Immer mehr Menschen müssen sich nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern mit einem befristeten Job begnügen. Das geht aus einer Antwort des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) an die Grünen im Bundestag hervor. Das IAB ist eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.

Nach IAB-Angaben ist die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse zwischen 2001 und 2011 von etwa 1,7 auf 2,7 Millionen gestiegen. Damit ist fast jeder zehnte Arbeitsplatz, für den eine Sozialversicherungspflicht besteht, eine befristete Stelle. Bezogen auf alle Beschäftigten in Betrieben und Behörden liegt der Anteil der befristeten Jobs bei 7,6 Prozent. Das IAB beruft sich dabei auf regelmäßige Umfragen bei rund 16.000 deutschen Firmen.

Betrachte man allein die Neueinstellungen, so zeichne sich aber eine sinkende Tendenz ab, schreiben die Arbeitsmarktforscher. So hatten 2011 etwa 45 Prozent der neu angeheuerten Kräfte eine befristete Stelle, 2009 waren es noch 47 Prozent. Im Jahr 2001 hatte dieser Wert allerdings deutlich niedriger gelegen – bei 32 Prozent. Der Umgang mit befristeten Neueinstellungen sei von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. So liege der Anteil in Informations- und Kommunikationsunternehmen bei 15 Prozent, bei öffentlichen Verwaltungen bei bis zu 68 Prozent.

Die Chance, dass aus einem befristeten Job ein Dauerarbeitsplatz wird, liegt nach IAB-Erkenntnissen etwa bei etwa 50 Prozent. Allerdings hätten sich zuletzt die Aussichten deutlich verbessert. Die Chance, über kurz oder lang auf einen Dauerarbeitsplatz zu wechseln, sei noch nie so gut wie heute. So habe im Jahr 2011 die Übernahmequote bei 56 Prozent gelegen, nach 52 Prozent im Jahr 2010 und 45 Prozent im Krisenjahr 2009. Grundsätzlich seien Frauen vom Problem befristeter Jobs stärker betroffen als Männer.