ZugbegleiterAchtung, Kontrolleur!

Als Fahrschein-Prüfer allein wollen Zugbegleiter nicht verstanden werden. Sie sehen sich als Servicemitarbeiter. Der Joballtag von Schaffnern im Beruf der Woche

"Die Fahrkarten bitte!" – diesen Satz hat Noeme Kleinfeldt, Zugbegleiterin und Lehrkundenbetreuerin bei der NordWestBahn GmbH schon Tausende Male gesagt. Er steht fast stellvertretend für den Beruf des Zugbegleiters. Dabei haben Schaffner deutlich mehr zu tun als nur die Fahrscheine der Reisenden zu kontrollieren. "In erster Linie sind wir die Servicedienstleister, die direkt beim Kunden vor Ort sind", sagt Kleinfeldt.

Jede Schicht beginnt für die Zugbegleiter damit, sich Informationen über den Streckenverlauf zu besorgen: über den Zielort, einzelne Haltepunkte, den Verlauf der Fahrt. Wo befinden sich Baustellen, kann es deswegen zu Verspätungen kommen? Diese Informationen brauchen die Zugbegleiter für ihre Durchsagen an Fahrgäste. Während der Fahrt sind die Kontrollgänge dran. Doch wann ist ein Schwarzfahrer eigentlich ein Schwarzfahrer und muss Bußgeld zahlen?

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"Wenn jemand beispielsweise gerade noch den Zug erwischt hat und keine Zeit mehr hatte, sich eine Fahrkarte zu besorgen, oder der Fahrkartenautomat defekt war, ist er natürlich kein Schwarzfahrer. Die meisten Kunden kaufen dann bei der Kontrolle ihre Fahrkarte", sagt Kleinfeld. Nur wenn Fahrgäste sich der Kontrolle verweigern, wird es unangenehm. Die Schaffner müssen die Personalien aufnehmen – und ein erhöhtes Beförderungsgeld, wie es in Bahnsprache heißt, abkassieren.

Kulanz geht vor

Ansonsten kontrollieren die Schaffner während der Fahrt auch, ob alles den Sicherheitsbestimmungen entspricht oder ob ein Fahrgast eventuell Hilfe oder Auskünfte benötigt. Auf welchem Gleis fährt der Anschlusszug? Mitunter geben Zugbegleiter auch Auskünfte "außer der Reihe" und beantworten Fragen aus dem Bereich Touristik, etwa über Sehenswürdigkeiten der Region.

Für die Arbeit als Zugbegleiter benötigt man eine schnelle Auffassungsgabe, Menschenkenntnis und viel Geduld. "Es gibt mitunter wirklich anstrengende Kunden. Aber auch dann muss man höflich bleiben", sagt Kleinfeldt.

Bei der Deutschen Bahn wird eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder Kauffrau für Verkehrsservice angeboten, mit der man hinterher als Schaffner arbeiten kann. Außerdem werden die Kaufmänner und Kauffrauen auch im allgemeinen Service eingesetzt.

Leserkommentare
  1. ... man sehr viel mit der Bahn gefahren sein. Was die Zugbegleiter betrifft (vor allen Dingen im Fernverkehr) und deren hier so schön beschriebene Ausbildung ....

    Vergleiche mit Stewardessen/Stuarts in Flugzeugen wären hier angebracht. Da liegen Welten zwischen.

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  2. "Wenn jemand beispielsweise gerade noch den Zug erwischt hat und keine Zeit mehr hatte, sich eine Fahrkarte zu besorgen, oder der Fahrkartenautomat defekt war, ist er natürlich kein Schwarzfahrer. Die meisten Kunden kaufen dann bei der Kontrolle ihre Fahrkarte", sagt Kleinfeld.

    "Natürlich" - schön wär's. Zumindest im Nahrverkehr wird man in dieser Situation in der Regel als Schwarzfahrer kriminalisiert. Da muss der Zugbegleiter schon einen sehr guten Tag haben, dass er noch eine Fahrkarte nachlösen lässt.

    10 Leserempfehlungen
    • 1_2_3
    • 31.01.2012 um 19:29 Uhr

    Er sieht sich vor allem als SERVICEMITARBEITER:

    http://www.focus.de/panor...

    Türsteher ist da wohl eher der bessere Ausdruck

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  3. Wie Nr3 das auch schon richtig bemerkte sind das alles die "freundlichen" Damen & Herren vom Bahnhofs-Service. Der einzige "Schaffner" ist die Person gaaaanz weit hinten. Zu erkennen an der nichtvorhandenen roten Mütze.

    Aber wozu prüfen welche Fotos man benutzt......

    • oannes
    • 31.01.2012 um 19:43 Uhr

    "Wenn jemand beispielsweise gerade noch den Zug erwischt hat und keine Zeit mehr hatte, sich eine Fahrkarte zu besorgen, oder der Fahrkartenautomat defekt war, ist er natürlich kein Schwarzfahrer. Die meisten Kunden kaufen dann bei der Kontrolle ihre Fahrkarte", sagt Kleinfeld. Nur wenn Fahrgäste sich der Kontrolle verweigern, wird es unangenehm. Die Schaffner müssen die Personalien aufnehmen – und ein erhöhtes Beförderungsgeld, wie es in Bahnsprache heißt, abkassieren.

    Stimmt so nicht!
    Ich war zu spät am Zug um noch regulär eine Fahrkarte zu kaufen.
    Ich dachte: Macht nix, ich kann ja im Zug nachlösen. Dort habe ich dann aber festgestellt, dass ich kaum mehr Bargeld dabei hatte. Aber wozu gibt es die EC-Karte? Ich sitze also mit meiner gezückten Bahncard 50 und meiner EC-Karte und warte auf den Schaffner.
    Der kam dann auch und hat mir erklärt, dass ich ein Schwarzfahrer bin, weil die Bahn nicht über EC-Karten abrechnet.
    Obwohl ich sichtlich bereit war zu zahlen, wurden meine Personalien aufgenommen und ich musste (per Überweisung) ein "erhöhtes Beförderungsentgelt" entrichten.
    Das ist die Bahnwirklichkeit!

    2 Leserempfehlungen
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    Wie wärs mit ein bisschen kritischer Selbstreflexion?
    Wenn man keine Fahrkarte kaufen konnte, kann man aktiv den Schaffner suchen und eine Karte nachlösen. Wirkt wesentlich glaubwürdiger, als wenn man wartet bis der Schaffner kommt.
    Wieso sollten die Bahn EC-Kartenlesegeräte anschaffen, wenn das nachlösen einer Karte im Zug nur für absolute Notfälle gedacht ist. Um die Kosten zu erhöhen?
    Jammern kann jeder,

    in IC und ICE schon mit EC Karte bezahlt, ich dachte eigentlich das wäre der Standart.

    Und ersteinmal waren ja sie es, der zu spät zum Zug gekommen ist und dann die Leistung in Anspruch genommen hat, ohne direkt dafür bezahlen zu können.

    was bei keinem anderen Langstreckenverkehrsmittel möglich ist (Flieger oder Überlandbus), dann sollte ich mich aktiv kümmern, den Schaffner zu suchen und MEIN Problem zu klären versuchen.

    Ich fahre viel Bahn - fast ausschließlich ICE- und wundere mich schon über so manchen Mitfahrer dort.

    Sich zu setzen und zu warten, dazu noch nicht geklärt zu haben, ob man ohne Geld überhaupt zahlen kann, ist der sichere
    Weg in die Schwarzfahrerecke.

    Ich finde das völlig ok und frage mich, worüber man sich dabei als Mitfahrender aufzuregen versucht.

    Andere Möglichkeit wäre es, dass die Bahn Ticketzwang im Gleisbereich mit Durchgangskontrolle wie beim Flieger einführt. Dann erübrigt sich das Problem, man kommt gar nicht erst in den Zug ohne Ticket und kann nicht maulen, dass man bei selbst verbockten Beförderungen auch noch erhöhte Gebühren zu zahlen hat.

    Aber dann hätte es bestimmt geheißen, dass die böse Bahn den Zugang zum Zug verweigert...

    Wie wärs mit ein bisschen kritischer Selbstreflexion?
    Wenn man keine Fahrkarte kaufen konnte, kann man aktiv den Schaffner suchen und eine Karte nachlösen. Wirkt wesentlich glaubwürdiger, als wenn man wartet bis der Schaffner kommt.
    Wieso sollten die Bahn EC-Kartenlesegeräte anschaffen, wenn das nachlösen einer Karte im Zug nur für absolute Notfälle gedacht ist. Um die Kosten zu erhöhen?
    Jammern kann jeder,

    in IC und ICE schon mit EC Karte bezahlt, ich dachte eigentlich das wäre der Standart.

    Und ersteinmal waren ja sie es, der zu spät zum Zug gekommen ist und dann die Leistung in Anspruch genommen hat, ohne direkt dafür bezahlen zu können.

    was bei keinem anderen Langstreckenverkehrsmittel möglich ist (Flieger oder Überlandbus), dann sollte ich mich aktiv kümmern, den Schaffner zu suchen und MEIN Problem zu klären versuchen.

    Ich fahre viel Bahn - fast ausschließlich ICE- und wundere mich schon über so manchen Mitfahrer dort.

    Sich zu setzen und zu warten, dazu noch nicht geklärt zu haben, ob man ohne Geld überhaupt zahlen kann, ist der sichere
    Weg in die Schwarzfahrerecke.

    Ich finde das völlig ok und frage mich, worüber man sich dabei als Mitfahrender aufzuregen versucht.

    Andere Möglichkeit wäre es, dass die Bahn Ticketzwang im Gleisbereich mit Durchgangskontrolle wie beim Flieger einführt. Dann erübrigt sich das Problem, man kommt gar nicht erst in den Zug ohne Ticket und kann nicht maulen, dass man bei selbst verbockten Beförderungen auch noch erhöhte Gebühren zu zahlen hat.

    Aber dann hätte es bestimmt geheißen, dass die böse Bahn den Zugang zum Zug verweigert...

  4. Wie wärs mit ein bisschen kritischer Selbstreflexion?
    Wenn man keine Fahrkarte kaufen konnte, kann man aktiv den Schaffner suchen und eine Karte nachlösen. Wirkt wesentlich glaubwürdiger, als wenn man wartet bis der Schaffner kommt.
    Wieso sollten die Bahn EC-Kartenlesegeräte anschaffen, wenn das nachlösen einer Karte im Zug nur für absolute Notfälle gedacht ist. Um die Kosten zu erhöhen?
    Jammern kann jeder,

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    • oannes
    • 01.02.2012 um 21:33 Uhr

    Kommentar von Laberbacke (Nomen est omen):
    "Wie wärs mit ein bisschen kritischer Selbstreflexion?
    Wenn man keine Fahrkarte kaufen konnte, kann man aktiv den Schaffner suchen und eine Karte nachlösen. Wirkt wesentlich glaubwürdiger, als wenn man wartet bis der Schaffner kommt.
    Wieso sollten die Bahn EC-Kartenlesegeräte anschaffen, wenn das nachlösen einer Karte im Zug nur für absolute Notfälle gedacht ist. Um die Kosten zu erhöhen?
    Jammern kann jeder," Zitat Ende

    Klug dahersch...en kann auch jeder!

    Ich hatte einen Riesenkoffer und ein 8000,--€ teures Instrument dabei. Denken Sie, das lasse ich alleine, um den Schaffner zu suchen, oder schiebe damit mühsam durch den Zug um dann, wenn ich den Schaffner gefunden habe, meine Reise stehend zu verbringen,weil ich keinen Platz mehr finde?
    Im übrigen verhält es sich so: Mit der EC-Karte kann man in der Bahn nicht zahlen, am Schalter schon. Hätten Sie das gewusst?
    Mir war das nicht bekannt. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass das von der Bahn groß publiziert wurde. Pech halt, wenn man dann keine Kreditkarte dabei hat, weil die gilt wiederum.
    Sie sitzen also mit der EC-Karte (und Bahncard) und wollen(!) bezahlen, aber sie dürfen nicht und sind dann Schwarzfahrer.

    So schaut's aus![...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/ls

    • oannes
    • 01.02.2012 um 21:33 Uhr

    Kommentar von Laberbacke (Nomen est omen):
    "Wie wärs mit ein bisschen kritischer Selbstreflexion?
    Wenn man keine Fahrkarte kaufen konnte, kann man aktiv den Schaffner suchen und eine Karte nachlösen. Wirkt wesentlich glaubwürdiger, als wenn man wartet bis der Schaffner kommt.
    Wieso sollten die Bahn EC-Kartenlesegeräte anschaffen, wenn das nachlösen einer Karte im Zug nur für absolute Notfälle gedacht ist. Um die Kosten zu erhöhen?
    Jammern kann jeder," Zitat Ende

    Klug dahersch...en kann auch jeder!

    Ich hatte einen Riesenkoffer und ein 8000,--€ teures Instrument dabei. Denken Sie, das lasse ich alleine, um den Schaffner zu suchen, oder schiebe damit mühsam durch den Zug um dann, wenn ich den Schaffner gefunden habe, meine Reise stehend zu verbringen,weil ich keinen Platz mehr finde?
    Im übrigen verhält es sich so: Mit der EC-Karte kann man in der Bahn nicht zahlen, am Schalter schon. Hätten Sie das gewusst?
    Mir war das nicht bekannt. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass das von der Bahn groß publiziert wurde. Pech halt, wenn man dann keine Kreditkarte dabei hat, weil die gilt wiederum.
    Sie sitzen also mit der EC-Karte (und Bahncard) und wollen(!) bezahlen, aber sie dürfen nicht und sind dann Schwarzfahrer.

    So schaut's aus![...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/ls

  5. in IC und ICE schon mit EC Karte bezahlt, ich dachte eigentlich das wäre der Standart.

    Und ersteinmal waren ja sie es, der zu spät zum Zug gekommen ist und dann die Leistung in Anspruch genommen hat, ohne direkt dafür bezahlen zu können.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Bahnwirklichkeit"
  6. Ich konnte meine Fahrradmonatskarte beim Schaffner lösen, sogar per EC Karte, und sehe oft Fahrgäste, die ganz normal beim Schaffner zahlen.
    Wenn ich allerdings so spät wäre, dass ich keine Karte mehr lösen kann und dann noch nicht mal Bargeld dabei habe, dann gehe ich doch wohl wirklich das Risiko ein, als Schwarzfahrer behandelt zu werden. Irgendwann ist Kulanz zu Ende. Und in solchen Situationen macht dann auch der Ton die Musik. Es gibt genügend Leute, die sich besonders im Nahverkehr reinsetzen und darauf vertrauen, dass sie nicht kontrolliert werden und dann bezahlen, wenn der Schaffner kommt. Da ist es schon sehr rücksichtsvoll, dass die Bahn ihre Regeln nicht buchstabengetreu durchsetzt.

    Eine Leserempfehlung

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