Im November verschickte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger blaue Briefe. Die internen Schreiben gingen an all die Geschäftsbereiche, die bei der Beförderung von Frauen auf Spitzenpositionen den internen Vorgaben hinterherhinkten. Zu den Empfängern zählten etwa T-Systems und die Telekom Deutschland GmbH. Konzernchef René Obermann macht Druck. Er will deutlich mehr Frauen in Führungspositionen sehen. Mit Claudia Nemat , die im Vorstand bereits das Europa-Geschäft verantwortet, und Marion Schick, die 2012 Sattelberger als Personalvorstand nachfolgen wird, werden dem achtköpfigen Telekom-Vorstand künftig zwei Frauen angehören.

Die Unternehmen werden weiblicher . In nahezu allen Konzernen schwören die Chefs, künftig mehr Frauen zu befördern . Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen droht mit einer Frauenquote ; die EU-Kommission ebenfalls. Personalberater fahnden intensiv nach Kandidatinnen für Führungsposten, Vorstände und Aufsichtsräte – und klagen hinter vorgehaltener Hand darüber, dass sich oft nicht genügend Frauen finden .

Viele Chefs wehren sich gegen eine gesetzliche Quote und setzen lieber auf Freiwilligkeit. "Wohin soll ich all die Männer aussortieren?", fragte Daimler-Chef Dieter Zetsche in einem Interview, "alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?"

Noch Anfang 2010 war die Schweizerin Barbara Kux von Siemens die einzige Frau in einem Dax-Vorstand. Inzwischen sind mit den Telekom-Frauen Nemat und Schick, Brigitte Ederer (ebenfalls Siemens), Regine Stachelhaus (E.On), Kathrin Menges ( Henkel ), Margret Suckale ( BASF ), Christine Hohmann-Dennhardt (Daimler), Angela Titzrath (Deutsche Post) und Helga Jung (Allianz) weitere neun Frauen dazugekommen. Titzrath, Jung und Schick treten ihre Vorstandsämter 2012 an. SAP-Vorstandsfrau Angelika Dammann räumte in diesem Jahr "aus persönlichen Gründen" ihren Posten; zuvor gab es Ärger um private Heimflüge im SAP-Learjet.

Das Who is who der Powerfrauen

Mitte Dezember berief der Autozulieferer Robert Bosch Renate Köcher, die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, ab 2012 in den Aufsichtsrat. Beim Getriebebauer ZF Friedrichshafen gehört dem Gremium künftig Margarete Haase, die Finanzchefin des Motorenbauers Deutz, an.

Weitere Frauen stehen für höchste Aufgaben bereit, bei Bayer , BMW und anderswo. Wir zeigen, welche Frauen bald – vielleicht schon 2012 – in Vorstände und Aufsichtsräte großer Unternehmen einziehen könnten.