Geisteswissenschaftler: Erst Hartz IV, dann Festanstellung
Für Geisteswissenschaftler ist der Berufseinstieg besonders schwer: Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung gehören mit dazu. Doch aussichtslos ist die Lage nicht.
Jeden Samstagmorgen steht Jonas W. (Name geändert) hinter einem Marktstand auf dem Ulmer Münsterplatz, um Biobrot und Zwiebelkuchen zu verkaufen. Um finanziell über die Runden zu kommen, bleibt dem Hochschulabsolventen keine andere Wahl, als neben seinem PR-Volontariat bei einem Radiosender in seiner Freizeit zu jobben. Vor knapp einem Jahr hat er seinen Master in Geschichte gemacht. Vom Fachkräftemangel habe er noch nichts bemerkt, sagt der 27-Jährige.
Mindestens 36.000 Ingenieure und 66.000 Computerspezialisten sollen der McKinsey-Studie Wettbewerbsfaktor Fachkräfte zufolge in Deutschland bereits fehlen. Die Unternehmensberater gehen davon aus, dass bis zum Jahre 2025 schätzungsweise 2,4 Millionen Akademiker am Arbeitsmarkt fehlen werden. Die Ausgangslage für Studierende ist demnach sehr gut.
Doch wo bleiben in dieser Rechnung die Geisteswissenschaftler? Mit seinem Volontärsgehalt von 800 Euro brutto gelingt es dem jungen Historiker kaum, seinen täglichen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nach Steuerabzügen und der Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr bleiben ihm nur noch ganze 280 Euro. Ohne das Einkommen seiner Partnerin wäre eine Wohnung damit kaum zu bezahlen.
Der Einstieg dauert länger und ist oft prekär
Laut einer Absolventenbefragung durch das Hochschulinformationssystem (HIS) haben es Geisteswissenschaftler beim Übergang ins Berufsleben besonders schwer. Ein Jahr nach dem Hochschulabschluss verdienen Geisteswissenschaftler mit Vollzeittätigkeit im Schnitt gerade einmal 22.500 Euro Bruttojahresgehalt. Ingenieure steigen in der Regel mit einem Bruttojahresgehalt von 42.000 Euro ein.
Und nicht nur das Geld ist knapp, Geisteswissenschaftler sind häufiger prekär beschäftigt. Zwar hat der HIS-Studie zufolge die Hälfte aller Geisteswissenschaftler ein Jahr nach dem Verlassen der Universität eine reguläre Erwerbstätigkeit aufgenommen, unbefristet vollzeitbeschäftigt sind jedoch lediglich zwölf Prozent. Der Arbeitspsychologe Michael Kastner von der Universität Dortmund kennt die Probleme von jungen Geisteswissenschaftlern auf dem Arbeitsmarkt. "Viele leiden unter Unsicherheit und Zukunftsangst. Das führt zur Perspektivlosigkeit", sagt er.
Vom Fachkräftemangel profitieren bislang in erster Linie die technischen oder naturwissenschaftlichen Fächer. Doch ein Heer von arbeitslosen Geisteswissenschaftlern gibt es nicht. Zwar ist die Beschäftigungslosigkeit unmittelbar nach dem Universitätsabschluss höher als bei anderen Fächern. Nach einiger Zeit geht sie jedoch drastisch zurück und liegt bei rund fünf Prozent – und ist damit gemessen an der Gesamtzahl der Akademikerarbeitslosigkeit nicht höher als der Durchschnitt.






Bleibt der Absolvent Single, Stuerklasse I, dann sieht das auch nicht sooo rosig aus. Vielleicht bleiben 2300 € netto. das Ist für viele nicht schlecht, aber es hat auch nicht mehr den Kaufwert von 4600 DM. Wenn man dafür lange studiert, Schwierigkeiten hat einen Arbeitsplatz zu ergattern, dann muss man den Beruf schon sehr lieben.
Selbst kleine Finanzhaie ohne akademische Ausbildung verdienen mehr. Das gesunde Verhältnis wurde zu ungunsten der Geisteswissenschaften verschoben. Das merkt man dann auch überall. Traurig!
Ich bin selbst Geisteswissenschaftler und ich muss leider sagen, dass zumindest ich meine Studienwahl wirklich bereue. Das Studium war toll. Interessante Seminare, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachen, Zeit sich zu bilden. Aber dieser Traum hat mit meinem Einserabschluss in Regelstudienzeit plus zusaetzlicher Sprachkenntnisse sein jaehes Ende gefunden. Nach meinem Studienabschluss Ende 2009 fand ich zwar immer Arbeit, aber wirklich nicht das was ich mir irgendwie ertraeumt haette, dazu auch noch laecherlich bezahlt und belaechelt von Kollegen, die ernsthaftere Faecher in denen man wirklich was lernt studiert haben.
Heute bereue ich es, dass ich nicht mehr aus meinem Potential und guten Abischnitt gemacht habe und ein ernsthafteres, lukrativeres Fach studiert habe.
Welche Geisteswissenschaft hast du denn genau studiert, wenn ich fragen darf ?
Ich schließe mich Ihnen an: Auch ich bereue es, ein Fach studiert zu haben (Anfang der 70er Jahre bereits!), das viel zu wenig berufliche Qualifikationen bietet: Soziologie!
Ich bin sicher, dass vieles besser gelaufen wäre, hätte ich etwas "Handfestes" gelernt, selbst ein Handwerksberuf wäre besser gewesen.
Nach meiner Familienphase war es so gut wie unmöglich, mit meiner Ausbildung ins Berufsleben zurück zu finden. Ich hangelte mich von einem fachfremden Job zum nächsten, die Bezahlung war entsprechend mies und die Tätigkeiten meist öde.
Ich bin traurig, dass immer noch so viele Leute den Fehler machen, Fächer zu studieren, die uns zum "Freiwild" auf dem Arbeitsmarkt machen, weil wir überall und nirgends mit unseren "Qualifikationen" eingesetzt werden können. Man will superflexible, natürlich intelligente und (zwangsweise) anpassungsfähige Dumpinglöhner für die Wirtschaft, das ist die eigentliche Ursache dafür, dass die Universitäten immer noch Arbeitsmarkt vorbei ausbilden.
Welche Geisteswissenschaft hast du denn genau studiert, wenn ich fragen darf ?
Ich schließe mich Ihnen an: Auch ich bereue es, ein Fach studiert zu haben (Anfang der 70er Jahre bereits!), das viel zu wenig berufliche Qualifikationen bietet: Soziologie!
Ich bin sicher, dass vieles besser gelaufen wäre, hätte ich etwas "Handfestes" gelernt, selbst ein Handwerksberuf wäre besser gewesen.
Nach meiner Familienphase war es so gut wie unmöglich, mit meiner Ausbildung ins Berufsleben zurück zu finden. Ich hangelte mich von einem fachfremden Job zum nächsten, die Bezahlung war entsprechend mies und die Tätigkeiten meist öde.
Ich bin traurig, dass immer noch so viele Leute den Fehler machen, Fächer zu studieren, die uns zum "Freiwild" auf dem Arbeitsmarkt machen, weil wir überall und nirgends mit unseren "Qualifikationen" eingesetzt werden können. Man will superflexible, natürlich intelligente und (zwangsweise) anpassungsfähige Dumpinglöhner für die Wirtschaft, das ist die eigentliche Ursache dafür, dass die Universitäten immer noch Arbeitsmarkt vorbei ausbilden.
Für KEINE Berufsgruppe ist die Lage aussichtslos. Es ist immer die Frage der nötigen (räumlichen, zeitlichen, inhaltlichen, ...) Flexibilität. Und diese sollte eigentlich bei Geisteswissenschaftlern am höchsten ausgeprägt sein.
Sollte, ist aber leider nicht immer. Lautstarkes Klagen ist ja auch erheblich einfacher.
Wie wär's denn damit, sich nach Jahren der - zum Glück nur - theoretischen Systemveränderung bis zum Umsturz einmal praktisch mit einem marktkonformen Lebensentwurf zu beschäftigen? Das dürfte doch von Menschen mit dem Anspruch eines akademischen Daseins nicht zu viel verlangt sein.
"Wie wär's denn damit, sich nach Jahren der - zum Glück nur - theoretischen Systemveränderung bis zum Umsturz einmal praktisch mit einem marktkonformen Lebensentwurf zu beschäftigen?"
- Genau! Wann begreift ihr alle endlich mal, dass wir in einer marktkonformen Demokratie leben? Und dass jeder Mensch gefälligst im Sinne der Verwertungsgesellschaft zu funktionieren hat? Alles andere wäre ja tatsächlich - Freiheit! *ups*
"Wie wär's denn damit, sich nach Jahren der - zum Glück nur - theoretischen Systemveränderung bis zum Umsturz einmal praktisch mit einem marktkonformen Lebensentwurf zu beschäftigen?"
- Genau! Wann begreift ihr alle endlich mal, dass wir in einer marktkonformen Demokratie leben? Und dass jeder Mensch gefälligst im Sinne der Verwertungsgesellschaft zu funktionieren hat? Alles andere wäre ja tatsächlich - Freiheit! *ups*
... nicht auf die "fiese, gemeine Berufswelt da draußen" einschlagen, noch auf "unproduktive Laberfächer", weil beides falsch wäre. Die Situation ist nun mal so wie sie ist, und das weiß man i.d.R. vor Studienbeginn. Natürlich darf man gerne etwas an der Situation ändern (wollen), aber jammern und rumheulen finde ich nicht angebracht, und kann ich übrigens in Gesprächen mit GW studierenden Mitbewohnern/Freunden auch nur selten feststellen. Man liegt eben so, wie man sich bettet. Und manchmal liegt man anfangs eben etwas härter. Das ist kein Plädoyer für ein (oft aus opportunistischen Gründen begonnenes) "vernünftiges" Studienfach, sondern eine Beobachtung.
greetz, BG
Cooler Text. Ich frage mich nur wie man die Reaktanz bei den Geisteswissenschaftler erhöht ;-)
Vielleicht so?
"Nina S. würde sich auch trotz ihrer Zeit mit Hartz IV wieder für ihr Fach entscheiden. Auch Jonas W. würde wieder ein Geschichtsstudium aufnehmen."Ich interessiere mich für das Fach – und ich will mich nicht erst als Rentner selbst verwirklichen.""
Selber schuld! Erst aus egoistischen Motiven ein Fach wählen, dass der Gesellschaft nicht dienlich ist - und danach der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Hättet ihr nur auf a) euere Eltern b) eure Lehrer c) auf die Medien und d) auf die Regierung e) auf die Wirtschaft (also Alle-anderen-nur-nicht-euch-selbst) gehört, dann ginge es euch heute sooo viel besser. Immer daran denken: Nur selbst alleine seid für euer Glück und Wohlstand verantwortlich und niemals die Rahmenbedingungen... :-P
oder so:
"Zehn Jahre nach dem Abschluss verdient der Großteil von ihnen rund 50.000 Euro brutto im Jahr."
Seid Gesellschaftsgefällig. Arbeit hart. Geht durch dieses Fegefeuer. Lebt euren prekären Traum. Als Belohnug für euer gefälliges Tun werdet ihr mit einer Arbeit belohnt, die euch endlich auf Augenhöhe mit den MINT-Beruflern erhöht. Dann seid ihr erlöst. ;-)
"Zehn Jahre nach dem Abschluss verdient der Großteil von ihnen rund 50.000 Euro brutto im Jahr."
Auch dieser Vergleich ist wieder lustig.
a) was ist "der Großteil"? Nehmen wir an 50%. dann wäre der Durchschnitt daraus aber (wenn die anderen 50% bei Annahme Einkommen = 0 wären) nur 25 T€. Das klingt dann weniger prickelnd...
b) die meisten MINTler die ich kenne haben das nicht 10 Jahre nach dem Abschluß, sondern unmittelbar danach (10 jahre nach dem Diplom sind die MINTler dann deutlich weiter). Und 10 Jahre x 50T€ sind 500 T€. Auch ohne Berücksichtigung der Finanzmathematik bedeutet dies, dass man (bei Ahnnahme Einkommen = 0 in diesen 10 Jahren Wartezeit) um diesen Vorsprung aufs Arbeitsleben gerechnet auszugleichen mehr als 10 T€ p.a. mehr verdienen müßte als der blöde MINTler (der, wir erinnern uns, nach 10 Jahren schon >50 T€t) , der in dieser Zeit quasi schon den Einkommensvorsprung im Gegenwert einer 3-Zimmer Wohnung hat...
P.S.: Kann es sein, dass diesen Artikel der Absolvent eines geisteswissenschaftlichen Studienganges verfaßt hat? Nur weil er so vollkommen ohne Zahlengefühl auskommt...
diejenigen, die der Gesellschaft dienlich sind?
"Zehn Jahre nach dem Abschluss verdient der Großteil von ihnen rund 50.000 Euro brutto im Jahr."
Auch dieser Vergleich ist wieder lustig.
a) was ist "der Großteil"? Nehmen wir an 50%. dann wäre der Durchschnitt daraus aber (wenn die anderen 50% bei Annahme Einkommen = 0 wären) nur 25 T€. Das klingt dann weniger prickelnd...
b) die meisten MINTler die ich kenne haben das nicht 10 Jahre nach dem Abschluß, sondern unmittelbar danach (10 jahre nach dem Diplom sind die MINTler dann deutlich weiter). Und 10 Jahre x 50T€ sind 500 T€. Auch ohne Berücksichtigung der Finanzmathematik bedeutet dies, dass man (bei Ahnnahme Einkommen = 0 in diesen 10 Jahren Wartezeit) um diesen Vorsprung aufs Arbeitsleben gerechnet auszugleichen mehr als 10 T€ p.a. mehr verdienen müßte als der blöde MINTler (der, wir erinnern uns, nach 10 Jahren schon >50 T€t) , der in dieser Zeit quasi schon den Einkommensvorsprung im Gegenwert einer 3-Zimmer Wohnung hat...
P.S.: Kann es sein, dass diesen Artikel der Absolvent eines geisteswissenschaftlichen Studienganges verfaßt hat? Nur weil er so vollkommen ohne Zahlengefühl auskommt...
diejenigen, die der Gesellschaft dienlich sind?
"Wie wär's denn damit, sich nach Jahren der - zum Glück nur - theoretischen Systemveränderung bis zum Umsturz einmal praktisch mit einem marktkonformen Lebensentwurf zu beschäftigen?"
- Genau! Wann begreift ihr alle endlich mal, dass wir in einer marktkonformen Demokratie leben? Und dass jeder Mensch gefälligst im Sinne der Verwertungsgesellschaft zu funktionieren hat? Alles andere wäre ja tatsächlich - Freiheit! *ups*
Nein; es wäre eben KEINE Freiheit, weil Sie sich außerhalb einer Marktwirtschaft Ihren materiellen Wohlstand (so es für diesen überhaupt eine Realisierungsmöglichkeit gäbe) nicht selbst erarbeiten würden, sondern sich auf staatliche Alimentierungs- und Transferleistungssysteme direkt oder indirekt verlassen würden.
Natürlich brauchen wir eine marktkonforme Demokratie. Eine andere gibt es nicht, denn JEDES andere System wäre eine Diktatur. Es mag graduelle Unterschiede geben, aber grundsätzlich gilt: Eine totalitäre Herrschaft ist eine totalitäre Herrschaft ist eine totalitäre Herrschaft!
Und ich hoffe, dass Sie diese genau so wenig wollen wie ich.
Nein; es wäre eben KEINE Freiheit, weil Sie sich außerhalb einer Marktwirtschaft Ihren materiellen Wohlstand (so es für diesen überhaupt eine Realisierungsmöglichkeit gäbe) nicht selbst erarbeiten würden, sondern sich auf staatliche Alimentierungs- und Transferleistungssysteme direkt oder indirekt verlassen würden.
Natürlich brauchen wir eine marktkonforme Demokratie. Eine andere gibt es nicht, denn JEDES andere System wäre eine Diktatur. Es mag graduelle Unterschiede geben, aber grundsätzlich gilt: Eine totalitäre Herrschaft ist eine totalitäre Herrschaft ist eine totalitäre Herrschaft!
Und ich hoffe, dass Sie diese genau so wenig wollen wie ich.
Liebe Geisteswissenschaftler. "Fachkräfte" ist ein Begriff, der in diesem Zusammenhang mit der Wirtschaft gebraucht wird. Und das sind dann die Personen, die Geld am Markt verdienen, indem sie z.B. neue Produkte erforschen, entwickeln, bauen, verkaufen,... Insbesondere im Bereich des Maschinenbaus, der (Bio)Chemiebranche,...
Da bringt es dann nichts, ein geisteswissenschaftliches Fach zu studieren und sich anschließend zu wundern, wenn man nicht zu den gesuchten Fachkräften gehört.
Auch die Arbeitsmarktstatistik ist für mich fragelich. Nur weil jemand nicht mehr arbeitslos ist heißt die ja nicht, dass er in einem Gebiet arbeitet, für das er sein Studium absolvieren mußte. Denn Brot verkaufen geht auch ganz ohne Studium.
Für mich gehört die Anzahl der jährlichen Erstsemester in den verschiedenen Fächern dringend überprüft. Vielleicht schaffen wir es dann, wenn wir die Ressourcen der Geisteswissenschaften etwas zurück fahren und diese in andere Bereiche umwidmen, dass dann mehr Erstsemester in den Fächern anfangen, die uns - volkswirtschaftlich gesehen - wirtschaftlichen Wohlstand bescheren. Nur Studienplätze anzubieten damit die jungen Menschen mit Abi von der Straße sind ist m.E. nicht sinnvoll, da werden massiv Ressourcen vergeudet.
Ich weiß, Studium ist keine Berufsausbildung sondern verfolgt auch andere Ziele. Aber dieser Gedanke stammt aus einer Zeit, in der <5% eines Jahrgangs studiert haben. Heute wo diese Quote immer mehr ansteigt müssen wir dringend umdenken.
Sie wollen Leute, die billig Hilfsarbeiten machen, damit jemand daran profitieren kann. Der Vorwurf, keine "Fachkraft" zu sein, ist so was von dämlich.
Haben Sie den Artikel gelesen?
"Auch fürchtete Nina S. als Hartz-IV-Empfängerin noch schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Monate später klappte es schließlich doch mit einem Job: Die 43-Jährige fand eine Stelle als Assistentin in der freien Wirtschaft."
Als "Assistentin" mit 1-Diplom und mehrsprachig: Assistentin kann bedeuten, dass die Frau für 1.000 Euro brutto Vollzeit als Sekretärin arbeiten muss.
Hauptsache, Arbeit, wa?
die sich sinnlose Produkte ausdenken, dafür die Ressourcen plündern, Menschen in Fernost zu Hungerlöhnen ausbeuten und die Gewinne für PR-Kampagnen verschleudern, sind die Säule unserer Gesellschaft.
Gut, dass es da eine Menge Geisteswissis gibt, die das kritisieren und über Alternativen nachdenken.
Wo ist der Unterschied, ob unsere Steuergelder für 1-2 Jahren an den jungen Geisteswissenschafts-Absolventen geht oder ob es dann später der 55-jährige Ingenieur bekommt, der keinen Job mehr kriegt, weil er zu alt ist?? Also der Geisteswissenschaftler sitzt nicht so lang auf der Straße. Rechnet man dem Ingenieuren noch an, dass er mehr Geld verdient hat, kommen wir wahrscheinlich aufs Gleiche raus!
Und überhaupt: Wieso muss jeder 70.000 Euro und mehr im Jahr nach Hause bringen? Ich persönlich bin mit meinem Gehalt nach einem geisteswissenschaftlichen Studium durchaus zufrieden. Ich kann super damit leben, eine größere Reise im Jahr ist auch drin und kein Mensch verlangt von mir jeden Tag Überstunden zu häufen. Was will man mehr? Da verzichte ich lieber auf mehr Geld, wenn ich dafür mehr Zeit habe!
Sie wollen Leute, die billig Hilfsarbeiten machen, damit jemand daran profitieren kann. Der Vorwurf, keine "Fachkraft" zu sein, ist so was von dämlich.
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"Auch fürchtete Nina S. als Hartz-IV-Empfängerin noch schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Monate später klappte es schließlich doch mit einem Job: Die 43-Jährige fand eine Stelle als Assistentin in der freien Wirtschaft."
Als "Assistentin" mit 1-Diplom und mehrsprachig: Assistentin kann bedeuten, dass die Frau für 1.000 Euro brutto Vollzeit als Sekretärin arbeiten muss.
Hauptsache, Arbeit, wa?
die sich sinnlose Produkte ausdenken, dafür die Ressourcen plündern, Menschen in Fernost zu Hungerlöhnen ausbeuten und die Gewinne für PR-Kampagnen verschleudern, sind die Säule unserer Gesellschaft.
Gut, dass es da eine Menge Geisteswissis gibt, die das kritisieren und über Alternativen nachdenken.
Wo ist der Unterschied, ob unsere Steuergelder für 1-2 Jahren an den jungen Geisteswissenschafts-Absolventen geht oder ob es dann später der 55-jährige Ingenieur bekommt, der keinen Job mehr kriegt, weil er zu alt ist?? Also der Geisteswissenschaftler sitzt nicht so lang auf der Straße. Rechnet man dem Ingenieuren noch an, dass er mehr Geld verdient hat, kommen wir wahrscheinlich aufs Gleiche raus!
Und überhaupt: Wieso muss jeder 70.000 Euro und mehr im Jahr nach Hause bringen? Ich persönlich bin mit meinem Gehalt nach einem geisteswissenschaftlichen Studium durchaus zufrieden. Ich kann super damit leben, eine größere Reise im Jahr ist auch drin und kein Mensch verlangt von mir jeden Tag Überstunden zu häufen. Was will man mehr? Da verzichte ich lieber auf mehr Geld, wenn ich dafür mehr Zeit habe!
"Zehn Jahre nach dem Abschluss verdient der Großteil von ihnen rund 50.000 Euro brutto im Jahr."
Auch dieser Vergleich ist wieder lustig.
a) was ist "der Großteil"? Nehmen wir an 50%. dann wäre der Durchschnitt daraus aber (wenn die anderen 50% bei Annahme Einkommen = 0 wären) nur 25 T€. Das klingt dann weniger prickelnd...
b) die meisten MINTler die ich kenne haben das nicht 10 Jahre nach dem Abschluß, sondern unmittelbar danach (10 jahre nach dem Diplom sind die MINTler dann deutlich weiter). Und 10 Jahre x 50T€ sind 500 T€. Auch ohne Berücksichtigung der Finanzmathematik bedeutet dies, dass man (bei Ahnnahme Einkommen = 0 in diesen 10 Jahren Wartezeit) um diesen Vorsprung aufs Arbeitsleben gerechnet auszugleichen mehr als 10 T€ p.a. mehr verdienen müßte als der blöde MINTler (der, wir erinnern uns, nach 10 Jahren schon >50 T€t) , der in dieser Zeit quasi schon den Einkommensvorsprung im Gegenwert einer 3-Zimmer Wohnung hat...
P.S.: Kann es sein, dass diesen Artikel der Absolvent eines geisteswissenschaftlichen Studienganges verfaßt hat? Nur weil er so vollkommen ohne Zahlengefühl auskommt...
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