AltersarmutArm, alt, weiblich

Vielen Frauen mittleren Alters in Deutschland droht Altersarmut. Sie haben für die Familie ihren Job aufgegeben und werden nun vom neuen Unterhaltsrecht bestraft.

Wenn Jutta Hoffmann in zwei Jahren aufhört zu arbeiten, muss die Altenpflegerin mit etwas mehr als 800 Euro im Monat auskommen. So hoch wird die Rente der heute 63-Jährigen sein – und das, obwohl Hoffmann in den vergangenen 20 Jahren berufstätig war, drei Kinder groß gezogen und ihrem Mann fast 30 Jahre lang den Haushalt geführt hat. 2008 wurde sie nach fast drei Jahrzehnten Ehe geschieden. Auf Unterhalt vom Exmann zusätzlich zur schmalen Rente kann Hoffmann nicht hoffen.

Denn seit 2008 gibt es in Deutschland ein neues Unterhaltsrecht. Darin ist ein grundsätzlicher Versorgungsunterhalt bis zum Lebensende für Geschiedene nicht mehr vorgesehen. Der finanziell stärkere Partner soll den schwächeren zwar unterstützen – aber ob, wie viel und wie lange es Unterhalt gibt, entscheidet das Gericht.

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Anspruch auf Unterhalt besteht, wenn ein gemeinsames Kind im Alter von unter drei Jahren beim Expartner lebt. Aber auch dann muss nachgewiesen werden, dass das Kind nicht anderweitig betreut werden kann und deshalb eine Berufstätigkeit nicht möglich ist. In allen anderen Fällen ist der Unterhaltsanspruch nur sehr schwer durchsetzbar. Es gilt die sogenannte nacheheliche Eigenverantwortung. Mehr noch: Ob lange oder kurze Ehen, Ehen mit oder ohne Kindern – alle werden gleich behandelt. Gültig ist das neue Unterhaltsrecht für alle Ehen, die nach 1977 geschieden wurden. Es führt damit eine ganze Frauengeneration in die Altersarmut, denn es sind nach wie vor die Frauen, die wegen der Familie im Beruf aussetzen oder zurückstecken – und nach der Ehe der finanziell schwächere Partner sind.

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

"Das neue Unterhaltsgesetz ist eine Katastrophe", sagt Jutta Wagner, Präsidiumsmitglied des Deutschen Juristinnenbund (DJB). Der DJB hatte schon frühzeitig auf die negativen Auswirkungen der Gesetzesnovellierung aufmerksam gemacht – vergeblich.

Wenig Vorsorgemöglichkeit als Zuverdienerin

Wagner ist Familienanwältin. In ihrer Kanzlei sitzen Frauen wie Jutta Hoffmann, die nach einer langjährigen Ehe große finanzielle Probleme plagen. Den Job haben sie für die Familie aufgegeben, allenfalls später einen Teilzeitjob angenommen. In die Rentenkasse haben sie deshalb kaum eingezahlt. Während der unbereinigte Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen 23 Prozent beträgt, ist die Einkommensdifferenz zwischen Rentnerinnen und Rentnern noch größer: Frauen haben im Alter im Durchschnitt 59,6 Prozent weniger als Männer. 

Jutta Hoffmann hat 1978 geheiratet und wurde schnell Mutter. Sie unterbrach ihre Berufstätigkeit, um die drei Kinder zu versorgen. Als die aus dem Gröbsten raus waren, wollte Hoffmann wieder arbeiten gehen, aber der Schwiegervater wurde pflegebedürftig. Erst Ende der 1990er Jahre kehrte Hoffmann in den Beruf zurück. Doch nach so langer Abwesenheit fand sie keine Stelle als Krankenschwester. Also nahm sie einen Teilzeitjob als Altenpflegerin an – und zahlte damit endlich wieder ins Rentensystem ein. Eine private Altersvorsorge hat sie nie abgeschlossen. "Ich dachte ja, dass die Lebensversicherung meines Mannes uns beide absichern würde", sagt sie.

Doch es kam anders. Nach fast 30 Jahren scheiterte die Ehe. Hoffmanns Exmann hat noch einmal geheiratet und eine neue Familie gegründet. Einen Unterhaltsanspruch konnte seine Exfrau vor Gericht nicht durchsetzen. Denn die Kinder sind erwachsen und Hoffmann arbeitet seit der Trennung wieder Vollzeit.

Mit der Rente droht ihr nun die Armut. Wie sie mit 800 Euro pro Monat über die Runden kommen soll, weiß sie nicht. Allein ihre kleine Wohnung kostet 550 Euro Warmmiete. Bleiben 250 Euro für Telefon, Strom, Essen, Kleidung, Medikamente und sonstiges. "Ich werde aufstockend Hartz IV beantragen und hoffen, dass meine Kinder mich unterstützen", sagt Hoffmann.

Leserkommentare
  1. ... zur Haushaltsführung und Kinderbetreuung.

    19 Leserempfehlungen
    Antwort auf "......"
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    Klar, gerne noch mehr Familienarbeit, wenn Frau von Heute nur dauerhaft bereit ist, dass zusätzliches Geld "reinkommt" und Mann im Gegenzug beruflich etwas kürzer treten kann....bzw darf.
    Es ist das Crux der modernen Gesellschaftr und Emanzipation, dass Frauen arbeiten müssen! Auch in weniger tollen Jobs und v.a langfristig bis zum Rentenalter. Dies ist sicher in der Breite so noch nicht angekommen.

    Der Artikel ist doch arg oberflächlich und bedient voll die armen Frauenopferrolle. Ohne Kenntnis des Einkommens des EX-MAnnes zum Vergleich ist der Beitrag "wertlos".
    Und(Ex)Frauen oder Witwen von Zahnärtzen, Anwälten und höheren Beamten werden davon sicher nicht betroffen sein.

    Als ob es keinen alten armen Männer gäbe, mal davon abgesehen, dass Männer im Durchschnitt gar nicht so alt werden, vermutlich weil sie es im Leben so easy hatten.

    Meine Mutter ist über 70 Jahre und arbeitet trotz bemessener Rente noch (freiwillig) weil Sie eine Aufgabe braucht und gerne arbeitet. Trotz Kinder und einem traditionellen Familienmodell hat sie (fast) immer (Teilzeit)gearbeitet. Mein Vater war zwar Hauptverdiener mit ordentlicher Rente, ist aber berufsbedingt gesundheitlich sehr schwer angeschlagen.

    Sehr geehrte Frau Groll Altersarmut ist nicht nur weilblich! Und das Problem wird künftig aufgrund der Demografie genderkorrekt zunehmen. Verschärft durch Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnbereich, befristete Arbeitesverhältnisse mit Zeiten ohne Arbeit usw.

    • micold
    • 24.02.2012 um 18:15 Uhr

    das habe ich gemacht und stehe jetzt als Mann vor einer Zukunft wie hier für die Frauen beschrieben ...

    Klar, gerne noch mehr Familienarbeit, wenn Frau von Heute nur dauerhaft bereit ist, dass zusätzliches Geld "reinkommt" und Mann im Gegenzug beruflich etwas kürzer treten kann....bzw darf.
    Es ist das Crux der modernen Gesellschaftr und Emanzipation, dass Frauen arbeiten müssen! Auch in weniger tollen Jobs und v.a langfristig bis zum Rentenalter. Dies ist sicher in der Breite so noch nicht angekommen.

    Der Artikel ist doch arg oberflächlich und bedient voll die armen Frauenopferrolle. Ohne Kenntnis des Einkommens des EX-MAnnes zum Vergleich ist der Beitrag "wertlos".
    Und(Ex)Frauen oder Witwen von Zahnärtzen, Anwälten und höheren Beamten werden davon sicher nicht betroffen sein.

    Als ob es keinen alten armen Männer gäbe, mal davon abgesehen, dass Männer im Durchschnitt gar nicht so alt werden, vermutlich weil sie es im Leben so easy hatten.

    Meine Mutter ist über 70 Jahre und arbeitet trotz bemessener Rente noch (freiwillig) weil Sie eine Aufgabe braucht und gerne arbeitet. Trotz Kinder und einem traditionellen Familienmodell hat sie (fast) immer (Teilzeit)gearbeitet. Mein Vater war zwar Hauptverdiener mit ordentlicher Rente, ist aber berufsbedingt gesundheitlich sehr schwer angeschlagen.

    Sehr geehrte Frau Groll Altersarmut ist nicht nur weilblich! Und das Problem wird künftig aufgrund der Demografie genderkorrekt zunehmen. Verschärft durch Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnbereich, befristete Arbeitesverhältnisse mit Zeiten ohne Arbeit usw.

    • micold
    • 24.02.2012 um 18:15 Uhr

    das habe ich gemacht und stehe jetzt als Mann vor einer Zukunft wie hier für die Frauen beschrieben ...

    • bukoca
    • 24.02.2012 um 15:20 Uhr

    Ihre Einstellung zum Thema Vereinbarkeit von Berrufstaetigkeit und Familie haben Sie ja bereits in sehr vielen Kommentaren hier bei der ZEITverbreitet. Da Sie dann sowohl vormittags als auch am Wochenende zu unterschiedlichen Zeiten kommentieren, gehe ich mal davon aus, dass Sie zumindest in dieser Zeit weder für Ihren Arbeitgeber schuften, noch allzu intensiv Ihre Kinder betreuen. Könnte es also sein, dass Sie vielleicht entweder einen sehr ruhigen Job haben, oder tolle Hilfe bei der Kinderbetreuung, oder beides? Auf jeden Fall ist es sehr unangenehm, immer wieder so verallgemeinernde Statements von Ihnen lesen müssen, wie toll das doch alles klappt und man muss sich nur anstrengen. Das wird der Lage der meisten Frauen nicht gerecht. Die Benachteiligung von Frauen und die drohende Altersarmut wird in dem Artikel jedenfalls treffend beschrieben. Passt auch genau zu den neoliberalen Entwicklungen der vergangenen Jahre.

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    nur in einer Umgebung lebend und arbeitend, in der viele Möglichkeiten gegeben sind, online zu sein und mit der Fähigkeit ausgestattet sehr schnell zu tippen.

    Wenn andere Zigarettenpausen nehmen und dazu das Gebäude verlassen müssen oder abends vor dem TV-Gerät Hernn Gottschalk folgen, tippe ich ein wenig, weil ich Spass daran hab und das im Vorbeigehen.

    Das zu bewerten und von "schuften" zu schreiben, als ginge es drum, von Hand Bahnschienen zu verlegen, ist reichlich daneben. Was allerdings stimmt, ist die Betreuung der Kinder. Diese betreuen sich mittlerweile als junge Teenager selbst, wenn sie aus der Schule kommen und erwarten auch keine Mutter, die an der Tür steht und auf Aufgaben hofft.

    Ich kenne viele Frauen, die so leben. Einige haben Hilfe durch Verwandte, andere durch eingekaufte Leistungen und wieder andere leben dieses Leben durch eine gerechte Aufteilung mit dem Mann und Vater der Kinder.

    Die Benachteiligung und Altersarmut wird meiner Ansicht nach vielfach selbst verursacht, weil auf eine eheliche Versorgung gehofft wird, die nicht gewährleistet ist und viele Frauen die Finger von Finanzen lassen, selbst wenn es ihre eigene Zukunft betrifft.

    Dass ein solches Leben wirtschaftlich und beruflich bei einer Scheidung meist scheitert, dürfte niemanden wundern. Hierfür allerdings ein Sprungtuch aufzuspannen, ist wohl der falsche Weg.

    • tobmat
    • 24.02.2012 um 15:40 Uhr

    Wie gut oder schlecht Beruf udn Familie für Frauen vereinbar ist, sieht man an der im Artikel benannten Verteilung.

    "Die Forscher fanden heraus, dass nicht nur die älteren Frauen, sondern auch die in den 1960er Jahren geborenen nur geringe Rentenansprüche haben. Insgesamt 41 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Frauen dieser mittleren Generation werden weniger als die Grundversorgung von 680 Euro im Monat erhalten."

    Tja im Osten war Beruf und Familie erstaunlicherweise besser mit einander vereinbar als im Westen. Was sich in der Verteilung auch deutlich wiederspiegelt. Es geht also durchaus.

    nur in einer Umgebung lebend und arbeitend, in der viele Möglichkeiten gegeben sind, online zu sein und mit der Fähigkeit ausgestattet sehr schnell zu tippen.

    Wenn andere Zigarettenpausen nehmen und dazu das Gebäude verlassen müssen oder abends vor dem TV-Gerät Hernn Gottschalk folgen, tippe ich ein wenig, weil ich Spass daran hab und das im Vorbeigehen.

    Das zu bewerten und von "schuften" zu schreiben, als ginge es drum, von Hand Bahnschienen zu verlegen, ist reichlich daneben. Was allerdings stimmt, ist die Betreuung der Kinder. Diese betreuen sich mittlerweile als junge Teenager selbst, wenn sie aus der Schule kommen und erwarten auch keine Mutter, die an der Tür steht und auf Aufgaben hofft.

    Ich kenne viele Frauen, die so leben. Einige haben Hilfe durch Verwandte, andere durch eingekaufte Leistungen und wieder andere leben dieses Leben durch eine gerechte Aufteilung mit dem Mann und Vater der Kinder.

    Die Benachteiligung und Altersarmut wird meiner Ansicht nach vielfach selbst verursacht, weil auf eine eheliche Versorgung gehofft wird, die nicht gewährleistet ist und viele Frauen die Finger von Finanzen lassen, selbst wenn es ihre eigene Zukunft betrifft.

    Dass ein solches Leben wirtschaftlich und beruflich bei einer Scheidung meist scheitert, dürfte niemanden wundern. Hierfür allerdings ein Sprungtuch aufzuspannen, ist wohl der falsche Weg.

    • tobmat
    • 24.02.2012 um 15:40 Uhr

    Wie gut oder schlecht Beruf udn Familie für Frauen vereinbar ist, sieht man an der im Artikel benannten Verteilung.

    "Die Forscher fanden heraus, dass nicht nur die älteren Frauen, sondern auch die in den 1960er Jahren geborenen nur geringe Rentenansprüche haben. Insgesamt 41 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Frauen dieser mittleren Generation werden weniger als die Grundversorgung von 680 Euro im Monat erhalten."

    Tja im Osten war Beruf und Familie erstaunlicherweise besser mit einander vereinbar als im Westen. Was sich in der Verteilung auch deutlich wiederspiegelt. Es geht also durchaus.

  2. "Das neue Unterhaltsgesetz ist eine Katastrophe", sagt Jutta Wagner, Präsidiumsmitglied des Deutschen Juristinnenbund (DJB). "

    Nein, es ist keine Katastrophe. Es ist dann eine Katastrophe, wenn eine Frau meint, eine Versorgerehe eingehen zu müssen. Lebenslanges Cappo-Trinken ist halt nicht mehr, es sei denn, die Ehe hält ein Leben lang.

    Das neue Unterhaltsgesetz bietet der Frau eine reelle Chance, sich für ihre Rechte bezüglich Beruf und Familie einzusetzen. Soll heißen, auch der Mann ist in der Pflicht, Abstriche zu machen, wenn es um Beruf und Karriere geht. Eine Ehe mit Kind muss in Zukunft individuelle zwischen den Partner ausgehandelt werden, denn es gibt eben keinen lebenslangen Anspruch mehr auf Unterhalt, wird die Ehe geschieden. Und das ist gut so!

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    • niebla
    • 24.02.2012 um 20:14 Uhr

    ...Hausfrauen sind also alle faul und trinken den ganzen Tag Cappuchino und naiv sind sie sowieso, weil sie ja an den Bund der Ehe geglaubt haben. Im ersten Punkt können die sich ja mit den Arbeitslosen zusammentun, die sitzen ja auch nur rum und trinken Bier.

    Ich kenne die beschrieben Situation nur zu gut, da ich sie mir des öfteren von meiner Mutter anhören kann und ich kann nur sagen, dass ihre Vergangenheit absolut nichts mit rumsitzen und Cappo trinken zu tun hat. Zwar kann man aus heutiger Sicht sicherlich sagen, dass es naiv war daran zu glauben, dass man ein Leben lang vom Ehemann finanziert wird (für Kinder groß ziehen, Haushalt schmeißen und unentgeltlich in der Firma des Ehemanns mitarbeiten, damit die sich über Wasser hält gibts ja leider nichts) aber hinterher weiss man immer mehr. Die Menschen, die in dieser Situation stecken hatten einfach noch einen anderen Lebensentwurf, dass es plötzlich mal nicht mehr so funktioniert wie bei den eigenen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. konnte ja keiner ahnen.

    In meinen Augen ist es ziemlich anmaßend sich ein solches Urteil darüber zu erlauben wie es zu dieser Situation kommen konnte.

    • niebla
    • 24.02.2012 um 20:14 Uhr

    ...Hausfrauen sind also alle faul und trinken den ganzen Tag Cappuchino und naiv sind sie sowieso, weil sie ja an den Bund der Ehe geglaubt haben. Im ersten Punkt können die sich ja mit den Arbeitslosen zusammentun, die sitzen ja auch nur rum und trinken Bier.

    Ich kenne die beschrieben Situation nur zu gut, da ich sie mir des öfteren von meiner Mutter anhören kann und ich kann nur sagen, dass ihre Vergangenheit absolut nichts mit rumsitzen und Cappo trinken zu tun hat. Zwar kann man aus heutiger Sicht sicherlich sagen, dass es naiv war daran zu glauben, dass man ein Leben lang vom Ehemann finanziert wird (für Kinder groß ziehen, Haushalt schmeißen und unentgeltlich in der Firma des Ehemanns mitarbeiten, damit die sich über Wasser hält gibts ja leider nichts) aber hinterher weiss man immer mehr. Die Menschen, die in dieser Situation stecken hatten einfach noch einen anderen Lebensentwurf, dass es plötzlich mal nicht mehr so funktioniert wie bei den eigenen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. konnte ja keiner ahnen.

    In meinen Augen ist es ziemlich anmaßend sich ein solches Urteil darüber zu erlauben wie es zu dieser Situation kommen konnte.

  3. "Die Gesellschaft wandelt sich. Frauen müssen für sich selbst sorgen..."

    Tja, lieber "Vater" Staat, und genau das tun junge Frauen heute - sie sorgen für sich SELBST. Und zwar nur und ausschließlich für sich selbst. Sie kriegen keine Kinder mehr, denn das zählt ja nichts in unserer nutzenmaximierten Welt des modernen homo oeconomicus. Jeder ist sich nun selbst der Nächste und in einem solchen Klima ist wenig Platz für etwas derart Irrationales wie Kinder und Familie.

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  4. Vielleicht erkennen ja diejenigen, die sich noch letzte Woche vehement gegen die "Strafabgabe" für Kinderlose gewehrt haben, anhand dieses Artikels, wozu diese Abgabe verwendet werden könnte/müsste.

    Das zugrundeliegende Problem ist immer dasselbe:

    Solange sich die "Familienförderung" in Deutschland darauf beschränkt, das Existenzminimum der Kinder per Kindergeld steuerfrei zu stellen, und solange sich die Kinder nicht um ihre eigenen Mütter (und Väter) kümmern können, weil das dazu erforderliche Geld von der Rentenversicherung abgesaugt und kinderlosen Rentenanwärtern zugeschustert wird, werden Familien in Deutschland ausgebeutet.

    15 Leserempfehlungen
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    Wenn sich Frauen entscheiden, sich auf ihren Ehemann zu verlassen und mit oftmals nur einem Kind ihren Beruf zu verlassen, um Heim und Garten zu betreuen, haben die Kinderlosen damit zunächst nichts zu tun und eine Kompensation über diesen Weg hielte ich für falsch.

    Vor allem, wenn ich sehe, dass es auch mit Arbeit und Kind gut geht.

    Für mich geht es in diesem Zusammenhang bei den jüngeren Frauen um einen Perspektivwechsel, der weg geht von dem Ausblenden jeglicher Finanzfragen, die die eigene Versorgung überblicken lassen.

    Die Sprüche "ich hab gedacht, mein Mann hätte/würde..." sind heute noch so gebräuchlich wie in der derzeitigen Rentnerinnen- oder Fast-Rentnerinnengeneration.

    Und da müßte sich von Seiten der Frauen noch einiges ändern.

    "Vielleicht erkennen ja diejenigen, die sich noch letzte Woche vehement gegen die "Strafabgabe" für Kinderlose gewehrt haben, anhand dieses Artikels, wozu diese Abgabe verwendet werden könnte/müsste."--- Welch schöner Satz.
    Sie glauben doch nicht im Ernst das eine neue Steuer denjenigen zu Gute kommt die das Geld benötigen?
    Nein, eine neue Steuer wird nichts bringen.
    Es wäre ja möglich das vorhandene Geld gerecht zu verteilen, statt wie jetzt mit der Gieskanne.
    Warum erhalten denn Familien mit Jahreseinkommen von 100.000,-€ und mehr Kindergeld?
    Zudem bedeutet Kinderlos nicht gleich das man sich nicht um Kinder kümmert.
    Ich unterstütze meine Schwester (2Kinder), meine Ex-Freundin (2 Kinder, beide nicht von mir) und meine jetzige Freundin (1 Kind, nicht von mir). Also 5 Kinder die nirgends auftauchen wo die Väter keine "Strafsteuer" für zahlen und ich sehr wohl.
    Klingt sehr unausgegoren.

    Wenn sich Frauen entscheiden, sich auf ihren Ehemann zu verlassen und mit oftmals nur einem Kind ihren Beruf zu verlassen, um Heim und Garten zu betreuen, haben die Kinderlosen damit zunächst nichts zu tun und eine Kompensation über diesen Weg hielte ich für falsch.

    Vor allem, wenn ich sehe, dass es auch mit Arbeit und Kind gut geht.

    Für mich geht es in diesem Zusammenhang bei den jüngeren Frauen um einen Perspektivwechsel, der weg geht von dem Ausblenden jeglicher Finanzfragen, die die eigene Versorgung überblicken lassen.

    Die Sprüche "ich hab gedacht, mein Mann hätte/würde..." sind heute noch so gebräuchlich wie in der derzeitigen Rentnerinnen- oder Fast-Rentnerinnengeneration.

    Und da müßte sich von Seiten der Frauen noch einiges ändern.

    "Vielleicht erkennen ja diejenigen, die sich noch letzte Woche vehement gegen die "Strafabgabe" für Kinderlose gewehrt haben, anhand dieses Artikels, wozu diese Abgabe verwendet werden könnte/müsste."--- Welch schöner Satz.
    Sie glauben doch nicht im Ernst das eine neue Steuer denjenigen zu Gute kommt die das Geld benötigen?
    Nein, eine neue Steuer wird nichts bringen.
    Es wäre ja möglich das vorhandene Geld gerecht zu verteilen, statt wie jetzt mit der Gieskanne.
    Warum erhalten denn Familien mit Jahreseinkommen von 100.000,-€ und mehr Kindergeld?
    Zudem bedeutet Kinderlos nicht gleich das man sich nicht um Kinder kümmert.
    Ich unterstütze meine Schwester (2Kinder), meine Ex-Freundin (2 Kinder, beide nicht von mir) und meine jetzige Freundin (1 Kind, nicht von mir). Also 5 Kinder die nirgends auftauchen wo die Väter keine "Strafsteuer" für zahlen und ich sehr wohl.
    Klingt sehr unausgegoren.

  5. Wann wird der Vollzeitjob Mutter eigentlich endlich mal als Berufsbezeichnung verankert und dementsprechend mit Rentenbeiträgen und Burnoutausfallhonorar vergütet? Ich kenne nur knallhart arbeitende Working Mums, mich selber eingeschlossen, knapp unter 40, verheiratet, 2 kl. Kinder, die nicht meckern, oder stöhnen, wie die oftmals weniger belastbaren Gatten, sondern ihren Turn machen. Wir schuften rund um die Uhr und haben gar keine Zeit und Energie, uns auch noch groß über die finanzielle Versorgung im Alter Gedanken zu machen. Zu fordern, das sollten wir nun bitteschön auch noch bedenken, sonst sind wir am Ende womöglich selber Schuld, ist schlichtweg unverschämt!

    15 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Das alte Problem... "
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    die in den 50ern oder 60ern mit mehreren Kindern lebten, ihre Wäsche im Keller aufkochen und zuvor einweichen mußten und ohne all den heutigen Komfort lebten.

    Wenn ich das lese, weiß ich nicht, ob ich lachen soll oder das ernst nehmen, denn bei all den Frauen mit kleinen Kindern kenne ich keine, die "schuften rund um die Uhr" oder ähnliches.

    Es kommt der Eismann mit dem Fertigfutter oder man holt es vom Supermarkt, es gibt all die Hausgeräte, die normalerweise in Haushalten zu finden sind und dass dabei keine Zeit sein soll, sich mal Gedanken zu machen und einen Termin zur Finanzvorsorge mit -analyse des Ist-Zustands zu machen, ist für mich einfach nur lächerlich.

    Das kann man sogar tun, während man schwanger ist und sich überlegt, wie das Leben aussehen soll, das man führen wird oder sogar noch davor. Man darf nur nicht für alles Ausreden suchen und hinterher jammern, dass man schließlich mit zwei Kindern völlig überlastet war und keine Zeit hatte, Fragen zu stellen...

    • kimiko
    • 24.02.2012 um 17:05 Uhr

    “Wir schuften rund um die Uhr und haben gar keine Zeit und Energie, uns auch noch groß über die finanzielle Versorgung im Alter Gedanken zu machen. Zu fordern, das sollten wir nun bitteschön auch noch bedenken, sonst sind wir am Ende womöglich selber Schuld, ist schlichtweg unverschämt!“

    Hmhm, die Gedanken sollten sie sich schon machen und für ihre Versorgung im Alter sorgen soviel Zeit muss sein. Im übrigen denke ich, dass mit dem Voranschreiten der Gleichberechtigung auch mehr Männer ihren Anteil im Haushalt und der Kinderpflege übernehmen und somit die Frauen auch ihren Anteil zur finanziellen Versorgung der Familie leisten können. Es mangelt vor allem an guten Kinderbetreuungsangeboten und ja auch ein wenig an der Chancengleichheit im Berufsleben für Frauen. Ich hoffe, das ändert sich in der Zukunft und Männer und Frauen kümmern sich gemeinsam um Familie und Geld.

    • ihana
    • 24.02.2012 um 21:20 Uhr

    aber nur mit entsprechender Ausbildung, Bewerbungsgesprächen, Qualitätskontrolle, Probezeit, Fortbildungen, Kündigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

    ==> (ethisch) nicht machbar?
    Dann lassen wir das lieber!

    die in den 50ern oder 60ern mit mehreren Kindern lebten, ihre Wäsche im Keller aufkochen und zuvor einweichen mußten und ohne all den heutigen Komfort lebten.

    Wenn ich das lese, weiß ich nicht, ob ich lachen soll oder das ernst nehmen, denn bei all den Frauen mit kleinen Kindern kenne ich keine, die "schuften rund um die Uhr" oder ähnliches.

    Es kommt der Eismann mit dem Fertigfutter oder man holt es vom Supermarkt, es gibt all die Hausgeräte, die normalerweise in Haushalten zu finden sind und dass dabei keine Zeit sein soll, sich mal Gedanken zu machen und einen Termin zur Finanzvorsorge mit -analyse des Ist-Zustands zu machen, ist für mich einfach nur lächerlich.

    Das kann man sogar tun, während man schwanger ist und sich überlegt, wie das Leben aussehen soll, das man führen wird oder sogar noch davor. Man darf nur nicht für alles Ausreden suchen und hinterher jammern, dass man schließlich mit zwei Kindern völlig überlastet war und keine Zeit hatte, Fragen zu stellen...

    • kimiko
    • 24.02.2012 um 17:05 Uhr

    “Wir schuften rund um die Uhr und haben gar keine Zeit und Energie, uns auch noch groß über die finanzielle Versorgung im Alter Gedanken zu machen. Zu fordern, das sollten wir nun bitteschön auch noch bedenken, sonst sind wir am Ende womöglich selber Schuld, ist schlichtweg unverschämt!“

    Hmhm, die Gedanken sollten sie sich schon machen und für ihre Versorgung im Alter sorgen soviel Zeit muss sein. Im übrigen denke ich, dass mit dem Voranschreiten der Gleichberechtigung auch mehr Männer ihren Anteil im Haushalt und der Kinderpflege übernehmen und somit die Frauen auch ihren Anteil zur finanziellen Versorgung der Familie leisten können. Es mangelt vor allem an guten Kinderbetreuungsangeboten und ja auch ein wenig an der Chancengleichheit im Berufsleben für Frauen. Ich hoffe, das ändert sich in der Zukunft und Männer und Frauen kümmern sich gemeinsam um Familie und Geld.

    • ihana
    • 24.02.2012 um 21:20 Uhr

    aber nur mit entsprechender Ausbildung, Bewerbungsgesprächen, Qualitätskontrolle, Probezeit, Fortbildungen, Kündigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

    ==> (ethisch) nicht machbar?
    Dann lassen wir das lieber!

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