BergleuteBergbau bleibt Karriereoption

Ab 2018 wird keine Kohle mehr gefördert. Trotzdem wird es weiterhin Bergleute geben. Denn der Salzbergbau braucht Personal, zeigt der Beruf der Woche.

Es ist heiß, dunkel und über ihnen gibt es nur ein Firmament aus Stein: Der Arbeitsplatz unter Tage liegt oft mehrere hundert Meter unter der Erde.

Kaum ein Beruf ist so mit Traditionen verbunden wie der Bergbau. Kaum einer ist so hart und kaum einer gilt als weniger aussichtslos. Schichtarbeit, Dreck und Staub, hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen, fehlendes Tageslicht und körperlich anstrengende Arbeit – und der Ausstieg aus dem Kohlebergbau ab 2018. Warum sollten junge Menschen heute noch in den Bergbau gehen?

Anzeige

"Sicherlich wird es im Bergbau zukünftig nicht mehr so viele Beschäftigte geben wie noch vor 40 Jahren. Allerdings ist der Salzbergbau in Deutschland sehr aktiv. Da wird Personal benötigt. Und auch Firmen, die Schächte bauen und alte Bergwerke auffüllen, damit sie nicht einstürzen, brauchen auch in Zukunft gut ausgebildetes Personal", sagt Thomas Ahlbrecht. Er ist der technische Direktor bei Deilmann-Haniel Shaftsinking, einer Schachtbaufirma, die Schächte für Bergwerke baut. Mittlerweile drängen auch immer mehr Frauen in den Beruf. "Es ist falsch, nur von Bergmann zu sprechen", sagt Ahlbrecht.

Und so wird es auch künftig noch Bergleute – Kumpel oder Hauer – geben. Die alte Berufsbezeichnung kommt tatsächlich vom Wort "hauen". Schließlich wurde früher in Handarbeit mit der Spitzhacke in den Berg gehauen.

Maschinen statt Spitzhacke

Die Zeiten der Handarbeit sind lange vorbei. Der moderne Bergbau arbeitet mit Hightech-Maschinen. Aber immer noch im Schichtbetrieb. Geblieben ist auch die Arbeitsbekleidung im Stollen – das unterscheidet den Kohlebergbau nicht vom Salzbergbau. Vor Schichtbeginn gehen die Bergleute in die so genannte Kaue, so wird der Umkleideraum genannt. Es gibt die Schwarz- und die Weißkaue. In der Weißkaue entkleiden sich die Bergleute, um dann in der Schwarzkaue die Arbeitskleidung anzulegen.

Bevor es mit dem Aufzug in die Tiefe geht, holen sich die Bergleute noch Anweisungen beim Steiger, so lautet die Bezeichnung für den Vorgesetzten. Welche Arbeiten werden gerade ausgeführt? Welche Arbeit steht an, wenn die neue Schicht beginnt? An welchen Einsatzort geht es?

"Stollen sind oft mehrere Kilometer lang. Da muss man wissen, wo man hinmuss", sagt Ahlbrecht. Ein Teil der Arbeiter muss die Logistik unter Tage gewährleisten. Maschinen, Werkzeuge, Toilettenpapier oder Sprengstoff – alles, was es für die Arbeit im Stollen braucht, muss an den richtigen Ort transportiert werden – oder zurück an die Erdoberfläche. "Wir haben unter Tage Lager, Werkstätten, Aufenthaltsräume und Toiletten", sagt Ahlbrecht. Und natürlich müssen die abgebauten Rohstoffe nach oben gebracht werden.

Eine weitere Gruppe sorgt dafür, dass neue Lagerstätten erschlossen werden. Sie bauen neue Strecken zu den Rohstofflagerstätten. Das geschieht durch Sprengungen oder mittels Maschinen, die sich in das Gestein schneiden.

Leserkommentare
  1. das Braunkohle keine Kohle ist.
    Grüße an die Kumpel im Tagebau!

  2. zweifelsohne ehrbar und, wie im Artikel angedeutet, auch in Zukunft noch bedingt relevant.

    Allerdings ist er auch eine jener "Karriereoptionen" -gibt es darin doch zwei genau Tätigkeiten, Kumpel und Hauer- welche die Adabsurdumführung des Wortes "Kariere" am besten verdeutlichen.

  3. @Dodge this

    Kennen Sie Dieter Nuhr...?

    Gerade im Bergbau sind die Karrieremöglichkeiten für Nichtakademiker weit besser als überall sonst! "Kumpel" bedeutet übrigens so viel wie "Kamerad" beim Bund und ist weder Dienstgrad noch Funktionsbezeichnung. „Hauer“ hingegen die Bezeichnung für den „einfachen“ Facharbeiter in bestimmten Einsatzfeldern, oft kombiniert, z.B. "Schießhauer", "Schachthauer" usw., hat also ebenfalls nichts mit einem höheren Dienstgrad zu tun.

    Karrieremöglichkeiten für den Facharbeiter:

    1. "Hauer" (oder "Schlosser" oder "Elektriker" usw.);

    2. "Vorarbeiter",

    3. "Aufseher" (gewerblich)

    [dann notwendig: Techniker-/Meisterschule unternehmensbezahlt!],

    4. "Aufseher"(angestellt);

    5. "Steiger",

    6. "Reviersteiger",

    [dann notwendig: Betriebsführerlehrgang, unternehmensbezahlt! oder akademischer Abschluss)]

    7.+8.+9.+ ... - AT-Laufbahn...

    Als Akademiker ist man im wahrsten Sinne des Wortes "Querein-Steiger" (Nr.5) - mit fortlaufender Karrieremöglichkeit. Für den Nichtakademiker ist - wie Sie sehen können, keine Karrieregrenze gezogen. Es gibt Nichtakademiker als Betriebsführer mit mehreren hundert Mitarbeitern unter sich. Mit 17 Jahren als Lehrling im Unternehmen angefangen und laufend bewährt und unter Weiterführung der Einkünfte "auf Schule" geschickt. Die kennen den Laden "von der Pike an". Wo sonst haben Sie solche Möglichkeiten?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aber wenn ich seinem Aufruf folgte, würde mir manche Erkenntnis oder zumindest andere Position entgehen.

    Im Artikel wurden die von Ihnen erwähnten Möglichkeiten etwas dünn beschrieben. Selbstverständlich erstreckt sich "Karriere", da wo sie tatsächlich existiert, nicht nur aufs Akademische.

    Aber wenn ich seinem Aufruf folgte, würde mir manche Erkenntnis oder zumindest andere Position entgehen.

    Im Artikel wurden die von Ihnen erwähnten Möglichkeiten etwas dünn beschrieben. Selbstverständlich erstreckt sich "Karriere", da wo sie tatsächlich existiert, nicht nur aufs Akademische.

  4. Aber wenn ich seinem Aufruf folgte, würde mir manche Erkenntnis oder zumindest andere Position entgehen.

    Im Artikel wurden die von Ihnen erwähnten Möglichkeiten etwas dünn beschrieben. Selbstverständlich erstreckt sich "Karriere", da wo sie tatsächlich existiert, nicht nur aufs Akademische.

    Antwort auf "Karrieremöglichkeiten"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service