KonzentrationstippsWie man den Arbeitsalltag besser meistert

Schon nach 20 Minuten kann die Konzentration auf eine bestimmte Aufgabe nachlassen. Wir zeigen, was gegen Ablenkung hilft, und wie man im Job leistungsfähig bleibt. von 

Müde, abgespannt, unkonzentriert? Jeder Berufstätige erlebt diesen Moment regelmäßig während der Arbeit. Denn kein Mensch kann sich acht oder mehr Stunden voll konzentrieren. Studien zeigen, dass die Fehler- und Unfallquote nach der 8. Arbeitsstunde drastisch zunimmt. Und schon 20 Minuten nach Arbeitsbeginn sinkt die Aufmerksamkeit.

Unterbrechungen, Sorgen und Stress verstärken Konzentrationsschwierigkeiten. Hinzu kommen oft schlecht eingerichteter Arbeitsplätze – denn auch Licht, Lüftung und Lärm beeinflussen die Leistungsfähigkeit. Die Raumtemperatur, die Qualität des Bildschirms und die Höhe und Einstellung vom Schreibtisch und Bürostuhl tun ihr übriges. Wer sich außerdem nicht ausgewogen ernährt und zu wenig Bewegung im Arbeitsalltag hat, muss sich über schlechte Arbeitsergebnisse nicht wundern.

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Der Arbeitsplatz

Einen guten Arbeitsplatz zeichnet weniger schönes Design aus, als dass Schreibtisch-, Bildschirm- und Bürostuhlhöhe rücken- und augenschonend eingestellt sind und dass der Arbeitsschutz im Büro eingehalten wird.

Falsches Sitzen führt auf Dauer zu weniger Leistung: Darum sollte der Stuhl eine Rücklehne haben, die bis zu den Schultern reicht und beweglich ist. Dann folgt sie den Bewegungen des Rücken und entlastet die Wirbelsäule. Der Stuhl muss so eingestellt sein, dass die Füße den Boden erreichen. Ober- und Unterschenkel sollen in einem 90-Grad-Winkel zueinander stehen. Dass der Schreibtisch richtig eingestellt ist, merkt man daran, dass Ober- und Unterarm auf der Platte in einem rechten Winkel aufgelegt werden können. Die Tastatur sollte im Abstand einige Zentimeter von der Tischkante liegen, damit eine ganze Hand und wenigstens ein Handballen aufgelegt werden kann.

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Der Bildschirm darf weder flackern, noch sollte es anstrengend sein, an ihm zu lesen. Das geht nämlich zu Lasten des Sehnervs. Die Nacken- und Halsmuskulatur verspannen. Der Bildschirm ist dann richtig aufgestellt, wenn Augen und oberster Monitorrand auf einer Höhe sind.

Wichtig für die Konzentration ist das richtige Licht : Mindestens 500 Lux hell muss es am Schreibtisch sein, aber der Schreibtisch darf nicht parallel zum Fenster stehen. Die Sonne kann den Mitarbeiter sonst blenden.  Auch muss das Büro gut gelüftet sein. Wenn die Arbeitsräume nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet sind, sollte das Büro mindestens einmal — besser mehrmals – täglich stoßgelüftet werden. Die Temperatur soll laut Arbeitsschutz zwischen 20 und 23 Grad betragen. Und es darf nicht zu laut sein.

Leserkommentare
  1. Die wirklichen probleme bei deutschen Arbeitgebern sind weniger 20 oder 24 Grad oder gelüftete Büros und so weiter.

    Das wirkliche Problem sind schikanöse Arbeitsbedingungen, die in jedem "Aufschwung" zunehmen ( sonst gäb es nämlich keinen Aufschwung, die echten Probleme sind geradezu unmenschliche Arbeitsverdichtung :

    ..... gestern rief ich in einem Betrieb an, um eine Kleinigkeit für das bad zu bestellen. Die Arbeitskraft am anderen Ende war völlig fertig mit den Nerven, sagte mir als Kunden am Telefon, sie hält den Druck nicht mehr aus -- es platzte aus ihr heraus. Ich musste die arme Frau dann wirklich beruhigen, sie tat mir unendlich leid!!
    Was wäre wohl gewesen, hätte sie einen weniger verständnisvollen Menschen am Telefon gehabt!!.......

    Hier liegen die wahren Probleme: Viele, immer mehr Arbeitgeber, die ihre Belegschaft bis aufs Blut quälen, um höheren Gewinn zu haben, Arbeitgeber, die für einen unakzeptablen Niedriglohn anstellen und menschen, die nicht in sich gefestigt sind, zum Wahnsinn teiben und dann "wegwerfen" in die Hartz4-Schleife, weil ja immer noch 100 andere vor der Tür stehen.

    Gesund arbeiten .... dazu bedarf es ganz anderer Dinge als das lächerliche Beiwerk, was Sie beschreiben.
    Man müsste dazu die Software von vielen hunderttausend Unternehmerhirnen löschen und durch ein Programm "Soziales Miteinander statt Ausbeutung" ersetzen.

    DANACH Kann man sich dann beruhigt um die Belüftung kümmern.
    Schönen dank.

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Ranjit
    • 09. März 2012 11:28 Uhr

    Die Missstände, die sie beschreiben existieren sicherlich in einigen Firmen.
    Es macht jedoch wenig Sinn, hilfreiche Verbesserungen nicht durchzuführen, weil dadurch nicht sofort alle Probleme gelöst werden können.

    Dieser Logik folgend würde man Opfern von Naturkatastrophen nicht helfen, da nicht zeitgleich das globale Hungerproblem gelöst werden kann.

    Nebenbei trägt dieses "lächerliche Beiwerk" dazu bei, auch die Misstände zu bekämpfen von denen sie reden. Die frei werdenden Kapazitäten helfen den Mitarbeitern, wieder längerfristig zu denken, Veränderungen anzustreben, sich weiterzubilden oder den Arbeitgeber zu wechseln.

    Auch die Mitarbeiter spielen ein wichtige Rolle in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und die vorherrschende Athmospäre. Und wenn Mitarbeiter schon mit ihrem Leben im Allgemeinen unterschwellig unzufrieden sind, dann braucht es nicht viel um schlechte Stimmung oder Stress zu haben.
    Jeder kennt Menschen, denen ist selbst wenig schon zuviel; und andere sind noch im größten Stress fröhlich und gutgelaunt. Immer alles auf die äußeren Umstände zu schieben ist zu einfach.

    Zum Artikel: Ich finde die Tips gut und werde meinen Arbeitsplatz gleich morgen etwas umgestalten.

  2. Entfernt, da polemisch. Danke, die Redaktion/se

    4 Leserempfehlungen
  3. ... Arbeitsbedingungen.

    Ich vermisse konkrete Betrachtungen neurophysiologischer Fakten hinsichtlich Konzentration und Gedächtnisleistung.

    Das Gehirn ist ein sehr plastisches Gewohnheitstier, das schnell "neurologische Trampelpfade" bildet und nutzt. Wenn ein Mitarbeiter tagein-tagaus den gleichen Störfaktoren ausgesetzt ist, beeinflußt dies auf Dauer neurophysiologische Abläufe. Das Ergebnis sind dauerhafte Konzentrationsstörungen mit Folgen für Lang-/Kurzzeitgedächtnis und Psyche.

    Schichtdienst schädigt zusätzlich den circadianen Rhythmus und bedeutet immer ein gesundheitliches Risiko - egal wie man sich ernährt, wie hoch die Schreibtischplatte oder wie verstellbar der Bürostuhl ist. Da außerdem viele Unternehmen nicht in der Lage sind, korrekte Rotationspläne zu entwerfen und statt dessen schlecht programmierte Software bunt zusammengewürfelte Dienstpläne erstellen lassen, ist das gesundheitliche Risiko des Mitarbeiters nicht mehr kalkulierbar.

    Eine ergonomische Betrachtung muß mit Neurophysiologie sowie Wahrnehmungs- und Kognitionspsychologie beginnen - ansonsten läuft sie ins Leere.

    2 Leserempfehlungen
    • Ranjit
    • 09. März 2012 11:28 Uhr

    Die Missstände, die sie beschreiben existieren sicherlich in einigen Firmen.
    Es macht jedoch wenig Sinn, hilfreiche Verbesserungen nicht durchzuführen, weil dadurch nicht sofort alle Probleme gelöst werden können.

    Dieser Logik folgend würde man Opfern von Naturkatastrophen nicht helfen, da nicht zeitgleich das globale Hungerproblem gelöst werden kann.

    Nebenbei trägt dieses "lächerliche Beiwerk" dazu bei, auch die Misstände zu bekämpfen von denen sie reden. Die frei werdenden Kapazitäten helfen den Mitarbeitern, wieder längerfristig zu denken, Veränderungen anzustreben, sich weiterzubilden oder den Arbeitgeber zu wechseln.

    Eine Leserempfehlung
  4. Mir hilft Workrave. Ein kleines Programm (OSS), das alle paar Minuten zu einer 30-sekündigen Mikropause auffordert und dann auch den Bildschirmschoner anwirft, damit man nicht weiter auf den Monitor starrt. Auch zu längeren Pausen und körperlichen Übungen wird man nach längeren Zeitabständen aufgefordert. Wenn ich nicht allzu viele der Pausen überspringe, bin ich abends wesentlich entspannter als wenn ich im Dauerbetrieb arbeite.

  5. Auch die Mitarbeiter spielen ein wichtige Rolle in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und die vorherrschende Athmospäre. Und wenn Mitarbeiter schon mit ihrem Leben im Allgemeinen unterschwellig unzufrieden sind, dann braucht es nicht viel um schlechte Stimmung oder Stress zu haben.
    Jeder kennt Menschen, denen ist selbst wenig schon zuviel; und andere sind noch im größten Stress fröhlich und gutgelaunt. Immer alles auf die äußeren Umstände zu schieben ist zu einfach.

    Zum Artikel: Ich finde die Tips gut und werde meinen Arbeitsplatz gleich morgen etwas umgestalten.

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  • Schlagworte Großraumbüro | Konzentration | Lärm
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