das Weihnachtsgeld noch gezahlt wird, schlechte Zeiten für Vermesser.
er lebt vielmehr in einem neuen, anspruchsvollem und vielseitigem "Berufsfeld". Richtig ist, dass das Geldverdienen mit "Wald- und Wiesenvermesserei" lange vorbei ist. Die heutigen Aufgabenstellungen an den Ingenieurgeodäten könnten vielfältiger nicht sein. Ob Tunnelbau, Gleisbau, moderner Hochbau - nichts ginge ohne den hochqualifizierten Ingenieurgeodäten. Auch im Bereich der Verknüpfung Technik - Recht ist der Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen ein kompetenter Ansprechpartner als Liegenschaftsconsulter.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren