Altersarmut : Arm, alt, weiblich
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Zuschussrente für Mütter

"Das Unterhaltsrecht macht den Lebensentwurf einer ganzen Frauengeneration zunichte", sagt Juristin Wagner. Sie befürwortet keineswegs das Versorgermodell. Im Gegenteil, die Juristin begrüßt, dass das Gesetz die Erwerbstätigkeit von Frauen fördert. Auch dass prinzipiell die Kinder allen geschiedenen Ehepartnern beim Unterhalt vorgezogen werden, hält sie für richtig. "Doch dass das Gesetz so in Kraft getreten ist, dass es zu Lasten einer ganzen Generation geht, ist gesellschaftlich unverantwortlich", sagt die Juristin.

Das findet auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ). Sie hat deshalb vorgeschlagen , die Rente im Bedarfsfall auf bis zu 850 Euro aufzustocken. Voraussetzung dafür sind 40 Versicherungsjahre in der Rentenversicherung, davon 30 Beitragsjahre sowie zunächst fünf Jahre private oder betriebliche Altersvorsorge. Bis 2047 soll die Privatvorsorge-Plicht auf 35 Jahre anwachsen. Würde der Vorschlag umgesetzt, bekäme Jutta Hoffmann keine Aufstockung. Sie erfüllt die Voraussetzungen nicht – wie die allermeisten Frauen.

Frauen riestern, Männern sorgen betrieblich vor

Aber nicht nur geschiedene Frauen müssen Altersarmut fürchten. Die Berliner Politikwissenschaftlerin Barbara Riedmüller hat zusammen mit der Sozialwissenschaftlerin Ulrike Schmalreck die Rentensituation von Frauen im mittleren Alter mit der von Frauen, die jetzt in Rente sind, verglichen. Für die Studie haben die Forscherinnen Daten des sozioökonomischen Panels verwendet.

Die Forscher fanden heraus, dass nicht nur die älteren Frauen, sondern auch die in den 1960er Jahren geborenen nur geringe Rentenansprüche haben. Insgesamt 41 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Frauen dieser mittleren Generation werden weniger als die Grundversorgung von 680 Euro im Monat erhalten. Der Grund: Auch viele dieser jüngeren Frauen haben ihren Beruf für die Familie aufgegeben oder nur noch in Teilzeit gearbeitet. Zwar sorgt ein Großteil dieser Frauen privat vor – aber mit niedrigen Erträgen. "Die Frauen riestern, die Männer sorgen mit einer betrieblichen Altersvorsorge vor – und die bringt bessere Erträge", sagt Riedmüller. Die meisten Frauen der mittleren Generation werden mit 150 Euro privater Rente im Monat rechnen können. Doch sie wird mit aufstockenden Sozialleistungen gegengerechnet.

"Die jüngeren Frauen müssen heute gegensteuern. Sie haben jetzt noch 20 Jahre Zeit, privat vorzusorgen", rät Riedmüller. Das ist auch der Rat von Jutta Wagner: "Die Gesellschaft wandelt sich. Frauen müssen für sich selbst sorgen – aber Politik muss die Rahmenbedingungen so gestalten, dass sie es auch unter allen Umständen tun können."

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Kommentare

198 Kommentare Seite 1 von 25 Kommentieren

Konditionen fehlen für ein Leben mit Arbeit und Kindern...

Was alles von Frauen gefordert wird, ist ja eine Seite der Medaille: Kinder, Arbeit, Haushalt... etc..
Was Frauen erhalten, wenn sie es einlösen möchten, da sehe ich das Problem und die andere Seite der Medaille:

WO ist die Vorsorgung der Kinder, die Hausaufgaebnetreuung mit hohem Niveau... und ... bevor ich es vergesse: Wo sind denn die ganzen VERNÜNFTIG bezahlten Arbeitsplätze für Frauen, die auch Mütter sind?!

Nach steuerrechtlichen Anreizen wie dem Kindersplitting könnten wir auch noch fragen ... ;-)

falsche Anreize?

Vielleicht werden z.B. durch das Ehegattensplitting falsche Anreize gesetzt?
Vielleicht sind die emanzipierten Rollenbilder noch nicht so weit verbreitet, wie gedacht?
Vielleicht werden die Nachteile zunächst in Kauf genommen, weil sie in der Zukunft liegen und die Vorteile in der Gegenwart, weil es in der Gegenwart so schön ist, soviel vom Wachsen der Kinder mitzubekommen?
...

Berufsbezeichnung Mutter

Wann wird der Vollzeitjob Mutter eigentlich endlich mal als Berufsbezeichnung verankert und dementsprechend mit Rentenbeiträgen und Burnoutausfallhonorar vergütet? Ich kenne nur knallhart arbeitende Working Mums, mich selber eingeschlossen, knapp unter 40, verheiratet, 2 kl. Kinder, die nicht meckern, oder stöhnen, wie die oftmals weniger belastbaren Gatten, sondern ihren Turn machen. Wir schuften rund um die Uhr und haben gar keine Zeit und Energie, uns auch noch groß über die finanzielle Versorgung im Alter Gedanken zu machen. Zu fordern, das sollten wir nun bitteschön auch noch bedenken, sonst sind wir am Ende womöglich selber Schuld, ist schlichtweg unverschämt!

Mit Verlaub, solche Sätze kenne ich nicht einmal von den Frauen.

die in den 50ern oder 60ern mit mehreren Kindern lebten, ihre Wäsche im Keller aufkochen und zuvor einweichen mußten und ohne all den heutigen Komfort lebten.

Wenn ich das lese, weiß ich nicht, ob ich lachen soll oder das ernst nehmen, denn bei all den Frauen mit kleinen Kindern kenne ich keine, die "schuften rund um die Uhr" oder ähnliches.

Es kommt der Eismann mit dem Fertigfutter oder man holt es vom Supermarkt, es gibt all die Hausgeräte, die normalerweise in Haushalten zu finden sind und dass dabei keine Zeit sein soll, sich mal Gedanken zu machen und einen Termin zur Finanzvorsorge mit -analyse des Ist-Zustands zu machen, ist für mich einfach nur lächerlich.

Das kann man sogar tun, während man schwanger ist und sich überlegt, wie das Leben aussehen soll, das man führen wird oder sogar noch davor. Man darf nur nicht für alles Ausreden suchen und hinterher jammern, dass man schließlich mit zwei Kindern völlig überlastet war und keine Zeit hatte, Fragen zu stellen...

Das ist nicht meins... wir kochen frisch...

allerdings ist es das, was ich von Frauen z.B. im Kinderschwimmkurs hörte, die zu Hause waren und von diversen Familien, die meine Kinder besuchten und von denen sie mit besonderen Eindrücken zurück kamen.

Die Umsätze der Fertigfutterindustrie können nicht durch vollzeit erwerbstätige Mütter zustande kommen, denn von denen gibt es in Deutschland zu wenige, um den ganzen Kram aufzuessen...

Antwort auf "Beruf Mutter"

“Wir schuften rund um die Uhr und haben gar keine Zeit und Energie, uns auch noch groß über die finanzielle Versorgung im Alter Gedanken zu machen. Zu fordern, das sollten wir nun bitteschön auch noch bedenken, sonst sind wir am Ende womöglich selber Schuld, ist schlichtweg unverschämt!“

Hmhm, die Gedanken sollten sie sich schon machen und für ihre Versorgung im Alter sorgen soviel Zeit muss sein. Im übrigen denke ich, dass mit dem Voranschreiten der Gleichberechtigung auch mehr Männer ihren Anteil im Haushalt und der Kinderpflege übernehmen und somit die Frauen auch ihren Anteil zur finanziellen Versorgung der Familie leisten können. Es mangelt vor allem an guten Kinderbetreuungsangeboten und ja auch ein wenig an der Chancengleichheit im Berufsleben für Frauen. Ich hoffe, das ändert sich in der Zukunft und Männer und Frauen kümmern sich gemeinsam um Familie und Geld.

Arbeitsmarktproblematik

@christygoe:

Die Aufklärung ist zweifelsohne schon lange bekannt bezüglich der Scheidungsfolgen.

Was aber immer noch nicht so recht bekannt zu sein scheint, ist die Problematik "Arbeitgeber/Arbeitnehmerinnen mit Kind"... , aber die werde ich hier nicht weiter ausführen.

Interessanter finde ich folgenden Gedankengang:
Desweiteren ist der Bereich, in dem Arbeitnehmerinnen gerne (!) gesehen und auch eingestellt (!) werden. Das ist der Bereich mit dem traditionellen Lohngefälle (basierend auf verschiedenen Lohngruppen für Männer und Frauenberufe in der BRD nach dem 2. WK), da Arbeit mit Menschen beispielsweise nur so mikrige Brutto-Gehälter hervorbringt, dass *Achtung, hier beißt sich die Katze in den Schwanz* sich eine Versorger-Ehe mehr lohnt als 40h/Woche inkl. Second Shift per day für Kind/Hausarbeit... Denn dies bringt über Dekaden hinweg als Altenpflegerin oder Krankenschwester etc. wenig Rente ein ...

Diese Problematik wird aber selten thematisiert.
Fazit: Ob Ehescheidung oder Arbeit: Altersarmut gib es leider in beiden Fällen...

Die Themen hängen alle miteinander zusammen.

Vielleicht erkennen ja diejenigen, die sich noch letzte Woche vehement gegen die "Strafabgabe" für Kinderlose gewehrt haben, anhand dieses Artikels, wozu diese Abgabe verwendet werden könnte/müsste.

Das zugrundeliegende Problem ist immer dasselbe:

Solange sich die "Familienförderung" in Deutschland darauf beschränkt, das Existenzminimum der Kinder per Kindergeld steuerfrei zu stellen, und solange sich die Kinder nicht um ihre eigenen Mütter (und Väter) kümmern können, weil das dazu erforderliche Geld von der Rentenversicherung abgesaugt und kinderlosen Rentenanwärtern zugeschustert wird, werden Familien in Deutschland ausgebeutet.

Was hätten die Kinderlosen damit zu tun?

Wenn sich Frauen entscheiden, sich auf ihren Ehemann zu verlassen und mit oftmals nur einem Kind ihren Beruf zu verlassen, um Heim und Garten zu betreuen, haben die Kinderlosen damit zunächst nichts zu tun und eine Kompensation über diesen Weg hielte ich für falsch.

Vor allem, wenn ich sehe, dass es auch mit Arbeit und Kind gut geht.

Für mich geht es in diesem Zusammenhang bei den jüngeren Frauen um einen Perspektivwechsel, der weg geht von dem Ausblenden jeglicher Finanzfragen, die die eigene Versorgung überblicken lassen.

Die Sprüche "ich hab gedacht, mein Mann hätte/würde..." sind heute noch so gebräuchlich wie in der derzeitigen Rentnerinnen- oder Fast-Rentnerinnengeneration.

Und da müßte sich von Seiten der Frauen noch einiges ändern.

Der komplizierte Weg

"Und da müßte sich von Seiten der Frauen noch einiges ändern."

Es wäre einfacher System zu ändern, als die Menschen ändern zu wollen. Selbst wenn ersteres schon schwierig genug werden wird. Wir sind ja schließlich keine Diktatur!

Außerdem ging es im Beispiel von Frau Hoffman nicht um "Arbeit und Kind" wie bei Ihnen, sondern um drei Kinder.
Ein Kind pro zwei Eltern ist nicht die Lösung. Das sollten Sie wissen.

Deshalb würden bei der Kinderlosenabgabe zurecht die Eltern von Einzelkindern zur Hälfte wie Kinderlose behandelt werden.

Die Menschen haben sich bereits geändert und

in der überwiegenden Mehrheit ein Kind manchmal wie bei mir zwei oder mehr.

Dass es trotzdem gehen kann, zeigen viele Frauen in anderen Industrienationen und auch in Deutschland eine gewisse Anzahl.

Das bedeutet allerdings z.B. anders an die eigene Altersvorsorge heran zu gehen, als es vielfach geschieht und das hat nichts mit Diktatur zu tun.

Es geht dabei nicht einmal um eine Steigerung der Geburtenrate, die mit den derzeit bereits aus den Berufen heraus gegangenen Frauen ohnehin nicht klappte. Es geht vielmehr darum, Bewußtsein zu schaffen, das viele Fehler der Generation, die der Meinung war Männe-macht-das, nicht unter ganz anderen Umgebungstemperaturen fortzusetzen.

Verwirrung auf meiner Seite.

Erst schreiben Sie: "da müsste sich [...] noch einiges ändern". Dann wieder schreiben Sie: "die Menschen haben sich bereits geändert".

Ich weiss nicht, worauf Sie hinaus wollen!

Geht es Ihnen darum, die Bedingungen zur Gründung von Familien zu verbessern, oder geht es Ihnen nur darum zu zeigen, wie fein Sie persönlich sich an die vorhandenen Bedingungen angepasst haben?

Wo ist da die Verwirrung...

Ich schrieb über eine Einstellung, die sich ändern müsse.

Daraufhin parierten Sie, dass es mit mehreren Kindern ein Problem sei und ich antwortet, dass sich in dem Fall bereits viel geändert habe, weil die Familien meist nur eins maximal zwei Kinder hätten.

Das war doch gar nicht schwer.

Und mir geht es nicht um Familiengründungsverbesserung, denn Familiengründung wird bereits ganz gut gestaltet. Mir geht es, wie ich auch mehrfach schrieb und dachte, dass ich es klar formuliert hätte, darum, dass Frauen sich klar machen, dass sie für ihre wirtschaftliche Situation Sorge tragen müssen und nicht ein Ehemann, der Staat oder ein mildes Schicksal.

Und dass ein Verbleiben im Beruf nicht als schweres Schicksal zu sehen ist, sondern etwas das weltweit viele Frauen mit ihren Familien leben.

"Vereinbarkeit von Berrufstaetigkeit und Familie"

Wie gut oder schlecht Beruf udn Familie für Frauen vereinbar ist, sieht man an der im Artikel benannten Verteilung.

"Die Forscher fanden heraus, dass nicht nur die älteren Frauen, sondern auch die in den 1960er Jahren geborenen nur geringe Rentenansprüche haben. Insgesamt 41 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Frauen dieser mittleren Generation werden weniger als die Grundversorgung von 680 Euro im Monat erhalten."

Tja im Osten war Beruf und Familie erstaunlicherweise besser mit einander vereinbar als im Westen. Was sich in der Verteilung auch deutlich wiederspiegelt. Es geht also durchaus.

Nein, nichts Powerfrau - sondern wie viele andere auch...

nur in einer Umgebung lebend und arbeitend, in der viele Möglichkeiten gegeben sind, online zu sein und mit der Fähigkeit ausgestattet sehr schnell zu tippen.

Wenn andere Zigarettenpausen nehmen und dazu das Gebäude verlassen müssen oder abends vor dem TV-Gerät Hernn Gottschalk folgen, tippe ich ein wenig, weil ich Spass daran hab und das im Vorbeigehen.

Das zu bewerten und von "schuften" zu schreiben, als ginge es drum, von Hand Bahnschienen zu verlegen, ist reichlich daneben. Was allerdings stimmt, ist die Betreuung der Kinder. Diese betreuen sich mittlerweile als junge Teenager selbst, wenn sie aus der Schule kommen und erwarten auch keine Mutter, die an der Tür steht und auf Aufgaben hofft.

Ich kenne viele Frauen, die so leben. Einige haben Hilfe durch Verwandte, andere durch eingekaufte Leistungen und wieder andere leben dieses Leben durch eine gerechte Aufteilung mit dem Mann und Vater der Kinder.

Die Benachteiligung und Altersarmut wird meiner Ansicht nach vielfach selbst verursacht, weil auf eine eheliche Versorgung gehofft wird, die nicht gewährleistet ist und viele Frauen die Finger von Finanzen lassen, selbst wenn es ihre eigene Zukunft betrifft.

Dass ein solches Leben wirtschaftlich und beruflich bei einer Scheidung meist scheitert, dürfte niemanden wundern. Hierfür allerdings ein Sprungtuch aufzuspannen, ist wohl der falsche Weg.

500 Seiten Kommentare in Ihrem Profil

An normalen Arbeitstagen 15-20 Stueck zwischen 8-17 Uhr. JederRaucher mit diesem Pensum könnte einem leid tun und würde wohl bald vom Arbeitgeber gefeuert werden. Sowohl Arbeitgeber als auch die sich selbst betreuenden jungen Teenager kann man ja nach ihrer Meinung fragen.
Aber das alles ist ja Ihre Sache.
Was ich daneben finde, ist das Sendungsbewusstsein, mit dem Sie die Verantwortung ausschließlich bei den Frauen sehen und die gesellschaftlichen Missstände leugnen.

Wieso so persönlich?

Die Ansicht, dass es machbar ist teile ich mit denen, die es ebenfalls leben und in meinem Umfeld erlebe ich diverse davon.

Da sind Frauen bei, die mit ihrem Mann in den frühen 70ern solche Teilungen der Aufgaben lebten, um Kinder aufzuziehen und beide im Beruf zu verbleiben und es sind die dabei, die in unserer Firma derzeit erste oder zweite Kinder bekommen oder gerade haben.

Das ist nicht mein Ding sondern eins, das ich in anderen Ländern ebenfalls sah.

Meine Postings sind mitnichten zwischen 8 und 17 Uhr zu finden. Es gibt welche, die nachts in der Küche entstehen und andere, die morgens um 5 getippt wurden und das meist an 7 Tagen in der Woche, wenn es gerade dazwischen paßt. Aber das wird bei der Analyse meiner Postings bestimmt noch zutage befördert.

In diesem Sinne - viel Erfolg!

Bewusstseinsänderung

Da muss sich nicht nur von der Seite der Frauen, sondern auch von der Seite der Männer einiges ändern...
Viele gehen immer noch automatisch davon aus, dass sie sich auch mit Kindern oder pflegebedürftiger Angehöriger voll auf die Karriere konzentrieren können - sie haben ja geheiratet.
Verantwortung für alle "häuslichen " Belange übernimmt damit die Frau und wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, kann die dann auch ein bisschen arbeiten gehen. Man ist ja fortschrittlich.
Wenn ihr Mann für die Arbeit (Kinderbetreung+ Haushaltsführung+ Altenpflege) die sie verrichtet hat hätte bezahlen müssen wäre ihn das wohl ganz schön teuer gekommen.
Er hat also dreißig Jahre lang den "Rücken frei gehalten" bekommen, gearbeitet und bekommt dafür nun Rente. Und sie?
hat auch gearbeitet - ist nur nicht dafür bezahlt worden und muss jetzt sehen wie sie klarkommt.
Das ist ungerecht.

Ein Ehemann, der sich darauf verläßt, dass seine Frau...

alles allein macht, was nicht mit Erwerbsarbeit zu tun hat, kann dies nur, wenn er entweder nicht mit ihr spricht, um dann, wenn es soweit ist, festzustellen, dass er von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist, weil seine Frau nicht vorhatte, Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Wohnräume... allein zu versorgen, während er einer Erwerbsarbeit nachgeht.

Oder aber man hat sich abgesprochen und dann ist es in beiderseitigem Interesse, die Frau hat die Informationen, die es in unserer Gesellschaft kostenfrei gibt über all das, was dieses Thema angeht und sie nimmt all das in Kauf.

Ich gehe davon aus, dass Menschen, die eine Familie gründen, dies auch mit einem Gespräch über Perspektiven und Ideen für ein Zusammenleben einleiten und miteinander in Kontakt bleiben, sodass man sich austauscht, ob eine Zukunftsplanung für alle Beteiligten von Vorteil ist.

Man kann den Rücken nur frei haben, wenn ein anderer dies freiwillig tut.

Einstellung ändern?

Die Einstellung von jungen Frauen muss sich ändern? Warum wollen Sie eigentlich ihr eigenes Modell allen anderen Frauen auch überstülpen (mich eingeschlossen)? Was fällt Ihnen eigentlich ein?

Eine Ehe ist ein Vertrag. Dieser Vertrag wurde vom Gesetzgeber rückwirkend zu Lasten der Frauen geändert. Haben Sie schon mal was von Vertrauensschutz gehört?

Ich kann jeder jungen Frau, die ihre Kinder selbst erziehen möchte(o wie unverfroren, das ist doch nicht mehr "zeitgemäß") nur raten, schleunigst einen Ehevertrag abzuschließen und die frühere gesetzliche Regelung zu vereinbaren.

Ich kann Menschen nicht verstehen, die mit geradezu missionarischem Eifer, anderen Menschen deren Lebensentwürfe vorschreiben wollen. Es gibt viele Wege und nicht nur den Weg, den Sie für sich als richtig erkannt haben. Was für Sie richtig ist, kann für andere grundfalsch sein.

Oder halten Sie, weil Sie beispielsweise Schuhgröße 39 haben, diese Schuhgröße für das Ideal und möchten andere Schuhgrößen am liebsten abschaffen?

Zum Schluß noch ein Zitat von Friedrich List:

"Wer Schweine erzieht ist ein produktives, wer Menschen erzieht ein unproduktives Mitglied der Gesellschaft!"

Gerne auch Hausfrauenehen...

wenn frau sich das leisten kann und für sich dabei aufkommt oder sich selbst die Garantie gibt, dass ihre Ehe bei den Scheidungsquoten hält und sie nicht eines Tages zu denen gehört, die die Scheidung einreichen.

Ich habe gar nichts dagegen, wenn Menschen privatisieren und auf eine Arbeit gegen Geld verzichten. Allerdings sollen sie dann nicht von anderen die Finanzierung ihres Lebenstraums fordern.

Im übrigen erziehen auch erwerbstätige Eltern ihre Kinder. Diesen Aspekt finde ich doch sehr vernachlässigt, da uns das keiner abnimmt, selbst wenn die Kinder in eine Ganztagsschule gehen.

Erzogen wird zu Hause, das weiß jeder im In- und Ausland, weshalb man immer wieder den Einfluß des Elternhauses betont.

Wie meinen?

"Ich habe gar nichts dagegen, wenn Menschen privatisieren und auf eine Arbeit gegen Geld verzichten. Allerdings sollen sie dann nicht von anderen die Finanzierung ihres Lebenstraums fordern." Zitatende

Nochmal - die Ehe ist ein Vertrag. Ich sprach davon, das Ehefrauen, die bei den Kindern bleiben wollen, einen Ehevertrag abschließen sollten. Das ist deren private Angelegenheit mit deren Männern.

Was bitteschön haben Sie damit zu tun? Sie finanzieren gar nichts in diesem Zusammenhang! Im Gegenteil - lieber finanziert der Ex-Mann die Ex-Frau, als der Steuerzahler das Existenzminium der Ex-Frau!

[...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie höflich. Danke. Die Redaktion/sc

Mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate

wie das von F. List zu argumentieren gleicht dem Aufstellen von Nebelkerzen.

"Nach List ist „die Kraft, Reichtümer zu schaffen… demnach unendlich wichtiger als der Reichtum selbst“. Sein Ausspruch „Wer Schweine erzieht, ist [nach der Werttheorie] ein produktives, wer Menschen erzieht, ein unproduktives Mitglied der Gesellschaft.“ ist Kritik an Adam Smith, der Dienstleistungen als „unproduktive Arbeit“ bezeichnete."
(wikipedia)

Die WiWis heute verstehen List als Vorläufer der Humankapitaltheorie, die Nazis vereinnahmten ihn als Großraumwirtschaftstheoretiker, tatsächlich dürfte es schwierig sein den Mann der seinerzeit für die Entfaltung der Industriealisierung - und damit für Freisetzung männl. Arbeitskraft auf Kosten der somit der Reproduktion (!)derselben zugeordneten weiblichen - plädierte in einen kausalen Bezug zur heutigen Altersarmut von Frauen/Müttern zu setzen. In einem derart enthistorisierten Kontext von weibl. Wahlfreiheit bei den Lebensentwürfen auszugehen bzw. diese als anzunehmender Ausgangspunkt zu postulieren ist entweder weltfremd, oder erscheint mindestens rückwärtsgewandt, wenn nicht reaktionär.

Wenn Frauen sich in trad. Lebensentwürfe einwählen, in deren Verlauf am Ende eine unter den Vorzeichen einer Scheidungswahrscheinlichkeit von ca. 50% im Falle dieses Falles eine vorhersagbare Altersarmut steht, dann stimmt etwas an diesen Enwürfen, der seit 2008 auf Kosten der Allgemeinheit geht - sprich die Gatten entlastet - etwas grundsätzlich nicht.

m.

Klar ist die Ehe ein Vertrag...

und während der Hausfrauenehe ist sie versorgt, soweit der Mann Potential hat. Nach der Ehe ist die Versorgung begrenzt, wie das Gesetz es vorsieht und zwei autonome Wesen können ihren Weg gehen.

Soweit ich im Verlauf der Diskussion um die Gesetzesreform mitbekam, ging es unter anderem darum, dass Menschen auch nach einer gescheiterten Ehe einen Neustart wagen können und es wurde der Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeit vieler Frauen Rechnung getragen.

Dass es eine Dauerversorgung geben soll, ist soweit verstanden habe, nicht gewollt.

Ich muss nichts rechtfertigen, mir ist es gleichgültig, ob ein Mensch einen anderen gern finanziert oder sein Geld für Hobbys, Altersversorgung oder Bedürftige ausgibt.

Für mich ist das gleichgültig, so lange man nicht dauerhaft Nicht-Versorgte, die ihren Lebensentwurf als Hausfrau leben möchten, weiterhin per Transferleistung finanziert.

Ich finde, dass sich hier die Gesetzeslage in die richtige Richtung entwickelt und hoffe, dass es zu einem langfristigen Impuls bei den Frauen führt.

Und wenn ich Sie nerve, würde ich einfach zum Drüberscrollen raten und die persönlichen Angriffe unterlassen, denn die haben mit dem Thema wenig zu tun.

Obwohl... sie erinnern mich an so manche Boshaftigkeiten, die mir vor wenigen Jahren noch Hausfrauen in Kita, auf Spielplätzen oder in der Grundschule an den Kopf warfen, vermutlich um ihr Gefühlsleben ins Gleichgewicht zu bringen...

Satire?

"Vielleicht erkennen ja diejenigen, die sich noch letzte Woche vehement gegen die "Strafabgabe" für Kinderlose gewehrt haben, anhand dieses Artikels, wozu diese Abgabe verwendet werden könnte/müsste."--- Welch schöner Satz.
Sie glauben doch nicht im Ernst das eine neue Steuer denjenigen zu Gute kommt die das Geld benötigen?
Nein, eine neue Steuer wird nichts bringen.
Es wäre ja möglich das vorhandene Geld gerecht zu verteilen, statt wie jetzt mit der Gieskanne.
Warum erhalten denn Familien mit Jahreseinkommen von 100.000,-€ und mehr Kindergeld?
Zudem bedeutet Kinderlos nicht gleich das man sich nicht um Kinder kümmert.
Ich unterstütze meine Schwester (2Kinder), meine Ex-Freundin (2 Kinder, beide nicht von mir) und meine jetzige Freundin (1 Kind, nicht von mir). Also 5 Kinder die nirgends auftauchen wo die Väter keine "Strafsteuer" für zahlen und ich sehr wohl.
Klingt sehr unausgegoren.

Das mit dem Kindergeld stimmt nicht... sie erhalten es nicht

denn wenn man ein hohes Einkommen hat, erhält man aufgrund der Günstigerprüfung des Finanzamt den Kinderfreibetrag und nicht das auf einen Festbetrag gesetzte Kindergeld.

Neu ist das nicht und das steuerfreie Existenzminimum ist nicht von der Höhe des Einkommens der Eltern abhängig. Das steht Eltern zu, weil sie die Existenz des Kindes sichern und diese steuerfrei sein muss.

Das ist höchstrichterlich ausgeurteilt und Kindergeld ist kein Geschenk für Menschen mit Kindern.

Die Frage ist also völlig unsinnig, da das Grundgesetz hierbei zu befragen war und das Bundesverfassungsgericht sich damit bereits beschäftigte.

Mann informiert Euch doch mal besser!

Familien mit 100000 Euro und mehr erhalten kein Kindergeld.
Woher wissen Sie das? Diese Leute erhalten einen steuerlichen Kinderfreibetrag wie jeder kleine arme Schlucker auch, wenn die Steuerrückzahlung aus diesem Freibetrag größer ist - weil sie nunmal relativ !!!vielmehr!!! Steuern bezahlen - als das "zustehende" Kindergeld wird dieses gestrichen!!! Und das geschieht schon weit unter 100OOO Einkommen, so bei ca bei 50- 60 Tausend. Deshalb ist auch eine Abschaffung des Kindergeldes so problematisch. Der Steuerfreibegtrag für Kinder ist verfassungsgerichtlich vorgeschrieben. Wofür kriegt man nicht sonst so einen Steuerfreibetrag? z.B. fürs Autofahren
zur Arbeit,für den Rentenbezug, für das Altwerden,für pardon
Behinderung, usw.usw. usw. Mir ist klar, dass viele Abgeordnete, -vor allem der linken, sozialen Parteien - das auch nicht wissen.
Seid mal alle etwas sachlicher und äußert Euch verdammt
noch mal etwas informierter. Wissen ist immer noch Macht
Auch und gerad für die "kleinen" Leute.